FOS Bayern · Betriebswirtschaftliches Rechnungswesen (BwR) · 11. Jahrgangsstufe · ALT – auslaufender Lehrplan · Lernbereich 1: Sich im Unternehmen orientieren und betriebliche Zielsetzungen überprüfen · ca. 8 Unterrichtsstunden

Unternehmensziele, Funktionsbereiche und Kennzahlen

Modellunternehmen: Die UNTERNEHMER AG ist ein Industriebetrieb. Damit die Funktionsbereiche zusammenwirken, formuliert die Unternehmensführung Ziele, priorisiert bei Zielkonflikten und überprüft die Zielerreichung mit Kennzahlen.

Hinweis zum Lehrplan: Diese Seite folgt dem auslaufenden Lehrplan (BwR) und bleibt für die nach altem Lehrplan geprüften Jahrgänge relevant. Grundlage ist der LehrplanPLUS FOS 11 BwR (gültig ab 2017/18).

Inhaltsverzeichnis

  1. Funktionsbereiche eines Industriebetriebs
  2. Zielarten
  3. Zielbeziehungen
  4. Operationalisierung von Zielen
  5. Kennzahlen zur Zielkontrolle
  6. Typische Fehler und Prüfungshinweise
  7. Auf einen Blick

1. Funktionsbereiche eines Industriebetriebs

Im Industriebetrieb werden die Produktionsfaktoren im Zusammenwirken der Funktionsbereiche zu einer Leistung kombiniert.

Materialwirtschaft
beschafft und lagert Werkstoffe
Produktion
stellt die Erzeugnisse her
Absatz
vermarktet und verkauft (Marketing)
Finanzwirtschaft
beschafft Kapital, plant Investitionen
Rechnungswesen
Buchführung, Jahresabschluss, Kosten- und Leistungsrechnung
Personalwirtschaft
beschafft und setzt Personal ein
Unternehmensführung
plant, entscheidet, kontrolliert (dispositiver Faktor)
Produktionsfaktoren: Elementarfaktoren sind Betriebsmittel, Werkstoffe (Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe, Fremdbauteile) und die ausführende Arbeit; hinzu kommt der dispositive Faktor (Leitung, Planung, Organisation).

2. Zielarten

Ökonomische Ziele
monetär (Gewinn, Rentabilität, Liquidität, Kostensenkung) und nicht monetär (Bekanntheitsgrad, Image, Marktanteil)
Ethisch-soziale Ziele
Mitarbeiterzufriedenheit, Arbeitsplatzsicherheit, Gleichbehandlung
Ökologische Ziele
Umweltschutz, Ressourcenschonung, Abfallvermeidung

3. Zielbeziehungen

Komplementär
Die Ziele ergänzen sich: höhere Mitarbeiterzufriedenheit → höhere Produktivität.
Konkurrierend
Die Ziele behindern sich: Gewinnmaximierung ↔ Ressourcenschonung.
Indifferent
Die Ziele beeinflussen sich nicht: Image-Verbesserung ↔ Liquidität.
Bei Zielkonflikten setzt die Unternehmensführung begründete Prioritäten und wägt die Interessen der Anspruchsgruppen ab.

4. Operationalisierung von Zielen

Ein Ziel ist erst überprüfbar, wenn es operationalisiert ist – mit Zielinhalt (was?), Zielausmaß (wie viel?) und Zeitbezug (bis wann?). Beispiel: „Den Umsatz bis zum 31.12. um 5 % steigern.“

5. Kennzahlen zur Zielkontrolle

\( \text{Rentabilität}=\dfrac{\text{Gewinn}}{\text{Kapital}}\cdot 100 \qquad \text{Produktivität}=\dfrac{\text{Ausbringungsmenge}}{\text{Faktoreinsatzmenge}} \qquad \text{Wirtschaftlichkeit}=\dfrac{\text{Ertrag}}{\text{Aufwand}} \)
Rentabilität misst die Verzinsung des Kapitals, Produktivität das Mengenverhältnis von Ausbringung zu Einsatz, Wirtschaftlichkeit das Wertverhältnis von Ertrag zu Aufwand. Eine Kennzahl über 1 bzw. steigende Werte zeigen Zielerreichung an.

6. Typische Fehler und Prüfungshinweise

✗ Häufiger Fehler
Produktivität und Wirtschaftlichkeit werden gleichgesetzt.
✓ So ist es richtig
Produktivität ist ein Mengenverhältnis, Wirtschaftlichkeit ein Wertverhältnis (Ertrag/Aufwand).
✗ Häufiger Fehler
Ein Ziel wird ohne Zeitbezug angegeben.
✓ So ist es richtig
Operationalisierte Ziele brauchen Inhalt, Ausmaß und Zeitbezug.
✗ Häufiger Fehler
Komplementäre und indifferente Ziele werden verwechselt.
✓ So ist es richtig
Komplementär = sich ergänzend; indifferent = ohne gegenseitige Beeinflussung.

7. Auf einen Blick

Sie können nun die Funktionsbereiche eines Industriebetriebs und die Produktionsfaktoren benennen, Zielarten und Zielbeziehungen unterscheiden, in Zielkonflikten Prioritäten begründen, Ziele operationalisieren und die Zielerreichung mit Rentabilität, Produktivität und Wirtschaftlichkeit überprüfen.

Alle Inhalte dieser Seite orientieren sich am offiziellen LehrplanPLUS Bayern (ISB) – auslaufender Lehrplan BwR (FOS/BOS).

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