Deutsch Mittelschule Bayern · Jahrgangsstufe 5 · Sprachgebrauch und Sprache untersuchen und reflektieren (LehrplanPLUS)

Subjekt, Prädikat und die drei Objekte bestimmen

Jeder Satz besteht aus Bausteinen. Diese Bausteine heißen Satzglieder. Ein Satzglied ist ein Wort oder eine Wortgruppe mit einer festen Aufgabe im Satz. Wer sie bestimmen kann, versteht den Satzbau und schreibt klarere Sätze. Diese Seite behandelt das Subjekt, das Prädikat und die drei Objekte: Akkusativ-, Dativ- und Genitivobjekt.

1. Das Prädikat – was im Satz geschieht

Jeder Satz braucht ein Verb. Dieses Verb bildet das Prädikat und sagt, was geschieht: reparieren, pflanzen, fahren. Ohne Prädikat steht kein vollständiger Satz da.

Du findest das Prädikat mit der Frage: Was tut der Mechaniker? Im Aussagesatz, also in einem Satz, der etwas mitteilt, steht das gebeugte Verb an zweiter Stelle. Gebeugt heißt: Das Verb hat die Endung, die zu Person und Zeit passt. Es verändert sich also: ich repariere, er repariert, er hat repariert.

Das Prädikat kann aus zwei Teilen bestehen. Im Perfekt, einer Zeitform der Vergangenheit, gehört das Hilfsverb haben oder sein dazu: Die Gärtnerin hat die Beete gepflanzt. Das Prädikat heißt hier hat gepflanzt. Auch bei Verben wie ausbauen sind es zwei Teile: Der Mechaniker baut den Motor aus. Hier lautet das Prädikat baut aus.

Das Prädikat steht nicht nur im Präsens, also in der Gegenwart. Im Präteritum, einer weiteren Zeitform der Vergangenheit, heißt es: Der Gärtner pflanzte Tomaten. Das Prädikat ist pflanzte. Im Perfekt heißt es: Der Gärtner hat Tomaten gepflanzt. Das Prädikat ist hat gepflanzt. Die Aufgabe im Satz bleibt gleich.

Beide Teile gehören zu einem Satzglied, obwohl andere Wörter dazwischen stehen. Suche deshalb immer den ganzen Satz nach dem zweiten Teil ab.

2. Das Subjekt – die handelnde Person oder Sache

Wer handelt im Satz? Diese Frage führt dich zum Subjekt. Du stellst sie zusammen mit dem Prädikat: Wer oder was repariert das Mofa? Der Mechaniker – und damit hast du das Subjekt gefunden.

Das Subjekt kann ein Mensch, ein Tier oder ein Ding sein. Es besteht aus einem Wort oder aus mehreren Wörtern: Er arbeitet. Der alte Traktor brummt. Das Prädikat richtet sich in Person und Zahl nach dem Subjekt. Der Hahn kräht, aber die Hühner gackern. Auch ein Pronomen, also ein Stellvertreterwort wie er oder sie, kann das Subjekt sein.

Zum Subjekt gehören alle Wörter, die mit dem Nomen zusammen eine Einheit bilden. In „Die alte Marktfrau wiegt die Äpfel“ ist das Subjekt die alte Marktfrau. Es besteht aus dem Artikel die, dem Adjektiv alte und dem Nomen Marktfrau. Du nennst das Subjekt immer vollständig.

Das Subjekt steht nicht immer am Satzanfang. Im Satz „Den Zaun streicht der Nachbar“ fragst du: Wer oder was streicht den Zaun? Die Antwort lautet der Nachbar. Den Zaun ist deshalb nicht das Subjekt, sondern eine Ergänzung des Prädikats. Solche Ergänzungen lernst du im nächsten Abschnitt kennen.

3. Die drei Objekte: Akkusativ, Dativ und Genitiv

Objekte sind Ergänzungen. Das Verb verlangt sie, damit der Satz vollständig ist. Die Namen Akkusativ, Dativ und Genitiv bezeichnen drei Fälle, also drei Formen, die ein Satzglied im Satz annimmt. Jedes Objekt hat eine feste Frage. Du stellst die Frage mit dem Prädikat und dem Subjekt.

Objekt Frage Beispiel Artikel bei männlichen Nomen
Akkusativobjekt Wen oder was? Der Meister lobt den Lehrling. den
Dativobjekt Wem? Der Meister hilft dem Lehrling. dem
Genitivobjekt Wessen? Der Verein gedenkt seines Gründers. des (mit Endung -s)

Das Verb entscheidet, welches Objekt folgt. Mit dem Akkusativobjekt stehen zum Beispiel reparieren, pflanzen und sehen. Mit dem Dativobjekt stehen helfen, danken und gehören. Mit dem Genitivobjekt stehen gedenken und bedürfen.

Drei Beispiele zeigen jedes Objekt in einem eigenen Satz. Die Gärtnerin pflanzt Tomaten: Wen oder was pflanzt sie? Tomaten ist das Akkusativobjekt. Das Fahrrad gehört dem Nachbarn: Wem gehört es? Dem Nachbarn ist das Dativobjekt. Der Verein gedenkt des Gründers: Wessen gedenkt er? Des Gründers ist das Genitivobjekt.

Objekte erkennst du nicht an ihrer Stellung im Satz, sondern an der Frage. Ein Objekt kann am Anfang stehen, in der Mitte oder am Ende. Es kann aus einem Wort bestehen oder aus mehreren: einen neuen Reifen, dem alten Gärtner.

