Der Leverage-Effekt beschreibt, wie Fremdkapital die Eigenkapitalrentabilität hebeln kann – nach oben wie nach unten.
Bedeutung (Warum?)
Liegt die Gesamtkapitalrentabilität über dem Fremdzins, steigt die Eigenkapitalrentabilität mit jedem Euro Fremdkapital. Liegt sie darunter, kehrt sich der Effekt um.
Nutzen (Wozu?)
Er erklärt, warum Verschuldung die Rendite steigern kann – und warum sie in schlechten Zeiten gefährlich wird.
Funktionsweise (Wie?)
Vom Gesamtgewinn werden die Fremdkapitalzinsen abgezogen; der Rest gehört dem Eigenkapital und wird darauf bezogen.
Fällt die Gesamtrentabilität unter den Zinssatz, sinkt die Eigenkapitalrentabilität schneller, als sie zuvor gestiegen ist.
Praxisbeispiel (Wo?)
Gesamtkapital 300.000,00 €, davon 100.000,00 € Fremdkapital zu 6 %; Gesamtkapitalrentabilität 10 %.
Rechnung
Eigenkapitalrentabilität
| Gewinn vor Zinsen | 30.000,00 € | |
| – | Fremdkapitalzinsen | 6.000,00 € |
| Gewinn für das Eigenkapital | 24.000,00 € |
Nebenrechnung: 10 % · 300.000,00 € = 30.000,00 € · 6 % · 100.000,00 € = 6.000,00 €
Ergebnis: Eigenkapitalrentabilität 12,00 %
Beurteilung: Die Eigenkapitalrentabilität liegt mit 12 % über der Gesamtkapitalrentabilität von 10 %, weil der Fremdkapitalzins von 6 % darunter liegt. Das ist der Leverage-Effekt.
Merksatz
Fremdkapital hebelt die Eigenkapitalrentabilität, solange die Gesamtrentabilität über dem Zinssatz liegt.
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