Deutsch Wirtschaftsschule Bayern · Jahrgangsstufe 6 (Vorklasse der vierstufigen Wirtschaftsschule) · Sprachgebrauch und Sprache untersuchen und reflektieren (LehrplanPLUS)

Die nicht flektierbaren Wortarten: Konjunktion, Präposition, Interjektion, Adverb

Viele Wörter verändern ihre Form. Verben, Nomen und Adjektive passen sich an. Es gibt aber auch Wörter, die immer gleich bleiben. Man nennt sie nicht flektierbare Wörter. Auf dieser Seite lernst du vier dieser Wortarten kennen: Konjunktion, Präposition, Interjektion und Adverb. Du erfährst, welche Aufgabe sie im Satz haben und wie du sie erkennst. Die Beispiele stammen aus dem Pausenverkauf einer Schülerfirma.

1. Wörter, die sich nicht verändern

Flektieren bedeutet, die Form eines Wortes zu verändern. Ein Verb wird konjugiert: „ich verkaufe“, „du verkaufst“. Ein Nomen wird dekliniert: „der Stand“, „des Standes“. Auch Adjektive verändern sich: „der frische Saft“, „ein frischer Saft“.

Manche Wörter verändern sich nie. „Und“ bleibt „und“, „mit“ bleibt „mit“, „heute“ bleibt „heute“. Diese Wörter heißen nicht flektierbar. Man nennt sie auch unveränderliche Wörter oder Partikeln im weiteren Sinn. Sie sind oft kurz und unscheinbar. Trotzdem sind sie für einen verständlichen Satz unverzichtbar.

Wortart Aufgabe Beispiele
Konjunktion verbindet Wörter und Sätze und, oder, aber, weil, dass
Präposition zeigt Verhältnisse an in, auf, mit, nach, wegen
Interjektion drückt Gefühle aus oder ahmt Laute nach oh, au, hm, pst
Adverb gibt Umstände an heute, dort, gern, deshalb

Um zu prüfen, ob ein Wort flektierbar ist, veränderst du den Satz. Setze das Nomen in die Mehrzahl oder ändere die Person. Bleibt das Wort trotzdem gleich, ist es nicht flektierbar.

2. Die Konjunktion: Bindewort

Eine Konjunktion verbindet Wörter, Wortgruppen oder ganze Sätze. Deshalb heißt sie auch Bindewort.

Manche Konjunktionen verbinden gleichrangige Teile. Dazu gehören „und“, „oder“, „aber“ und „denn“. Nach ihnen bleibt das Verb an seiner gewohnten Stelle.

Beispiel, für diese Seite geschrieben:
Wir verkaufen Waffeln und Saft.
Möchtest du Apfelsaft oder Orangensaft?
Die Waffeln sind lecker, aber heute schon ausverkauft.

Andere Konjunktionen leiten einen Nebensatz ein. Dazu gehören „weil“, „dass“, „wenn“ und „obwohl“. Nach ihnen steht das Verb am Ende des Nebensatzes.

Beispiel, für diese Seite geschrieben:
Wir backen mehr Waffeln, weil die Nachfrage groß ist.
Ich hoffe, dass genug Kleingeld in der Kasse liegt.

Vor „aber“, „denn“, „weil“, „dass“ und „obwohl“ steht ein Komma. Vor „und“ und „oder“ steht meist kein Komma, wenn sie nur zwei Wörter verbinden.

Konjunktionen machen Zusammenhänge sichtbar. Mit „weil“ und „denn“ nennst du einen Grund. Mit „aber“ und „obwohl“ zeigst du einen Gegensatz. Mit „wenn“ nennst du eine Bedingung. Wer die passende Konjunktion wählt, schreibt klar und verständlich. Ohne Konjunktionen stehen Sätze oft unverbunden nebeneinander.

3. Die Präposition: Verhältniswort

Eine Präposition zeigt ein Verhältnis zwischen Dingen oder Personen an. Deshalb heißt sie auch Verhältniswort. Es kann ein Verhältnis des Ortes, der Zeit, des Grundes oder der Art sein.

