Deutsch Wirtschaftsschule Bayern · Jahrgangsstufe 8 (vier- und dreistufige Wirtschaftsschule) · Schreiben (LehrplanPLUS)
Zitate korrekt in den eigenen Text einbauen
Wer über einen Text schreibt, muss seine Aussagen belegen. Das geschieht mit Zitaten. Ein gut gesetztes Zitat zeigt, dass du genau gelesen hast, und macht deine Aussagen überprüfbar. Ein falsch gesetztes Zitat dagegen verfälscht den Text oder stört den Lesefluss. Auf dieser Seite lernst du, wie du wörtlich und sinngemäß zitierst, wie du Zitate grammatisch in deine Sätze einbaust und wie du Auslassungen, Ergänzungen und Fundstellen richtig kennzeichnest. Als Grundlage dient ein kurzer Sachtext mit Zeilenangaben, der für diese Seite geschrieben wurde.
1. Wozu Zitate dienen
Ein Zitat ist eine Stelle aus einem anderen Text, die du in deinen eigenen Text übernimmst. Das kann ein ganzer Satz, ein Satzteil oder auch nur ein einzelnes Wort sein. Zitate dienen als Beleg. Sie zeigen, dass deine Aussage über einen Text tatsächlich im Text steht.
Z. 1 Seit Oktober verschickt der Händler, der Büromaterial anbietet, seine Waren in Mehrwegkartons.
Z. 2 Die Kunden senden die leeren Kartons kostenlos zurück.
Z. 3 Nach Angaben des Unternehmens kommen fast alle Kartons zurück.
Z. 4 Die Geschäftsführerin sagt: „Wir sparen Müll und gewinnen zufriedene Kunden.“
Z. 5 Kritiker weisen darauf hin, dass die Rücksendung zusätzliche Fahrten verursacht.
Zitate machen deine Aussagen für andere überprüfbar. Wer deinen Text liest, kann an der angegebenen Stelle nachsehen, ob du richtig wiedergegeben hast. Deshalb gehört zu jedem Zitat eine Fundstelle, meist die Zeilenangabe. Bei längeren Texten nennst du auch die Seite: „(S. 12, Z. 3)“. Erstreckt sich ein Zitat über zwei Zeilen, schreibst du „(Z. 2 f.)“, bei mehreren Zeilen gibst du den Bereich an: „(Z. 2–4)“.
Zitiere sparsam und gezielt. Ein Text, der nur aus Zitaten besteht, zeigt nicht, dass du den Inhalt verstanden hast. Zitate stützen deine eigenen Aussagen, sie ersetzen sie nicht.
2. Wörtlich und sinngemäß zitieren
Es gibt zwei grundlegende Arten des Zitierens. Beim wörtlichen Zitat übernimmst du den Text genau. Beim sinngemäßen Zitat gibst du den Inhalt in eigenen Worten wieder.
| Art | Kennzeichnung | Beispiel |
|---|---|---|
| wörtlich | Anführungszeichen und Fundstelle | Die Kunden senden die Kartons „kostenlos zurück“ (Z. 2). |
| sinngemäß | keine Anführungszeichen, Fundstelle mit „vgl.“ | Die Rücksendung kostet die Kunden nichts (vgl. Z. 2). |
Das wörtliche Zitat muss genau stimmen, bis auf jeden Buchstaben und jedes Satzzeichen. Auch Fehler im Original übernimmst du unverändert. Wer ein Zitat verändert, ohne es zu kennzeichnen, verfälscht den Text.
„vgl.“ steht für „vergleiche“. Es zeigt, dass du dich auf eine Stelle beziehst, sie aber nicht wörtlich wiedergibst. Auch beim sinngemäßen Zitat darf der Inhalt nicht verfälscht werden.
Gibst du eine Äußerung einer Person sinngemäß wieder, verwendest du oft die indirekte Rede: „Die Geschäftsführerin erklärt, man spare Müll und gewinne zufriedene Kunden (vgl. Z. 4).“ So bleibt klar, dass die Aussage nicht von dir stammt.
3. Zitate in den Satz einbauen
Ein Zitat lässt sich auf verschiedene Weise in deinen Text einfügen. Wichtig ist, dass der Satz grammatisch stimmt und flüssig zu lesen ist.
| Art | Beispiel |
|---|---|
| mit Doppelpunkt angekündigt | Die Geschäftsführerin betont: „Wir sparen Müll und gewinnen zufriedene Kunden.“ (Z. 4) |
| in den eigenen Satz eingebettet | Laut Unternehmen kommen „fast alle Kartons zurück“ (Z. 3). |
| nur ein Wort oder Ausdruck | Die Rücksendung ist für die Kunden „kostenlos“ (Z. 2). |
Das eingebettete Zitat ist besonders elegant und wird in Prüfungen oft erwartet. Es fügt sich in deinen Satz ein, als wäre es ein Teil davon. Achte dabei darauf, dass Satzbau und Endungen zusammenpassen.
