Deutsch Wirtschaftsschule Bayern · Jahrgangsstufe 6 (Vorklasse der vierstufigen Wirtschaftsschule) · Sprachgebrauch und Sprache untersuchen und reflektieren (LehrplanPLUS)

Satzglieder bestimmen: Subjekt, Prädikat, Objekte und Adverbiale – mit Umstell-, Weglass- und Erweiterungsprobe

Ein Satz besteht aus Bausteinen, die zusammengehören. Diese Bausteine heißen Satzglieder. Wer sie bestimmen kann, versteht Sätze genauer und schreibt selbst klarer. Auf dieser Seite lernst du die wichtigsten Satzglieder kennen: Subjekt, Prädikat, Objekte und Adverbiale. Mit drei einfachen Proben findest du heraus, wo ein Satzglied beginnt und endet. Die Beispielsätze spielen beim Pausenverkauf einer Klasse und sind frei erfunden.

1. Was ein Satzglied ist und wie du es findest

Ein Satzglied ist ein Wort oder eine Wortgruppe, die im Satz eine bestimmte Aufgabe erfüllt. Die Wörter eines Satzglieds bleiben immer zusammen. Wenn du den Satz umbaust, wandern sie gemeinsam an eine andere Stelle.

Beispiel, für diese Seite geschrieben:
Am Dienstag verkauft die Klasse Muffins.

Dieser Satz hat vier Satzglieder: „Am Dienstag“, „verkauft“, „die Klasse“ und „Muffins“. Woran man das erkennt, zeigt die Umstellprobe.

Bei der Umstellprobe stellst du die Wörter eines Satzes um. Der Satz muss danach noch richtig klingen und dasselbe bedeuten. Wörter, die dabei immer zusammenbleiben, bilden ein Satzglied.

Beispiel, für diese Seite geschrieben:
Am Dienstag | verkauft | die Klasse | Muffins.
Die Klasse | verkauft | am Dienstag | Muffins.
Muffins | verkauft | die Klasse | am Dienstag.

Die Wörter „am“ und „Dienstag“ bleiben stets zusammen. Auch „die“ und „Klasse“ trennen sich nie. Deshalb ist jede dieser Gruppen ein Satzglied. Das Verb „verkauft“ bleibt immer an zweiter Stelle. Es ist ebenfalls ein eigenes Satzglied.

Die Umstellprobe ist das wichtigste Werkzeug. Mache sie immer zuerst. Erst danach bestimmst du, welches Satzglied welche Aufgabe hat.

2. Prädikat und Subjekt: der Kern des Satzes

Das Prädikat sagt, was geschieht oder was jemand tut. Es ist das Verb im Satz. Du findest es mit der Frage: Was tut jemand, oder was geschieht? Im Beispielsatz ist „verkauft“ das Prädikat.

Das Prädikat kann auch aus zwei Teilen bestehen. Im Satz „Die Klasse hat Muffins verkauft“ bilden „hat“ und „verkauft“ zusammen das Prädikat. Die beiden Teile rahmen dann andere Satzglieder ein.

Das Subjekt sagt, wer oder was etwas tut. Du fragst: Wer oder was verkauft? Die Antwort lautet „die Klasse“. Das Subjekt steht immer im ersten Fall, dem Nominativ. Subjekt und Prädikat passen in der Form zusammen. Heißt das Subjekt „die Kinder“, lautet das Prädikat „verkaufen“.

Das Subjekt steht nicht immer am Satzanfang. Im Satz „Heute verkauft die Klasse Muffins“ steht es hinter dem Verb. Lass dich davon nicht täuschen. Stelle einfach die Frage „Wer oder was verkauft?“. Die Antwort ist auch hier „die Klasse“.

Merke: Prädikat: Was tut jemand? Subjekt: Wer oder was tut etwas? Ohne Subjekt und Prädikat gibt es keinen vollständigen Satz.

3. Die Objekte: nach dem Fall fragen

Viele Verben brauchen weitere Ergänzungen. Diese Ergänzungen heißen Objekte. Man unterscheidet sie nach dem Fall, in dem sie stehen. Den Fall findest du mit der passenden Frage.

Objekt Frage Beispiel, für diese Seite geschrieben
Akkusativobjekt Wen oder was? Die Klasse verkauft Muffins.
Dativobjekt Wem? Lea gibt dem Kunden das Wechselgeld.
Genitivobjekt Wessen? Die Abrechnung bedarf einer Unterschrift.

Im Satz „Lea gibt dem Kunden das Wechselgeld“ stehen zwei Objekte. Du fragst: Wem gibt Lea das Wechselgeld? Die Antwort „dem Kunden“ ist das Dativobjekt. Dann fragst du: Wen oder was gibt Lea dem Kunden? Die Antwort „das Wechselgeld“ ist das Akkusativobjekt.

Das Akkusativobjekt kommt am häufigsten vor. Das Dativobjekt findest du oft bei Verben wie „geben“, „helfen“ oder „danken“. Das Genitivobjekt ist selten. Es steht nur bei wenigen Verben, zum Beispiel bei „bedürfen“.