Verhältnis Beispiel
Ort Der Stand steht neben dem Eingang.
Zeit Der Verkauf beginnt nach der zweiten Stunde.
Grund Wegen des Regens bleibt der Stand drinnen.
Art und Weise Lina zählt das Geld mit großer Sorgfalt.

Eine Präposition steht meist vor einem Nomen oder Pronomen. Sie bestimmt, in welchem Fall dieses Wort steht. Nach „mit“ folgt der Dativ: „mit dem Wechselgeld“. Nach „für“ folgt der Akkusativ: „für die Klassenkasse“.

Einige Präpositionen können zwei Fälle verlangen. Dazu gehören „in“, „auf“, „an“, „neben“ und „über“. Hier hilft eine Frage. Fragst du „Wo?“, folgt der Dativ: „Die Becher stehen auf dem Tisch.“ Fragst du „Wohin?“, folgt der Akkusativ: „Ich stelle die Becher auf den Tisch.“

Oft verschmilzt eine Präposition mit dem Artikel. Aus „in dem“ wird „im“, aus „an dem“ wird „am“. Ebenso entstehen „zum“, „zur“ und „beim“. Diese Kurzformen sind richtig und üblich. Sie zählen weiterhin zu den Präpositionen.

4. Die Interjektion: Ausrufewort

Eine Interjektion drückt ein Gefühl aus oder ahmt ein Geräusch nach. Deshalb heißt sie auch Ausrufewort oder Empfindungswort. Typische Beispiele sind „oh“, „ach“, „au“, „hm“, „pst“ und „hallo“.

Beispiel, für diese Seite geschrieben:
Oh, die Waffeln sind schon alle.
Au, das Waffeleisen ist heiß.
Hm, welcher Saft schmeckt besser?

Interjektionen stehen oft am Satzanfang. Sie werden meist durch ein Komma vom Rest des Satzes getrennt. In der gesprochenen Sprache sind sie häufig. In sachlichen Texten wie Berichten oder Geschäftsbriefen verwendest du sie dagegen kaum.

Auch Geräusche lassen sich mit Interjektionen nachahmen. In Comics findest du Wörter wie „peng“ oder „zack“. Sie machen eine Geschichte lebendig, gehören aber nicht in einen sachlichen Text.

In privaten Nachrichten an Freunde sind Interjektionen ganz normal. In einer Mitteilung an Kunden oder an eine Lehrkraft wirken sie dagegen unpassend. Dort formulierst du sachlich und in ganzen Sätzen.

5. Das Adverb: Umstandswort

Ein Adverb gibt die Umstände einer Handlung an. Deshalb heißt es auch Umstandswort. Es beantwortet Fragen wie „Wann?“, „Wo?“, „Wie?“ oder „Warum?“.

Frage Art des Adverbs Beispiele
Wann? Zeit heute, morgen, bald, oft
Wo? Ort hier, dort, oben, draußen
Wie? Art und Weise gern, sehr, kaum
Warum? Grund deshalb, darum, daher
Beispiel, für diese Seite geschrieben:
Heute verkaufen wir draußen. Deshalb brauchen wir einen Schirm.

Adverbien eignen sich gut für den Satzanfang. Ein Satz wie „Heute verkaufen wir draußen“ betont die Zeit. Ein Satz wie „Draußen verkaufen wir heute“ betont den Ort. So kannst du mit einem einzigen Wort lenken, worauf die Leser achten sollen.

Verwechsle das Adverb nicht mit dem Adverbial. Das Adverb ist eine Wortart. Das Adverbial ist ein Satzglied. Ein Adverb kann ein Adverbial sein, etwa „heute“. Ein Adverbial kann aber auch aus mehreren Wörtern bestehen, etwa „am nächsten Montag“.

Eine kleine Ausnahme solltest du kennen. Einige Adverbien lassen sich steigern. Aus „gern“ wird „lieber“ und „am liebsten“. Aus „oft“ wird „öfter“. Trotzdem zählen sie zu den Adverbien, denn sie werden nicht dekliniert oder konjugiert.

