Deutsch Realschule Bayern · Jahrgangsstufe 6 · Sprachgebrauch und Sprache untersuchen und reflektieren (LehrplanPLUS)

Präpositionen: mit Akkusativ, mit Dativ, mit beidem

Präpositionen sind kleine Wörter, die eine Beziehung zwischen zwei Dingen herstellen, zum Beispiel eine Richtung, einen Ort oder eine Zeit. Jede Präposition verlangt einen bestimmten Fall bei dem Wort, das danach folgt. Manche Präpositionen stehen immer mit dem Akkusativ, andere immer mit dem Dativ. Eine dritte Gruppe kann je nach Situation beide Fälle verlangen. Auf dieser Seite lernst du, wie du den richtigen Fall nach einer Präposition wählst.

1. Was eine Präposition leistet

Eine Präposition verbindet ein Nomen oder Pronomen mit dem restlichen Satz und zeigt dabei ein Verhältnis, zum Beispiel den Ort, die Zeit oder den Grund. Im Satz „Der Ball liegt unter dem Tisch.“ verbindet die Präposition unter das Prädikat liegt mit der Wortgruppe dem Tisch und zeigt den Ort. Welchen Fall das Wort nach der Präposition erhält, entscheidet allein die Präposition selbst, nicht ihre Bedeutung. Ohne Präposition bleiben solche Verhältnisse oft unklar: Der Satz „Der Ball liegt Tisch.“ ergibt ohne ein verbindendes Wort keinen Sinn mehr.

Präpositionen kommen nicht nur bei Ortsangaben vor. Auch Zeit oder Grund lassen sich mit einer Präposition ausdrücken, zum Beispiel in nach der Pause für die Zeit oder aus Neugier für den Grund. Solche Wortgruppen hast du bereits als Adverbiale kennengelernt. Auf dieser Seite geht es nun um eine andere Frage: welchen Fall die Präposition selbst verlangt.

Eine Präposition verändert ihre eigene Form dabei nicht. Sie bleibt immer gleich, nur das Wort, das ihr folgt, bekommt den passenden Fall, also eine bestimmte Endung am Artikel oder am Pronomen.

2. Präpositionen mit Akkusativ

Einige Präpositionen verlangen immer den Akkusativ, egal welche Bedeutung der Satz hat.

Präposition Beispielsatz
durch Die Kinder laufen durch den Wald.
für Paul kauft ein Geschenk für seinen Bruder.
gegen Am Samstag spielt die Klasse gegen die Nachbarschule.
ohne Ohne ihren Regenschirm geht Lena nicht aus dem Haus.
um Die Familie sitzt um den runden Tisch.

Du erkennst diese Gruppe daran, dass der Fall in jedem Satz gleich bleibt, ganz gleich, ob eine Bewegung oder ein fester Zustand beschrieben wird. Es lohnt sich, diese fünf Präpositionen fest auswendig zu lernen.

Merke: durch, für, gegen, ohne und um verlangen immer den Akkusativ. Das gilt unabhängig davon, ob im Satz eine Bewegung vorkommt oder nicht.

3. Präpositionen mit Dativ

Andere Präpositionen verlangen immer den Dativ.

Präposition Beispielsatz
aus Tim kommt gerade aus der Schule.
bei Am Wochenende übernachtet Mia bei ihrer Freundin.
mit Er fährt mit dem Fahrrad zur Schule.
nach Nach dem Training duscht die Mannschaft.
von Das Geschenk stammt von ihrer Tante.
zu Am Nachmittag geht Ben zu seinem Freund.

Auch bei dieser Gruppe bleibt der Fall unabhängig vom Sinn des Satzes immer gleich. Diese sechs Präpositionen kommen im Alltag besonders häufig vor, deshalb hilft es, sie sicher zu beherrschen.

Merke: aus, bei, mit, nach, von und zu verlangen immer den Dativ, ganz gleich, was der Satz aussagt.

