Deutsch Mittelschule Bayern · Jahrgangsstufe 6 · Sprachgebrauch und Sprache untersuchen und reflektieren (LehrplanPLUS)
Präpositionen und Konjunktionen sicher bestimmen
Die Gießkanne steht vor dem Schuppen. Tauschst du nur ein Wort aus, steht sie hinter dem Schuppen. Solche kleinen Wörter ändern den Sinn eines Satzes, obwohl sie nie eine Endung bekommen. Auf dieser Seite lernst du zwei Gruppen davon kennen: die Präpositionen und die Konjunktionen. Du erkennst sie an ihrem Platz im Satz und daran, was auf sie folgt.
1. Wo, wann, warum? Kleine Wörter vor dem Nomen
Der Mechaniker legt den Schlüssel auf die Werkbank. Später hängt er ihn an den Haken. Das Mofa steht seit dem Morgen in der Werkstatt.
In allen drei Sätzen steht ein kleines Wort vor einem Artikel und einem Nomen. Es sagt, wo oder wann etwas geschieht. Das Wort auf bleibt dabei immer gleich. Es bekommt keine Endung, auch wenn mehrere Werkbänke im Satz stehen.
Wörter mit dieser Aufgabe heißen Präpositionen. Man nennt sie auch Verhältniswörter, weil sie ein Verhältnis zwischen zwei Dingen ausdrücken. Der Schlüssel und die Werkbank stehen durch das Wort auf in einer klaren Beziehung zueinander.
Die Weglassprobe zeigt, wie wichtig das kleine Wort ist. Streichst du auf, bleibt nur noch „Der Mechaniker legt den Schlüssel die Werkbank“. Der Satz ergibt dann keinen Sinn mehr.
Woran du eine Präposition erkennst:
- Sie steht vor einem Nomen, meist mit Artikel: auf die Werkbank, seit dem Morgen.
- Sie verändert sich nie, egal, wie der Rest des Satzes lautet.
- Vor ihr oder hinter ihr kann auch ein Pronomen stehen: mit ihm, für sie, auf uns.
- Sie legt den Fall des Nomens fest, das auf sie folgt. Das zeigt dir der nächste Abschnitt.
Nach ihrer Bedeutung teilst du die Präpositionen in vier Gruppen ein. Die Tabelle nennt zu jeder Gruppe die passende Frage.
| Bedeutung | Frage | Beispiele | Beispielsatz |
|---|---|---|---|
| Ort | Wo? Wohin? Woher? | auf, unter, neben, hinter, in, an, bei, aus | Die Harke lehnt an der Wand. |
| Zeit | Wann? Wie lange? | vor, nach, seit, während, bis | Der Traktor fährt nach dem Frühstück los. |
| Grund | Warum? Trotz was? | wegen, trotz | Wegen des Frosts bleibt das Beet abgedeckt. |
| Art und Weise | Womit? Ohne was? | mit, ohne, durch | Die Nachbarin repariert den Zaun mit einer Zange. |
2. In die Garage oder in der Garage? Der Fall hinter der Präposition
Der Junge schiebt das Fahrrad in die Garage. Danach steht das Fahrrad in der Garage.
Das Wort in bleibt gleich, aber das Nomen ändert sich. Einmal heißt es die Garage, einmal der Garage. Die Präposition entscheidet also, in welchem Fall das Nomen steht. Der Fall ist die Form, die ein Nomen im Satz annimmt, zum Beispiel Dativ oder Akkusativ.
Bei in, an, auf, unter, vor, hinter, neben und zwischen hilft dir eine Frage. Fragst du Wo?, steht der Dativ, also der Wem-Fall. Fragst du Wohin?, steht der Akkusativ, also der Wen-oder-was-Fall.
Die meisten anderen Präpositionen verlangen immer denselben Fall. Die Tabelle zeigt, welche zu welchem Fall gehören.
| Fall | Präpositionen | Beispiel |
|---|---|---|
| Dativ | mit, aus, bei, nach, von, zu, seit | Er fährt mit dem Mofa zum Markt. |
| Akkusativ | für, durch, gegen, ohne, um | Sie kauft Eier für den Kuchen. |
| Genitiv | wegen, trotz, während, statt | Trotz des Regens gießt er die Beete. |
| Dativ oder Akkusativ | in, an, auf, über, unter, vor, hinter, neben, zwischen | Die Kiste steht auf dem Tisch. Er stellt sie auf den Tisch. |
Manche Präpositionen verschmelzen mit dem Artikel. Aus in dem wird im, aus zu dem wird zum, aus bei dem wird beim. Auch am, vom, zur, ins und ans gehören dazu.
Bestimmst du die Wortart, zählt jedes dieser Wörter doppelt. Es ist Präposition und Artikel zugleich. Löse die Verschmelzung im Zweifel auf, dann siehst du beide Teile.
3. Und, weil, obwohl: Was hält die Teile zusammen?
Ben schiebt die Schubkarre, und Mila trägt die Gießkannen. Sie gießen die Beete, weil es lange nicht geregnet hat.
Beide Wörter verbinden zwei Teile. Auch sie haben keine Endung. Doch folgt auf sie kein einzelnes Nomen, sondern ein Wort, eine Wortgruppe oder ein ganzer Satz. Solche Wörter heißen Konjunktionen. Man nennt sie auch Bindewörter.
Konjunktionen verbinden schon kleine Einheiten, etwa in Salz und Pfeffer oder Hammer oder Zange. Meist verbinden sie aber zwei Sätze oder Satzteile.
