Deutsch Wirtschaftsschule Bayern · Jahrgangsstufe 6 (Vorklasse der vierstufigen Wirtschaftsschule) · Sprachgebrauch und Sprache untersuchen und reflektieren (LehrplanPLUS)
Satzarten erkennen und den Satzbau abwechslungsreich gestalten
Mit Sätzen kannst du etwas mitteilen, etwas fragen oder jemanden um etwas bitten. Dafür gibt es im Deutschen drei Satzarten. Du erkennst sie am Satzzeichen am Ende und an der Stelle des Verbs. Auf dieser Seite lernst du die drei Satzarten sicher zu unterscheiden. Außerdem erfährst du, wie du deine Sätze abwechslungsreich baust. Alle Beispiele stammen aus einer Schülerfirma und sind für diese Seite erfunden.
1. Drei Satzarten im Überblick
Ein Satz ist eine Einheit aus Wörtern, die einen vollständigen Gedanken ausdrückt. Am Ende steht ein Satzzeichen. Je nachdem, was ein Satz leisten soll, unterscheidet man drei Satzarten.
| Satzart | Was der Satz tut | Satzzeichen | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Aussagesatz | Er teilt etwas mit. | Punkt | „Die Schülerfirma verkauft heute Waffeln.“ |
| Fragesatz | Er fragt nach etwas. | Fragezeichen | „Wann öffnet der Stand?“ |
| Aufforderungssatz | Er bittet oder fordert auf. | Ausrufezeichen oder Punkt | „Bring bitte das Wechselgeld mit.“ |
Das Satzzeichen ist ein wichtiges Merkmal. Es reicht aber nicht immer aus. Ein zweites Merkmal ist die Stelle des Verbs. Das Verb ist das Wort, das eine Tätigkeit oder einen Zustand ausdrückt, zum Beispiel „verkauft“, „öffnet“ oder „bring“. Wo es im Satz steht, verrät oft schon die Satzart.
Beim Sprechen gibt es keine Satzzeichen. Dort hilft die Stimme. Bei vielen Fragen geht die Stimme am Ende nach oben. Bei einer Aussage geht sie am Ende nach unten. Bei einer Aufforderung klingt die Stimme meist bestimmter. Achte einmal darauf, wenn du mit anderen sprichst.
2. Der Aussagesatz: etwas mitteilen
Der Aussagesatz ist die häufigste Satzart. Mit ihm teilst du eine Information, eine Beobachtung oder eine Meinung mit. Er endet mit einem Punkt.
Im Aussagesatz steht das gebeugte Verb an zweiter Stelle. Gebeugt heißt: Das Verb passt sich der Person an, etwa „ich verkaufe“, „du verkaufst“, „sie verkauft“. Vor dem Verb kann ein einzelnes Wort oder eine ganze Wortgruppe stehen.
Die Schülerfirma verkauft heute Waffeln.
Heute verkauft die Schülerfirma Waffeln.
Am Pausenstand gibt es auch Apfelsaft.
In allen drei Sätzen steht das Verb an zweiter Stelle. Das gilt auch, wenn vorne eine längere Wortgruppe steht, wie „Am Pausenstand“. Diese Wortgruppe zählt als eine Stelle.
In der Schülerfirma brauchst du Aussagesätze sehr oft. Mit ihnen nennst du Preise, Öffnungszeiten und Angebote. Auch auf einer Einkaufsliste oder einer Quittung stehen vor allem Aussagen. Sie sollen klar und genau sein, damit niemand nachfragen muss.
3. Der Fragesatz: nach etwas fragen
Mit einem Fragesatz willst du etwas erfahren. Er endet mit einem Fragezeichen. Es gibt zwei Arten von Fragen.
Die W-Frage beginnt mit einem Fragewort. Fragewörter sind zum Beispiel „wer“, „was“, „wann“, „wo“, „wie“ und „warum“. Das Verb steht direkt dahinter, also an zweiter Stelle. Auf eine W-Frage antwortet man mit einer Information.
Die Entscheidungsfrage beginnt mit dem Verb. Das Verb steht also an erster Stelle. Auf eine Entscheidungsfrage antwortet man mit „ja“ oder „nein“.
Welche Frage passt wann? Wenn du eine genaue Auskunft brauchst, stellst du eine W-Frage. So erfährst du zum Beispiel einen Preis oder eine Uhrzeit. Wenn du nur etwas bestätigen lassen willst, genügt eine Entscheidungsfrage. Sie ist kurz und schnell beantwortet.
W-Frage: Wie viel kostet eine Waffel?
W-Frage: Wer zählt heute die Klassenkasse?
Entscheidungsfrage: Habt ihr noch Apfelsaft?
