Englisch Gymnasium · Jahrgangsstufe 9 · Themengebiete: Sprachreflexion (gültigen Lehrplan)
Sätze verknüpfen – Englisch und Deutsch im Vergleich
Wer längere Texte schreibt, muss Sätze verbinden: mit Konjunktionen, Relativsätzen, Verknüpfungswörtern oder verkürzten Konstruktionen. Englisch und Deutsch bieten dafür ähnliche Werkzeuge, setzen sie aber unterschiedlich ein. Besonders bei Wortstellung, Kommasetzung und der Länge von Sätzen übertragen viele Lernende die deutschen Regeln. Diese Seite zeigt dir die wichtigsten Unterschiede, damit deine englischen Texte flüssig und korrekt wirken.
Das kannst du schon: Konjunktionen wie because, although, so that und while kennst du aus Jahrgangsstufe 5 und 6, Verknüpfungswörter wie however, therefore und moreover aus Jahrgangsstufe 7 und 8. In Jahrgangsstufe 9 lernst du non-defining und satzkommentierende Relativsätze sowie Partizipialkonstruktionen.
Das kommt noch: In Jahrgangsstufe 10 setzt du diese Mittel gezielt in argumentativen Texten und Zusammenfassungen ein. In Jahrgangsstufe 11 achtest du auf Kohärenz und Kohäsion ganzer Texte und lernst Partizip- und Gerundkonstruktionen mit eigenem Sinnsubjekt kennen.
1. Konjunktion oder Verknüpfungswort?
Konjunktionen verbinden zwei Satzteile zu einem Satz. Verknüpfungswörter wie however oder therefore stehen dagegen am Anfang eines neuen Satzes oder nach einem Semikolon. Im Deutschen ist dieser Unterschied weniger sichtbar, weil „jedoch“ und „deshalb“ auch mitten im Satz stehen dürfen.
| Funktion | Konjunktion (ein Satz) | Verknüpfungswort (neuer Satz) |
|---|---|---|
| Gegensatz | The job was hard, but I enjoyed it. | The job was hard. However, I enjoyed it. |
| Grund / Folge | I applied because I wanted experience. | I wanted experience. Therefore, I applied. |
| Einräumung | Although the pay was low, I stayed. | The pay was low. Nevertheless, I stayed. |
Merke: Zwischen zwei vollständigen Sätzen reicht ein Komma vor however nicht. Setze einen Punkt oder ein Semikolon: The pay was low; however, I stayed.
2. Wortstellung: kein Verb am Ende
Im deutschen Nebensatz rückt das Verb ans Ende. Im Englischen bleibt die Reihenfolge Subjekt – Verb – Objekt auch im Nebensatz erhalten.
| Deutsch | Englisch |
|---|---|
| …, weil ich im Sommer einen Ferienjob gefunden habe. | … because I found a holiday job in the summer. |
| …, obwohl sie kein Wort Māori spricht. | … although she doesn’t speak a word of Māori. |
| …, dass er das Praktikum interessant fand. | … that he found the work placement interesting. |
Merke: Lies deinen Nebensatz einmal ohne Konjunktion. Ergibt er einen normalen englischen Hauptsatz, stimmt die Wortstellung.
3. Relativsätze: mit oder ohne Komma
Im Deutschen steht vor jedem Relativsatz ein Komma. Im Englischen entscheidet das Komma über die Bedeutung: Ohne Komma ist die Information notwendig, mit Komma ist sie eine Zusatzinformation.
| Art | Beispiel | Bedeutung |
|---|---|---|
| defining (ohne Komma) | The students who did a placement abroad improved their English. | nur diese Schüler |
| non-defining (mit Komma) | My sister, who did a placement abroad, now works in Dublin. | Zusatzinformation |
| satzkommentierend | She got the job, which surprised everyone. | which bezieht sich auf den ganzen Satz |
Merke: In non-defining Relativsätzen steht nie that, und das Relativpronomen darf nicht wegfallen. Satzkommentierend steht immer which – das deutsche „was“ wird nicht mit what übersetzt.
