Deutsch Realschule Bayern · Jahrgangsstufe 8 · Richtig schreiben (LehrplanPLUS)

Fremdwörter aus dem Französischen, Straßen- und Ortsnamen

Manche Wörter schreibt man nicht so, wie man sie hört. Das gilt besonders für Fremdwörter aus dem Französischen, die im Alltag ganz selbstverständlich vorkommen, und für Eigennamen wie Straßen- und Ortsnamen, die eigenen Regeln folgen. Auf dieser Seite lernst du, welche Schreibmuster bei französischen Fremdwörtern immer wiederkehren, wo es zwei erlaubte Schreibweisen gibt und wie du Straßen- und Ortsnamen richtig schreibst. Die allgemeinen Regeln zur Großschreibung im Satz sind auf einer eigenen Seite erklärt; hier geht es nur um Eigennamen.

1. Woran du ein Fremdwort erkennst

Ein Fremdwort ist ein Wort, das aus einer anderen Sprache übernommen wurde und seine fremde Gestalt behalten hat. Viele dieser Wörter kamen aus dem Französischen zu uns, vor allem aus den Bereichen Essen, Kleidung, Wohnen und Umgangsformen. Du erkennst sie an drei Merkmalen: Sie tragen oft die Betonung auf der letzten Silbe, sie enden auf einen Wortausgang, den es in deutschen Erbwörtern nicht gibt, und sie enthalten Buchstabenfolgen, die anders klingen, als du sie liest. Wie man aus Wortbausteinen auf die Bedeutung eines Fremdworts schließt, lernst du in einer späteren Jahrgangsstufe; hier geht es um die richtige Schreibung.

2. Wortausgänge, die immer wiederkehren

Die meisten französischen Fremdwörter lassen sich einer kleinen Zahl von Wortausgängen zuordnen. Wenn du diese Muster einmal sicher kennst, musst du nicht jedes Wort einzeln auswendig lernen, sondern erkennst die Schreibung wieder.

Wortausgang Beispiele Worauf du achtest
-eur Ingenieur, Friseur, Monteur, Redakteur klingt nach „ör“, geschrieben wird -eur
-age Garage, Etage, Passage, Reportage klingt nach „asche“, nie mit sch geschrieben
-ette Serviette, Toilette, Manschette, Tablette immer mit doppeltem t
-ee Allee, Armee, Tournee, Klischee betontes langes e, geschrieben mit doppeltem e
-on Balkon, Salon, Karton, Pavillon endet auf -on, nie auf -ohn oder -ong

3. Laute, die anders geschrieben werden, als sie klingen

Neben den Wortausgängen gibt es einige Buchstabenfolgen, die dich beim Schreiben leicht in die Irre führen. Sie kehren in vielen Wörtern wieder, deshalb lohnt es sich, sie gemeinsam zu lernen.

Geschrieben Gesprochen Beispiele
ch am Wortanfang wie sch Chef, Chance, Charme, Champignon
ou wie u Souvenir, Route, Tour
eau wie langes o Niveau, Plateau
Schlusslaut am Wortende gar nicht Restaurant, Trikot, Rendezvous

Merke: Sprich ein Fremdwort beim Schreiben nicht mit, sondern rufe das Schriftbild auf. Wer „Garage“ nachspricht, schreibt leicht ein sch; wer sich das Wort vorstellt, schreibt -age.

4. Zwei erlaubte Schreibweisen und die Probe im Zweifelsfall

Einige Fremdwörter sind so gebräuchlich geworden, dass neben der französischen auch eine eingedeutschte Schreibung gilt. Beide Formen sind richtig, und du darfst frei wählen – innerhalb eines Textes solltest du dich aber für eine entscheiden. So stehen Friseur und Frisör nebeneinander, ebenso Portemonnaie und Portmonee sowie Mayonnaise und Majonäse. Bei vielen anderen Wörtern gibt es diese Freiheit dagegen nicht: Restaurant, Garage und Serviette behalten ihre französische Schreibung. Ob ein Wort eine zweite Form hat, verrät dir nur das Wörterbuch.

