Deutsch Realschule Bayern · Jahrgangsstufe 5 · Sprachgebrauch und Sprache untersuchen und reflektieren (LehrplanPLUS)

Die Wortarten im Überblick

In jedem deutschen Satz stehen ganz unterschiedliche Wörter nebeneinander: manche benennen etwas, manche beschreiben eine Handlung, andere machen eine Aussage genauer. Diese Gruppen heißen Wortarten. Wer die zehn Wortarten kennt, kann Sätze besser verstehen und eigene Texte sicherer schreiben. Auf dieser Seite lernst du alle zehn Wortarten kennen und übst, sie in einem Satz zu erkennen.

1. Wörter, die Personen, Tiere und Dinge benennen: Nomen und Artikel

Ein Nomen (Namenwort) benennt eine Person, ein Tier, eine Sache oder einen Begriff, zum Beispiel Lehrerin, Katze, Schulranzen oder Freundschaft. Nomen erkennst du daran, dass du davor der, die oder das setzen kannst und dass du sie großschreibst.

Ein Artikel (Begleiter) steht meist direkt vor einem Nomen und zeigt an, ob es männlich, weiblich oder sächlich ist. Die bestimmten Artikel heißen der, die, das, die unbestimmten Artikel heißen ein und eine.

Merke: Nomen erkennst du an zwei Proben: Du kannst der, die oder das davorsetzen, und du schreibst das Wort groß. Der Artikel steht dabei direkt vor dem Nomen.

2. Wörter, die Sachen genauer beschreiben oder zählen: Adjektiv und Numerale

Ein Adjektiv (Eigenschaftswort) beschreibt, wie eine Person oder Sache ist, zum Beispiel schnell, freundlich oder rot. Ein Adjektiv kannst du meist steigern: schnell, schneller, am schnellsten.

Ein Numerale (Zahlwort) gibt eine Anzahl oder eine Reihenfolge an, zum Beispiel drei Freunde oder der erste Platz. Ein Zahlwort steht häufig zusammen mit einem Nomen und einem Artikel.

Merke: Ein Adjektiv fragt: Wie ist etwas? Ein Numerale fragt: Wie viele oder der wievielte? So unterscheidest du die beiden Wortarten sicher.

3. Wörter, die eine Handlung ausdrücken oder ein Nomen ersetzen: Verb und Pronomen

Ein Verb (Tätigkeitswort) drückt aus, was jemand tut oder in welchem Zustand etwas ist, zum Beispiel laufen, lachen oder sein. Das Verb verändert seine Form je nachdem, wer handelt, zum Beispiel ich laufe, du läufst, sie läuft.

Ein Pronomen (Fürwort) steht anstelle eines Nomens, damit du es nicht ständig wiederholen musst, zum Beispiel er, sie, mein oder dieser. Zu den Pronomen zählen auch die Relativpronomen der, die, das oder welcher; mehr dazu erfährst du auf der Seite zu den Pronomen.

Merke: Ein Verb erkennst du daran, dass es seine Form verändert (ich laufe, du läufst). Ein Pronomen erkennst du daran, dass an seiner Stelle auch ein Nomen stehen könnte.

4. Wörter, die Sätze verbinden oder eine Aussage genauer einordnen: Adverb, Präposition, Konjunktion und Interjektion

Ein Adverb (Umstandswort) sagt genauer, wann, wo oder wie etwas geschieht, zum Beispiel heute, dort oder plötzlich. Ein Adverb bezieht sich meist auf das Verb, ein Adjektiv beschreibt dagegen meist ein Nomen.

Eine Präposition (Verhältniswort) zeigt eine Beziehung im Raum oder in der Zeit, zum Beispiel in, auf oder nach. Präpositionen stehen fest vor einem Nomen oder Pronomen, etwa in der Schule oder nach dem Unterricht.

Eine Konjunktion (Bindewort) verbindet Wörter oder ganze Sätze miteinander, zum Beispiel und, oder oder aber. Ohne Konjunktionen bräuchtest du für jeden Gedanken einen eigenen kurzen Satz.

