Englisch Gymnasium · Jahrgangsstufe 9 · Text- und Medienkompetenzen (gültigen Lehrplan)
Film: wie Figuren gezeichnet werden
Ein Roman kann dir sagen, was eine Figur denkt. Ein Film muss es zeigen: durch Kleidung, Blicke, Stimme, Handlungen und die Art, wie andere auf die Figur reagieren. Diese Mittel nennt man Figurenzeichnung (characterisation). Der Lehrplan der Jahrgangsstufe 9 erwartet, dass du solche filmischen Gestaltungsmittel bewusst wahrnimmst und ihre Wirkung beschreibst. Auf dieser Seite lernst du, worauf du achten musst und wie du deine Beobachtungen auf Englisch formulierst.
Das kannst du schon: In Jahrgangsstufe 7 hast du Figuren, Handlung und Schauplatz in Filmsequenzen erfasst, in Jahrgangsstufe 8 Musik als filmisches Gestaltungsmittel wahrgenommen und Figurenkonstellationen untersucht.
Das kommt noch: In Jahrgangsstufe 10 nimmst du Kameraführung und Schnitt in ihrer Wirkung wahr. In Jahrgangsstufe 11 wendest du Techniken der Filmanalyse an, etwa Kameraperspektiven und Übergänge.
1. Direkt und indirekt: zwei Arten der Figurenzeichnung
Eine Figur kann direkt beschrieben werden – jemand sagt, wie sie ist. Häufiger zeigt ein Film ihre Eigenschaften indirekt, und du ziehst selbst Schlüsse.
| Art | englisch | Beispiel |
|---|---|---|
| direkt | direct characterisation | Her teacher says: She is the most talented student I know. |
| indirekt | indirect characterisation | She practises alone every evening after school. |
Merke: Indirekte Figurenzeichnung ist im Film die Regel. Frag dich bei jeder Szene: Was verrät diese Handlung über die Figur, und warum zeigt der Film sie gerade an dieser Stelle?
2. Worauf du achten kannst
Diese Mittel helfen Filmemachern, eine Figur zu zeichnen – oft mehrere gleichzeitig.
| Mittel | englisch | Was verrät es? |
|---|---|---|
| Aussehen, Kleidung | appearance, costume | Alter, Herkunft, Selbstbild |
| Mimik, Gestik, Haltung | facial expression, gestures, body language | Gefühle, Unsicherheit, Selbstbewusstsein |
| Stimme, Sprechweise | voice, way of speaking | Herkunft, Stimmung, Register |
| Handlungen, Entscheidungen | actions, decisions | Werte, Charakter |
| Reaktionen anderer | other characters’ reactions | Stellung in der Gruppe |
| Musik | music | Stimmung, die mit der Figur verbunden ist |
Merke: Eine einzelne Beobachtung reicht nicht. Überzeugend wird deine Beschreibung, wenn mehrere Mittel in dieselbe Richtung zeigen.
3. Entwicklung einer Figur
Manche Figuren bleiben während des ganzen Films gleich, andere verändern sich. Diese Veränderung ist oft der Kern der Geschichte.
| Begriff | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| static character | Figur ändert sich nicht | the strict head teacher |
| dynamic character | Figur entwickelt sich | the shy girl who finds her voice |
| turning point | Moment der Veränderung | when she decides to speak at the meeting |
Achte darauf, wie der Film die Veränderung sichtbar macht: Kleidung wird bunter, die Körperhaltung aufrechter, die Stimme fester. Gerade bei Literaturverfilmungen lohnt sich der Vergleich mit dem Buch: Was zeigt der Film, was der Roman nur erzählen kann?
4. Beobachtungen formulieren
Mit diesen Satzmustern beschreibst du Figuren und belegst deine Aussagen mit der Szene. Trenne dabei klar, was du siehst, und was du daraus schließt.
| Absicht | Formulierung |
|---|---|
| Beobachtung | At the beginning, Maya avoids eye contact. |
| Schluss ziehen | This suggests that she feels insecure. |
| Mittel benennen | Her plain, dark clothes make her almost invisible. |
| Entwicklung | By the end of the film, she speaks clearly and confidently. |
| Wirkung | The quiet music makes the audience feel sympathy for her. |
Merke: Beschreibe Filmszenen im simple present: Maya enters the room and sits down. Das gilt auch für Inhaltsangaben von Filmen.
