Deutsch Mittelschule Bayern · Jahrgangsstufe 5 · Sprachgebrauch und Sprache untersuchen und reflektieren (LehrplanPLUS)

Welches Wort ist was? Die Wortarten im Überblick

Auf dem Zettel an der Werkstatttür steht: Der junge Mechaniker repariert das rote Mofa. Dieser Satz besteht aus sieben Wörtern, und sie gehören zu vier verschiedenen Gruppen. Solche Gruppen heißen Wortarten, weil sich Wörter nach ihrer Art und Aufgabe sortieren lassen. Hier lernst du die Wortarten kennen, die in Jahrgangsstufe 5 vorkommen. Die Einzelheiten zu jeder Wortart stehen auf eigenen Seiten.

1. Sieben Wörter, vier Gruppen: Wie sortierst du?

Der junge Mechaniker repariert das rote Mofa. Vier Wortarten stecken darin. Nomen nennen Lebewesen und Dinge, Verben sagen, was geschieht. Adjektive sagen, wie etwas ist, und Artikel begleiten Nomen. Du sortierst jedes Wort, indem du fragst, was es im Satz leistet.

Wort Was leistet es im Satz? Wortart
Der begleitet das Wort Mechaniker Artikel
junge sagt, wie der Mechaniker ist Adjektiv
Mechaniker nennt eine Person Nomen
repariert sagt, was geschieht Verb
das begleitet das Wort Mofa Artikel
rote sagt, wie das Mofa ist Adjektiv
Mofa nennt ein Ding Nomen

Drei Fragen helfen dir bei fast jedem Wort. Wer oder was ist da? Was geschieht? Wie ist es? Die erste Frage führt zu Nomen, die zweite zu Verben und die dritte zu Adjektiven.

Artikel und Pronomen findest du, indem du auf die Nachbarwörter schaust. Ein Artikel steht vor einem Nomen, ein Pronomen steht für ein Nomen.

So gehst du Schritt für Schritt vor. Lies den ganzen Satz und suche zuerst das Verb, denn es sagt, was geschieht. Suche dann die Nomen, indem du nach Personen und Dingen fragst. Prüfe zuletzt, welche Wörter bei den Nomen stehen.

Nimm den Satz Die fleißigen Mitglieder pflegen den kleinen Garten. Das Verb ist pflegen. Die Nomen sind Mitglieder und Garten. Bei ihnen stehen die Artikel die und den sowie die Adjektive fleißigen und kleinen.

Merke: Frage erst, was das Wort im Satz leistet. Danach nennst du die Wortart.

2. Was liegt am Marktstand, und was macht die Händlerin?

Am Marktstand liegen Äpfel, Karotten und ein Korb Eier. Die Händlerin wiegt, packt und kassiert. Diese zwei Sätze enthalten Nomen, Artikel und Verben.

Äpfel, Karotten, Korb und Eier sind Nomen, also Wörter für Lebewesen, Dinge und Gefühle. Vor einem Nomen steht meist ein Artikel.

Im Satz Die Händlerin legt den Korb sind die und den Artikel, also Begleiter des Nomens. Der bestimmte Artikel lautet der, die oder das, der unbestimmte ein oder eine.

Wiegt, packt und kassiert sind Verben, also Wörter für Tätigkeiten und Vorgänge. Ein Verb sagt, was jemand tut oder was geschieht.

Manche Verben nennen keine Tätigkeit, sondern einen Vorgang. In Das Wasser kocht tut das Wasser nichts, doch es geschieht etwas. Auch kocht ist ein Verb.

Zu den Nomen zählen auch Wörter, die du nicht anfassen kannst, zum Beispiel Freude oder Ärger. Ein Artikel passt trotzdem davor: die Freude, der Ärger. Ein Verb verändert seine Endung, wenn die Person wechselt: ich packe, du packst, sie packt.

Wortart Woran du sie erkennst Beispiele vom Markt
Nomen Du fragst: Wer oder was? Händlerin, Korb, Äpfel
Artikel Er steht vor dem Nomen die, den, ein, eine
Verb Du fragst: Was geschieht? wiegt, packt, kassiert

Probiere es am Satz Die Händlerin legt den Korb. Zwei Wörter sind Artikel, zwei sind Nomen, eines ist ein Verb.

3. Schwer, rot, laut: Wie beschreibst du ein Fahrrad?

Das Fahrrad im Schuppen ist schwer, der Sattel ist hart und die Klingel ist laut. Jedes dieser drei Wörter sagt etwas über die Dinge aus.

Schwer, hart und laut sind Adjektive, also Wörter, die Eigenschaften nennen. Ein Adjektiv beantwortet die Frage: Wie ist das Fahrrad?

Adjektive stehen auch vor dem Nomen: das schwere Fahrrad, der harte Sattel, die laute Klingel. So entsteht aus einer kurzen Angabe eine genaue Beschreibung.

Mehrere Adjektive können vor einem Nomen stehen. In Das alte, rostige Mofa steht im Schuppen beschreiben zwei Adjektive dasselbe Nomen.

Für die Wortart zählt nur, was das Wort im Satz leistet. Das Wort Rost klingt nach einer Eigenschaft, ist aber ein Nomen: der Rost.

Satz Frage Adjektiv
Das Mofa ist rot. Wie ist das Mofa? rot
Der Reifen ist platt. Wie ist der Reifen? platt
Die Kette ist rostig. Wie ist die Kette? rostig

Merke: Ein Adjektiv nennt keine Person und kein Ding. Es sagt nur, wie sie sind.

