Deutsch Gymnasium · Jahrgangsstufe 9 · Lernbereich 3 (gültigen Lehrplan)

Zitate mit Quellenangabe: Bücher, Zeitungen und Internetquellen nachweisen

Für ein Referat über Wildbienen in der Stadt hat Tim drei Quellen genutzt: ein Sachbuch, einen Zeitungsartikel und eine Internetseite. Im Referat zitiert er: „Viele Wildbienenarten sind auf ganz bestimmte Blütenpflanzen angewiesen.“ Seine Lehrerin fragt: Woher stammt das? Tim weiß es leider nicht mehr genau. In der Jahrgangsstufe 7 hast du gelernt, Übernahmen zu kennzeichnen, in der Jahrgangsstufe 8, wörtlich zu zitieren. In der Jahrgangsstufe 9 lernst du, zu jedem Zitat und jeder Übernahme eine vollständige Quellenangabe zu machen, sodass jeder Leser die Stelle wiederfinden kann. Alle Quellen auf dieser Seite sind Musterangaben, die nur zeigen, wie eine Angabe aufgebaut ist.

1. Warum eine vollständige Quellenangabe nötig ist

Hätte Tim nur geschrieben Sachbuch, S. 34, könnte niemand die Stelle finden, denn es gibt Tausende Sachbücher. Erst Verfasser, Titel, Erscheinungsort, Verlag und Erscheinungsjahr machen ein Buch eindeutig auffindbar.

Eine Quellenangabe nennt alle Angaben, die man braucht, um eine Quelle eindeutig zu identifizieren und die zitierte Stelle zu finden. Sie erfüllt dieselben Aufgaben wie die Kennzeichnung von Übernahmen, nur genauer: Sie ist fair gegenüber den Verfassern, macht deine Angaben überprüfbar und zeigt, dass du gründlich gearbeitet hast. In Referaten, Facharbeiten und später in der Seminararbeit der Oberstufe sind vollständige Quellenangaben Pflicht. Notiere dir deshalb unbedingt schon beim Recherchieren zu jeder Notiz die genaue Quelle; nachträglich ist sie oft kaum noch zu finden, wie Tim erfahren hat.

Merke: Eine Quellenangabe nennt Verfasser, Titel, Erscheinungsangaben und die Seite. Im Text steht ein Kurzbeleg oder eine Fußnote, am Ende ein alphabetisches Quellenverzeichnis. Bei Internetquellen gehören die Adresse und das Abrufdatum dazu.

Hilfreich ist eine kleine Quellenkartei, auf Papier oder in einer Datei. Lege für jede Quelle einen Eintrag an, in dem du sofort alle Angaben notierst: Verfasser, Titel, Erscheinungsangaben, bei Internetquellen Adresse und Abrufdatum. Darunter schreibst du deine Notizen und Zitate mit der jeweiligen Seitenzahl. Am Ende musst du die Einträge nur noch alphabetisch ordnen, und dein Quellenverzeichnis ist fertig.

2. Bücher, Zeitungen und Zeitschriften

Für ein Buch gibt Tim an: Musterfrau, Anna: Wildbienen in der Stadt. Musterstadt: Musterverlag, Erscheinungsjahr. Für einen Zeitungsartikel: Mustermann, Paul: Summende Dächer. In: Musterstädter Tagblatt, Erscheinungsdatum, S. 12.

Für ein Buch nennst du in dieser Reihenfolge: Nachname, Vorname des Verfassers, Doppelpunkt, Titel, Punkt, Erscheinungsort, Doppelpunkt, Verlag, Komma, Erscheinungsjahr. Diese Angaben findest du übrigens meist auf der Rückseite des Titelblatts. Für einen Artikel aus einer Zeitung oder Zeitschrift nennst du Verfasser und Titel des Artikels, dann das Wort In: mit dem Namen der Zeitung, das Erscheinungsdatum oder die Heftnummer und die Seitenzahl. Fehlt ein Verfassername, beginnst du mit dem Titel. Wichtig ist nicht eine bestimmte Form, sondern dass du eine Form wählst und sie in deiner ganzen Arbeit einheitlich anwendest. Oft gibt die Schule oder die Lehrkraft eine bestimmte Form verbindlich vor.

Quelle Aufbau der Angabe Muster
Buch Name, Vorname: Titel. Ort: Verlag, Jahr. Musterfrau, Anna: Wildbienen in der Stadt. Musterstadt: Musterverlag, Jahr.
Zeitungsartikel Name, Vorname: Titel. In: Zeitung, Datum, Seite. Mustermann, Paul: Summende Dächer. In: Musterstädter Tagblatt, Datum, S. 12.
Internetquelle Verfasser oder Herausgeber: Titel. URL (abgerufen am Datum). Musterverein: Bienen schützen. www.example.org/bienen (abgerufen am Datum).
Kurzbeleg im Text Name Jahr, Seite (Musterfrau Jahr, S. 34)
Quellenverzeichnis alle Quellen, alphabetisch am Ende der Arbeit

3. Internetquellen angeben und prüfen

Tims dritte Quelle ist eine Internetseite eines Naturschutzvereins. Er notiert sich dabei sorgfältig den Herausgeber, den Titel der Seite, die vollständige Adresse und das Datum, an dem er die Seite aufgerufen hat.