Entscheidungsfrage: Brauchst du eine Quittung?
Achte auf das Fragezeichen. Ohne Fragezeichen kann eine Frage leicht wie eine Aussage wirken. Das führt im Schriftlichen schnell zu Missverständnissen.
4. Der Aufforderungssatz: um etwas bitten
Mit einem Aufforderungssatz bittest du jemanden, etwas zu tun. Du kannst auch einen Rat geben oder eine Anweisung erteilen. Das Verb steht dabei an erster Stelle. Es steht in der Befehlsform, zum Beispiel „bring“, „zähl“ oder „schreibt“.
Am Ende steht ein Ausrufezeichen, wenn die Aufforderung kräftig klingen soll. Bei ruhigen Bitten genügt ein Punkt. Das Wort „bitte“ macht eine Aufforderung freundlicher.
Bring bitte das Wechselgeld mit.
Stellt die Kisten neben den Tisch.
Schreib den neuen Preis auf das Schild.
Manchmal wird eine Bitte auch als Frage formuliert: „Kannst du mir beim Aufbauen helfen?“ Der Satz endet mit einem Fragezeichen und ist der Form nach eine Entscheidungsfrage. Gemeint ist aber eine höfliche Bitte. Im Umgang mit Kundinnen und Kunden klingt diese Form besonders freundlich.
5. Den Satzbau abwechslungsreich gestalten
Ein Text wirkt langweilig, wenn jeder Satz gleich beginnt. Das passiert schnell, wenn man viele Aussagesätze hintereinander schreibt.
Wir haben am Montag den Stand aufgebaut. Wir haben dann Waffeln gebacken. Wir haben um zehn Uhr geöffnet. Wir haben bis zur Pause alles verkauft.
Alle vier Sätze beginnen mit „Wir haben“. Du kannst das leicht ändern. Stelle eine Zeitangabe oder eine andere Wortgruppe an den Anfang. Das Verb bleibt dabei an zweiter Stelle.
Am Montag haben wir den Stand aufgebaut. Danach haben wir Waffeln gebacken. Um zehn Uhr öffnete unser Stand. Bis zur Pause war alles verkauft.
Auch der Wechsel der Satzart belebt einen Text. Eine Frage kann Leserinnen und Leser direkt ansprechen. Eine Aufforderung sagt ihnen, was sie tun sollen. Mische außerdem kurze und etwas längere Sätze. So bleibt dein Text lebendig und gut lesbar.
Ein einfacher Tipp hilft beim Überprüfen. Lies deinen Text laut vor. Wenn du beim Lesen immer denselben Anfang hörst, ändere einige Sätze. Prüfe dann, ob das Verb in jedem Aussagesatz noch an zweiter Stelle steht.
So brauchst du es im Beruf
Wer Kundinnen und Kunden anspricht, nutzt alle drei Satzarten. Die Schülerfirma hängt vor dem Pausenverkauf einen Aushang auf.
Am Freitag verkauft die Schülerfirma frische Waffeln. Eine Waffel kostet einen Euro. Möchtest du lieber Apfelsaft? Auch den gibt es an unserem Stand. Bring bitte passendes Kleingeld mit.
| Satz | Satzart | Woran du sie erkennst |
|---|---|---|
| „Am Freitag verkauft die Schülerfirma frische Waffeln.“ | Aussagesatz | Verb an zweiter Stelle, Punkt |
| „Möchtest du lieber Apfelsaft?“ | Fragesatz | Verb an erster Stelle, Fragezeichen |
| „Bring bitte passendes Kleingeld mit.“ | Aufforderungssatz | Befehlsform an erster Stelle |
Der Aushang informiert, spricht die Kundschaft mit einer Frage direkt an und bittet höflich um Kleingeld. Durch den Wechsel der Satzarten wirkt er freundlich und gut verständlich.
Typische Fehler – und wie du sie vermeidest
| Falsch | Richtig | Warum |
|---|---|---|
| Wann öffnet der Stand. | Wann öffnet der Stand? | Ein Fragesatz endet mit Fragezeichen. |
| Jeder Satz beginnt mit „Wir haben“. | Satzanfänge abwechseln. | Gleiche Anfänge machen einen Text eintönig. |
| Heute die Schülerfirma verkauft Waffeln. | Heute verkauft die Schülerfirma Waffeln. | Im Aussagesatz steht das Verb an zweiter Stelle. |
| Bringst bitte das Wechselgeld mit. | Bring bitte das Wechselgeld mit. | Im Aufforderungssatz steht die Befehlsform. |
| Nur auf das Satzzeichen achten. | Auch die Stelle des Verbs prüfen. | Beide Merkmale zusammen zeigen die Satzart sicher. |
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