Deutsch Wirtschaftsschule Bayern · Jahrgangsstufe 6 (Vorklasse der vierstufigen Wirtschaftsschule) · Schreiben (LehrplanPLUS)
Beschreiben und berichten: Vorgänge, Bilder und Ereignisse
Beim Erzählen darfst du Spannung aufbauen und Gefühle zeigen. Beim Beschreiben und Berichten ist das anders. Hier zählen Genauigkeit und eine klare Reihenfolge. Die Leser sollen sich etwas genau vorstellen oder etwas nachmachen können. Auf dieser Seite lernst du drei sachliche Textsorten kennen: die Vorgangsbeschreibung, die Bildbeschreibung und den Bericht. Du erfährst, worauf es bei jeder ankommt. Die Beispiele stammen aus einer Schülerfirma.
1. Sachlich schreiben: was Beschreibung und Bericht verbindet
Beschreibung und Bericht sind sachliche Texte. Sie informieren die Leser genau und ohne Ausschmückung. Spannung, Gefühle und wörtliche Rede haben darin keinen Platz.
Trotzdem unterscheiden sich die Textsorten. Eine Beschreibung zeigt, wie etwas aussieht oder wie etwas gemacht wird. Ein Bericht informiert darüber, was geschehen ist.
| Textsorte | Frage | Zeitform |
|---|---|---|
| Vorgangsbeschreibung | Wie macht man das? | Präsens |
| Bildbeschreibung | Was ist zu sehen? | Präsens |
| Bericht | Was ist passiert? | Präteritum |
Bevor du schreibst, überlegst du, wer deinen Text liest. Ein Mitschüler, der den Stand noch nie gesehen hat, braucht mehr Erklärungen als jemand aus deinem Team. Je genauer du dir die Leser vorstellst, desto besser gelingt dein Text.
2. Die Vorgangsbeschreibung
Eine Vorgangsbeschreibung erklärt Schritt für Schritt, wie etwas gemacht wird. Die Leser sollen den Vorgang danach selbst ausführen können. Typische Beispiele sind Anleitungen, Rezepte und Spielregeln.
Am Anfang nennst du, worum es geht. Dann zählst du auf, was man braucht. Danach beschreibst du die Arbeitsschritte in der richtigen Reihenfolge. Zum Schluss kannst du einen Tipp geben.
So baust du den Verkaufsstand auf
Du brauchst: zwei Tische, eine Tischdecke, die Kasse, das Preisschild.
Zuerst stellst du die beiden Tische nebeneinander. Danach legst du die Tischdecke darüber. Anschließend stellst du die Kasse an das rechte Ende. Zum Schluss befestigst du das Preisschild gut sichtbar vorne am Tisch.
Achte auf die Reihenfolge. Wörter wie „zuerst“, „danach“, „anschließend“ und „zum Schluss“ helfen dem Leser, den Schritten zu folgen. Wiederhole dabei nicht immer dasselbe Wort.
Schreibe im Präsens. Du kannst den Leser mit „du“ ansprechen oder die Form mit „man“ wählen. Bleib im ganzen Text bei einer Form. „Zuerst stellst du die Tische auf, dann legt man die Decke darüber“ wäre ein Bruch.
Verwende genaue Wörter. „Die Kasse an das rechte Ende stellen“ ist klarer als „die Kasse irgendwo hinstellen“. Je genauer du bist, desto weniger Fragen bleiben offen.
3. Die Bildbeschreibung
Bei einer Bildbeschreibung beschreibst du ein Foto, eine Zeichnung oder ein Plakat. Wer deinen Text liest, soll sich das Bild vorstellen können, ohne es zu sehen.
Beginne mit einem Überblick. Nenne, was für ein Bild es ist und was es zeigt. Beschreibe danach die Einzelheiten in einer festen Ordnung. Du kannst von vorne nach hinten, von links nach rechts oder vom Wichtigen zum Unwichtigen vorgehen.
Das Foto zeigt den Verkaufsstand der Schülerfirma im Foyer. Im Vordergrund steht ein langer Tisch mit einer grünen Decke. Darauf liegen mehrere Teller mit Waffeln. Rechts auf dem Tisch steht eine graue Kasse. Hinter dem Tisch stehen zwei Schülerinnen. Im Hintergrund hängt ein großes Plakat mit den Preisen.
Wörter wie „im Vordergrund“, „im Hintergrund“, „links“, „rechts“, „darüber“ und „daneben“ zeigen, wo sich etwas befindet. Ohne diese Angaben kann sich der Leser das Bild nicht vorstellen.
Schreibe auch hier im Präsens. Beschreibe nur, was wirklich zu sehen ist. Vermutungen kennzeichnest du deutlich, etwa mit „wahrscheinlich“ oder „vermutlich“.
