BwR Realschule Bayern · Klasse 9 · Lernbereich 1 (LehrplanPLUS)
Unternehmensführung und Einkommen des Unternehmers: Organigramm, Führungsstil und das Privatkonto
Eine Inhaberin bekommt kein Gehalt. Sie kann kein Lohnkonto führen und sich am Monatsende überweisen – denn ihr gehört der Betrieb bereits. Trotzdem muss sie Miete zahlen, Lebensmittel kaufen und Einkommensteuer abführen. Genau dafür gibt es das Konto 3001 P. Auf dieser Seite lernst du, wie ein Betrieb geführt und dargestellt wird – vom Organigramm über den Führungsstil bis zum Unternehmerlohn – und wie du Privatentnahmen und Privateinlagen buchst, das Privatkonto abschliesst und die Eigenkapital-Veränderung ermittelst.
Unser Betrieb auf dieser Seite: das Holzwerk Brandl e. Kfr., eine Möbelmanufaktur in Rosenheim. Inhaberin ist Katharina Brandl, eingetragene Kauffrau. Sie fertigt Massivholztische und Regalsysteme und beschäftigt 14 Menschen. Wir begleiten ihr Geschäftsjahr 2025.
- Was Unternehmensführung überhaupt heißt
- Aufbauorganisation: Organigramm und Leitungssysteme
- Personalführung: autoritativ oder kooperativ?
- Führungstechniken: die Management-by-Konzepte
- Der angemessene Unternehmerlohn
- Privatentnahmen und Privateinlagen buchen (3001 P)
- Das Privatkonto abschließen
- Die Eigenkapitalveränderung
- So fragt die Abschlussprüfung
- Typische Fehler – und wie du die Punkte rettest
1. Was Unternehmensführung überhaupt heißt
Unternehmensführung ist mehr als „Ansagen machen“. Katharina Brandl muss vier Dinge leisten: planen (Wie viele Tische bauen wir nächstes Jahr?), organisieren (Wer macht was, und wer sagt es ihm?), entscheiden (Neue Maschine kaufen oder mieten?) und kontrollieren (Haben wir die Ziele erreicht?). Diese vier Aufgaben wiederholen sich ständig – sie bilden einen Kreislauf.
Darüber liegt die Unternehmensphilosophie: die Grundhaltung, nach der ein Betrieb arbeitet. Beim Holzwerk Brandl lautet sie „Massivholz aus der Region, Möbel für Generationen“. Das klingt nach Werbung, hat aber handfeste Folgen: Es entscheidet darüber, welches Holz eingekauft wird, ob eine billigere Spanplatten-Variante ins Sortiment kommt und wie mit Reklamationen umgegangen wird. Die Philosophie ist der Massstab, an dem alle weiteren Entscheidungen gemessen werden.
Merke: Aufgaben der Unternehmensführung: planen – organisieren – entscheiden – kontrollieren. Die Unternehmensphilosophie gibt dabei die Richtung vor, an der sich alle vier Aufgaben ausrichten.
2. Aufbauorganisation: Organigramm und Leitungssysteme
Die Aufbauorganisation beantwortet die Frage: Wer ist wem unterstellt? Dargestellt wird sie im Organigramm – einem Schaubild aus Kästen und Linien. Jeder Kasten ist eine Stelle, jede Linie ein Dienstweg. Aus dem Bild allein kannst du ablesen, welches Leitungssystem der Betrieb nutzt. Genau das wurde in der Abschlussprüfung 2026 gefragt.
Das Einliniensystem
Im Einliniensystem hat jede Stelle genau einen direkten Vorgesetzten. Anweisungen und Meldungen laufen immer denselben Weg – von oben nach unten und zurück. So arbeitet das Holzwerk Brandl:
Zuständigkeiten sind eindeutig, dafür sind die Dienstwege lang: Eine Frage aus der Tischlerei erreicht den Verkauf nur über zwei Zwischenstationen.
Das Mehrliniensystem
Im Mehrliniensystem hat eine Stelle mehrere direkte Vorgesetzte – jeder für sein Fachgebiet. Im Organigramm erkennst du das sofort daran, dass von unten mehrere Linien nach oben zu verschiedenen Kästen führen:
Kurze Wege und Fachleute an der richtigen Stelle – aber wenn zwei Vorgesetzte gleichzeitig etwas anderes wollen, entstehen Kompetenzkonflikte.