Frage immer mit dem ganzen Satz. Die Frage „Wem?“ allein genügt nicht. Frage also: „Wem gibt Lea das Wechselgeld?“ So findest du die richtige Antwort sicher.

4. Adverbiale: die näheren Umstände

Adverbiale geben die Umstände einer Handlung an. Sie sagen, wann, wo, wie oder warum etwas geschieht. Auch sie bestimmst du mit Fragen. Ein Adverbiale kann aus einem einzigen Wort bestehen, etwa „heute“. Es kann aber auch eine längere Wortgruppe sein, etwa „nach der großen Pause“.

Adverbiale Frage Beispiel, für diese Seite geschrieben
der Zeit Wann? Wie lange? Am Dienstag öffnet der Stand.
des Ortes Wo? Wohin? Woher? Der Stand steht im Foyer.
der Art und Weise Wie? Lea zählt das Geld sorgfältig.
des Grundes Warum? Wegen des Regens bleibt der Stand drinnen.
Beispiel, für diese Seite geschrieben:
Wegen des Regens verkauft die Klasse heute im Foyer schnell alle Muffins.

In diesem Satz stehen vier Adverbiale. „Wegen des Regens“ nennt den Grund. „Heute“ nennt die Zeit. „Im Foyer“ nennt den Ort. „Schnell“ nennt die Art und Weise. Dazu kommen das Subjekt „die Klasse“, das Prädikat „verkauft“ und das Akkusativobjekt „alle Muffins“.

Adverbiale stehen gern am Satzanfang. Das ist praktisch, wenn du deine Sätze abwechslungsreich beginnen willst. Ein Satz kann mit „Am Dienstag“, „Im Foyer“ oder „Wegen des Regens“ anfangen. Das Verb bleibt dabei an zweiter Stelle.

5. Weglassprobe und Erweiterungsprobe

Die Weglassprobe zeigt dir, welche Satzglieder unbedingt nötig sind. Du lässt ein Satzglied weg und prüfst, ob der Satz noch vollständig ist.

Beispiel, für diese Seite geschrieben:
Am Dienstag verkauft die Klasse im Foyer Muffins.
Die Klasse verkauft Muffins.

Die Adverbiale „am Dienstag“ und „im Foyer“ kann man weglassen. Der Satz bleibt vollständig, er wird nur ungenauer. Subjekt und Prädikat kann man nie weglassen. Ob ein Objekt nötig ist, hängt vom Verb ab. „Lea gibt“ ist kein vollständiger Satz, denn bei „geben“ fehlen die Objekte.

Die Weglassprobe hilft dir auch beim Überarbeiten. Ist ein Satz zu lang und unübersichtlich? Dann prüfe, welche Angaben wirklich wichtig sind. Was der Leser nicht braucht, kannst du streichen.

Die Erweiterungsprobe macht einen Satz genauer. Du fügst Wörter hinzu oder ergänzt ein Satzglied.

Beispiel, für diese Seite geschrieben:
Die Klasse verkauft Muffins.
Die Klasse verkauft frische Muffins mit Puderzucker.

Die Wörter „frische“ und „mit Puderzucker“ gehören zum Satzglied „Muffins“. Das zeigt wieder die Umstellprobe: „Frische Muffins mit Puderzucker verkauft die Klasse.“ Die ganze Gruppe wandert zusammen.

So brauchst du es im Beruf

Wer Aufgaben verteilt, muss genau sagen, wer was wann tut. Die Klasse schreibt eine Notiz für den Verkaufstag.

Mustertext, für diese Seite geschrieben:
Emil baut um acht Uhr den Stand auf. Mia bringt die Kasse aus dem Sekretariat. Lea gibt den Kunden das Wechselgeld. Nach der Pause zählt Tom das Geld.
Stelle im Text Satzglied Woran du es erkennst
„Emil“ Subjekt Wer baut den Stand auf?
„um acht Uhr“ Adverbiale der Zeit Wann baut Emil den Stand auf?
„den Kunden“ Dativobjekt Wem gibt Lea das Wechselgeld?
„das Geld“ Akkusativobjekt Was zählt Tom?

Jeder Satz nennt mit dem Subjekt, wer handelt. Wo es nötig ist, kommen Angaben zu Zeit oder Ort dazu. So weiß jedes Teammitglied, was zu tun ist, und nichts wird vergessen.

Typische Fehler – und wie du sie vermeidest

Falsch Richtig Warum
„am“ und „Dienstag“ sind zwei Satzglieder. „am Dienstag“ ist ein Satzglied. Die Wörter bleiben beim Umstellen zusammen.
Nur mit „Wem?“ fragen. Mit dem ganzen Satz fragen. So findest du die Antwort sicher.
Das Subjekt steht immer am Anfang. Das Subjekt kann auch hinter dem Verb stehen. Die Stelle ist frei, entscheidend ist die Frage.
Bei „hat verkauft“ nur „hat“ markieren. Beide Teile bilden das Prädikat. Das Prädikat kann zweiteilig sein.
Ein Adverbiale ist immer nötig. Adverbiale kann man meist weglassen. Die Weglassprobe zeigt, was nötig ist.

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