Deutsch Wirtschaftsschule Bayern · Jahrgangsstufe 6 (Vorklasse der vierstufigen Wirtschaftsschule) · Richtig schreiben (LehrplanPLUS)
Dehnung, Schärfung und die s-Laute richtig schreiben
Ob ein Vokal lang oder kurz gesprochen wird, hat großen Einfluss auf die Schreibung. Nach einem kurzen Vokal folgt oft ein doppelter Konsonant. Ein langer Vokal wird manchmal mit einem „h“ oder einem „ie“ gekennzeichnet. Auch bei den s-Lauten entscheidet die Länge des Vokals, ob du „s“, „ss“ oder „ß“ schreibst. Auf dieser Seite lernst du die wichtigsten Regeln und einfache Proben, mit denen du sie sicher anwendest. Alle Beispiele stammen aus einer Schülerfirma und sind frei erfunden.
1. Lang oder kurz: genau hinhören
Die deutschen Vokale sind a, e, i, o, u sowie die Umlaute ä, ö und ü. Jeder Vokal kann lang oder kurz gesprochen werden. Das hört man deutlich, wenn man Wörter langsam und deutlich spricht.
Sprich zum Beispiel „Kasse“ und „Hase“. In „Kasse“ ist das „a“ kurz und schnell. In „Hase“ ist das „a“ lang und gedehnt. Ein zweites Paar ist „Bett“ und „Beet“. Im ersten Wort ist das „e“ kurz, im zweiten lang.
So prüfst du die Länge: Sprich das Wort langsam aus und achte auf den betonten Vokal. Kannst du ihn gut in die Länge ziehen, ist er meist lang. Klingt er kurz und abgehackt, ist er kurz. Klatsche dabei die Silben mit. Das hilft dir, die betonte Silbe zu finden.
Die Länge des Vokals ist der wichtigste Hinweis für die Schreibung. Die folgenden Abschnitte zeigen, welche Regeln daraus folgen.
2. Die Dehnung: lange Vokale kennzeichnen
Ein langer Vokal heißt auch gedehnter Vokal. Meist wird er gar nicht besonders gekennzeichnet. Beispiele sind „Tag“, „Brot“ und „Preis“. Es gibt aber drei Arten, einen langen Vokal sichtbar zu machen.
Das Dehnungs-h: Nach einem langen Vokal steht manchmal ein stummes „h“. Es steht vor allem vor den Buchstaben l, m, n und r. Beispiele sind „Zahl“, „nehmen“, „Bohne“ und „Uhr“. Das „h“ spricht man nicht.
Das ie: Ein langes „i“ schreibt man meist „ie“. Beispiele sind „Liebe“, „spielen“ und „Papier“. Das gilt für die meisten deutschen Wörter. Einige Wörter schreibt man nur mit „i“, etwa „mir“, „dir“ und „Tiger“. Sie muss man sich merken.
Der Doppelvokal: In wenigen Wörtern wird der Vokal verdoppelt. Das geht nur bei a, e und o. Beispiele sind „Saal“, „Tee“ und „Boot“. Diese Wörter sind selten. Man lernt sie am besten auswendig.
Wir zahlen mit Kleingeld.
Die Kundin nimmt zwei Muffins.
Im Saal stehen die Tische für den Flohmarkt.
Lea schreibt die Preise auf Papier.
Ob ein Wort ein Dehnungs-h hat, lässt sich nicht immer hören. Hier hilft die Wortfamilie. Wer „zahlen“ mit „h“ schreibt, schreibt auch „Zahlung“ und „bezahlen“ mit „h“.
3. Die Schärfung: kurze Vokale und doppelte Konsonanten
Ein kurzer Vokal heißt auch geschärfter Vokal. Folgt nach einem kurzen, betonten Vokal nur ein einziger Konsonant, wird dieser meist verdoppelt. Konsonanten sind alle Buchstaben, die keine Vokale sind, etwa b, l, n, s oder t.
die Kasse, der Teller, die Tasse, rennen, kommen, das Wasser
Zwei Buchstaben werden dabei nie verdoppelt. Statt „kk“ schreibt man „ck“, etwa in „Zucker“ und „packen“. Statt „zz“ schreibt man „tz“, etwa in „Platz“ und „sitzen“.
Hörst du nach dem kurzen Vokal bereits zwei verschiedene Konsonanten, wird nichts verdoppelt. Das zeigen „Hand“, „Kante“ und „Wolke“. In „Hand“ folgen auf das kurze „a“ schon „n“ und „d“. Deshalb schreibt man kein doppeltes „n“.
Auch hier hilft die Wortfamilie. Wer weiß, dass „kommen“ mit „mm“ geschrieben wird, schreibt auch „er kommt“ mit „mm“, obwohl man dort kein zweites „m“ hört. Diese Hilfe heißt Stammprinzip: Der Wortstamm bleibt in allen Formen gleich.
