BWL FOS Bayern · Jahrgangsstufe 13 · Lernbereich 13.3: Produktion (LehrplanPLUS, neuer Lehrplan)
Produktions- und Kostentheorie: den Faktoreinsatz optimieren
Die Produktions- und Kostentheorie untersucht, wie sich der Einsatz der Produktionsfaktoren auf Ausbringung und Kosten auswirkt – und wie ein Betrieb auf Nachfrageänderungen reagiert. Zentral sind die Kosteneinflussgrößen und die vier Anpassungsformen, mit denen ein Betrieb bei gleichbleibender Betriebsgröße die Produktion an den Bedarf anpasst.
1. Ziele und Einflussgrößen der Produktion
Die betriebliche Grundfunktion Produktion verfolgt mehrere, teils konkurrierende Ziele: Kostenminimierung, hohe Qualität, Termintreue/Liefergeschwindigkeit, Flexibilität sowie zunehmend Nachhaltigkeit (Ressourcen- und Energieeinsatz). Zentrale Einflussgrößen sind die eingesetzten Produktionsfaktoren, die Fertigungstiefe und die gewählte Anpassungsform an die Nachfrage.
2. Die limitationale Produktionsfunktion (Typ B)
In der Industrie gilt meist die limitationale Produktionsfunktion (Typ B): Die Produktionsfaktoren stehen in einem festen Einsatzverhältnis (z. B. genau 2 kg Material + 1 Arbeitsstunde je Stück). Man kann sie nicht gegeneinander austauschen (nicht substituieren) – mehr Output braucht proportional mehr von jedem Faktor. Das unterscheidet sie von der (nicht mehr im Lehrplan enthaltenen) ertragsgesetzlichen Funktion Typ A aus der Landwirtschaft.
3. Kosteneinflussgrößen
Vier Größen beeinflussen die Kosten eines Betriebs:
4. Die vier Anpassungsformen (bei konstanter Betriebsgröße)
Steigt oder sinkt die Nachfrage, passt der Betrieb die Produktion an – ohne die Betriebsgröße zu ändern. Es gibt vier Wege:
Quantitative Anpassung – Beispiel
| aktive Maschinen | Fixkosten | var. Kosten/St. |
|---|---|---|
| 1 Maschine | 10.000,00 | 10,00 |
| 2 Maschinen | 20.000,00 | 10,00 |
| 3 Maschinen | 30.000,00 | 10,00 |
Bei jedem Zuschalten steigt der Fixkostenblock sprunghaft um 10.000,00 € (Sprungkosten). Die variablen Stückkosten bleiben gleich.
Die weiteren drei Formen
- Selektive Anpassung: Von unterschiedlich teuren Anlagen werden die kostengünstigsten zuerst eingesetzt, teure erst bei hoher Nachfrage.
- Zeitliche Anpassung: Die Maschinen laufen länger oder kürzer (Schichten, Überstunden). Die Fixkosten bleiben, die variablen Kosten steigen mit der Laufzeit.
- Intensitätsmäßige Anpassung: Die Produktionsgeschwindigkeit wird verändert. Bei Abweichung von der optimalen Intensität steigen die Stückkosten (mehr Energie, mehr Ausschuss).
5. So fragt die Abschlussprüfung
- Erläutern Sie die limitationale Produktionsfunktion und die Kosteneinflussgrößen.
- Ordnen Sie Maßnahmen den vier Anpassungsformen zu.
- Berechnen Sie die Gesamtkosten bei quantitativer/zeitlicher Anpassung.
- Beurteilen Sie, welche Anpassungsform in einer Situation am kostengünstigsten ist.
6. Typische Fehler – und wie Sie Punkte retten
| Fehler | Richtig |
|---|---|
| Typ A und Typ B verwechseln | Typ B (limitational, festes Verhältnis) gilt in der Industrie. |
| Quantitative und zeitliche Anpassung vermischen | Quantitativ = Anzahl Anlagen; zeitlich = Laufzeit. |
| Bei quantitativer Anpassung die Fixkosten konstant lassen | Jede zugeschaltete Anlage erhöht den Fixkostenblock (Sprungkosten). |
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