4. Wechselpräpositionen: Akkusativ oder Dativ

Eine dritte Gruppe von Präpositionen kann beide Fälle verlangen, deshalb heißen sie Wechselpräpositionen. Dazu gehören an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor und zwischen. Fragst du wohin, weil eine Bewegung von einem Ort zu einem anderen stattfindet, steht der Akkusativ. Fragst du wo, weil sich etwas an einem festen Ort befindet, steht der Dativ.

Beispielsatz Frage Fall
Er geht in die Küche. wohin? Akkusativ
Er sitzt in der Küche. wo? Dativ
Die Katze springt auf den Schrank. wohin? Akkusativ
Die Katze schläft auf dem Schrank. wo? Dativ

Nicht jede Bewegung führt automatisch zum Akkusativ. Entscheidend ist, ob die Bewegung ein Ziel hat und dabei der Ort gewechselt wird. Bewegt sich jemand dagegen nur innerhalb eines Ortes hin und her, bleibt es beim Dativ, zum Beispiel in „Der Hund läuft im Garten umher.“

Merke: Wohin fragt nach dem Ziel einer Bewegung und verlangt den Akkusativ. Wo fragt nach dem Ort, an dem sich etwas befindet, und verlangt den Dativ.

5. Präpositionen mit Genitiv

Eine kleine Gruppe von Präpositionen verlangt den Genitiv. Sie kommen seltener vor, aber du solltest sie erkennen.

Präposition Beispielsatz
während Während der Pause spielt Ben Karten.
trotz Trotz des Regens fährt die Klasse los.
wegen Wegen des Sturms fällt der Ausflug aus.
innerhalb Innerhalb einer Stunde ist die Aufgabe fertig.

Im Alltag hörst du manchmal auch die Form „wegen dem Regen“, in der Schule schreibst du aber den Genitiv: „wegen des Regens“. Manche Verben verlangen sogar eine ganz feste Präposition, dann sprichst du von einem Präpositionalobjekt – dieses Thema lernst du an anderer Stelle ausführlicher kennen. Für den Moment reicht es, wenn du weißt, dass es solche festen Verbindungen zwischen Verb und Präposition überhaupt gibt.

So erkennst du es im Satz

Am Samstag fährt die Mannschaft mit dem Bus zum Auswärtsspiel. Trotz des schlechten Wetters steigen alle gut gelaunt ein. Der Trainer sitzt neben dem Fahrer und studiert die Route. Während der Fahrt sprechen die Spieler über die Aufstellung. Kurz vor dem Stadion reiht sich der Bus in eine lange Schlange ein. Nach dem Spiel steigen alle müde, aber zufrieden wieder ein.

Wortgruppe im Text Präposition Fall
mit dem Bus mit Dativ, feste Dativpräposition
Trotz des schlechten Wetters trotz Genitiv, feste Genitivpräposition
neben dem Fahrer neben Dativ, Wechselpräposition ohne Bewegung
Während der Fahrt während Genitiv, feste Genitivpräposition
vor dem Stadion vor Dativ, Wechselpräposition ohne Bewegung
Nach dem Spiel nach Dativ, feste Dativpräposition

Typische Fehler – und wie du sie vermeidest

Falsch Richtig Warum?
Er geht in der Küche. Er geht in die Küche. Bei einer Bewegung mit Ziel steht nach der Wechselpräposition der Akkusativ.
Sie wartet auf die Bushaltestelle. Sie wartet auf der Bushaltestelle. Ohne Bewegung, nur am festen Ort, steht nach der Wechselpräposition der Dativ.
wegen dem Sturm wegen des Sturms wegen ist eine Genitivpräposition.
mit ihm Bruder mit seinem Bruder Nach mit steht immer der Dativ.
durch dem Wald durch den Wald durch verlangt immer den Akkusativ, niemals den Dativ.

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