FOS Bayern · Betriebswirtschaftliches Rechnungswesen (BwR) · 12. Jahrgangsstufe · ALT – auslaufender Lehrplan · Jahresabschluss: Bewertung von Pensionsrückstellungen · ca. 6 Unterrichtsstunden
Bewertung von Pensionsrückstellungen
Modellunternehmen: Die UNTERNEHMER AG hat mit einem Teil ihrer Beschäftigten freiwillig eine Betriebsrente vereinbart. Für diese künftigen Zahlungen bildet sie Pensionsrückstellungen – eine ausgewählte Position des Fremdkapitals.
Inhaltsverzeichnis
- Was sind Pensionsrückstellungen?
- Höchstwertprinzip auf der Passivseite
- Bildung, Heraufsetzung und Auflösung
- Wirkung auf GuV und Bilanz
- Typische Fehler und Prüfungshinweise
- Auf einen Blick
1. Was sind Pensionsrückstellungen?
Pensionsrückstellungen sind ungewisse Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: Ihre genaue Höhe und ihr Fälligkeitszeitpunkt stehen noch nicht fest. Sie werden für Beschäftigte gebildet, die aufgrund einer (freiwilligen) Betriebsvereinbarung später eine Betriebsrente erhalten. Da die Auszahlung erst viele Jahre später erfolgt, zählen sie zum langfristigen Fremdkapital.
2. Höchstwertprinzip auf der Passivseite
Aus dem Vorsichtsprinzip (Prinzip der kaufmännischen Vorsicht) folgt: Schulden dürfen nicht zu niedrig angesetzt werden. Auf der Passivseite gilt daher das Höchstwertprinzip – von mehreren möglichen Werten wird der höhere angesetzt.
Niederstwertprinzip – im Zweifel der niedrigere Wert.
Höchstwertprinzip – im Zweifel der höhere Wert.
3. Bildung, Heraufsetzung und Auflösung
Zu jedem Abschlussstichtag wird die erforderliche Höhe der Pensionsrückstellung (z. B. aus einem versicherungsmathematischen Gutachten) mit der vorhandenen verglichen.
Beispiel – UNTERNEHMER AG: Die vorhandene Pensionsrückstellung beträgt 200.000,00 €. Ein Gutachten weist zum 31.12. eine erforderliche Höhe von 260.000,00 € aus.
Die Bildung bzw. Heraufsetzung von Pensionsrückstellungen ist ein Aufwand und mindert den Gewinn.
4. Wirkung auf GuV und Bilanz
In der Bilanz erscheinen die Pensionsrückstellungen auf der Passivseite als langfristiges Fremdkapital. In der Gewinn- und Verlustrechnung wirkt die Bildung/Heraufsetzung als Aufwand (gewinnmindernd), die Auflösung/Herabsetzung als Ertrag (gewinnerhöhend). Da es sich um rein interne Vorgänge handelt, fällt dabei keine Umsatzsteuer an.
5. Typische Fehler und Prüfungshinweise
Auf der Passivseite wird das Niederstwertprinzip angewendet.
Auf der Passivseite gilt das Höchstwertprinzip (vorsichtige, eher hohe Bewertung von Schulden).
Die Bildung einer Pensionsrückstellung erhöht den Gewinn.
Die Bildung/Heraufsetzung ist ein Aufwand und mindert den Gewinn.
Pensionsrückstellungen sind kurzfristiges Fremdkapital.
Sie werden erst viele Jahre später ausgezahlt und sind langfristiges Fremdkapital.
Auf die Bildung der Rückstellung fällt Umsatzsteuer an.
Es handelt sich um einen internen Vorgang – es fällt keine Umsatzsteuer an.
6. Auf einen Blick
Sie können nun Pensionsrückstellungen als ungewisse, langfristige Fremdkapitalposition einordnen, das Höchstwertprinzip auf der Passivseite begründen, aus dem Vergleich von erforderlicher und vorhandener Rückstellung eine Heraufsetzung (Aufwand) oder Herabsetzung (Ertrag) ableiten und deren Wirkung auf GuV und Bilanz erklären.
Alle Inhalte dieser Seite orientieren sich am offiziellen LehrplanPLUS Bayern (ISB) – auslaufender Lehrplan BwR (FOS/BOS).
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