4. Kürzer verknüpfen mit Partizipien
Englische Texte, besonders Berichte und Erzählungen, verkürzen Nebensätze gern mit Partizipien. Das Deutsche nutzt diese Möglichkeit seltener und bevorzugt ausformulierte Nebensätze.
| mit Nebensatz | mit Partizipialkonstruktion |
|---|---|
| When she arrived in Auckland, she called her parents. | Arriving in Auckland, she called her parents. |
| Because he didn’t know the way, he asked a local. | Not knowing the way, he asked a local. |
| The students who work in the café earn extra money. | The students working in the café earn extra money. |
Merke: Die Partizipialkonstruktion braucht dasselbe Subjekt wie der Hauptsatz. Walking to school, the rain started ist falsch – der Regen geht nicht zur Schule.
5. Sprachreflexion: Englisch und Deutsch im Vergleich
Englische Sachtexte wirken oft klarer gegliedert als deutsche, weil sie kürzere Sätze und deutliche Verknüpfungswörter bevorzugen. Lange Satzgefüge mit mehreren eingeschobenen Nebensätzen, im Deutschen durchaus üblich, wirken im Englischen schnell schwerfällig.
| Bereich | Deutsch | Englisch |
|---|---|---|
| Komma vor dass / that | immer | nie |
| Komma vor Relativsatz | immer | nur bei non-defining |
| Verb im Nebensatz | am Ende | nach dem Subjekt |
| Satzlänge in Sachtexten | oft lang, verschachtelt | eher kurz, klar verknüpft |
Wer einen deutschen Satz eins zu eins überträgt, bekommt meist einen zu langen englischen Satz mit falsch gesetzten Kommas. Besser: den Gedanken in zwei oder drei Sätze teilen und mit passenden Verknüpfungswörtern verbinden.
Tipp: Kein Komma vor that: I think that the plan is good. Das ist der häufigste Kommafehler deutschsprachiger Lernender.
6. Landeskunde: A minority language comes back
Most people in New Zealand speak English, but te reo Māori, the language of the Māori, is an official language, too. The Māori are the indigenous people of the country. For a long time, fewer and fewer families spoke Māori at home, and many people feared that the language would disappear.
Communities decided to act. They opened kōhanga reo, which are pre-schools where young children hear and speak only Māori. Having learned the language early, many of these children continued at Māori-language schools. Today, Māori words are part of everyday New Zealand English, and many people greet each other with kia ora.
Every year the country celebrates Māori Language Week, which encourages people to use more Māori at work and at school. Not everyone speaks the language fluently, but its future looks much brighter than it did a few generations ago.
Vokabelhilfe
| Englisch | Deutsch |
|---|---|
| minority language | Minderheitensprache |
| official language | Amtssprache |
| indigenous people | indigene Bevölkerung |
| community | Gemeinschaft |
| pre-school | Vorschule, Kindergarten |
| fluently | fließend |
| kia ora | Hallo, danke (Māori) |
| encourage | ermutigen |
Gut zu wissen: Gesetzlich anerkannte Amtssprachen Neuseelands sind Māori und die Neuseeländische Gebärdensprache; Englisch ist die meistgesprochene Sprache und gilt als Amtssprache im Alltag. Der Lehrplan der Jahrgangsstufe 9 sieht die Rolle einer Minderheitensprache und einen Exkurs zu Neuseeland vor.
7. Typische Fehler – und wie du sie vermeidest
| Falsch | Richtig | Warum? |
|---|---|---|
| I think, that this is true. | I think that this is true. | Kein Komma vor that. |
| …because I a job found. | …because I found a job. | Kein Verb am Ende des Nebensatzes. |
| He failed the test, what annoyed him. | He failed the test, which annoyed him. | Satzbezug: which, nicht what. |
| My brother that lives in Leeds is a nurse. | My brother, who lives in Leeds, is a nurse. | Zusatzinformation: Kommas und who. |
| It was late, however we stayed. | It was late. However, we stayed. | however beginnt einen neuen Satz. |
| Walking home, the rain started. | Walking home, I got caught in the rain. | Gleiches Subjekt im Haupt- und Partizipialsatz. |
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