BWL · FOS/BOS Bayern · Klasse 11 · Unternehmensziele
Ziele des Unternehmens
Ein Industriebetrieb verfolgt viele Ziele zugleich – wirtschaftliche, soziale und ökologische. Diese Seite zeigt, in welchen Funktionsbereichen ein Betrieb arbeitet, welche Zielarten es gibt, wie die Ziele zueinander stehen (komplementär, konkurrierend, indifferent) und wie man ein Ziel operationalisiert (messbar macht).
Unser Betrieb auf dieser Seite: die UNTERNEHMER AG, ein Industriebetrieb.
Inhaltsverzeichnis
- Funktionsbereiche des Industriebetriebs
- Produktionsfaktoren
- Das ökonomische Prinzip
- Zielarten
- Zielbeziehungen
- Ziele operationalisieren und überprüfen
- Zielformulierung nach der SMART-Regel
- Typische Prüfungsfehler
- Auf einen Blick
1. Funktionsbereiche des Industriebetriebs
Ein Industriebetrieb gliedert sich in Funktionsbereiche, die zusammenarbeiten:
| Funktionsbereich | Aufgabe |
|---|---|
| Unternehmensführung | plant, entscheidet und kontrolliert die vereinbarten Ziele |
| Produktion | legt Produktionsprogramm, -ablauf und Menge fest |
| Absatz | sorgt über das Marketing für den Verkauf der Produkte |
| Personalwirtschaft | beschafft und setzt Mitarbeiter ein, gestaltet Arbeitsverträge |
| Finanzwirtschaft | kümmert sich um Finanzierung und plant Investitionen |
| Rechnungswesen | führt Geschäftsbuchführung, Kosten- und Leistungsrechnung und Jahresabschluss durch |
2. Produktionsfaktoren
Um zu produzieren, kombiniert der Betrieb die betrieblichen Produktionsfaktoren:
| Produktionsfaktor | Beispiele |
|---|---|
| Betriebsmittel | Maschinen, Gebäude, Werkzeuge, Fuhrpark |
| Werkstoffe | Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe |
| Arbeit | ausführende Arbeit und leitende (dispositive) Arbeit |
3. Das ökonomische Prinzip
Weil die Mittel (Zeit, Geld, Material) knapp sind, handeln Unternehmen nach dem ökonomischen Prinzip (Wirtschaftlichkeitsprinzip) – in drei Ausprägungen:
| Ausprägung | Regel | Beispiel |
|---|---|---|
| Maximalprinzip | mit gegebenem Mitteleinsatz den größtmöglichen Ertrag erzielen | mit 10.000 € Werbebudget möglichst viele Neukunden gewinnen |
| Minimalprinzip | ein festes Ziel mit möglichst geringem Mitteleinsatz erreichen | 1.000 Stück mit möglichst wenig Materialeinsatz fertigen |
| Optimum-/Extremumprinzip | ein möglichst günstiges Verhältnis von Einsatz und Ertrag anstreben | bestes Verhältnis aus Qualität und Kosten finden |
Absolute und relative Entscheidungsgrößen: Entscheidungen werden mit absoluten Größen (in €, Stück) und relativen Größen (in %, Verhältniszahlen) begründet.
| Art | Beispiele |
|---|---|
| absolut | Gewinn 50.000 €, Umsatz 800.000 €, Absatzmenge 20.000 Stück |
| relativ | Umsatzrendite 6,25 %, Eigenkapitalquote 40 %, Marktanteil 12 % |
4. Zielarten
Ziele lassen sich nach ihrem Inhalt ordnen:
| Zielart | Beispiele |
|---|---|
| ökonomische Ziele – monetär | Gewinn maximieren, Kosten senken, Rentabilität steigern, Liquidität sichern |
| ökonomische Ziele – nicht-monetär | Bekanntheitsgrad erhöhen, gutes Image, Logo/Werbeslogan, Marktanteil |
| ethisch-soziale Ziele | Mitarbeiterzufriedenheit, Arbeitsplatzsicherheit, Gleichbehandlung |
| ökologische Ziele | Umweltschutz, Entsorgung von Verpackungsmaterial, Schonung von Ressourcen |
5. Zielbeziehungen
Ziele stehen in einer Beziehung zueinander:
| Beziehung | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| komplementär | die Ziele ergänzen sich | höhere Mitarbeiterzufriedenheit → höhere Umsätze |
| konkurrierend | die Ziele behindern sich | Gewinnmaximierung durch neue Produkte ↔ Schonung von Ressourcen |
| indifferent | die Ziele sind unabhängig | Image-Verbesserung beeinflusst die Liquidität nicht |
Prioritäten bei Zielkonflikten setzen: Stehen zwei Ziele im Konflikt (z. B. hohe Produktqualität ↔ niedrige Kosten), muss das Unternehmen begründet abwägen und ein Ziel vorziehen – etwa das Oberziel (langfristige Existenzsicherung) über kurzfristige Unterziele stellen.
| Zielbeziehung | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Zielharmonie (komplementär) | ein Ziel fördert das andere | höhere Qualität → höhere Kundenzufriedenheit |
| Zielkonflikt (konkurrierend) | ein Ziel behindert das andere | hoher Umweltschutz ↔ niedrige Kosten |
| Zielneutralität (indifferent) | die Ziele beeinflussen sich nicht | Mitarbeiterschulung ↔ Lieferantenwahl |
6. Ziele operationalisieren und überprüfen
Ein Ziel ist nur steuerbar, wenn es messbar (operationalisiert) formuliert wird – mit:
| Dimension | Frage | Beispiel |
|---|---|---|
| Zielinhalt | Was? | Umsatz |
| Zielausmaß | Wie viel? | + 10 % |
| Zeitbezug | Bis wann? | bis 31.12. |
| Segment/Bereich | Wo? | im Inlandsgeschäft |
7. Zielformulierung nach der SMART-Regel
Damit ein Ziel überprüfbar und erreichbar ist, sollte es nach der SMART-Regel formuliert werden – dieselbe Regel, die auch bei der Mitarbeitermotivation (Locke und Latham) zum Einsatz kommt:
8. Typische Prüfungsfehler
✗ Falsch
Monetäre und nicht-monetäre Ziele verwechseln.
✓ Richtig
Monetär = in Geld messbar (Gewinn, Kosten); nicht-monetär = z. B. Bekanntheitsgrad, Image.
✗ Falsch
Zielbeziehungen verwechseln.
✓ Richtig
komplementär (ergänzen), konkurrierend (behindern), indifferent (unabhängig).
✗ Falsch
Ein Ziel nicht operationalisieren.
✓ Richtig
Immer mit Inhalt, Ausmaß, Zeitbezug (und ggf. Segment) formulieren.
9. Auf einen Blick
- Funktionsbereiche: Unternehmensführung, Produktion, Absatz, Personal, Finanz, Rechnungswesen.
- Produktionsfaktoren: Betriebsmittel, Werkstoffe, Arbeit.
- Zielarten: ökonomisch (monetär/nicht-monetär), ethisch-sozial, ökologisch.
- Zielbeziehungen: komplementär, konkurrierend, indifferent.
- Operationalisieren: Inhalt, Ausmaß, Zeitbezug (+ Segment).
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