BwR · FOS/BOS Bayern · Klasse 11 · Produktionswirtschaft

Produktionswirtschaft: Produktionsprogramm, Fertigungs- und Organisationstypen

Die Produktionswirtschaft legt fest, was in welcher Vielfalt produziert wird (Produktionsprogramm) und wie gefertigt wird. Dabei unterscheidet man Fertigungstypen (nach der Wiederholung) und Organisationstypen (nach der Anordnung der Maschinen).

Unser Betrieb: die UNTERNEHMER AG plant ihre Fertigung.

Inhaltsverzeichnis

  1. Produktionsprogramm: Breite und Tiefe
  2. Fertigungstypen (nach Wiederholung)
  3. Organisationstypen (nach Anordnung)
  4. Abstimmung von Produktion und Absatz
  5. Typische Prüfungsfehler
  6. Auf einen Blick

1. Produktionsprogramm: Breite und Tiefe

Das Produktionsprogramm beschreibt, welche Erzeugnisse ein Betrieb herstellt:

Begriff Bedeutung Beispiel
Programmbreite Anzahl verschiedener Produktlinien Fahrräder, E-Bikes, Roller
Programmtiefe Anzahl Varianten je Produktlinie pro Fahrrad: mehrere Rahmengrößen/Farben

2. Fertigungstypen (nach Wiederholung)

Die Fertigungstypen unterscheiden sich nach der Wiederholungshäufigkeit der Produktion:

Fertigungstyp Merkmal Beispiel
Einzelfertigung ein Stück nach Kundenwunsch Spezialmaschine, Schiff
Serienfertigung begrenzte Stückzahl einer Art, dann Umstellung Automodelle einer Serie
Sortenfertigung artverwandte Erzeugnisse auf gleichen Anlagen verschiedene Biersorten
Massenfertigung sehr große Stückzahl gleicher Produkte über lange Zeit Schrauben, Getränkeflaschen

3. Organisationstypen (nach Anordnung)

Die Organisationstypen unterscheiden sich nach der räumlichen Anordnung der Betriebsmittel:

Werkstattfertigunggleiche Maschinen zusammenDrehDrehDrehFräsFräsFräsFließfertigungnach ArbeitsablaufA→B→C→D
Organisationstyp Anordnung geeignet für
Werkstattfertigung gleichartige Maschinen in Werkstätten zusammengefasst Einzel-/Kleinserienfertigung
Fließfertigung Maschinen nach dem Arbeitsablauf hintereinander Massen-/Großserienfertigung
Gruppen-/Inselfertigung Teams fertigen ein Erzeugnis weitgehend komplett mittlere Serien, mehr Flexibilität
Baustellenfertigung Erzeugnis bleibt am Ort, Betriebsmittel kommen dorthin Gebäude, Großanlagen

4. Abstimmung von Produktion und Absatz

Produktion und Absatz müssen aufeinander abgestimmt sein: Wird mehr produziert als verkauft, steigen Lagerbestände und Kapitalbindung; wird weniger produziert als nachgefragt, gehen Umsätze verloren. Ziel ist eine gleichmäßige Auslastung bei bedarfsgerechter Menge.

5. Typische Prüfungsfehler

✗ Falsch

Fertigungs- und Organisationstyp verwechseln.

✓ Richtig

Fertigungstyp = nach Wiederholung (Einzel/Serie/Masse); Organisationstyp = nach Anordnung (Werkstatt/Fließ).

✗ Falsch

Programmbreite und -tiefe vertauschen.

✓ Richtig

Breite = Anzahl Produktlinien; Tiefe = Varianten je Linie.

6. Auf einen Blick

  • Produktionsprogramm: Breite (Linien) × Tiefe (Varianten).
  • Fertigungstypen (Wiederholung): Einzel-, Serien-, Sorten-, Massenfertigung.
  • Organisationstypen (Anordnung): Werkstatt-, Fließ-, Gruppen-, Baustellenfertigung.
  • Produktion und Absatz aufeinander abstimmen.

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