Sich im Unternehmen orientieren und betriebliche Zielsetzungen überprüfen
Grundlage ist das lern.de-Verlagsskript „Ziele des Unternehmens“. Die Skriptinhalte werden lehrplangerecht um Operationalisierung und Kennzahlen erweitert.
Inhaltsverzeichnis
- Industriebetrieb als Organisation
- Funktionsbereiche
- Betriebliche Produktionsfaktoren
- Unternehmensziele
- Ökonomische Ziele
- Ökologische und ethisch-soziale Ziele
- Zielbeziehungen
- Zielkonflikte entscheiden
- Ziele operationalisieren
- Rentabilität
- Produktivität
- Wirtschaftlichkeit
- Großfall UNTERNEHMER AG
- Typische Prüfungsfehler
- Prüfungs- und Transfertraining
- Lernbereich auf einen Blick
1. Industriebetrieb als Organisation
Ein Industriebetrieb kombiniert menschliche Arbeitsleistung, Betriebsmittel und Werkstoffe, um marktfähige Leistungen zu erstellen. Entscheidend ist das Zusammenwirken der betrieblichen Funktionsbereiche: Eine isolierte Betrachtung einzelner Abteilungen erklärt den betrieblichen Leistungsprozess nicht.
2. Funktionsbereiche
| Funktionsbereich | Aufgabe | Beispiel UNTERNEHMER AG |
|---|---|---|
| Materialwirtschaft | Material bedarfsgerecht beschaffen und bereitstellen | Rohstoffe und Fremdbauteile |
| Produktion | Produktionsfaktoren kombinieren | Fertigung |
| Absatz | Leistungen vermarkten und verkaufen | Vertrieb |
| Finanzwirtschaft | Kapital beschaffen und verwenden | Finanzierung von Maschinen |
| Rechnungswesen | Werteströme erfassen, auswerten und kontrollieren | GuV/Kostenrechnung |
| Personalwirtschaft | Personal beschaffen und einsetzen | Personalplanung |
| Unternehmensführung | Ziele setzen, Entscheidungen koordinieren und kontrollieren | Strategische Vorgaben |
3. Betriebliche Produktionsfaktoren
Im Leistungsprozess werden Arbeitsleistung, Betriebsmittel und Werkstoffe kombiniert. Die Qualität dieser Kombination beeinflusst Produktivität, Wirtschaftlichkeit und Zielerreichung.
4. Unternehmensziele
Unternehmensziele geben einen angestrebten zukünftigen Zustand vor. Das Verlagsskript unterscheidet ökonomische, ökologische und ethisch-soziale Ziele. Ziele ermöglichen Planung, Koordination und Kontrolle.
5. Ökonomische Ziele
Ökonomische Ziele sichern die wirtschaftliche Grundlage des Unternehmens. Monetäre Ziele können etwa Gewinn, Rentabilität, Umsatz oder Liquidität betreffen; nichtmonetäre ökonomische Ziele beispielsweise Marktstellung, Qualität oder Kundenbindung.
6. Ökologische und ethisch-soziale Ziele
Ökologische Ziele beziehen sich z. B. auf Ressourcenverbrauch, Emissionen oder Abfall. Ethisch-soziale Ziele betreffen u. a. Beschäftigte, Arbeitsbedingungen, Verantwortung und faire Beziehungen zu Anspruchsgruppen. Solche Ziele können ökonomische Wirkungen auslösen, sind aber nicht auf kurzfristigen Gewinn zu reduzieren.
7. Zielbeziehungen
| Beziehung | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| komplementär | Die Verfolgung eines Ziels unterstützt ein anderes. | Energieeinsparung senkt Emissionen und Energiekosten. |
| konkurrierend | Eine stärkere Zielerreichung erschwert ein anderes Ziel. | Höhere kurzfristige Ausschüttung kann Investitionsspielraum verringern. |
| indifferent | Zwischen den Zielen besteht im betrachteten Fall kein erkennbarer Zusammenhang. | Die Ziele beeinflussen sich nicht wesentlich. |
8. Zielkonflikte begründet entscheiden
Bei konkurrierenden Zielen reicht es nicht, den Konflikt nur zu benennen. Lernende gewichten die Ziele anhand der Unternehmenssituation, erläutern Folgen und setzen begründete Prioritäten.
9. Ziele operationalisieren
Ein überprüfbares Ziel benötigt mindestens Zielinhalt, Zielausmaß und Zeitbezug. Erst dann lässt sich die Zielerreichung anhand geeigneter Daten bzw. Kennzahlen kontrollieren.
10. Rentabilität
Rentabilität setzt einen Erfolg in Beziehung zum dafür eingesetzten Kapital. Sie beantwortet damit eine andere Frage als der absolute Gewinn.
11. Produktivität
Produktivität misst das mengenmäßige Verhältnis von Output zu Input.
12. Wirtschaftlichkeit
Wirtschaftlichkeit vergleicht wertmäßigen Ertrag und Aufwand. Ein Wert über 1 zeigt, dass der Ertrag den Aufwand übersteigt.
13. Großfall UNTERNEHMER AG
Die UNTERNEHMER AG plant eine Produktionsausweitung. Gleichzeitig sollen Energieverbrauch und Krankenquote sinken. Der Vorstand erwartet höhere Rentabilität.
- Ordnen Sie die Ziele den Zielarten zu.
- Operationalisieren Sie drei Ziele vollständig.
- Analysieren Sie mögliche komplementäre und konkurrierende Beziehungen.
- Berechnen und interpretieren Sie vorgegebene Produktivitäts-, Wirtschaftlichkeits- und Rentabilitätskennzahlen.
- Setzen Sie in einem Zielkonflikt eine begründete Priorität.
14. Typische Prüfungsfehler
| Fehler | Richtig |
|---|---|
| Gewinn und Rentabilität gleichsetzen | Absolute Erfolgsgröße und relative Kapitalverzinsung unterscheiden. |
| Produktivität mit Wirtschaftlichkeit verwechseln | mengenmäßiges Input-Output-Verhältnis versus wertmäßiges Ertrag-Aufwand-Verhältnis. |
| Zielbeziehung nur nennen | Wirkungszusammenhang am konkreten Fall erklären. |
| unklares Ziel als operationalisiert bezeichnen | Inhalt, Ausmaß und Zeitbezug prüfen. |
15. Prüfungs- und Transfertraining
- Ordnen Sie betriebliche Vorgänge den sieben Funktionsbereichen zu.
- Formulieren Sie je ein ökonomisches, ökologisches und ethisch-soziales Ziel.
- Operationalisieren Sie zwei unpräzise Unternehmensziele.
- Analysieren Sie drei Zielpaare hinsichtlich ihrer Zielbeziehung.
- Berechnen und interpretieren Sie Produktivität und Wirtschaftlichkeit.
- Beurteilen Sie einen Zielkonflikt der UNTERNEHMER AG unter Angabe einer begründeten Priorität.
16. Lernbereich auf einen Blick
- Sieben Funktionsbereiche eines Industriebetriebs sicher unterscheiden.
- Ökonomische, ökologische und ethisch-soziale Ziele einordnen.
- Komplementäre, konkurrierende und indifferente Zielbeziehungen erklären.
- Ziele über Inhalt, Ausmaß und Zeitbezug operationalisieren.
- Rentabilität, Produktivität und Wirtschaftlichkeit berechnen und interpretieren.
- Zielkonflikte nicht nur erkennen, sondern begründet entscheiden.