4. Er, sie, sein: Wofür stehen die kleinen Wörter im Verein?

Im Gartenverein bringt der Nachbar seine Leiter mit. Er stellt sie an den Zaun. Im zweiten Satz kommen der Nachbar und die Leiter nicht mehr als Nomen vor.

Das Wort er steht für den Nachbarn, das Wort sie für die Leiter. Solche Wörter heißen Personalpronomen, also Fürwörter, die ein Nomen ersetzen.

Das Wort seine zeigt, wem die Leiter gehört. Es ist ein Possessivpronomen, also ein besitzanzeigendes Fürwort, und steht direkt vor dem Nomen.

Welche Formen es gibt, steht auf der Seite zu den Pronomen. Hier genügt es, beide Gruppen zu erkennen.

Pronomen sparen Wörter. Ohne sie klingt ein Bericht eintönig: Der Nachbar holt die Leiter. Der Nachbar trägt die Leiter. Der Nachbar lehnt die Leiter an den Zaun. Mit Pronomen heißt es: Der Nachbar holt die Leiter. Er trägt sie und lehnt sie an den Zaun.

Personalpronomen ersetzen ein Nomen, Possessivpronomen begleiten es. Das ist der wichtigste Unterschied zwischen den beiden Gruppen.

Du kannst dein Ergebnis prüfen. Setze für das Pronomen das Nomen wieder ein: Der Nachbar stellt die Leiter an den Zaun. Der Satz bleibt richtig, klingt aber schwerfälliger.

Die Tabelle fasst alle sechs Wortarten dieser Seite zusammen.

Wortart Frage oder Merkmal Beispiele
Nomen Wer oder was? Mechaniker, Korb, Freude
Artikel steht vor dem Nomen der, die, das, ein, eine
Verb Was geschieht? repariert, wiegt, packt
Adjektiv Wie ist es? rot, schwer, laut
Personalpronomen ersetzt ein Nomen er, sie
Possessivpronomen zeigt, wem etwas gehört sein, seine, ihr

5. Probier es selbst: Welche Wortarten stecken im Zettel am Schwarzen Brett?

Am Schwarzen Brett des Marktvereins hängt ein Zettel: Die freundliche Händlerin verkauft frische Eier. Sortiere die Wörter, bevor du weiterliest.

Lösung: Die ist ein Artikel, freundliche und frische sind Adjektive, Händlerin und Eier sind Nomen, verkauft ist ein Verb.

Ein zweiter Zettel lautet: Er schiebt sein Mofa. Auch hier hilft die Frage nach der Aufgabe im Satz.

Lösung: Er ist ein Personalpronomen, schiebt ein Verb, sein ein Possessivpronomen und Mofa ein Nomen.

Schreibe nun selbst einen Satz aus der Werkstatt auf und bestimme jedes Wort. Findest du mindestens vier Wortarten, ist dein Satz eine gute Übung.

So prüfst du es im Quali

Lies zuerst den kurzen Text aus der Schulküche.

Die Schulküche ist offen. Die Köchin schneidet die frischen Tomaten. Sie füllt eine große Schüssel. Ihr Helfer rührt den Teig. Die Gäste warten.

So gehst du mit dem Text vor. Lies ihn einmal ganz. Markiere zuerst alle Verben, danach alle Nomen. Prüfe bei den übrigen Wörtern, was sie im Satz leisten.

Die Tabelle zeigt, welche Wörter des Textes zu welcher Wortart gehören.

Wortart Im Text Woran du sie erkennst
Nomen Schulküche, Köchin, Tomaten, Schüssel, Helfer, Teig, Gäste Ein Artikel passt davor
Artikel die, eine, den Sie stehen vor einem Nomen
Verb ist, schneidet, füllt, rührt, warten Sie sagen, was geschieht
Adjektiv offen, frischen, große Sie sagen, wie etwas ist
Personalpronomen Sie Es steht für die Köchin
Possessivpronomen Ihr Es zeigt, wessen Helfer gemeint ist

Übe das mit eigenen Texten. Schreibe vier Sätze aus der Schulküche auf und sortiere jedes Wort. Vergleiche dein Ergebnis danach mit einem Partner.

Wer Wortarten sicher sortiert, bereitet sich auf die Quali vor, den qualifizierenden Abschluss der Mittelschule. Ihr Teil B heißt „Sprachgebrauch – Sprachbetrachtung und Rechtschreiben“.

Typische Fehler – und wie du sie vermeidest

Beim Sortieren kommen diese fünf Verwechslungen vor.

Falsch Richtig Warum
Schwer in Der Karren ist schwer ist ein Nomen. Schwer ist ein Adjektiv. Es sagt, wie der Karren ist. Ein Artikel passt nicht davor.
Er ist ein Nomen, weil er für eine Person steht. Er ist ein Personalpronomen. Es ersetzt ein Nomen und ist selbst keines.
Ihr in Ihr Mofa ist ein Personalpronomen. Ihr ist hier ein Possessivpronomen. Es steht vor Mofa und zeigt, wem das Mofa gehört.
Arbeit ist ein Verb, weil man bei der Arbeit etwas tut. Arbeit ist ein Nomen. Der Artikel passt davor: die Arbeit. Ein Verb sagt, was jemand tut.
Die in die Zange ist ein Nomen. Die ist ein Artikel. Es begleitet das Nomen Zange und nennt selbst nichts.

Kontrolliere am Ende jeden Satz noch einmal. Hat jedes Wort eine Wortart bekommen? Passt die Frage, die du dafür gestellt hast?

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