5. Sprachreflexion: Englisch und Deutsch im Vergleich
Der deutsche Begriff „Charakterisierung“ entspricht dem englischen characterisation (BE) bzw. characterization (AE). Vorsicht bei „Charakter“: Im Englischen ist character sowohl die Figur als auch ihr Wesen. „Schauspieler“ heißt actor, „Rolle“ heißt part oder role.
| Deutsch | Englisch | Achtung |
|---|---|---|
| Figur | character | nicht: figure |
| Rolle | role, part | to play the part of |
| Mimik | facial expression | nicht: mimic |
| Zuschauer | audience, viewers | das Publikum: the audience |
| Verfilmung | film adaptation | of a novel |
Auch das Wort sympathy ist ein false friend: Es bedeutet „Mitgefühl“, nicht „Sympathie“. Für „Sie ist mir sympathisch“ sagst du I like her.
Tipp: Notiere beim ersten Ansehen nur Eindrücke, beim zweiten gezielt Belege: Szene, Mittel, Wirkung.
6. Anwendung: A scene from a short film
Scene 1: A school corridor in Manchester. Maya, 15, walks past a group of laughing students. She wears a grey hoodie, looks at the floor and holds her folder close to her chest. Nobody greets her. Soft piano music is playing.
Scene 2: The school’s careers fair. Maya stands in front of a stand for a local radio station. She opens her mouth, then turns away. The presenter calls after her: You were the girl with the great podcast, weren’t you? Maya stops and slowly turns round.
Scene 3: Two weeks later. Maya sits in a small radio studio, headphones on, wearing a bright yellow jacket. She speaks clearly into the microphone. The music is faster now, and her classmates are listening on their phones.
Vokabelhilfe
| Englisch | Deutsch |
|---|---|
| corridor | Gang, Flur |
| hoodie | Kapuzenpullover |
| folder | Mappe, Ordner |
| greet | grüßen |
| careers fair | Berufsmesse |
| stand | Messestand |
| presenter | Moderator, Moderatorin |
| confident | selbstbewusst |
Gut zu wissen: Die Szenen sind für diese Seite geschrieben. Untersuche Maya als dynamic character: Kleidung (grey hoodie – yellow jacket), Körperhaltung, Stimme, Musik und die Reaktionen anderer. Der Lehrplan der Jahrgangsstufe 9 nennt die Anforderungen der Berufswelt, etwa Praktikum und Ferienjob.
7. Typische Fehler – und wie du sie vermeidest
| Falsch | Richtig | Warum? |
|---|---|---|
| In the first scene, Maya walked past the students. | In the first scene, Maya walks past the students. | Filmszenen im simple present. |
| Maya is shy. | Maya seems shy because she avoids eye contact. | Aussage mit Beleg. |
| Her mimic shows fear. | Her facial expression shows fear. | Mimik = facial expression. |
| The music makes me sympathy. | The music makes the audience feel sympathy for her. | Wirkung auf das Publikum. |
| Maya is a static character because she changes. | Maya is a dynamic character because she changes. | dynamic = verändert sich. |
| The main figure is Maya. | The main character is Maya. | Figur = character. |
✏️ Jetzt selbst üben – im Aufgabengenerator
Erzeuge dir zu diesem Thema beliebig viele Übungsaufgaben mit Lösung – passend zu Gymnasium und deiner Jahrgangsstufe.
Aufgaben erzeugen →🎮 Live-Quiz für die Klasse
Teste dein Wissen im interaktiven Quiz – mit Sofort-Erklärung nach jeder Frage. Für Lehrkräfte: eigenes Klassen-Quiz starten.
Live-Quiz entdecken →