Die Lieferantenbewertung vergleicht Lieferer nach Preis, Qualität, Liefertreue und Service.
Bedeutung (Warum?)
Der günstigste Preis nützt nichts, wenn die Ware zu spät kommt oder Mängel hat. Ein Fertigungsstillstand kostet mehr als der Preisvorteil.
Nutzen (Wozu?)
Eine systematische Bewertung schützt vor Fehlentscheidungen und macht die Auswahl begründbar.
Funktionsweise (Wie?)
Zuerst werden die Angebote über die Bezugskalkulation auf den Einstandspreis gebracht. Weiche Kriterien werden anschließend über eine Nutzwertanalyse einbezogen.
Ohne Bezugskalkulation sind Angebote nicht vergleichbar – unterschiedliche Rabatte und Bezugskosten verzerren das Bild.
Praxisbeispiel (Wo?)
Angebot A: Liste 8.000,00 €, 15 % Rabatt, 3 % Skonto, Bezugskosten 250,00 €. Angebot B: Einstandspreis 6.900,00 €.
Rechnung
Einstandspreis Angebot A
| Listeneinkaufspreis | 8.000,00 € | 100 % | |
| – | Liefererrabatt | 1.200,00 € | 15 % |
| = | Zieleinkaufspreis | 6.800,00 € | 85 % |
| – | Liefererskonto | 204,00 € | 3 % |
| = | Bareinkaufspreis | 6.596,00 € | 97 % |
| + | Bezugskosten | 250,00 € | |
| Einstandspreis | 6.846,00 € |
Der Zieleinkaufspreis ist zugleich 100 % als neue Bezugsgröße für den Skonto.
Ergebnis: Einstandspreis A 6.846,00 €
Beurteilung: Angebot A ist um 54,00 € günstiger als Angebot B (6.900,00 €). Bei gleicher Qualität und Liefertreue ist es vorzuziehen.
Merksatz
Erst Einstandspreise vergleichbar machen, dann weiche Kriterien bewerten.
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