Bei Internetquellen nennst du Verfasser oder Herausgeber, den Titel der Seite, die vollständige Internetadresse und das Abrufdatum. Das Abrufdatum ist wichtig, weil sich Internetseiten ändern oder verschwinden können; es zeigt, wann der Inhalt so zu lesen war. Prüfe Internetquellen deshalb ganz besonders sorgfältig. Ein Impressum verrät, wer hinter einer Seite steht. Seiten von Behörden, Universitäten, Museen und seriösen Medien sind meist verlässlicher als anonyme Beiträge. Vergleiche wichtige Angaben mit einer zweiten Quelle, wie du es aus der Arbeit mit Material kennst. Eine Seite, deren Herkunft du nicht klären kannst, solltest du nicht als Beleg verwenden. Auch Lexikonseiten im Internet, an denen viele mitschreiben, eignen sich eher zur ersten Orientierung als zum Zitieren; die dort genannten Quellen sind oft die besseren Belege.

4. Kurzbeleg, Fußnote und Quellenverzeichnis

In Tims Referat steht nach dem Zitat in Klammern: (Musterfrau Jahr, S. 34). Am Ende des Referats findet sich das vollständige Quellenverzeichnis mit allen drei Quellen in alphabetischer Reihenfolge.

Damit der Text gut lesbar bleibt, steht die vollständige Angabe nicht direkt beim jeweiligen Zitat. Stattdessen verwendest du einen Kurzbeleg in Klammern mit Nachname, Jahr und Seite oder eine Fußnote, eine kleine hochgestellte Zahl, die auf eine Angabe am Seitenende verweist. Die vollständigen Angaben sammelst du im Quellenverzeichnis am Ende, alphabetisch nach den Nachnamen der Verfasser geordnet. Jede Quelle, auf die du im Text verweist, muss dort erscheinen, und umgekehrt gilt dasselbe. Kurzbelege brauchst du nicht nur bei wörtlichen Zitaten, sondern auch bei Paraphrasen. In der Jahrgangsstufe 10 lernst du, beim Exzerpieren die Quellenangaben gleich mitzuerfassen.

Ein Sonderfall ist das Zitat aus zweiter Hand. Manchmal findest du in einem Sachbuch ein Zitat, das die Verfasserin ihrerseits aus einer anderen Quelle übernommen hat. Am besten schlägst du dann die ursprüngliche Quelle selbst nach. Ist das nicht möglich, kennzeichnest du, dass du das Zitat nur indirekt kennst, etwa mit dem Zusatz zitiert nach und der Quelle, in der du es gefunden hast. So bleibt für den Leser durchschaubar, woher die Aussage eigentlich stammt.

Form und Wirkung: So setzt du es in deinem Text ein

In Tims überarbeitetem Referat heißt es: Viele Wildbienenarten sind, wie Anna Musterfrau betont, „auf ganz bestimmte Blütenpflanzen angewiesen“ (Musterfrau Jahr, S. 34). Der Naturschutzverein empfiehlt deshalb heimische Wildblumen auf Balkonen (vgl. Musterverein, abgerufen am Datum).

Stelle Mittel Wirkung
wie Anna Musterfrau betont Verfasser im Text genannt Herkunft sofort klar
„auf ganz bestimmte Blütenpflanzen angewiesen“ integriertes Zitat genauer Wortlaut als Beleg
(Musterfrau Jahr, S. 34) Kurzbeleg Stelle auffindbar
(vgl. Musterverein, …) Kurzbeleg mit vgl. für eine Paraphrase auch sinngemäße Übernahme belegt
Quellenverzeichnis am Ende vollständige Angaben Referat überprüfbar

Die Abkürzung vgl. für vergleiche zeigt, dass es sich um eine sinngemäße Übernahme handelt, nicht um ein wörtliches Zitat. So erkennt der Leser auf einen Blick, wo Tim den Wortlaut übernimmt und wo er in eigenen Worten wiedergibt, und kann beides im Quellenverzeichnis nachprüfen. Auffällig ist auch, dass Tim die Verfasserin im Satz selbst nennt: wie Anna Musterfrau betont. Diese Einbettung macht den Text flüssiger und zeigt zugleich, dass er mit seinen Quellen bewusst umgeht.

Typische Fehler – und wie du sie vermeidest

Falsch Richtig Warum
Quelle: Sachbuch, S. 34 Musterfrau, Anna: Wildbienen in der Stadt. Musterstadt: Musterverlag, Jahr. Nur vollständige Angaben sind auffindbar.
Internetquelle ohne Abrufdatum Adresse und Abrufdatum angeben Seiten ändern sich.
Quellen erst am Ende zusammensuchen schon beim Recherchieren notieren Sonst gehen Angaben verloren.
Kurzbeleg nur bei wörtlichen Zitaten auch Paraphrasen belegen, mit vgl. Jede Übernahme kennzeichnen.
Verschiedene Zitierweisen gemischt eine Form einheitlich anwenden Einheitlichkeit.

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