FOS Bayern · Betriebswirtschaftliches Rechnungswesen (BwR) · 13. Jahrgangsstufe · ALT – auslaufender Lehrplan · Lernbereich 4: Personal sach- und personenorientiert führen · ca. 12 Unterrichtsstunden
Motivation und Führung
Modellunternehmen: Die UNTERNEHMER AG will ihre Beschäftigten wirksam motivieren und angemessen führen. Grundlage sind Motivationstheorien, Menschenbilder, Führungsstile und Managementtechniken.
Inhaltsverzeichnis
- Zwei-Faktoren-Theorie (Herzberg)
- Zielsetzungstheorie (Locke und Latham) und SMART
- Menschenbild nach McGregor
- Führungsstile
- Managementtechniken (Management by …)
- Typische Fehler und Prüfungshinweise
- Auf einen Blick
1. Zwei-Faktoren-Theorie (Herzberg)
betreffen das Arbeitsumfeld – z. B. Bezahlung, Arbeitsplatzgestaltung, Verhältnis zum Vorgesetzten. Fehlen sie, entsteht Unzufriedenheit; ihre Erfüllung schafft aber noch keine Zufriedenheit.
betreffen die Arbeit selbst – z. B. Anerkennung, Verantwortung, Leistung, Entwicklung. Sie erzeugen echte Zufriedenheit und Motivation.
2. Zielsetzungstheorie (Locke und Latham) und SMART
Nach Locke und Latham motivieren präzise, verbindliche und erreichbare Ziele: Je klarer – auch gemeinsam – die Ziele formuliert sind, desto stärker die Motivation. Ziele werden nach der SMART-Regel formuliert:
eindeutig und konkret
überprüfbar
erstrebenswert
erreichbar
mit Zeitbezug
3. Menschenbild nach McGregor
Der Mensch gilt als arbeitsscheu und muss durch Kontrolle, Druck und Belohnung von außen motiviert werden → eher autoritäre, aufgabenorientierte Führung.
Der Mensch gilt als motiviert, verantwortungsbewusst und kreativ; Arbeit ist Quelle der Zufriedenheit → eher kooperative, personenorientierte Führung mit Handlungsspielraum.
4. Führungsstile
Führungsstile lassen sich nach Aufgaben- und Mitarbeiterorientierung einordnen.
autoritärer Führungsstil (Vorgesetzter entscheidet allein) ↔ kooperativer Führungsstil (Mitarbeiter werden einbezogen).
kombiniert Aufgaben- und Mitarbeiterorientierung; ideal ist ein hohes Erfolgsstreben bei starker Berücksichtigung der Mitarbeitenden (Team-Management).
5. Managementtechniken (Management by …)
Führung nach dem Ausnahmeprinzip: Mitarbeitende handeln eigenverantwortlich; die Führungskraft greift nur bei Abweichungen ein.
Führung durch Aufgabendelegation: Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung werden an untere Ebenen übertragen – das entlastet die Spitze und motiviert.
Führung durch Zielvereinbarung: Ziele werden gemeinsam (SMART) vereinbart, eigenverantwortlich erreicht; nur das Ergebnis wird geprüft.
6. Typische Fehler und Prüfungshinweise
Bei Herzberg gilt: mehr Gehalt = mehr Motivation.
Gehalt ist ein Hygienefaktor – es verhindert Unzufriedenheit, schafft aber keine echte Zufriedenheit.
Theorie X und Y werden als Mitarbeitertypen statt als Menschenbilder der Führungskraft gesehen.
Es sind Annahmen der Führungskraft über den Menschen, die den Führungsstil prägen.
Management by Objectives ohne messbare Ziele.
Grundlage sind SMART formulierte, gemeinsam vereinbarte Ziele.
7. Auf einen Blick
Sie können nun mit der Zwei-Faktoren-Theorie und der Zielsetzungstheorie Motivationskonzepte entwerfen, SMART-Ziele formulieren, die Menschenbilder X und Y einordnen, Führungsstile mit dem Verhaltensgitter beurteilen und die Management-by-Techniken situationsgerecht auswählen.
Alle Inhalte dieser Seite orientieren sich am offiziellen LehrplanPLUS Bayern (ISB) – auslaufender Lehrplan BwR (FOS/BOS).
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