Deutsch Wirtschaftsschule Bayern · Jahrgangsstufe 6 (Vorklasse der vierstufigen Wirtschaftsschule) · Lesen – mit Texten und weiteren Medien umgehen (LehrplanPLUS)

Sachtexte und Schaubilder lesen: Layout, Fahrplan, Wegbeschreibung

Nicht jeder Text erzählt eine Geschichte. Viele Texte informieren dich über die Wirklichkeit. Dazu gehören ein Lexikonartikel, eine Gebrauchsanweisung oder ein Fahrplan. Solche Texte nennt man Sachtexte. Auf dieser Seite lernst du, wie Sachtexte aufgebaut sind. Du erfährst, wie du schnell die wichtigen Informationen findest. Außerdem übst du, Schaubilder und Tabellen in eigenen Worten zu beschreiben. Alle Beispiele sind erfunden.

1. Was Sachtexte sind

Ein Sachtext informiert über Dinge, die es wirklich gibt. Er will nicht unterhalten, sondern erklären. Sachtexte begegnen dir überall: in der Schule, beim Einkaufen und unterwegs. Ein Lexikonartikel erklärt einen Begriff. Eine Gebrauchsanweisung zeigt, wie man ein Gerät benutzt. Eine Wegbeschreibung führt dich an ein Ziel.

Sachtexte haben eine wichtige Eigenschaft: Was in ihnen steht, kannst du überprüfen. In einem Märchen darf ein Tier sprechen. In einem Lexikonartikel müssen die Angaben stimmen. Deshalb liest du einen Sachtext anders als eine Geschichte. Du suchst gezielt nach Informationen und prüfst, ob du sie richtig verstanden hast.

Viele Sachtexte bestehen nicht nur aus Sätzen. Sie enthalten Bilder, Tabellen oder Pfeile. Man liest sie nicht einfach von oben nach unten. Der Blick springt hin und her. Das ist bei einem Fahrplan oder einem Schaubild der Fall.

Sachtext Wozu er dient Typische Teile
Lexikonartikel einen Begriff erklären Stichwort, Erklärung, Bild
Gebrauchsanweisung ein Gerät richtig benutzen Schritte, Nummern, Zeichnungen
Aufbauskizze zeigen, wie etwas zusammengebaut wird Zeichnung mit Teilen und Pfeilen
Wegbeschreibung den Weg zu einem Ort zeigen Richtungen, Straßennamen, Orientierungspunkte
Fahrplan Abfahrtszeiten zeigen Tabelle mit Haltestellen und Uhrzeiten

2. Das Layout: Wegweiser im Text

Das Layout ist die Gestaltung einer Seite. Es zeigt dir, wo welche Information steht. Wenn du die Teile des Layouts kennst, findest du dich schneller zurecht. Besonders in Zeitungen und Zeitschriften gibt es feste Teile.

Layout-Teil Was er leistet
Titel nennt das Thema in wenigen Wörtern
Untertitel ergänzt den Titel mit genaueren Angaben
Vorspann fasst den Text in zwei bis drei Sätzen zusammen
Bildunterschrift erklärt, was auf einem Bild zu sehen ist
Autorenkürzel zeigt mit Buchstaben, wer den Text geschrieben hat

Ein guter Tipp: Lies zuerst Titel, Untertitel und Vorspann. Schau dir dann die Bilder und Bildunterschriften an. So weißt du schon viel, bevor du den ganzen Text liest. Manchmal merkst du dabei auch, dass der Text gar nicht zu deiner Frage passt. Dann sparst du dir das lange Lesen und suchst einen besseren Text.

3. Einen Sachtext Schritt für Schritt lesen

Lange Sachtexte liest du am besten in fünf Schritten. Diese Methode heißt Fünf-Schritt-Lesemethode.

Schritt 1: Überfliege den Text. Achte auf Titel, Bilder und fett gedruckte Wörter.

Schritt 2: Stelle Fragen an den Text. Benutze dafür W-Fragen wie Wer, Was, Wann, Wo, Wie und Warum.

Schritt 3: Lies den Text genau. Unterstreiche wichtige Wörter. Kläre unbekannte Begriffe im Wörterbuch.

Schritt 4: Teile den Text in Sinnabschnitte. Ein Sinnabschnitt ist ein Teil, in dem es um eine Sache geht. Gib jedem Abschnitt eine kurze Überschrift.

Schritt 5: Fasse das Wichtigste zusammen. Beantworte dazu deine W-Fragen aus Schritt 2.

Merke: Erst überfliegen, dann fragen, dann genau lesen, dann gliedern, zuletzt zusammenfassen.