So löst du die Prüfungsaufgabe: Zähle im Organigramm die Linien, die bei einem Kasten von oben ankommen. Genau eine Linie → Einliniensystem. Mehr als eine → Mehrliniensystem. Schreibe zur Begründung immer den Satz dazu: „…, da die Mitarbeitenden mehrere direkte Vorgesetzte haben.“ Für die Begründung gibt es einen eigenen Punkt.
Merke: Einliniensystem = ein direkter Vorgesetzter je Stelle, klare Zuständigkeit, lange Wege. Mehrliniensystem = mehrere direkte Vorgesetzte, kurze Wege, Gefahr von Kompetenzkonflikten.
3. Personalführung: autoritativ oder kooperativ?
Während das Organigramm zeigt, wer Anweisungen gibt, beschreibt der Führungsstil, wie das geschieht. Der Lehrplan unterscheidet zwei Grundformen – und beide Prüfungen 2024 und 2025 fragten genau danach:
Katharina Brandl führt kooperativ: Vor der Anschaffung der neuen Kantenanleimmaschine hat sie die Tischlerei zu einer Werkstattrunde eingeladen und die Meisterin über das Modell mitentscheiden lassen. In der Prüfung steht so ein Fall nie mit dem Wort „kooperativ“ da – du musst ihn aus der Beschreibung erschliessen.
Signalwörter der Prüfung: kooperativ → „bezieht die Belegschaft ein“, „diskutiert gemeinsam“, „stimmt sich mit dem Team ab“. Autoritativ → „entscheidet allein“, „ordnet an“, „erwartet Befolgung“. Antworte immer mit Stil und Begründung aus dem Text.
4. Führungstechniken: die Management-by-Konzepte
Führungstechniken sind Werkzeuge, mit denen der Führungsstil im Alltag umgesetzt wird. Der Lehrplan nennt drei – und alle drei lassen sich am Holzwerk Brandl zeigen:
| Technik | Prinzip | Beim Holzwerk Brandl |
|---|---|---|
| Management by Exception | Führung im Ausnahmefall | Die Meisterin entscheidet selbst – bis ein Auftrag über 20.000,00 € liegt, dann kommt die Inhaberin dazu. |
| Management by Delegation | Aufgaben und Verantwortung abgeben | Der Einkauf des Holzes liegt vollständig bei der Verwaltung – samt Verantwortung für den Preis. |
| Management by Objectives | Führung über vereinbarte Ziele | Der Verkauf vereinbart mit der Inhaberin das Jahresziel 1.200 Tische – der Weg dorthin bleibt dem Team überlassen. |
Merke: Exception = nur bei Ausnahmen eingreifen. Delegation = Aufgabe und Verantwortung abgeben. Objectives = Ziel vereinbaren, Weg freistellen. Merkhilfe: Ausnahme – Abgabe – Absprache.
5. Der angemessene Unternehmerlohn
Katharina Brandl arbeitet 50 Stunden die Woche in ihrem Betrieb – trotzdem taucht sie in keiner Lohnabrechnung auf. Als Einzelunternehmerin kann sie sich kein Gehalt zahlen: Was sie entnimmt, ist kein Aufwand, sondern eine vorweggenommene Gewinnentnahme. Buchhalterisch ist das sauber – für die Preisgestaltung ist es eine Falle.
Denn ihre Arbeit ist trotzdem etwas wert. Würde sie den Betrieb schließen und stattdessen als angestellte Betriebsleiterin arbeiten, bekäme sie rund 5.500,00 € im Monat. Genau diesen Betrag setzt sie als kalkulatorischen Unternehmerlohn in die Kalkulation ein – sonst rechnet sie ihre eigene Arbeit mit null Euro an und verkauft zu billig:
Kalkulatorischer Unternehmerlohn je Jahr
| Vergleichsgehalt einer angestellten Betriebsleitung je Monat | 5.500,00 € |
| × 12 Monate | |
| kalkulatorischer Unternehmerlohn je Jahr | 66.000,00 € |
Ohne Unternehmerlohn wirkt der Tisch billiger, als er ist. Erst der Aufschlag von 55,00 € deckt die Arbeit der Inhaberin.
Warum der Lohn angemessen sein muss, hat zwei Gründe, die du in der Prüfung nennen können musst. Erstens die Existenzsicherung: Katharina Brandl und ihre Familie müssen davon leben – Miete, Essen, Versicherungen, Altersvorsorge. Zweitens das Unternehmerrisiko: Sie haftet als eingetragene Kauffrau auch mit ihrem Privatvermögen. Wer dieses Risiko trägt, muss mehr verdienen können als eine Angestellte ohne Risiko – sonst lohnt sich die Selbstständigkeit nicht.