Für die Bedeutung hilft dir die Ersatzprobe. Setze statt des Fremdworts testweise ein deutsches Wort ein: Passt der Satz weiterhin, hast du die Bedeutung richtig erfasst. Aus „Wir wohnen in der dritten Etage.“ wird so „Wir wohnen im dritten Stockwerk.“ Oft merkst du dabei, dass ein einfaches deutsches Wort genauso gut passt. Für die Schreibung selbst ersetzt die Probe allerdings kein Nachschlagen.

5. Die Schreibung von Straßen- und Ortsnamen

Eigennamen folgen eigenen Regeln, die du dir gut einprägen kannst, weil sie kurz sind. Wird von einem Ortsnamen eine Form auf -er gebildet, schreibt man sie groß und verändert sie nie: die Münchner Straße, der Nürnberger Bahnhof, ein Regensburger Bäcker. In mehrteiligen Straßennamen wird das erste Wort großgeschrieben und jedes Adjektiv ebenfalls, während Artikel im Inneren klein bleiben: Am Alten Hafen, Zur Grünen Wiese, An der Neuen Schule. Besteht ein Straßenname aus einem Nomen und einem Grundwort wie Straße, Weg oder Platz, bilden beide ein einziges Wort: Bahnhofstraße, Rosenweg, Marktplatz. Steht dagegen eine Form auf -er oder ein Adjektiv davor, bleibt der Name zweiteilig: Münchner Straße, Lange Gasse. Mehrteilige Ortsnamen behalten alle ihre Teile, zum Beispiel Bad Tölz oder Frankfurt am Main.

So erkennst du es im Satz

Meine Tante wohnt in der Münchner Straße, gleich neben einer kleinen Passage. Von ihrem Balkon aus sieht man bis zur Alten Gasse hinunter. Am Samstag arbeitet sie als Friseurin in einem Salon am Marktplatz. Danach essen wir in einem Restaurant, das früher eine Garage war. Auf dem Rückweg kaufe ich in der Bahnhofstraße noch ein Souvenir für meinen Bruder.

Wort im Text Regel Worauf du achtest
Münchner Straße Form auf -er von einem Ortsnamen groß, unverändert und getrennt vom Grundwort
Alten Gasse Adjektiv im mehrteiligen Straßennamen das Adjektiv wird großgeschrieben
Bahnhofstraße Nomen mit dem Grundwort Straße beide Teile bilden ein einziges Wort
Passage Wortausgang -age trotz des sch-Lautes ohne sch geschrieben
Friseurin Wortausgang -eur auch die Form Frisörin ist erlaubt
Souvenir Buchstabenfolge ou gesprochen wie u, geschrieben ou

Typische Fehler – und wie du sie vermeidest

Falsch Richtig Warum?
Wir treffen uns in der münchner Straße. … in der Münchner Straße. Formen auf -er von einem Ortsnamen werden großgeschrieben.
Das Geschäft liegt in der Bahnhof Straße. … in der Bahnhofstraße. Nomen und Grundwort bilden hier ein einziges Wort.
Sie wohnt in der langen Gasse (als Straßenname). Sie wohnt in der Langen Gasse. Im Straßennamen gehört das Adjektiv zum Eigennamen und wird großgeschrieben.
Wir parken in der Garasche. Wir parken in der Garage. Der sch-Laut wird beim Wortausgang -age nie mit sch geschrieben.
Am Abend gehen wir ins Restorant. … ins Restaurant. Das Wort behält seine französische Schreibung, der Schlusslaut bleibt stumm.
Die Schreibung „Frisör“ wird als Fehler angestrichen. Friseur und Frisör sind beide richtig. Für einige gebräuchliche Fremdwörter gilt auch eine eingedeutschte Schreibung.

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