Das Genitivobjekt ist selten und klingt förmlich. Im Alltag sagt man meist: Der Traktor braucht einen neuen Reifen. Das ist ein Akkusativobjekt. In der Schriftsprache heißt es auch: Der Traktor bedarf eines neuen Reifens. Das ist ein Genitivobjekt. Die Frage lautet: Wessen bedarf der Traktor?

So gehst du vor. Erst suchst du das Prädikat. Dann fragst du nach dem Subjekt. Zuletzt stellst du die Fragen Wen oder was, Wem und Wessen. Wie du Satzglieder zusätzlich mit den vier Proben prüfst, steht auf der Seite Satzgliedproben.

Merke: Subjekt: Wer oder was tut etwas? Prädikat: Was tut das Subjekt? Akkusativobjekt: Wen oder was? Dativobjekt: Wem? Genitivobjekt: Wessen?

4. Sätze mit mehreren Objekten

Ein Satz kann zwei Objekte haben. Die Marktfrau gibt dem Jungen einen Apfel. Das Prädikat ist gibt. Das Subjekt ist die Marktfrau, denn sie gibt etwas. Wem gibt sie etwas? Dem Jungen. Das ist das Dativobjekt. Wen oder was gibt sie? Einen Apfel. Das ist das Akkusativobjekt.

Die Reihenfolge kann sich ändern: Einen Apfel gibt die Marktfrau dem Jungen. Die Satzglieder bleiben dieselben, nur ihre Plätze wechseln. Das Prädikat bleibt im Aussagesatz an zweiter Stelle.

Achte bei männlichen Nomen auf den Artikel. Er zeigt dir die Rolle: den Hammer ist Akkusativ, dem Hammer ist Dativ, des Hammers ist Genitiv. Bei weiblichen und sächlichen Nomen sieht das Subjekt oft genauso aus wie das Akkusativobjekt. Dort hilft nur die Frage mit dem Prädikat.

Ein vollständiges Beispiel: Der Lehrling reicht der Meisterin die Zange. Das Prädikat ist reicht. Wer oder was reicht? Der Lehrling ist das Subjekt. Wem reicht er etwas? Der Meisterin ist das Dativobjekt. Wen oder was reicht er? Die Zange ist das Akkusativobjekt. Der Artikel der steht hier beim Subjekt und beim Dativobjekt. Nur die Fragen schaffen Klarheit.

Nicht jedes Verb braucht ein Objekt. In „Der Motor brummt“ gibt es nur ein Subjekt und ein Prädikat. Wenn du nach einem Objekt fragst und keine sinnvolle Antwort bekommst, gibt es keines.

Objekte können auch Pronomen sein. In „Der Meister lobt ihn“ ist ihn das Akkusativobjekt. In „Der Meister hilft ihm“ ist ihm das Dativobjekt. Die Fragen bleiben dieselben, nur die Antwort ist kürzer.

Angaben zu Ort und Zeit behandelt eine andere Seite. Die Beispiele hier kommen ohne sie aus. So bleibt der Blick auf das Subjekt, das Prädikat und die Objekte frei.

So prüfst du es im Quali

Der Verein repariert einen alten Traktor. Die Vorsitzende dankt dem Mechaniker. Der Motor bedarf eines neuen Filters. Der Mechaniker baut den Filter ein. Die Helfer haben ihm das Werkzeug gereicht.

Satz Subjekt Prädikat Objekt(e)
1 Der Verein repariert Akkusativobjekt: einen alten Traktor
2 Die Vorsitzende dankt Dativobjekt: dem Mechaniker
3 Der Motor bedarf Genitivobjekt: eines neuen Filters
4 Der Mechaniker baut … ein Akkusativobjekt: den Filter
5 Die Helfer haben … gereicht Dativobjekt: ihm; Akkusativobjekt: das Werkzeug

Das Fach Deutsch hat in der Quali 195 Minuten Arbeitszeit. Satzglieder zu bestimmen gehört zur Sprachbetrachtung, und die steht im Namen des Teils B: „Sprachgebrauch – Sprachbetrachtung und Rechtschreiben“.

Typische Fehler – und wie du sie vermeidest

Diese sechs Fehler passieren besonders oft. Vergleiche die Spalten und lies die Begründung.

Falsch Richtig Warum
Prädikat in „Die Gärtnerin hat die Beete gepflanzt“: hat Prädikat: hat gepflanzt Im Perfekt hat das Prädikat zwei Teile.
Subjekt in „Den Zaun streicht der Nachbar“: den Zaun Subjekt: der Nachbar Wer oder was streicht den Zaun? Das Subjekt steht nicht immer vorn.
Der Meister hilft den Lehrling. Der Meister hilft dem Lehrling. Helfen verlangt ein Dativobjekt. Die Frage lautet Wem?
Akkusativobjekt in „Die Marktfrau gibt dem Jungen einen Apfel“: dem Jungen Akkusativobjekt: einen Apfel Wen oder was gibt sie? Einen Apfel. Dem Jungen antwortet auf Wem?
Der Traktor bedarf einen neuen Reifen. Der Traktor bedarf eines neuen Reifens. Bedürfen verlangt ein Genitivobjekt. Die Frage lautet Wessen?
Das Subjekt ist immer ein Mensch. Das Subjekt kann auch ein Tier oder ein Ding sein. Wer oder was? fragt auch nach Dingen: Der Motor brummt.

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