Merke: Der Unternehmerlohn ist kein Aufwand und keine Betriebsausgabe – er wird nicht gebucht. Er gehört nur in die Kalkulation, dort als kalkulatorischer Unternehmerlohn (Zusatzkosten). Begründung: Existenzsicherung und Unternehmerrisiko.
6. Privatentnahmen und Privateinlagen buchen (3001 P)
Wenn die Inhaberin Geld aus dem Betrieb nimmt, wird der Betrieb ärmer – aber er hat nichts dafür bekommen. Es ist also weder ein Einkauf noch ein Aufwand. Deshalb gibt es das Konto 3001 P (Privat). Es ist ein Unterkonto des Eigenkapitals und sammelt das ganze Jahr über beide Richtungen:
Entnahme: 3001 P steht im Soll (Eigenkapital sinkt). Einlage: 3001 P steht im Haben (Eigenkapital steigt).
Die Privatentnahmen des Jahres 2025
Vier Fälle kommen in der Prüfung immer wieder vor. Alle vier hat Katharina Brandl 2025 gebucht:
Fall 1: Monatliche Entnahme für die Lebenshaltung (12 × 3.500,00 € per Bank)
| 3001 P | 42.000,00 € | an | 2800 BK | 42.000,00 € |
Das ist ihr „Gehalt“ – nur eben keins. Der Betrag mindert nicht den Gewinn, sondern direkt das Eigenkapital.
Fall 2: Barentnahme aus der Geschäftskasse am 14.07.2025
| 3001 P | 800,00 € | an | 2880 KA | 800,00 € |
Fall 3: Einkommensteuer-Vorauszahlungen (4 × 2.500,00 € per Bank)
| 3001 P | 10.000,00 € | an | 2800 BK | 10.000,00 € |
Warum keine Betriebsausgabe? Die Einkommensteuer ist eine Personensteuer: Besteuert wird das Einkommen von Katharina Brandl, nicht das Holzwerk. Deshalb ist sie Privatsache und wandert auf 3001 P – auch dann, wenn sie vom Geschäftskonto abgebucht wird. Betriebliche Steuern wie die Gewerbesteuer sind dagegen echter Aufwand.
Fall 4: Kirchensteuer (8 % der Einkommensteuer, Bayern)
| Einkommensteuer-Vorauszahlungen 2025 | 10.000,00 € |
| × 8 % Kirchensteuer (Bayern) | |
| Kirchensteuer 2025 | 800,00 € |
| 3001 P | 800,00 € | an | 2800 BK | 800,00 € |
Auch die private Absicherung läuft über das Privatkonto: Für ihre private Lebensversicherung zahlt Katharina Brandl monatlich 200,00 € vom Geschäftskonto – im Jahr 2.400,00 €.
Fall 5: Private Lebensversicherung (12 × 200,00 €)
| 3001 P | 2.400,00 € | an | 2800 BK | 2.400,00 € |
Private oder betriebliche Versicherung? Eine Lebensversicherung schützt die Familie – privat, also 3001 P. Eine Maschinenausfall- oder Betriebshaftpflicht-versicherung schützt den Betrieb – betrieblich, also Aufwand. Frage dich immer: Wer hätte den Schaden?
Die Privateinlagen des Jahres 2025
Der umgekehrte Fall: Katharina Brandl schiesst privates Geld zu, weil der Betrieb es braucht. Am 15.09.2025 überweist sie 20.000,00 € von ihrem privaten Sparkonto auf das Geschäftskonto – genau dieser Fall stand in der Abschlussprüfung 2026:
Fall 6: Privateinlage per Überweisung
| 2800 BK | 20.000,00 € | an | 3001 P | 20.000,00 € |
Fall 7: Privates Bargeld in die Geschäftskasse
| 2880 KA | 1.000,00 € | an | 3001 P | 1.000,00 € |
Merke: Entnahme → 3001 P an Geldkonto. Einlage → Geldkonto an 3001 P. Privatvorgänge sind nie Aufwand und nie Ertrag – sie berühren den Gewinn überhaupt nicht.
