Kalkulation heißt, den Preis eines Erzeugnisses rechnerisch zu ermitteln – im Einkauf als Bezugskalkulation, in der Fertigung als Zuschlagskalkulation.
Bedeutung (Warum?)
Ein Preis darf nicht geschätzt werden. Er muss alle Kosten decken und darüber hinaus einen Gewinn ermöglichen.
Nutzen (Wozu?)
Die Kalkulation zeigt die Preisuntergrenze und macht Angebote vergleichbar.
Funktionsweise (Wie?)
Die Bezugskalkulation führt vom Listeneinkaufspreis zum Einstandspreis. Die Zuschlagskalkulation führt vom Fertigungsmaterial über die Herstellkosten zu den Selbstkosten des Umsatzes.
In der Kalkulation wird ohne Umsatzsteuer gerechnet, weil diese für das Unternehmen ein durchlaufender Posten ist.
Praxisbeispiel (Wo?)
Selbstkosten des Umsatzes nach dem Schema der Original-Prüfung: Fertigungsmaterial 160.200,00 €, Materialgemeinkosten 12.816,00 €, Fertigungskosten 358.800,00 €, Minderbestand 18.500,00 €, Verwaltungsgemeinkosten 46.232,00 €, Vertriebsgemeinkosten 18.452,00 €.
Rechnung
Selbstkosten des Umsatzes
| Fertigungsmaterial | 160.200,00 € | |
| + | Materialgemeinkosten | 12.816,00 € |
| = | Materialkosten | 173.016,00 € |
| + | Fertigungskosten | 358.800,00 € |
| = | Herstellkosten der Erzeugung | 531.816,00 € |
| + | Minderbestand | 18.500,00 € |
| = | Herstellkosten des Umsatzes | 550.316,00 € |
| + | Verwaltungsgemeinkosten | 46.232,00 € |
| + | Vertriebsgemeinkosten | 18.452,00 € |
| Selbstkosten des Umsatzes | 615.000,00 € |
Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten werden getrennt ausgewiesen, nicht zusammengefasst.
Ergebnis: Selbstkosten des Umsatzes 615.000,00 €
Merksatz
Bezugskalkulation für den Einkauf, Zuschlagskalkulation für die Fertigung. Immer mit Nettobeträgen rechnen.
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