BwR · FOS/BOS Bayern · Klasse 11 · Personalwirtschaft

Personalwirtschaft: Personalbedarf, Beschaffung und flexible Arbeitszeitmodelle

Qualifiziertes Personal ist das Humankapital eines Unternehmens. Die Personalwirtschaft plant den Personalbedarf, beschafft Mitarbeiter und setzt sie über flexible Arbeitszeitmodelle wirtschaftlich sinnvoll ein.

Unser Betrieb: die UNTERNEHMER AG plant und beschafft ihr Personal.

Inhaltsverzeichnis

  1. Aufgabe der Personalwirtschaft
  2. Personalbeschaffung: intern & extern
  3. Flexible Arbeitszeitmodelle
  4. Typische Prüfungsfehler
  5. Auf einen Blick

1. Aufgabe der Personalwirtschaft

Die Personalwirtschaft plant den Personalbedarf kurz- und mittelfristig und beschafft qualifiziertes Personal – im Einklang mit den betriebswirtschaftlichen Zielen.

Personalplanung – Einflussgrößen Personalbeschaffung – Wege
Umsatz der letzten Jahre Stellenanzeige (Zeitung/online)
Produktionsaufträge der nächsten Monate Jobbörse / Arbeitsagentur
ausscheidende Mitarbeiter (Ruhestand, Elternzeit, Mutterschutz) Social-Media-Plattformen
Übernahme von Auszubildenden Stellenangebote auf der eigenen Website
Eröffnung neuer Filialen/Zweigstellen Besuch von Berufsmessen
Humankapital: Gut ausgebildetes Personal ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor – für den Betrieb, die Region und das ganze Land.

2. Personalbeschaffung: intern & extern

Offene Stellen können intern (aus dem eigenen Betrieb) oder extern (vom Arbeitsmarkt) besetzt werden:

PersonalbeschaffunginternVersetzungBeförderungMehrarbeit / Überstunden(aus dem eigenen Betrieb)externStellenanzeige / JobbörseArbeitsagentur, BerufsmessenSocial Media / eigene Website(vom Arbeitsmarkt)
intern extern
Beispiele Versetzung, Beförderung, Mehrarbeit Stellenanzeige, Arbeitsagentur, Messen, Social Media
Vorteile schnell, günstig, Mitarbeiter bekannt, motivierend frische Ideen, größere Auswahl, kein „Nachrücke-Loch“
Nachteile weniger Auswahl, Nachbesetzung nötig, „Betriebsblindheit“ teurer, länger, Einarbeitung, Risiko der Fehlbesetzung

3. Flexible Arbeitszeitmodelle

Flexible Arbeitszeitmodelle setzen das Humankapital wirtschaftlich optimal ein:

Modell Kurzbeschreibung
Vollzeit 35–40 Wochenstunden (ohne Mittagspause); voller Verdienst und Rentenanspruch
Teilzeit reduzierte Wochenstunden; bessere Vereinbarkeit Familie/Beruf, geringerer Verdienst
Gleitzeit variable Anfangs-/Endzeiten um eine Kernarbeitszeit; Steuerung über ein Arbeitszeitkonto
KAPOVAZ kapazitätsorientierte variable Arbeitszeit – Einsatz nach Arbeitsanfall
Schichtarbeit mehrere Schichten (Früh/Spät/Nacht) – bessere Maschinenauslastung
💡 Gleitzeit & Arbeitszeitkonto: Mehr-/Minderstunden werden auf einem Konto verbucht und später ausgeglichen – das verbindet die Wünsche der Mitarbeiter mit dem betrieblichen Bedarf.

Gleitzeit im Detail: Der Arbeitnehmer hat Anwesenheitspflicht in der Kernarbeitszeit; außerhalb (in der Gleitspanne) entscheidet er flexibel über Beginn und Ende.

Gleitzeit: Rahmen 6:00–19:00 UhrGleitspanneKernarbeitszeitGleitspanne6:009:0012:0015:0019:00Über-/Fehlstunden werden über das Arbeitszeitkonto ausgeglichen.

Schichtarbeit im Detail: In großen Industriebetrieben und Pflegeberufen wird rund um die Uhr gearbeitet. Bei der Wechselschicht rollieren die Mitarbeiter durch Früh-, Spät- und Nachtschicht:

Woche Schicht Uhrzeit
Woche 1 Frühschicht 6:00 – 14:00 Uhr
Woche 2 Spätschicht 14:00 – 22:00 Uhr
Woche 3 Nachtschicht 22:00 – 6:00 Uhr
KAPOVAZ (kapazitätsorientierte variable Arbeitszeit) ist eine Sonderform der Teilzeit: Arbeit auf Abruf nach Arbeitsanfall – üblich in Handel, Gastronomie und bei saisonal schwankender Auftragslage.

4. Typische Prüfungsfehler

✗ Falsch

Interne und externe Personalbeschaffung verwechseln.

✓ Richtig

Intern: Versetzung/Beförderung/Mehrarbeit. Extern: Anzeige, Agentur, Messe, Social Media.

✗ Falsch

Vor-/Nachteile pauschal „für alle“ nennen.

✓ Richtig

Immer aus der jeweiligen Sicht argumentieren (Arbeitnehmer vs. Unternehmen).

✗ Falsch

Gleitzeit mit Teilzeit gleichsetzen.

✓ Richtig

Gleitzeit = flexible Lage der Arbeitszeit; Teilzeit = reduzierte Stundenzahl.

5. Auf einen Blick

  • Personalwirtschaft plant den Bedarf und beschafft Personal (Humankapital).
  • Beschaffung: intern (Versetzung/Beförderung/Mehrarbeit) vs. extern (Anzeige/Agentur/Messe/Social Media) – je mit Vor-/Nachteilen.
  • Arbeitszeitmodelle: Vollzeit, Teilzeit, Gleitzeit (Arbeitszeitkonto), KAPOVAZ, Schichtarbeit.

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