Mathematik · Mittelschule Bayern · Klasse 7 · Regelklasse und M-Zug · Lernbereich 6: Diagramme und statistische Kennwerte · LehrplanPLUS

Diagramme prüfen, Spannweite und Zentralwert berechnen

Ein Diagramm kann alles richtig darstellen – und trotzdem täuschen. Und ein Durchschnitt allein sagt oft zu wenig. In diesem Lernbereich bekommst Du zwei neue Kennwerte dazu, mit denen Du Daten besser beschreibst: die Spannweite und den Zentralwert. Und Du lernst, Darstellungen kritisch zu prüfen.

Du bist an einer anderen Schulart? Dasselbe Thema gibt es auf dem jeweiligen Niveau auch für Realschule Klasse 7 · Wirtschaftsschule Klasse 8.

Regelklasse oder M-Zug? In Jahrgangsstufe 7 ist dieser Lernbereich für beide Züge gleich. Diese Seite gilt also für Dich, egal in welcher Klasse Du bist. Unterschiede gibt es erst ab Jahrgangsstufe 8.

1. Drei Kennwerte für einen Datensatz

Nimm diese neun Werte – die Wochenarbeitszeit von neun Schülern im Nebenjob, in Stunden:

12  ·  15  ·  9  ·  21  ·  15  ·  18  ·  12  ·  30  ·  14

Merke: der erste Schritt ist immer das Sortieren

9  ·  12  ·  12  ·  14  ·  15  ·  15  ·  18  ·  21  ·  30

Ohne sortierte Liste kannst Du weder Spannweite noch Zentralwert bestimmen. Sortieren ist hier keine Fleißarbeit, sondern der eigentliche Rechenschritt.

91215182130 Spannweite = 30 − 9 = 21 Zentralwert 15 Mittelwert 16,2 Ausreißer

Merke: die drei Kennwerte

Kennwert So berechnest Du ihn Was er sagt
Arithmetisches Mittel Summe geteilt durch Anzahl der gerechte Durchschnitt
Spannweite größter Wert minus kleinster Wert wie weit die Werte auseinanderliegen
Zentralwert (Median) der mittlere Wert der sortierten Liste der typische Wert, unbeeindruckt von Ausreißern

Beispiel: alle drei Kennwerte berechnen

a) Arithmetisches Mittel

\( 9 + 12 + 12 + 14 + 15 + 15 + 18 + 21 + 30 = 146 \)

\( 146 : 9 \approx 16{,}2 \)

b) Spannweite

\( 30 – 9 = 21 \)

c) Zentralwert – bei 9 Werten steht der 5. Wert in der Mitte (vier davor, vier danach):

\( 9\ \ 12\ \ 12\ \ 14\ \ \underline{\textbf{15}}\ \ 15\ \ 18\ \ 21\ \ 30 \)

Der Zentralwert ist 15 Stunden.

Vergleich: Der Mittelwert liegt bei 16,2 Stunden, der Zentralwert bei 15. Der eine Schüler mit 30 Stunden zieht den Mittelwert nach oben – den Zentralwert nicht.

Merke: Zentralwert bei gerader Anzahl

Gibt es zwei mittlere Werte, nimmst Du deren Mittelwert. Beispiel mit vier Werten: 8, 11, 15, 20.

\( \dfrac{11 + 15}{2} = 13 \)

Der Zentralwert ist also 13 – auch wenn diese Zahl gar nicht in der Liste vorkommt.

2. Welcher Kennwert passt wann?

Beispiel: die Löhne in einem kleinen Betrieb

Fünf Angestellte verdienen im Monat: 2000 €, 2200 €, 2200 €, 2400 € und 9200 € (der Chef).

Mittelwert: \( (2000 + 2200 + 2200 + 2400 + 9200)\ \text{€} : 5 = 3600\ \text{€} \)

Zentralwert: \( 2000\ \ 2200\ \ \underline{\textbf{2200}}\ \ 2400\ \ 9200 \rightarrow 2200\ \text{€} \)

Der Mittelwert von 3600 € ist rechnerisch richtig – aber vier von fünf verdienen weniger. Der Zentralwert von 2200 € beschreibt den Betrieb ehrlicher.

Faustregel: Gibt es Ausreißer, ist der Zentralwert aussagekräftiger. Liegen die Werte dicht beieinander, sind beide Kennwerte etwa gleich – dann ist es egal.

3. Diagramme, die täuschen

485054 abgeschnittene Achse 50 gegen 52 sieht aus wie doppelt 202220232026 ungleiche Abstände Jahre fehlen auf der Achse 100 200 Symbole zu stark vergrößert Fläche wächst stärker als der Wert

Merke: vier Prüffragen an jedes Diagramm

  1. Beginnt die Wertachse bei 0? Sonst wirken kleine Unterschiede riesig.
  2. Sind die Abstände auf der Achse gleich? Fehlende Jahre verzerren jeden Verlauf.
  3. Werden Bildsymbole benutzt? Verdoppelt man Höhe und Breite, vervierfacht sich die Fläche – das täuscht.
  4. Wer hat erhoben, und wie viele wurden befragt? 20 Antworten sind keine Grundlage für eine allgemeine Aussage.

Beispiel: die richtige Darstellungsform wählen

Du willst zeigen … geeignet ist
Anzahlen vergleichen (Lieblingssport) Säulen- oder Balkendiagramm
eine Entwicklung über die Zeit Liniendiagramm
Anteile am Ganzen (Ausgaben) Kreisdiagramm
genaue Zahlenwerte Tabelle

Typische Fehler

  • Den Zentralwert aus der unsortierten Liste genommen.
  • Bei gerader Anzahl nur einen der beiden mittleren Werte genommen.
  • Spannweite als Summe statt als Differenz gerechnet.
  • Mittelwert und Zentralwert verwechselt.
  • Ein Diagramm für bare Münze genommen, ohne die Achse zu prüfen.

So machst Du es richtig

  • Immer zuerst sortieren, dann zählen.
  • Bei gerader Anzahl die beiden mittleren mitteln.
  • Spannweite: größter minus kleinster Wert.
  • Beide Kennwerte nennen und vergleichen.
  • Erst auf die Achse schauen, dann auf die Säulen.

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Grundlage: LehrplanPLUS Bayern, Mittelschule, Jahrgangsstufe 7, Regelklasse, Lernbereich 6 „Diagramme und statistische Kennwerte“ (Fachlehrplan Mathematik). Alle Rechenbeispiele sind eigene Aufgaben und maschinell gegengerechnet.

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