BwR · FOS/BOS Bayern · Klasse 11 · Unternehmensziele

Unternehmensziele: Funktionsbereiche, Zielarten und Zielbeziehungen

Ein Industriebetrieb verfolgt viele Ziele zugleich – wirtschaftliche, soziale und ökologische. Diese Seite zeigt, in welchen Funktionsbereichen ein Betrieb arbeitet, welche Zielarten es gibt, wie die Ziele zueinander stehen (komplementär, konkurrierend, indifferent) und wie man ein Ziel operationalisiert (messbar macht).

Unser Betrieb auf dieser Seite: die UNTERNEHMER AG, ein Industriebetrieb.

Inhaltsverzeichnis

  1. Funktionsbereiche des Industriebetriebs
  2. Produktionsfaktoren
  3. Zielarten
  4. Zielbeziehungen
  5. Ziele operationalisieren
  6. Typische Prüfungsfehler
  7. Auf einen Blick

1. Funktionsbereiche des Industriebetriebs

Ein Industriebetrieb gliedert sich in Funktionsbereiche, die zusammenarbeiten:

Industrie-betriebUnternehmensführungplant, entscheidet,kontrolliert ZieleProduktionProgramm, Ablauf,Menge festlegenAbsatzMarketing &VerkaufPersonalwirtschaftbeschafft & setztMitarbeiter einFinanzwirtschaftFinanzierung &InvestitionenRechnungswesenBuchführung &KLR, Abschluss
Funktionsbereich Aufgabe
Unternehmensführung plant, entscheidet und kontrolliert die vereinbarten Ziele
Produktion legt Produktionsprogramm, -ablauf und Menge fest
Absatz sorgt über das Marketing für den Verkauf der Produkte
Personalwirtschaft beschafft und setzt Mitarbeiter ein, gestaltet Arbeitsverträge
Finanzwirtschaft kümmert sich um Finanzierung und plant Investitionen
Rechnungswesen führt Geschäftsbuchführung, Kosten- und Leistungsrechnung und Jahresabschluss durch

2. Produktionsfaktoren

Um zu produzieren, kombiniert der Betrieb die betrieblichen Produktionsfaktoren:

Produktionsfaktor Beispiele
Betriebsmittel Maschinen, Gebäude, Werkzeuge, Fuhrpark
Werkstoffe Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
Arbeit ausführende Arbeit und leitende (dispositive) Arbeit

3. Zielarten

Ziele lassen sich nach ihrem Inhalt ordnen:

Zielart Beispiele
ökonomische Ziele – monetär Gewinn maximieren, Kosten senken, Rentabilität steigern, Liquidität sichern
ökonomische Ziele – nicht-monetär Bekanntheitsgrad erhöhen, gutes Image, Logo/Werbeslogan, Marktanteil
ethisch-soziale Ziele Mitarbeiterzufriedenheit, Arbeitsplatzsicherheit, Gleichbehandlung
ökologische Ziele Umweltschutz, Entsorgung von Verpackungsmaterial, Schonung von Ressourcen
Merke: Monetäre Ziele sind in Geld messbar, nicht-monetäre nicht direkt. Beide hängen zusammen: Ohne Gewinn lässt sich z. B. keine Werbekampagne zur Steigerung des Bekanntheitsgrads finanzieren.

4. Zielbeziehungen

Ziele stehen in einer Beziehung zueinander:

ZielbeziehungenkomplementärZiele ergänzen sich↗↗mehr ZufriedenheitkonkurrierendZiele behindern sich↗↘Gewinn ↔ Ressourcenindifferentunabhängig→  ↑Image ↮ Liquidität
Beziehung Bedeutung Beispiel
komplementär die Ziele ergänzen sich höhere Mitarbeiterzufriedenheit → höhere Umsätze
konkurrierend die Ziele behindern sich Gewinnmaximierung durch neue Produkte ↔ Schonung von Ressourcen
indifferent die Ziele sind unabhängig Image-Verbesserung beeinflusst die Liquidität nicht

5. Ziele operationalisieren

Ein Ziel ist nur steuerbar, wenn es messbar (operationalisiert) formuliert wird – mit:

Dimension Frage Beispiel
Zielinhalt Was? Umsatz
Zielausmaß Wie viel? + 10 %
Zeitbezug Bis wann? bis 31.12.
Segment/Bereich Wo? im Inlandsgeschäft
💡 Eselsbrücke: „Umsatz um 10 % bis Jahresende im Inland steigern“ ist operationalisiert – „mehr Umsatz“ ist es nicht.

6. Typische Prüfungsfehler

✗ Falsch

Monetäre und nicht-monetäre Ziele verwechseln.

✓ Richtig

Monetär = in Geld messbar (Gewinn, Kosten); nicht-monetär = z. B. Bekanntheitsgrad, Image.

✗ Falsch

Zielbeziehungen verwechseln.

✓ Richtig

komplementär (ergänzen), konkurrierend (behindern), indifferent (unabhängig).

✗ Falsch

Ein Ziel nicht operationalisieren.

✓ Richtig

Immer mit Inhalt, Ausmaß, Zeitbezug (und ggf. Segment) formulieren.

7. Auf einen Blick

  • Funktionsbereiche: Unternehmensführung, Produktion, Absatz, Personal, Finanz, Rechnungswesen.
  • Produktionsfaktoren: Betriebsmittel, Werkstoffe, Arbeit.
  • Zielarten: ökonomisch (monetär/nicht-monetär), ethisch-sozial, ökologisch.
  • Zielbeziehungen: komplementär, konkurrierend, indifferent.
  • Operationalisieren: Inhalt, Ausmaß, Zeitbezug (+ Segment).

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