FOS Bayern · Betriebswirtschaftliches Rechnungswesen (BwR) · 13. Jahrgangsstufe · ALT – auslaufender Lehrplan · Lernbereich 3: Den Faktoreinsatz optimieren und Anpassungsformen ermitteln · ca. 40 Unterrichtsstunden
Produktions- und Kostentheorie
Modellunternehmen: Die UNTERNEHMER AG untersucht, wie der Faktoreinsatz die Kosten bestimmt und wie sie bei schwankender Beschäftigung die günstigste Anpassungsform wählt.
Inhaltsverzeichnis
- Produktionsfunktion vom Typ B
- Kosteneinflussgrößen
- Anpassungsformen
- Nutzkosten, Leerkosten und Kostenremanenz
- Typische Fehler und Prüfungshinweise
- Auf einen Blick
1. Produktionsfunktion vom Typ B
Im Industriebetrieb gilt die limitationale Produktionsfunktion vom Typ B: Die Produktionsfaktoren werden in einem festen Einsatzverhältnis kombiniert (z. B. Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe). Der Ertrag lässt sich nur steigern, indem alle Faktoren erhöht werden. Daraus ergibt sich ein linearer Gesamtkostenverlauf.
2. Kosteneinflussgrößen
höhere Qualität verteuert den Einkauf, zu geringe Qualität erzeugt Ausschuss und Mehrkosten.
ändern sich über Angebot und Nachfrage; wirken auf die variablen Kosten.
bestimmt Auslastung und Maschineneinsatz; Über-/Unterauslastung verändert die (fixen) Kosten.
die Betriebsgröße bestimmt die Fixkosten; die Beschäftigung (Auslastung) bestimmt die variablen Kosten.
3. Anpassungsformen
Ändert sich die Beschäftigung, passt der Betrieb die Produktion an – bei konstanter oder bei veränderter Betriebsgröße.
gleiche Intensität, aber mehr/weniger Arbeitszeit (Überstunden, Kurzarbeit).
gleiche Zeit, aber höhere/niedrigere Leistung je Zeiteinheit (Maschine schneller/langsamer).
Maschinen werden zu- oder abgeschaltet (mehr/weniger Aggregate).
gezielter Einsatz der jeweils kostengünstigsten Maschinen.
4. Nutzkosten, Leerkosten und Kostenremanenz
Die fixen Kosten fallen unabhängig von der Auslastung an. Der genutzte Teil sind Nutzkosten, der ungenutzte Teil Leerkosten.
Beispiel – UNTERNEHMER AG: Fixkosten 60.000,00 €, Kapazität 3.000 Stunden, genutzt 2.000 Stunden.
| Position | Rechnung | € |
|---|---|---|
| Nutzkosten | 60.000 · 2.000 / 3.000 | 40.000,00 |
| Leerkosten | 60.000 · 1.000 / 3.000 | 20.000,00 |
| fixe Kosten gesamt | 60.000,00 |
5. Typische Fehler und Prüfungshinweise
Produktionsfunktion Typ A wird verwendet.
Im Lehrplan ist nur die limitationale Produktionsfunktion Typ B mit linearem Kostenverlauf.
Nutz- und Leerkosten werden auf die variablen Kosten bezogen.
Nutz- und Leerkosten teilen die fixen Kosten nach dem Auslastungsgrad auf.
Bei Beschäftigungsrückgang sinken die Fixkosten sofort.
Wegen der Kostenremanenz sinken sie häufig nur verzögert.
6. Auf einen Blick
Sie können nun die Produktionsfunktion vom Typ B und den linearen Kostenverlauf erklären, Kosteneinflussgrößen unterscheiden, Anpassungsformen bei konstanter und veränderter Betriebsgröße auswählen sowie Nutz- und Leerkosten berechnen und die Kostenremanenz erläutern.
Alle Inhalte dieser Seite orientieren sich am offiziellen LehrplanPLUS Bayern (ISB) – auslaufender Lehrplan BwR (FOS/BOS).
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