7. Das Privatkonto abschließen
Am 31.12. wird das Konto 3001 P nicht ins Schlussbilanzkonto übernommen – es ist ja kein eigenständiger Posten, sondern nur ein Unterkonto. Es wird über das Eigenkapitalkonto 3000 EK abgeschlossen. So sieht es beim Holzwerk Brandl aus:
Konto 3001 P im Geschäftsjahr 2025
| Soll – Privatentnahmen | Betrag | Haben – Privateinlagen | Betrag |
|---|---|---|---|
| Lebenshaltung (12 × 3.500,00 €) | 42.000,00 € | Überweisung vom Sparkonto | 20.000,00 € |
| Barentnahme | 800,00 € | Bargeld in die Kasse | 1.000,00 € |
| Einkommensteuer | 10.000,00 € | Saldo → 3000 EK | 35.000,00 € |
| Kirchensteuer | 800,00 € | ||
| Lebensversicherung | 2.400,00 € | ||
| Summe | 56.000,00 € | Summe | 56.000,00 € |
Nebenrechnung: der Saldo
| Privatentnahmen | 56.000,00 € |
| − Privateinlagen | 21.000,00 € |
| Entnahmenüberschuss (Saldo im Haben) | 35.000,00 € |
Abschlussbuchung am 31.12.2025
| 3000 EK | 35.000,00 € | an | 3001 P | 35.000,00 € |
Der Saldo steht im Haben des Privatkontos, damit beide Seiten auf 56.000,00 € kommen. Gebucht wird er im Soll des Eigenkapitals – das Eigenkapital sinkt also um genau den Betrag, den die Inhaberin netto entnommen hat.
Und wenn die Einlagen überwiegen?
Dann dreht sich die Buchung einfach um. Hätte Katharina Brandl 2025 nur 14.000,00 € entnommen, aber 50.000,00 € eingelegt, ergäbe sich ein Einlagenüberschuss von 36.000,00 €. Der Saldo stünde dann im Soll des Privatkontos – genau dieser Fall wurde in der Abschlussprüfung 2025 gefragt:
Abschlussbuchung bei Einlagenüberschuss
| 3001 P | 36.000,00 € | an | 3000 EK | 36.000,00 € |
Merke: Entnahmen > Einlagen → 3000 EK an 3001 P (Eigenkapital sinkt). Einlagen > Entnahmen → 3001 P an 3000 EK (Eigenkapital steigt). Gebucht wird immer nur der Saldo, nie die Einzelbeträge.
8. Die Eigenkapitalveränderung
Jetzt treffen im Konto 3000 EK drei Dinge aufeinander: der Anfangsbestand, der Gewinn aus dem Konto 8020 GUV und der Saldo des Privatkontos. Was übrig bleibt, geht ins Schlussbilanzkonto:
Der Gewinn erhöht das Eigenkapital, die Netto-Entnahme senkt es. Was übrig bleibt, ist der Schlussbestand.
Konto 3000 EK im Geschäftsjahr 2025
| Soll | Betrag | Haben | Betrag |
|---|---|---|---|
| 3001 P (Saldo Privatkonto) | 35.000,00 € | Anfangsbestand 01.01.2025 | 475.000,00 € |
| 8010 SBK (Schlussbestand) | 535.000,00 € | 8020 GUV (Gewinn) | 95.000,00 € |
| Summe | 570.000,00 € | Summe | 570.000,00 € |
Abschluss des Eigenkapitalkontos
| 3000 EK | 535.000,00 € | an | 8010 SBK | 535.000,00 € |
Diese Rechnung solltest du auch ohne T-Konto können – in der Prüfung steht sie oft als reine Staffelrechnung:
Eigenkapitalveränderung 2025
| Eigenkapital am 01.01.2025 | 475.000,00 € |
| + Gewinn | 95.000,00 € |
| + Privateinlagen | 21.000,00 € |
| − Privatentnahmen | 56.000,00 € |
| Eigenkapital am 31.12.2025 | 535.000,00 € |
Das Eigenkapital ist 2025 also um 60.000,00 € gewachsen – obwohl Katharina Brandl 56.000,00 € entnommen hat. Der Gewinn war eben größer als die Netto-Entnahme. Genau diese Größe brauchst du in Klasse 10 wieder: Auf dem Eigenkapital am Jahresanfang baut die Eigenkapitalrentabilität auf.
Merke: Die Formel für jede Prüfung: EK Anfang + Gewinn + Einlagen − Entnahmen = EK Ende. Bei Verlust wird der Gewinn zum Abzugsposten. Die Reihenfolge ist immer dieselbe.
9. So fragt die Abschlussprüfung
Wozu brauchst du das? Weil du irgendwann selbst entscheidest, was du dem Betrieb entnimmst und was drin bleibt. Wer ein Gewerbe anmeldet – Handwerk, Onlineshop, Nebengewerbe –, muss privates Geld und Betriebsvermögen trennen können, sonst weiß er am Jahresende nicht, ob er verdient hat. In der Abschlussprüfung ist das Privatkonto ein Dauergast.