Merke: Konjunktionen verbinden. Präpositionen zeigen Verhältnisse an und bestimmen den Fall. Interjektionen drücken Gefühle aus. Adverbien geben Umstände an. Alle vier Wortarten verändern ihre Form nicht.

So brauchst du es im Beruf

Im Beruf müssen Informationen genau sein. Kleine Wörter entscheiden oft darüber, ob eine Nachricht richtig verstanden wird. Die Schülerfirma hängt eine Mitteilung für ihre Kundschaft aus.

Mustertext, für diese Seite geschrieben:
Morgen verkaufen wir unsere Waffeln wegen der Projekttage im Foyer. Der Stand öffnet nach der zweiten Stunde. Bitte zahlt passend, denn wir haben wenig Wechselgeld.
Wort Wortart Was es leistet
„morgen“ Adverb nennt den Tag
„wegen“ Präposition nennt den Grund
„im“ Präposition mit Artikel nennt den Ort
„nach“ Präposition nennt die Zeit
„denn“ Konjunktion verbindet Bitte und Begründung

Fehlt eines dieser Wörter, wird die Mitteilung ungenau. Ohne „nach“ wüsste niemand, wann der Stand öffnet. Ohne „im Foyer“ fände ihn niemand. Genaue Angaben zu Zeit, Ort und Grund sind auch in jedem Betrieb wichtig.

Auch bei Bestellungen kommt es auf kleine Wörter an. „Lieferung bis Freitag“ bedeutet etwas anderes als „Lieferung ab Freitag“. Ein einziges Verhältniswort entscheidet also über den Termin. Prüfe solche Angaben deshalb immer besonders sorgfältig.

Typische Fehler – und wie du sie vermeidest

Falsch Richtig Warum
mit den Wechselgeld mit dem Wechselgeld Nach „mit“ folgt der Dativ.
Ich stelle die Becher auf dem Tisch. Ich stelle die Becher auf den Tisch. Auf „Wohin?“ folgt der Akkusativ.
Wir backen mehr weil die Nachfrage groß ist. Wir backen mehr, weil die Nachfrage groß ist. Vor „weil“ steht ein Komma.
„heute“ als Adjektiv bestimmen „heute“ als Adverb bestimmen Es gibt einen Umstand der Zeit an.
wegen dem Regen wegen des Regens In der Standardsprache folgt auf „wegen“ der Genitiv.

✏️ Jetzt selbst üben – im Aufgabengenerator

Erzeuge dir zu diesem Thema beliebig viele Übungsaufgaben mit Lösung – passend zu Deutsch Wirtschaftsschule Bayern und deiner Jahrgangsstufe.

Aufgaben erzeugen →

🎮 Live-Quiz für die Klasse

Teste dein Wissen im interaktiven Quiz – mit Sofort-Erklärung nach jeder Frage. Für Lehrkräfte: eigenes Klassen-Quiz starten.

Live-Quiz entdecken →

💡 Mehr auf lern.de

Entdecke weitere kostenlose Lernangebote für deine Schulart:

Nach oben scrollen

Betriebsferien vom
31.07. bis 14.09.2026

Liebe Kunden/Besucher,

Ihre digitalen Zugänge funktionieren wie gewohnt. Nach der Buchung erhalten Sie den Zugang sofort und automatisch – dafür ist keine Bearbeitung durch uns nötig.

Persönlich sind wir vom 31.07. bis 14.09.2026 nicht erreichbar. E-Mails beantworten wir ab dem 15.09.2026 in der Reihenfolge des Eingangs. Terminvereinbarungen sind ab dann wieder möglich.

Ihr lern.de – Team

💡 Mehr auf lern.de

Entdecke weitere kostenlose Lernangebote für deine Schulart:

MathematikErklärseiten, Aufgabengenerator & Live-QuizEnglischKostenlose Erklärseiten nach LehrplanPLUS