Nenne auch Farben, Formen und Größen. „Ein Tisch“ sagt wenig. „Ein langer Tisch mit einer grünen Decke“ lässt ein genaues Bild entstehen. Wähle aber nur Einzelheiten, die für das Bild wichtig sind. Eine endlose Liste ermüdet die Leser.
4. Der Bericht
Ein Bericht informiert sachlich über ein Ereignis, das bereits geschehen ist. Typische Anlässe sind ein Schulfest, ein Ausflug oder ein Unfall. Ein Bericht beantwortet die W-Fragen.
| W-Frage | Beispiel |
|---|---|
| Wer? | die Schülerfirma Pausenglück |
| Was? | Verkaufsstand beim Tag der offenen Tür |
| Wann? | am vergangenen Samstag |
| Wo? | im Foyer der Schule |
| Wie? | mit Waffeln und Saft |
| Warum? | um Geld für neue Geräte zu sammeln |
Am vergangenen Samstag betrieb die Schülerfirma Pausenglück beim Tag der offenen Tür einen Verkaufsstand im Foyer. Sechs Schülerinnen und Schüler verkauften dort Waffeln und Saft. Mit dem Gewinn will die Schülerfirma ein neues Waffeleisen kaufen. Die Lehrkraft lobte die gute Zusammenarbeit im Team.
Schreibe den Bericht im Präteritum. Erzähle die Ereignisse in der richtigen zeitlichen Reihenfolge. Lass Gefühle, Spannung und wörtliche Rede weg. Auch deine eigene Meinung gehört nicht in einen Bericht.
Die wichtigsten Informationen stehen am Anfang. Wer nur den ersten Satz liest, soll schon wissen, worum es geht. Einzelheiten folgen danach.
Bleib im Bericht bei einer Perspektive. Schreibst du über die Schülerfirma in der dritten Person, wechselst du nicht plötzlich zu „wir“. Ein Bericht für die Schülerzeitung spricht meist von „der Schülerfirma“. Ein Bericht an die eigene Lehrkraft kann auch durchgehend in der Wir-Form stehen.
5. Sachliche Texte überarbeiten
Lies deinen Text am Schluss mit den Augen eines Fremden. Versteht er alles, ohne nachzufragen? Fehlt ein Arbeitsschritt oder eine W-Frage? Steht alles in der richtigen Reihenfolge?
Prüfe dann die Sprache. Hast du die richtige Zeitform verwendet? Stehen im Text Ausdrücke wie „super“, „total spannend“ oder „leider“? Solche Wörter zeigen Gefühle oder Meinungen. In einem sachlichen Text ersetzt du sie oder streichst sie.
Ein guter Test für jede Vorgangsbeschreibung ist das Ausprobieren. Gib deinen Text einer Mitschülerin. Kann sie den Vorgang ohne Hilfe ausführen? Dann ist deine Beschreibung gelungen.
So brauchst du es im Beruf
In jedem Betrieb gibt es Arbeitsanweisungen und kurze Berichte. Neue Mitarbeiter lernen ihre Aufgaben oft mit einer Vorgangsbeschreibung. Vorgesetzte erfahren aus Berichten, was am Tag geschehen ist.
Am Freitag fiel in der zweiten Pause das Waffeleisen aus. Die Schülerfirma stellte den Verkauf daraufhin für zehn Minuten ein. Danach verkaufte das Team nur noch Saft. Das Gerät wird am Montag vom Hausmeister geprüft.
| Merkmal | Stelle im Text |
|---|---|
| Wann? | „Am Freitag … in der zweiten Pause“ |
| Was? | „fiel … das Waffeleisen aus“ |
| Folge | „stellte den Verkauf … ein“ |
| Präteritum | „fiel“, „stellte“, „verkaufte“ |
| ohne Gefühle | kein „leider“, kein „blöderweise“ |
Die Lehrkraft erfährt in vier Sätzen alles Wichtige. Sie weiß, was passiert ist, wie das Team reagiert hat und wie es weitergeht. Genau so knapp und klar sind Berichte im Betrieb.
Typische Fehler – und wie du sie vermeidest
| Falsch | Richtig | Warum |
|---|---|---|
| Bericht im Präsens | Bericht im Präteritum | Der Bericht schildert Vergangenes. |
| „Zum Glück war das super.“ im Bericht | Gefühle und Meinung weglassen | Ein Bericht bleibt sachlich. |
| Vorgangsschritte durcheinander | Schritte in der richtigen Reihenfolge | Sonst kann niemand den Vorgang nachmachen. |
| „du“ und „man“ gemischt | bei einer Form bleiben | Der Text wirkt sonst unruhig. |
| Bildbeschreibung ohne Ortsangaben | „links“, „im Vordergrund“ verwenden | Sonst kann sich niemand das Bild vorstellen. |
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