Dieser Lernbereich wirkt auf den ersten Blick wie „nur Theorie“ – tatsächlich war er in jeder der Abschlussprüfungen 2023 bis 2026 vertreten, verteilt auf mehrere Aufgaben. Das sind die wiederkehrenden Typen:
| Aufgabentyp | Was du können musst | Zuletzt gefragt |
|---|---|---|
| Führungsstil erschliessen | Aus einer Stellenanzeige oder Fallbeschreibung auf autoritativ oder kooperativ schließen – mit Begründung (2 Punkte) | 2024, 2025 |
| Leitungssystem bestimmen | Organigramm lesen und Ein- oder Mehrliniensystem benennen – mit Begründung (2 Punkte) | 2026 |
| Privateinlage buchen | Überweisung vom privaten Konto aufs Geschäftskonto: 2800 BK an 3001 P (2 Punkte) | 2026 |
| Privatkonto abschließen | Saldo bilden und die Richtung bestimmen: 3001 P an 3000 EK oder umgekehrt (3 Punkte) | 2025 |
| Eigenkapital fortschreiben | EK Anfang + Gewinn + Einlagen − Entnahmen, oft als Vorstufe zur Eigenkapitalrentabilität (3 Punkte) | 2023, 2025 |
| Unternehmerlohn einordnen | Den kalkulatorischen Unternehmerlohn im BAB als Zusatzkosten erkennen (1 Punkt) | 2024 |
Punkteverteilung: Die Einzelfragen sind klein, aber sie summieren sich: In der Prüfung 2025 steckten allein in Aufgabe 5.2 sechs Punkte, die ohne Privatkonto und Eigenkapitalfortschreibung nicht zu holen waren – dazu zwei Punkte für den Führungsstil in Aufgabe 3.3. Das ist ein Zehntel der 80 Punkte des Pflichtteils, für reines Verständnis ohne lange Rechnung.
Auffällig ist die Verteilung: Die Theoriefragen (Führungsstil, Organigramm) tauchen meist früh auf, mitten in einer Aufgabe zu Personal oder Marketing. Das Privatkonto dagegen steht fast immer in der letzten Pflichtaufgabe, direkt neben den Kennzahlen aus Klasse 10. Rechne also nicht damit, dass alles an einer Stelle abgefragt wird.
10. Typische Fehler – und wie du die Punkte rettest
- Führungsstil ohne Begründung genannt. „Kooperativ“ allein bringt oft nur die Hälfte der Punkte. Hänge immer an: „…, da die Inhaberin die Belegschaft in die Entscheidung einbezieht.“
- Entnahme als Aufwand gebucht. Eine Privatentnahme ist nie Aufwand – sie mindert nicht den Gewinn, sondern direkt das Eigenkapital über 3001 P.
- Einkommensteuer als Betriebsausgabe behandelt. Einkommen- und Kirchensteuer sind Personensteuern → 3001 P. Nur betriebliche Steuern wie die Gewerbesteuer sind Aufwand.
- Beim Abschluss die Einzelbeträge gebucht. Über 3000 EK läuft ausschliesslich der Saldo des Privatkontos – ein einziger Buchungssatz.
- Die Richtung verwechselt. Prüfe zuerst: Sind die Entnahmen oder die Einlagen größer? Danach richtet sich, welches Konto im Soll steht.
- Beim Eigenkapital das falsche Vorzeichen. Einlagen erhöhen, Entnahmen senken. Wer die Zeile vertauscht, bekommt einen Schlussbestand, der nicht zum Schlussbilanzkonto passt – das fällt sofort auf.
- Unternehmerlohn gebucht. Er wird nicht gebucht. Er ist eine reine Rechengröße der Kalkulation (Zusatzkosten) und taucht in keinem Buchungssatz auf.
Merke: Drei Sätze tragen fast jede Aufgabe dieses Lernbereichs: „Privatvorgänge berühren den Gewinn nicht.“ „Über das Eigenkapital läuft nur der Saldo.“ „Stil und Leitungssystem immer mit Begründung.“
Grundlagen nicht mehr sicher? Dann frische zuerst auf: die doppelte Buchführung mit Soll und Haben sowie Eigenkapital und Bilanz aus Klasse 7. Und wenn das Privatkonto sitzt, hast du die Vorstufe für den kompletten Unternehmensabschluss in Klasse 10 – dort wird aus dem Eigenkapital die wichtigste Kennzahl überhaupt.
Weiterlernen: Das gehört dazu:
- Das Unternehmen – Klasse 7
- Kontenrahmen und Belege – Klasse 8
- Unternehmensabschluss – Klasse 10
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