Tageszinsen sind Zinsen für einen Zeitraum, der kürzer als ein Jahr ist. Kaufmännisch hat dabei das Jahr 360 Tage und jeder Monat 30 Tage – unabhängig davon, wie viele Tage der Monat wirklich hat.
Bedeutung (Warum?)
Die vereinfachte Zählweise stammt aus der Zeit vor dem Taschenrechner und ist im Bankwesen bis heute üblich. Sie macht Zinsen über verschiedene Monate hinweg vergleichbar.
Nutzen (Wozu?)
Gebraucht wird sie bei Kontokorrentkrediten, Überziehungszinsen und Zwischenfinanzierungen – überall, wo Geld nur wenige Wochen arbeitet.
Funktionsweise (Wie?)
Erst werden die Zinstage gezählt: der Tag der Einzahlung zählt nicht mit, der Tag der Auszahlung zählt mit. Angebrochene Monate werden mit den tatsächlichen Tagen gerechnet, volle Monate mit 30.
\[ Z = \frac{K\cdot p\cdot t}{100\cdot 360} \]
Zinstage kaufmännisch gezählt
Praxisbeispiel (Wo?)
3.000,00 € liegen vom 10. März bis zum 15. Juli zu 1,50 % an: 20 Tage im März, dann drei volle Monate mit je 30 Tagen, dann 15 Tage im Juli – zusammen 125 Tage. \(Z=\frac{3000\cdot 1{,}5\cdot 125}{100\cdot 360}=15{,}63\) €.
Merksatz
360 Tage im Jahr, 30 im Monat – der erste Tag zählt nicht mit.