4. Die s-Laute: s, ss oder ß
Beim s-Laut gibt es drei Schreibungen. Die Regel richtet sich nach dem Vokal davor und nach dem Klang des s.
| Schreibung | Wann | Beispiele |
|---|---|---|
| s | wenn das s summend klingt | Rose, Hase, lesen, Preise |
| ss | nach einem kurzen Vokal, scharfes s | Kasse, Wasser, müssen, Schluss |
| ß | nach einem langen Vokal oder nach au, ei, eu, scharfes s | Straße, Fuß, heißen, außen |
Ein summendes s klingt weich, wie das Summen einer Biene. Du hörst es in „Rose“ und „lesen“. Ein scharfes s klingt zischend, wie in „Kasse“ oder „Straße“.
Am Wortende hört man den Unterschied oft nicht. „Preis“ und „Fuß“ klingen am Ende gleich. Dann hilft die Verlängerungsprobe. Du verlängerst das Wort, bis eine zweite Silbe entsteht. Aus „Preis“ wird „Preise“. Das s klingt summend, also schreibt man „Preis“ mit „s“. Aus „Fuß“ wird „Füße“. Das s klingt scharf nach langem Vokal, also schreibt man „ß“.
Bei Verben hilft wieder das Stammprinzip. Aus „müssen“ wird „du musst“, aus „essen“ wird „er isst“. Der Vokal bleibt kurz, deshalb bleibt es bei „ss“. Aus „heißen“ wird „es heißt“. Der Laut „ei“ bleibt, deshalb bleibt es bei „ß“.
5. Unsichere Wörter nachschlagen und üben
Nicht jede Schreibung lässt sich mit einer Regel erklären. Manche Wörter muss man sich merken. Für unsichere Wörter gibt es drei hilfreiche Strategien.
Erstens: Schlage nach. Ein Wörterbuch zeigt dir die richtige Schreibung. Wenn du unsicher bist, ob „Zahl“ mit „h“ geschrieben wird, findest du dort die Antwort.
Zweitens: Suche ein verwandtes Wort. Die Wortfamilie verrät dir oft die Schreibung. Kennst du „fahren“, schreibst du auch „Fahrt“ und „Fahrrad“ richtig.
Drittens: Lege eine eigene Wörterliste an. Schreibe Wörter, bei denen du oft Fehler machst, auf eine Karteikarte. Übe sie regelmäßig. Schreibe sie ab, decke sie zu und schreibe sie noch einmal aus dem Gedächtnis.
So brauchst du es im Beruf
Wer Preisschilder und Listen schreibt, muss richtig schreiben. Sonst wirkt die Schülerfirma unordentlich. Die Klasse hat einen Aushang für den Verkauf vorbereitet.
Heute verkaufen wir frische Muffins und heißen Tee. Wir freuen uns über jeden Besuch. Bitte zahlt mit Kleingeld, damit die Kasse stimmt. Der Stand steht neben dem Eingang zur Straße.
| Wort | Regel | Woran du es erkennst |
|---|---|---|
| „heißen“ | ß nach ei | scharfes s nach dem Laut „ei“ |
| „Tee“ | Doppelvokal | langes e, Merkwort |
| „zahlt“ | Dehnungs-h | Wortfamilie „zahlen“ |
| „Kasse“ | ss nach kurzem Vokal | kurzes a, scharfes s |
| „Straße“ | ß nach langem Vokal | langes a, scharfes s |
Fehler auf einem Aushang fallen allen Kundinnen und Kunden sofort auf. Ein fehlerfreier Text wirkt dagegen sorgfältig und vertrauenswürdig.
Typische Fehler – und wie du sie vermeidest
| Falsch | Richtig | Warum |
|---|---|---|
| Kase | Kasse | Nach kurzem Vokal folgt ein doppelter Konsonant. |
| Zukker | Zucker | Statt kk schreibt man ck. |
| Strasse | Straße | Nach langem Vokal schreibt man ß. |
| Preiß | Preis | Die Verlängerung „Preise“ zeigt ein summendes s. |
| er komt | er kommt | Der Stamm von „kommen“ bleibt gleich. |
✏️ Jetzt selbst üben – im Aufgabengenerator
Erzeuge dir zu diesem Thema beliebig viele Übungsaufgaben mit Lösung – passend zu Deutsch Wirtschaftsschule Bayern und deiner Jahrgangsstufe.
Aufgaben erzeugen →🎮 Live-Quiz für die Klasse
Teste dein Wissen im interaktiven Quiz – mit Sofort-Erklärung nach jeder Frage. Für Lehrkräfte: eigenes Klassen-Quiz starten.
Live-Quiz entdecken →💡 Mehr auf lern.de
Entdecke weitere kostenlose Lernangebote für deine Schulart:
