Deutsch Mittelschule Bayern · Jahrgangsstufen 5 bis 10 · Sprachgebrauch und Sprache untersuchen und reflektieren (LehrplanPLUS)
Quali Deutsch, Teil B im Überblick – was du aus den Jahrgangsstufen 5 bis 9 mitbringst
Am ersten Tag im Praktikum bekommst du einen Plan: Wo arbeitest du wann, und wer zeigt dir was? Einen solchen Plan brauchst du auch für Teil B der Quali. Der Stoff dazu ist über die Jahrgangsstufen 5 bis 9 verteilt, und diese Seite zeigt ihn auf einen Blick. Sie erklärt keinen Gegenstand neu, sondern ordnet die Gegenstände, hält fest, was in welcher Jahrgangsstufe dazukam, und gibt dir einen Arbeitsweg für die Vorbereitung.
1. Wer schreibt die Quali – und wo steht Teil B darin?
Ein Tag im Betrieb hat einen festen Ablauf: vormittags die Einweisung, mittags die Pause, nachmittags das Lager. Auch die Quali im Fach Deutsch folgt einem festen Ablauf aus vier Teilen. Nach der amtlichen Bekanntmachung dauert sie 195 Minuten Arbeitszeit und besteht aus Teil A Zuhören, Teil B Sprachgebrauch – Sprachbetrachtung und Rechtschreiben, Teil C Lesen und Teil D Schreiben.
Die Quali schreiben nach der Mittelschulordnung die Schülerinnen und Schüler der Regelklasse und der Deutschklasse in Jahrgangsstufe 9. Die Mittlere-Reife-Klasse schreibt sie auf Antrag der Erziehungsberechtigten. In Jahrgangsstufe 10 legt die Mittlere-Reife-Klasse keine Quali ab; Rechtschreibung und Sprachbetrachtung führt der Lehrplan dort trotzdem weiter.
Mehr steht hier nicht. Diese Seite macht keine Angaben dazu, welche Aufgaben in Teil B gestellt werden. Dazu geben deine Lehrkraft und die amtlichen Unterlagen Auskunft.
2. Was lässt sich an einem einzigen Praktikumssatz alles fragen?
Nimm diesen Satz: „Der Praktikant hat im Lager die Inventur gemacht.“ Du kannst ihn aus fünf Richtungen ansehen.
- Fragst du nach den Wörtern, bekommst du Wortarten: „Praktikant“ ist ein Nomen, „hat gemacht“ gehört zum Verb.
- Fragst du nach dem Satzbau, bekommst du Satzglieder: „Der Praktikant“ ist das Subjekt, „im Lager“ die Lokaladverbiale, „die Inventur“ das Akkusativobjekt.
- Fragst du nach dem Verb, bekommst du die Zeitform, hier das Perfekt.
- Fragst du nach den Fürwörtern, ersetzt du „Der Praktikant“ durch „Er“ und hast ein Personalpronomen.
- Fragst du nach der Schreibung, geht es um die Sicherheit bei einem Fremdwort wie „Inventur“.
Die Bezeichnung von Teil B nennt zwei Seiten: die Betrachtung der Sprache und das richtige Schreiben. Die Gegenstände des Lehrplans, die zu diesen beiden gehören, sortiert diese Seite. Sie sagt nicht voraus, welche Aufgaben im Prüfungsteil tatsächlich vorkommen.
3. Welche Jahrgangsstufe hat dir was gebracht?
Zuerst kommen sechs Gegenstände mit je einem Beispiel aus der Arbeitswelt, die du aus dem Praktikum kennst, danach die Tabelle für den schnellen Blick.
Beim Wort. „Die Pflegerin reicht ihm das Glas“ enthält Nomen (Pflegerin, Glas), ein Verb (reicht), Artikel (die, das) und ein Personalpronomen (ihm). Diese Wortarten kennst du seit Jahrgangsstufe 5; Präpositionen und Konjunktionen stehen in Jahrgangsstufe 6 als Wortarten im Lehrplan. Der Lehrplan der Mittleren-Reife-Klasse nennt ab Jahrgangsstufe 8 alle Wortarten einschließlich der Modalformen.
Im Satz. „Morgen stellt der Praktikant die Kisten ins Lager“ hat fünf Satzglieder: Temporaladverbiale, Prädikat, Subjekt, Akkusativobjekt und Lokaladverbiale. In Jahrgangsstufe 5 lernst du Subjekt, Prädikat, die drei Objekte sowie Lokal- und Temporaladverbiale kennen, dazu die vier Proben zum Finden; Jahrgangsstufe 6 baut das aus. Ab Jahrgangsstufe 7 nennt der Lehrplan der Regelklasse zusätzlich die Kausaladverbiale sowie Subjektsatz und Objektsatz, und in Jahrgangsstufe 8 sollst du Satzglieder sicher bestimmen.
Am Verb. Die Köchin kochte, sie hat gekocht, sie hatte gekocht, sie wird kochen: Dasselbe Verb steht hier im Präteritum, im Perfekt, im Plusquamperfekt und im Futur I. Präsens, Präteritum und Perfekt gehören zu Jahrgangsstufe 5; Plusquamperfekt, Futur I, Zeitenfolge sowie Aktiv und Passiv zu Jahrgangsstufe 6. Futur II und Konjunktiv I nennt der Lehrplan der Regelklasse in Jahrgangsstufe 7, Konjunktiv II und die indirekte Rede kommen in Jahrgangsstufe 8 dazu.
Beim Fürwort. „Die Praktikantin zeigt dem Anleiter ihr Formular, das sie gestern ausgefüllt hat“: In diesem Satz stehen ein Possessivpronomen (ihr), ein Relativpronomen (das) und ein Personalpronomen (sie). Personal- und Possessivpronomen lernst du in Jahrgangsstufe 5, Relativ- und Demonstrativpronomen nennt der Lehrplan der Regelklasse in Jahrgangsstufe 7. Prüfe bei jedem Pronomen, auf welches Wort im Satz es sich bezieht.
Beim Schreiben. Du schreibst „Betrieb“ und zweifelst: Steht am Ende ein b oder ein p? Für solche Fälle verlangt der Lehrplan ab Jahrgangsstufe 7 Rechtschreibstrategien und die Arbeit an den eigenen Fehlerschwerpunkten. Wie das Verfahren aussieht, steht auf der Überblicksseite zu Rechtschreibstrategien und Fehlerschwerpunkten; hier genügt die Einordnung.
Bei fremden Wörtern. „Inventur“, „Kontrolle“ und „Formular“ sind Fremdwörter, die in Betrieb und Behörde oft vorkommen. Lehn- und Fremdwörter nennt der Lehrplan ab Jahrgangsstufe 7, zusammen mit der Worttrennung bei Fremdwörtern; in Jahrgangsstufe 8 kommen die Fremdwörter in der Rechtschreibung dazu, in Jahrgangsstufe 9 die häufigen Wörter mit Besonderheiten und die Fremdwörter. Bei der Schreibung hilft meist nur Merken oder Nachschlagen.
So liest du die Tabelle: (R) heißt, der Gegenstand steht im Lehrplan der Regelklasse namentlich, der Lehrplan der Mittleren-Reife-Klasse nennt ihn nicht oder nur allgemein. (nur M) heißt, der Gegenstand steht nur im Lehrplan der Mittleren-Reife-Klasse.
| Gegenstand | Jgst. 5 | Jgst. 6 | Jgst. 7 | Jgst. 8 | Jgst. 9 |
|---|---|---|---|---|---|
| Wortarten | Nomen, Verb, Adjektiv, Artikel | Präposition und Konjunktion als Wortarten | siehe Pronomen | alle Wortarten mit Modalformen (nur M) | Wortarten sicher |
| Satzglieder | Subjekt, Prädikat, drei Objekte, Lokal- und Temporaladverbiale, vier Proben | Objekte und Adverbiale im Ausbau | Kausaladverbiale, Subjektsatz, Objektsatz (R) | sicher bestimmen; Attribute und Schachtelsatz (nur M) | Satzglieder (R) |
| Zeit- und Verbformen | Präsens, Präteritum, Perfekt | Plusquamperfekt, Futur I, Zeitenfolge, Aktiv und Passiv | Futur II, Konjunktiv I (R) | Konjunktiv I und II bilden, indirekte Rede | indirekte Rede zunehmend |
| Pronomen | Personal- und Possessivpronomen | – | Relativ- und Demonstrativpronomen (R) | – | – |
| Rechtschreibstrategien | – | – | Strategien, eigene Fehlerschwerpunkte | sicher und zunehmend selbständig | Strategien, eigene Fehlerschwerpunkte |
| Fremdwörter | – | – | Lehn- und Fremdwörter, Worttrennung bei Fremdwörtern | Fremdwörter in der Rechtschreibung; Internationalismen (nur M) | häufige Wörter mit Besonderheiten, Fremdwörter |
| Großschreibung und Zeichensetzung | Signalwörter, Endungen, Dehnungs-h; Aufzählung, vor Konjunktionen, wörtliche Rede | Nominalisierung, das oder dass, Getrennt- und Zusammenschreibung, Höflichkeitsanrede | Nominalisierungen; Satzreihe, Satzgefüge, Infinitivgruppen (R) | Zusammensetzungen; erweiterte Zeichensetzung (nur M) | Getrennt- und Zusammenschreibung als Schwerpunkt; nach Numeralien, Namen, Titeln (R) |
4. Wie gehst du die Vorbereitung Schritt für Schritt an?
Auf der Baustelle beginnt jede Arbeit mit einer Bestandsaufnahme, bevor das erste Brett gesägt wird. Für Teil B funktioniert das genauso.
- Bestand aufnehmen. Schreibe fünf Sätze über einen Praktikumstag und stelle an jeden Satz die fünf Fragen aus Abschnitt 2.
- Lücken markieren. Kreuze in der Tabelle die Gegenstände an, bei denen du unsicher warst.
- Eine Lücke nach der anderen schließen. Lies die Stufenseite zu diesem Gegenstand und löse danach Übungsaufgaben dazu.
- Fehler sammeln. Trage jeden Fehler in ein Fehlerprotokoll ein; wie das aussieht, steht auf der Überblicksseite zu Rechtschreibstrategien und Fehlerschwerpunkten.
- Gegenstände mischen. Sitzen die einzelnen Gegenstände, nimm dir einen fremden Text und prüfe ihn nach allen fünf Richtungen gleichzeitig.
- Wiederholen. Kehre nach einer Woche zu den Lücken zurück, die du markiert hattest.
Die Reihenfolge ist dabei wichtig: Erst wenn du weißt, wo deine Lücken liegen, lohnt sich das Üben im Einzelnen. Wer sofort alles durcharbeitet, wiederholt vor allem, was er schon kann. Plane für jeden Schritt einen festen Tag in der Woche ein, so wie im Praktikum jeder Tag seinen Platz im Plan hat.
So prüfst du es im Quali
Die Praktikantin sortiert heute die Schrauben im Lager. Gestern hat sie die Werkzeuge gezählt, die der Anleiter ihr hingelegt hatte. Er lobt, dass sie beim Zählen so genau war. Zum Schluss macht sie die Inventur. Dabei hilft ihr ein Kollege.
| Stelle im Text | Was darin steckt | Woran du es erkennst |
|---|---|---|
| „sortiert“ | Verb im Präsens, Prädikat | Es steht an zweiter Stelle im Aussagesatz, und „heute“ zeigt die Gegenwart. |
| „im Lager“ | Lokaladverbiale | Es antwortet auf die Frage „Wo?“ und wandert bei der Umstellprobe als Ganzes. |
| „hat … gezählt“ | Perfekt | Eine Form von „haben“ steht zusammen mit dem Partizip. |
| „hingelegt hatte“ | Plusquamperfekt | „haben“ steht im Präteritum, und das Hinlegen geschah vor dem Zählen. |
| „die“ nach „Werkzeuge“ | Relativpronomen | Es leitet den Nebensatz ein und bezieht sich auf „Werkzeuge“. |
| „ihr“ | Personalpronomen im Dativ | Es antwortet auf die Frage „Wem?“ und steht ohne Nomen. |
| „dass“ | Konjunktion | Man kann es nicht durch „dieses“ oder „welches“ ersetzen. |
| „beim Zählen“ | Nominalisierung | „beim“ steht für „bei dem“, danach folgt ein Nomen, und deshalb schreibt man groß. |
| „Inventur“ | Fremdwort | Die Schreibung merkst du dir oder schlägst sie nach. |
Teil B der Quali trägt die Bezeichnung „Sprachgebrauch – Sprachbetrachtung und Rechtschreiben“, und beides übst du, wenn du einen kurzen Text wie diesen Stelle für Stelle befragst.
Typische Fehler – und wie du sie vermeidest
| Falsch | Richtig | Warum |
|---|---|---|
| „Praktikant“ ist ein Nomen, also immer das Subjekt. | „Praktikant“ ist ein Nomen; ob es das Subjekt ist, zeigt erst der Satz: „Der Anleiter lobt den Praktikanten.“ | Die Wortart gehört zum einzelnen Wort, das Satzglied zu seiner Stelle im Satz. |
| Gestern fahre ich zur Baustelle. | Gestern bin ich zur Baustelle gefahren. | „Gestern“ verlangt eine Vergangenheitsform, das Präsens passt nicht dazu. |
| Der Anleiter sagt, das die Halle heute zu ist. | Der Anleiter sagt, dass die Halle heute zu ist. | Hier steht die Konjunktion, und die lässt sich nicht durch „dieses“ ersetzen. |
| Beim lüften der Küche wird es kalt. | Beim Lüften der Küche wird es kalt. | Nach „beim“ steht ein nominalisiertes Verb, und das schreibt man groß. |
| Das Formular, der sie gestern ausgefüllt hat, liegt im Lager. | Das Formular, das sie gestern ausgefüllt hat, liegt im Lager. | Das Relativpronomen richtet sich nach dem Bezugswort, und „Formular“ ist sächlich. |
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