Deutsch Realschule Bayern · Jahrgangsstufe 7 · Richtig schreiben (LehrplanPLUS)

das oder dass: die sichere Unterscheidung

Kaum ein Fehler taucht in Schulaufgaben so oft auf wie die Verwechslung von das und dass. Beide Wörter klingen völlig gleich, gehören aber zu ganz verschiedenen Wortarten und haben ganz verschiedene Aufgaben im Satz. Hörst du nur hin, hilft dir das nicht weiter. Du brauchst eine Probe, die du im Kopf durchführen kannst. Auf dieser Seite lernst du, welche Aufgaben das übernehmen kann, wann nur dass richtig ist und mit welchen zwei Ersatzproben du in wenigen Sekunden entscheidest.

1. Warum beide Wörter so oft verwechselt werden

Gesprochen sind das und dass nicht zu unterscheiden. Beide werden kurz und unbetont gesprochen. Beim Schreiben musst du deshalb nachdenken, welche Aufgabe das Wort im Satz hat. Die gute Nachricht: Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder das Wort begleitet oder vertritt ein Nomen, dann schreibst du es mit einem s. Oder es leitet einen Nebensatz ein, ohne selbst ein Nomen zu vertreten, dann schreibst du es mit doppeltem s. Eine dritte Möglichkeit gibt es nicht.

Merke: Steht das Wort für ein Nomen oder gehört es zu einem Nomen, schreibst du das. Leitet es nur einen Nebensatz ein und vertritt nichts, schreibst du dass.

2. das als Artikel

Die einfachste Rolle von das ist die des Artikels. Dann steht es direkt vor einem Nomen und bestimmt dessen Geschlecht, Fall und Zahl mit. Zwischen Artikel und Nomen kann noch ein Adjektiv stehen. In „Das Heft liegt auf der Bank.“ und in „Das grüne Heft liegt auf der Bank.“ ist das jeweils Artikel zum Nomen Heft. Diese Rolle erkennst du fast immer sofort, denn das Nomen folgt unmittelbar. Ein Artikel lässt sich nie durch dieses oder welches allein ersetzen, sondern nur zusammen mit seinem Nomen. Eine kleine Stolperstelle gibt es trotzdem: Steht zwischen Artikel und Nomen ein nominalisiertes Wort, sieht der Satz ungewohnt aus, zum Beispiel in „Das laute Lachen weckte den Hund.“ Auch hier bleibt das ein ganz gewöhnlicher Artikel.

3. das als Pronomen

Schwieriger sind die beiden Fälle, in denen das ein Pronomen ist. Als hinweisendes Pronomen steht es für ein Nomen, das vorher genannt wurde: „Ich habe mein Heft vergessen. Das passiert mir oft.“ Hier vertritt das den ganzen vorher genannten Sachverhalt. Als Relativpronomen leitet es einen Relativsatz ein und bezieht sich auf ein Nomen im übergeordneten Satz: „Das Heft, das auf der Bank liegt, gehört Mira.“ Auch hier steht das für ein Nomen, nämlich für Heft. In beiden Fällen bleibt es bei einem s, denn das Wort vertritt etwas.

Rolle von das Beispiel Woran erkennbar?
Artikel Das grüne Heft liegt auf der Bank. Ein Nomen folgt direkt.
hinweisendes Pronomen Das passiert mir oft. Es steht für etwas vorher Genanntes.
Relativpronomen Das Heft, das auf der Bank liegt, gehört Mira. Es leitet einen Relativsatz mit Bezugswort ein.

4. dass als Konjunktion

Mit doppeltem s geschrieben ist dass eine unterordnende Konjunktion. Es leitet einen Nebensatz ein, vertritt aber selbst kein Nomen und gehört zu keinem. Du kannst es weder durch dieses noch durch welches ersetzen, ohne dass der Satz zerfällt. Typisch ist dass nach Verben des Sagens, Denkens und Fühlens: „Ich glaube, dass der Bus gleich kommt.“ oder „Mira freut sich, dass die Probe ausfällt.“ Auch nach festen Wendungen wie so dass, ohne dass oder anstatt dass steht immer die Form mit doppeltem s. Der Nebensatz mit dass wird wie jeder Nebensatz durch ein Komma abgetrennt; die Kommaregeln selbst lernst du auf der Seite zur Zeichensetzung.

Merke: dass leitet einen Nebensatz ein und lässt sich durch kein anderes Wort ersetzen. Es steht sehr oft nach Verben wie sagen, glauben, hoffen, wissen oder sich freuen.

5. Die Ersatzprobe: in zwei Schritten entscheiden

Für die Entscheidung brauchst du nur eine einzige Probe, und die geht so: Setze versuchsweise dieses, jenes oder welches an die Stelle des Wortes. Bleibt der Satz sinnvoll und richtig, schreibst du das mit einem s. Passt keines der drei Wörter, schreibst du dass. Prüfe im zweiten Schritt gegen: Steht direkt danach ein Nomen, ist es ein Artikel und damit ebenfalls das. Wenn du unsicher bleibst, sprich den Satz mit betontem dieses laut mit. Fühlt sich die Betonung unnatürlich an, ist meist die Konjunktion gemeint. Eine zweite Hilfe ist die Frage nach dem Bezug: Findest du im Satz ein Nomen, auf das sich das Wort beziehen könnte, spricht alles für das. Findest du keines, bleibt nur dass.

Satz mit Lücke Probe mit dieses/welches Ergebnis
Ich weiß, ___ du kommst. Ich weiß, dieses du kommst. – unmöglich dass
___ Fahrrad steht im Hof. Dieses Fahrrad steht im Hof. – möglich das
Er sagt, ___ er müde ist. Er sagt, welches er müde ist. – unmöglich dass
Das Tor, ___ offen stand, quietschte. Das Tor, welches offen stand, quietschte. – möglich das

So erkennst du es im Satz

Mira erzählt, dass ihre Klasse am Freitag ins Theater geht. Das Stück, das die Gruppe ansehen will, dauert zwei Stunden. Sie hofft, dass die Plätze in der ersten Reihe frei bleiben. Das Programmheft liegt schon auf ihrem Tisch. Ihr Bruder findet, dass Theater langweilig ist; das glaubt sie ihm aber nicht.

Stelle im Text Schreibung Begründung
Mira erzählt, ___ ihre Klasse geht dass Konjunktion nach einem Verb des Sagens, keine Ersatzform möglich
___ Stück dauert zwei Stunden Das Artikel, das Nomen folgt direkt
das Stück, ___ die Gruppe ansehen will das Relativpronomen, ersetzbar durch welches
Sie hofft, ___ die Plätze frei bleiben dass Konjunktion, leitet den Nebensatz ein
___ glaubt sie ihm aber nicht das hinweisendes Pronomen, ersetzbar durch dieses

Typische Fehler – und wie du sie vermeidest

Falsch Richtig Warum?
Ich hoffe, das du bald gesund wirst. Ich hoffe, dass du bald gesund wirst. Weder dieses noch welches passt, also ist die Konjunktion gemeint.
Das Tor, dass offen stand, quietschte. Das Tor, das offen stand, quietschte. Hier steht ein Relativpronomen, ersetzbar durch welches.
Dass Fahrrad steht im Hof. Das Fahrrad steht im Hof. Vor einem Nomen steht der Artikel, und der wird mit einem s geschrieben.
Er lief so schnell, das er stolperte. Er lief so schnell, dass er stolperte. In der festen Wendung so dass steht immer die Konjunktion.

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