Eine Interjektion (Ausrufewort) drückt ein Gefühl oder eine spontane Reaktion aus, zum Beispiel aha, autsch oder oje. Nach einer Interjektion steht oft ein Ausrufezeichen, und sie steht meist für sich allein.

Wortart Frage / Erkennungsmerkmal Beispiel
Nomen Wer oder was? Davor passt der/die/das. Katze, Schule, Freundschaft
Artikel Steht direkt vor dem Nomen. der, die, das, ein, eine
Adjektiv Wie ist etwas? Du kannst es meist steigern. schnell, freundlich, rot
Numerale Wie viele? Der wievielte? drei, erste
Verb Was tut jemand? Verändert die Form (ich laufe, du läufst). laufen, sein, spielen
Pronomen Steht anstelle eines Nomens. er, mein, dieser
Adverb Wann, wo oder wie genau? Du kannst es nicht steigern. heute, dort, plötzlich
Präposition Zeigt eine Beziehung im Raum oder in der Zeit. in, auf, nach
Konjunktion Verbindet Wörter oder Sätze. und, oder, aber
Interjektion Drückt ein Gefühl oder eine Reaktion aus. aha, autsch, oje

Merke: Wortarten erkennst du nicht nur am Wort selbst, sondern auch daran, welche Aufgabe es im Satz übernimmt. Manche Wörter wie der oder sein gehören je nach Funktion zu unterschiedlichen Wortarten.

So erkennst du es im Satz

Am Montagmorgen geht Lena mit ihrer Freundin Mia zur Schule. Beide tragen bunte Rucksäcke und laufen schnell über den Schulhof. Plötzlich ruft Mia: Ach, ich habe mein Heft vergessen! Lena lacht und leiht ihr sofort ein Blatt Papier. Nach der Schule spielen sie noch eine Stunde mit ihrem Hund im Garten.

Wort aus dem Text Wortart Woran erkennst du es?
Freundin Nomen Benennt eine Person; davor passt der Artikel die.
den (Schulhof) Artikel Steht direkt vor dem Nomen Schulhof.
bunte Adjektiv Beschreibt, wie die Rucksäcke aussehen; lässt sich steigern.
eine (Stunde) Numerale Gibt eine genaue Anzahl an: eine Stunde, nicht zwei.
laufen Verb Drückt eine Handlung aus; verändert die Form (ich laufe, sie laufen).
ihrer Pronomen Steht anstelle eines Nomens und zeigt Besitz an.
schnell Adverb Sagt genauer, wie sie laufen; bezieht sich auf das Verb.
über (den Schulhof) Präposition Zeigt eine Beziehung im Raum zwischen Laufen und Schulhof.
und Konjunktion Verbindet die beiden Verben tragen und laufen.
Ach Interjektion Drückt Mias Überraschung aus und steht für sich allein.

Typische Fehler – und wie du sie vermeidest

Falsch Richtig Warum?
schnell in Sie läuft schnell. → Adjektiv schnell in Sie läuft schnell. → Adverb schnell beschreibt hier das Verb läuft, nicht ein Nomen; darum ist es ein Adverb.
der in Der bellt laut. → Artikel der in Der bellt laut. → Pronomen Nach der folgt hier kein Nomen mehr; der ersetzt das Nomen Hund.
sein in sein Hund → Verb sein in sein Hund → Possessivpronomen sein zeigt hier Besitz an und steht vor einem Nomen; als Verb steht sein dagegen allein, zum Beispiel Er möchte glücklich sein.
auch → Konjunktion auch → Adverb auch ergänzt nur eine Aussage; und, oder und aber verbinden dagegen zwei Sätze fest miteinander.
Katze ist ein Nomen, weil es ein Tier ist. Katze ist ein Nomen, weil die Artikelprobe passt: die Katze, und weil du es großschreibst. Die Wortart bestimmst du an der Form (Artikelprobe, Großschreibung), nicht allein am Inhalt.

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