Geldpolitik ist die Steuerung von Geldmenge und Zinsen durch die Europäische Zentralbank. Vorrangiges Ziel ist Preisstabilität.
Bedeutung (Warum?)
Inflation bedeutet eine allgemeine und anhaltende Erhöhung des Preisniveaus – und damit eine Minderung der Kaufkraft des Geldes. Stabile Preise sind Voraussetzung für nachhaltiges Wachstum.
Nutzen (Wozu?)
Herrscht Preisstabilität, sind Veränderungen der relativen Preise leicht erkennbar. Inflation und Deflation verzerren dagegen die Preissignale.
Funktionsweise (Wie?)
Die wichtigsten Instrumente sind der Leitzins
der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Zentralbank refinanzieren –, die Mindestreserve, also Guthaben, die Geschäftsbanken bei der Zentralbank hinterlegen müssen, und die Offenmarktgeschäfte zur Steuerung der Geldmenge.
Der Erstrundeneffekt entsteht durch äußere Einflüsse wie steigende Rohölpreise – darauf hat die Geldpolitik keinen Einfluss. Der Zweitrundeneffekt entsteht, wenn daraufhin höhere Löhne vereinbart werden; ihm soll die Geldpolitik vorbeugen, um eine Preis-Lohn-Spirale zu verhindern.
Praxisbeispiel (Wo?)
Darlehen 120.000,00 €; der Zinssatz steigt von 4 % auf 6 %.
Rechnung
Mehrbelastung im Jahr
| Zinsen bei 6 % | 7.200,00 € | |
| – | Zinsen bei 4 % | 4.800,00 € |
| Mehrkosten | 2.400,00 € |
Nebenrechnung: 6 % · 120.000,00 € = 7.200,00 € · 4 % · 120.000,00 € = 4.800,00 €
Ergebnis: Mehrkosten 2.400,00 €
Merksatz
Instrumente: Leitzins, Mindestreserve, Offenmarktgeschäfte. Ziel ist Preisstabilität; Zweitrundeneffekten soll vorgebeugt werden.
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