Du unterscheidest zwei Gruppen. Die einen setzen Gleichrangiges nebeneinander, die anderen leiten einen Nebensatz ein. Den Nebensatz, einen Teilsatz mit eigenem Verb, der allein nicht stehen kann, kennst du aus Jahrgangsstufe 5. Hier genügt dir die Wortart.
| Gruppe | Aufgabe | Beispiele |
|---|---|---|
| nebenordnende Konjunktionen | verbinden Gleichrangiges: Wörter, Wortgruppen oder Hauptsätze | und, oder, aber, denn, sondern |
| unterordnende Konjunktionen | leiten einen Nebensatz ein | weil, dass, wenn, als, obwohl, damit, bevor, nachdem, ob |
Auch hier hilft die Weglassprobe. Fällt und weg, stehen zwei Satzteile ohne Verbindung nebeneinander. Das Wort hat also eine eigene Aufgabe.
Ein erster Test hilft dir bei der Wortart: Kannst du dem Wort eine Endung geben? Wenn ja, ist es weder Präposition noch Konjunktion. Wenn nein, entscheidet der nächste Abschnitt, welche von beiden vorliegt.
4. Wegen oder weil? Zwei Wortarten auseinanderhalten
Wegen des Regens bleibt der Traktor im Schuppen. Weil es regnet, bleibt der Traktor im Schuppen.
Beide Sätze sagen dasselbe, doch wegen und weil sind verschiedene Wortarten. Nach wegen folgt des Regens, eine Nomengruppe. Nach weil folgt es regnet, ein Satz mit eigenem Verb.
Daraus ergibt sich eine Probe in drei Schritten:
- Suche das kleine Wort und lies, was direkt dahinter steht.
- Steht dort ein Nomen, meist mit Artikel, ist das Wort eine Präposition.
- Steht dort ein Satz mit Subjekt und Prädikat, ist das Wort eine Konjunktion.
Einige Wörter gehören zu beiden Wortarten. Dazu zählen bis, seit und während. Auch hier entscheidet allein, was folgt.
Der Teig ruht bis zum Mittag. Der Teig ruht, bis der Ofen heiß ist.
Im ersten Satz folgt zum Mittag, also eine Präposition mit Artikel. Im zweiten folgt der Ofen heiß ist mit eigenem Verb, also eine Konjunktion.
Die Tabelle stellt häufige Paare nebeneinander. Links steht die Präposition mit einer Nomengruppe, rechts die Konjunktion mit einem Satz.
| Präposition | Konjunktion |
|---|---|
| wegen des Frosts | weil es friert |
| trotz des Regens | obwohl es regnet |
| vor dem Essen | bevor wir essen |
| nach dem Essen | nachdem wir gegessen haben |
| während des Backens | während der Teig backt |
So prüfst du es im Quali
Ein kurzer Text vom Markt dient als Prüfstück. Unter dem Text ordnet die Tabelle sechs Wörter ihrer Wortart zu.
Auf dem Markt verkauft die Gärtnerin Tomaten aus ihrem Garten. Sie stellt die Kisten vor den Stand, weil der Platz sonst zu eng wird. Obwohl es regnet, kommen viele Käufer. Nach dem Mittag packt sie die Reste ein. Dann fährt sie mit dem Karren zurück.
| Wort | Wortart | Woran du es erkennst |
|---|---|---|
| aus | Präposition | Es steht vor ihrem Garten und verlangt den Dativ. |
| vor | Präposition | Es steht vor den Stand. Auf die Frage Wohin? folgt der Akkusativ. |
| weil | Konjunktion | Es leitet den Nebensatz der Platz sonst zu eng wird ein. |
| Obwohl | Konjunktion | Es leitet den Nebensatz es regnet ein, der einen Gegensatz nennt. |
| Nach | Präposition | Es steht vor dem Mittag, einer Nomengruppe, und nennt die Zeit. |
| mit | Präposition | Es steht vor dem Karren und verlangt den Dativ. |
Eine Wortart zu bestimmen und die Wahl zu begründen, gehört zur Sprachbetrachtung. Dafür steht Teil B der Quali, überschrieben mit „Sprachgebrauch – Sprachbetrachtung und Rechtschreiben“. Mit Quali ist der qualifizierende Abschluss der Mittelschule gemeint; du legst ihn am Ende von Jahrgangsstufe 9 ab. Die Frage nach dem, was folgt, liefert dir jede Begründung.
Typische Fehler – und wie du sie vermeidest
| Falsch | Richtig | Warum |
|---|---|---|
| Wegen es regnet, bleibt die Kuh im Stall. | Weil es regnet, bleibt die Kuh im Stall. Oder: Wegen des Regens bleibt die Kuh im Stall. | Nach wegen steht eine Nomengruppe. Vor einem ganzen Satz brauchst du weil. |
| Das Wort im ist ein Artikel. | Das Wort im ist Präposition und Artikel zugleich (in dem). | Bei verschmolzenen Wörtern bestimmst du beide Teile. |
| Er stellt die Kiste in dem Schuppen. (Wohin?) | Er stellt die Kiste in den Schuppen. | Auf die Frage Wohin? folgt der Akkusativ. |
| Bis ist immer eine Konjunktion. | Bis ist eine Präposition vor einem Nomen und eine Konjunktion vor einem Satz. | Bei Wörtern mit zwei Wortarten entscheidet, was folgt. |
| Trotz dem Regen gießt sie die Beete. | Trotz des Regens gießt sie die Beete. | In der Standardsprache verlangt trotz den Genitiv. |
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