Glossar Mathe
Kurze, verständliche Erklärungen zu wichtigen Begriffen aus Stochastik, Analysis und Kurvendiskussion.
Zu vielen Begriffen findest du den passenden Kurslink – später auch direkt zum passenden Video.
Ablehnungsbereich
Der Ablehnungsbereich ist der Bereich von Ergebnissen, bei denen die Nullhypothese verworfen wird.
Liegt der beobachtete Wert (z. B. die Trefferanzahl k) im Ablehnungsbereich, ist dieses Ergebnis unter H₀
so unwahrscheinlich, dass man H₀ verwirft. Ob der Bereich links oder rechts liegt, hängt von der Gegenhypothese ab.
Alpha (α) – Signifikanzniveau
Das Signifikanzniveau \( \alpha \) legt fest, wie groß die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art
(α-Fehler) maximal sein darf (typisch 5% oder 1%). Je kleiner \( \alpha \), desto „strenger“ der Test:
Der Ablehnungsbereich wird kleiner.
Ableitung
Die Ableitung einer Funktion beschreibt die momentane Änderungsrate bzw. die Steigung der Tangente.
Schreibweise: \( f'(x) \). Nullstellen der Ableitung sind oft Kandidaten für Extremstellen.
Bernoulli-Kette
Eine Bernoulli-Kette ist eine Folge unabhängiger Versuche mit genau zwei Ausgängen (Treffer/Niete).
Mit der Bernoulli-Formel berechnet man z. B. die Wahrscheinlichkeit für genau \(k\) Treffer:
\[
P(X=k)=\binom{n}{k}p^k(1-p)^{n-k}
\]
Kumulierte Wahrscheinlichkeit
Eine kumulierte Wahrscheinlichkeit fasst mehrere Einzelwahrscheinlichkeiten zusammen, z. B.
„höchstens k“ oder „mindestens k“. Häufig ist das Gegenereignis schneller:
\( P(X\ge k)=1-P(X\le k-1) \).
Definitionsmenge
Die Definitionsmenge ist die Menge aller \(x\)-Werte, für die eine Funktion überhaupt definiert ist.
Beispiel: Für \( \ln(x) \) gilt \( x>0 \). Für gebrochen-rationale Funktionen darf der Nenner nicht 0 sein.
Erwartungswert
Der Erwartungswert ist der langfristige Durchschnitt. Allgemein gilt
\( E(X)=\sum x_i\cdot p_i \). Bei Bernoulli gilt besonders einfach: \(E(X)=n\cdot p\).
Extremstelle
Eine Extremstelle liegt häufig dort, wo \( f'(x)=0 \) (oder \(f'(x)\) nicht definiert ist).
Ob Hoch- oder Tiefpunkt vorliegt, prüft man z. B. mit der zweiten Ableitung oder dem Vorzeichenwechsel von \(f'(x)\).
Gegenhypothese (H₁)
Die Gegenhypothese (H₁) ist die Alternative zur Nullhypothese und legt die Richtung fest:
linksseitig \(p<p_0\) oder rechtsseitig \(p>p_0\). Dadurch ergibt sich, auf welcher Seite der
Ablehnungsbereich liegt.
Hypothesentest
Ein Hypothesentest entscheidet, ob eine Annahme (Nullhypothese H₀) zu den Daten passt.
Man vergleicht das Ergebnis mit dem Ablehnungsbereich und dem Signifikanzniveau \( \alpha \).
Wichtig: Man „beweist“ nicht, sondern trifft eine statistisch begründete Entscheidung.
Kettenregel
Die Kettenregel brauchst du bei zusammengesetzten Funktionen:
\( (f(g(x)))‘ = f'(g(x))\cdot g'(x) \).
Typisch bei \(e^{g(x)}\) oder \(\ln(g(x))\).
ln-Funktion
Die ln-Funktion ist der natürliche Logarithmus. Sie ist nur für \(x>0\) definiert und wächst langsam.
Bei Ableitungen gilt: \( (\ln(g(x)))‘ = \frac{g'(x)}{g(x)} \).
Die Definitionsmenge ist bei ln-Aufgaben immer ein zentraler Punkt.
Monotonie
Monotonie beschreibt, ob eine Funktion steigt oder fällt.
Wenn \( f'(x)>0 \), ist die Funktion in diesem Intervall steigend; bei \( f'(x)<0 \) fallend.
Daraus entstehen Monotonieintervalle – wichtig für Skizzen und Argumentationen.
Nullhypothese (H₀)
Die Nullhypothese (H₀) ist die Ausgangsannahme, z. B. \(p=p_0\) oder \(p\ge p_0\).
Der Test wird so aufgebaut, dass man H₀ nur dann verwirft, wenn das Ergebnis unter H₀ zu unwahrscheinlich ist.
Standardabweichung
Die Standardabweichung \( \sigma \) ist die Wurzel aus der Varianz:
\( \sigma=\sqrt{\mathrm{Var}(X)} \).
Sie ist ein gut interpretierbares Maß dafür, wie stark Werte um den Erwartungswert streuen.
Varianz
Die Varianz beschreibt die Streuung um den Erwartungswert:
\( \mathrm{Var}(X)=E(X^2)-[E(X)]^2 \).
Je größer die Varianz, desto stärker schwanken die Werte typischerweise.