4. Einen Fahrplan lesen

Ein Fahrplan ist eine Tabelle. In der ersten Spalte stehen die Haltestellen. In den anderen Spalten stehen die Uhrzeiten. Jede Spalte zeigt eine Fahrt. Hier ein erfundener Fahrplan für einen Schulbus:

Haltestelle Fahrt 1 Fahrt 2 Fahrt 3
Bahnhof 7:10 7:40 13:15
Marktplatz 7:15 7:45 13:20
Schwimmbad 7:22 7:52 13:27
Schule 7:30 8:00 13:35

So liest du die Tabelle. Suche zuerst deine Haltestelle in der linken Spalte. Gehe dann in der Zeile nach rechts. Dort findest du die Abfahrtszeiten. Ein Beispiel: Du steigst am Marktplatz ein. Der erste Bus fährt dort um 7:15 Uhr ab. Er kommt um 7:30 Uhr an der Schule an. Die Fahrt dauert also 15 Minuten. Wenn du zum Schwimmbad willst, liest du in derselben Spalte weiter nach unten.

5. Schaubilder und Tabellen in Worte fassen

Manchmal sollst du ein Schaubild oder eine Tabelle in eigenen Worten beschreiben. Das nennt man verbalisieren. Dabei gehst du so vor. Nenne zuerst das Thema. Beschreibe dann die wichtigsten Angaben. Nenne zum Schluss, was dir besonders auffällt.

Für den Fahrplan könnte das so aussehen: „Der Fahrplan zeigt drei Fahrten des Schulbusses vom Bahnhof zur Schule. Am Morgen gibt es zwei Fahrten im Abstand von 30 Minuten. Am Mittag gibt es eine weitere Fahrt. Jede Fahrt dauert 20 Minuten.“

Achte darauf, dass deine Angaben genau stimmen. Prüfe jede Zahl noch einmal in der Tabelle. Schreibe in ganzen Sätzen und im Präsens. Vermeide ungenaue Wörter wie „ziemlich viel“ oder „sehr früh“. Schreibe stattdessen „20 Dosen“ oder „um 7:10 Uhr“. So kann jeder deine Beschreibung mit dem Schaubild vergleichen.

6. Gebrauchsanweisung und Wegbeschreibung

Eine Gebrauchsanweisung erklärt Schritt für Schritt, wie man etwas benutzt. Die Reihenfolge ist dabei sehr wichtig. Deshalb sind die Schritte oft nummeriert. Zeichnungen zeigen, was genau zu tun ist. Lies eine Gebrauchsanweisung immer ganz, bevor du anfängst. So vermeidest du Fehler.

Eine Wegbeschreibung zeigt dir den Weg zu einem Ort. Sie nennt Richtungen wie links, rechts und geradeaus. Außerdem nennt sie Orientierungspunkte. Das sind auffällige Dinge am Weg, zum Beispiel eine Kirche, eine Ampel oder ein großes Schild.

Mustertext, für diese Seite geschrieben:
Vom Haupteingang der Schule gehst du nach rechts bis zur Ampel. Dort überquerst du die Straße. Danach gehst du geradeaus am Bäcker vorbei. An der zweiten Kreuzung biegst du links ab. Die Turnhalle ist das dritte Gebäude auf der rechten Seite. Am Eingang hängt ein grünes Schild.

Diese Wegbeschreibung ist gut. Sie nennt die Schritte in der richtigen Reihenfolge. Sie verwendet klare Richtungen. Außerdem helfen die Ampel, der Bäcker und das grüne Schild bei der Orientierung. Wenn du eine Wegbeschreibung liest, kannst du sie mit dem Finger auf einem Plan nachfahren. So merkst du sofort, ob du sie richtig verstanden hast.

Beim Lesen solcher Texte helfen dir drei Fragen. Was ist das Ziel? In welcher Reihenfolge muss ich vorgehen? Welche Wörter zeigen mir die Richtung oder den nächsten Schritt? Wörter wie zuerst, danach, dann und zum Schluss sind dabei besonders wichtig.

So brauchst du es im Beruf

Auch in einer Firma musst du Tabellen und Pläne lesen. Die Schülerfirma einer Klasse liefert bemalte Brotdosen an drei Schulen. Am schwarzen Brett hängt dieser erfundene Lieferplan:

Schule Anzahl Dosen Liefertag
Grundschule am Park 12 Montag
Mittelschule Nord 20 Mittwoch
Realschule am See 8 Freitag

Aus dem Plan kannst du ablesen: Am Mittwoch werden die meisten Dosen geliefert, nämlich 20 Stück. Insgesamt sind es 40 Dosen in einer Woche. Wer den Plan genau liest, liefert die richtige Menge am richtigen Tag. So sind alle Kundinnen und Kunden zufrieden.

Typische Fehler – und wie du sie vermeidest

Falsch Richtig Warum
Den Text sofort Wort für Wort lesen. Erst Titel, Vorspann und Bilder überfliegen. So weißt du schon, worum es geht.
Beim Fahrplan in der falschen Zeile lesen. Haltestelle suchen, dann in der Zeile bleiben. Jede Zeile gehört zu einer Haltestelle.
Die Bildunterschrift überspringen. Die Bildunterschrift lesen. Sie erklärt, was das Bild zeigt.
Ein Schaubild nur mit „viel“ und „wenig“ beschreiben. Genaue Zahlen nennen. Zahlen machen die Beschreibung genau.
Den Vorspann für den ganzen Text halten. Den Vorspann als Zusammenfassung lesen. Der genaue Inhalt steht im Text.

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