Bei der Kennzeichnung der Fundstelle steht die Klammer in der Regel nach dem schließenden Anführungszeichen. Endet der Satz mit dem eingebetteten Zitat, steht der Punkt erst nach der Klammer: „… zurück“ (Z. 3).
Beim eingebetteten Zitat entfällt der Schlusspunkt des Originals, denn dein eigener Satz endet erst nach der Fundstelle. Beginnt das Zitat mitten in deinem Satz, schreibst du das erste Wort so, wie es im Original steht. Ein großgeschriebenes Nomen bleibt groß, ein kleingeschriebenes Wort klein.
4. Auslassungen und Ergänzungen kennzeichnen
Manchmal willst du nur einen Teil eines Satzes zitieren oder ein Wort ergänzen, damit das Zitat in deinen Satz passt. Beides musst du kennzeichnen.
| Veränderung | Zeichen | Beispiel |
|---|---|---|
| Auslassung | […] | „Seit Oktober verschickt der Händler […] seine Waren in Mehrwegkartons“ (Z. 1). |
| Ergänzung | [ ] | „Die Kunden senden die leeren [Mehrweg-]Kartons kostenlos zurück“ (Z. 2). |
| Zitat im Zitat | ‚ ‘ | „Die Geschäftsführerin sagt: ‚Wir sparen Müll und gewinnen zufriedene Kunden.‘“ (Z. 4) |
Eine Auslassung darf den Sinn nicht verändern. Lässt du ein „nicht“ weg, sagt der Satz plötzlich das Gegenteil. Das wäre eine Verfälschung.
Eine Ergänzung in eckigen Klammern erklärt etwa, wer gemeint ist, oder passt eine Endung an. Sie zeigt dem Leser genau, welche Wörter von dir stammen.
Enthält dein Zitat selbst ein Zitat oder einen Titel in Anführungszeichen, werden diese inneren Anführungszeichen zu halben Anführungszeichen: ‚ ‘.
5. Typische Stolpersteine
Viele Fehler beim Zitieren entstehen durch ungenaues Abschreiben. Vergleiche jedes Zitat Wort für Wort mit dem Original, am besten mit dem Finger an der Zeile. Schon ein fehlendes Komma ist eine Abweichung.
Ein zweiter häufiger Fehler betrifft die Grammatik. „Die Kunden senden die Kartons ‚kostenlos zurück‘“ ist richtig. „Die Kunden ‚senden die leeren Kartons kostenlos zurück‘ werden“ ist falsch, weil das Zitat nicht in den Satzbau passt. Stelle den Satz dann um oder zitiere einen kürzeren Teil.
Ein dritter Fehler ist das Zitat ohne Einbettung. Ein Zitat, das unvermittelt und ohne eigene Erklärung im Text steht, lässt den Leser allein. Leite es ein und erkläre, was es zeigt.
Diese Seite behandelt Zitate aus Texten, die dir vorliegen. Wie du Quellen aus Büchern und dem Internet in einer längeren Arbeit vollständig angibst, lernst du in einer späteren Jahrgangsstufe.
So brauchst du es im Beruf
Auch im Beruf musst du dich auf Texte beziehen, etwa auf eine Kundenmail, einen Vertrag oder eine Anweisung. Genaues Zitieren verhindert Missverständnisse. Selin antwortet auf eine Reklamation und bezieht sich auf die E-Mail des Kunden.
Sehr geehrter Herr Brandl,
in Ihrer E-Mail vom 14. Oktober schreiben Sie, dass „zwei Kartons Druckerpapier fehlen“. Wir haben die Lieferung geprüft und senden Ihnen die fehlenden Kartons bis Freitag zu.
Mit freundlichen Grüßen
Selin Arslan
| Stelle | Funktion |
|---|---|
| „in Ihrer E-Mail vom 14. Oktober“ | Fundstelle des Zitats |
| „zwei Kartons Druckerpapier fehlen“ | wörtliches Zitat in Anführungszeichen |
| „schreiben Sie, dass“ | Einbettung in den eigenen Satz |
Das genaue Zitat zeigt dem Kunden, dass seine Nachricht sorgfältig gelesen wurde. Gleichzeitig ist klar, worauf sich die Antwort bezieht. Bei späteren Rückfragen lässt sich die Stelle schnell wiederfinden.
Typische Fehler – und wie du sie vermeidest
| Falsch | Richtig | Warum |
|---|---|---|
| Zitat ohne Fundstelle | Zeilenangabe ergänzen | Das Zitat muss überprüfbar sein. |
| Zitat ungenau abgeschrieben | Wort für Wort mit dem Original vergleichen | Wörtliche Zitate müssen genau stimmen. |
| Wörter weggelassen ohne […] | Auslassung mit […] kennzeichnen | Veränderungen müssen erkennbar sein. |
| sinngemäße Wiedergabe in Anführungszeichen | Anführungszeichen weglassen, „vgl.“ setzen | Nur wörtliche Zitate stehen in Anführungszeichen. |
| Zitat passt nicht in den Satzbau | Satz umstellen oder kürzeren Teil zitieren | Der Satz muss grammatisch stimmen. |
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