Deutsch Wirtschaftsschule Bayern · Jahrgangsstufe 7 (vierstufige Wirtschaftsschule) · Richtig schreiben (LehrplanPLUS)
Das Komma bei Relativ- und Adverbialsätzen und die Zeichen der wörtlichen Rede
Kommas gliedern Sätze. Sie zeigen dem Leser, wo ein Gedanke beginnt und wo er endet. Besonders wichtig sind sie bei Nebensätzen. Auf dieser Seite lernst du, wie du Relativsätze und Adverbialsätze sicher erkennst und richtig mit Kommas abtrennst. Du erfährst außerdem, in welchen Fällen trotz eines Einleiteworts kein Komma steht. Zum Schluss wiederholst und vertiefst du die Zeichensetzung bei der wörtlichen Rede. Mit wenigen Proben setzt du Kommas künftig zuverlässig. Alle Beispiele stammen aus dem Alltag einer Schülerfirma, die Stofftaschen bedruckt.
1. Die Grundregel
Ein Nebensatz wird immer durch ein Komma vom Hauptsatz getrennt. Diese Regel gilt für alle Arten von Nebensätzen, also auch für Relativsätze und Adverbialsätze.
| Stellung des Nebensatzes | Kommas | Beispiel |
|---|---|---|
| nach dem Hauptsatz | ein Komma davor | Wir drucken heute, weil die Farbe da ist. |
| vor dem Hauptsatz | ein Komma danach | Weil die Farbe da ist, drucken wir heute. |
| im Hauptsatz eingeschoben | ein Komma davor und eines danach | Die Farbe, die gestern kam, ist sehr kräftig. |
Den Nebensatz erkennst du an zwei Merkmalen. Er beginnt mit einem Einleitewort, und das gebeugte Verb steht am Ende. Suche zuerst das gebeugte Verb. Steht es am Ende, hast du einen Nebensatz gefunden. Danach suchst du das Einleitewort. Unmittelbar davor setzt du das Komma, und am Ende des Nebensatzes prüfst du, ob ein zweites nötig ist.
2. Das Komma beim Relativsatz
Ein Relativsatz beschreibt ein Nomen genauer. Er beginnt mit einem Relativpronomen wie „der“, „die“, „das“, „welcher“, „welche“ oder „welches“. Das Relativpronomen bezieht sich auf das Nomen davor.
Die Kundin, die gestern angerufen hat, holt heute ab.
Wir verwenden den Stoff, den die Klasse ausgesucht hat.
Steht der Relativsatz am Ende, brauchst du nur ein Komma davor. Steht er mitten im Satz, schließt du ihn mit zwei Kommas ein. Das zweite Komma wird besonders oft vergessen.
Eine einfache Probe hilft dir. Lass den Relativsatz weg. Der übrige Satz muss vollständig und verständlich bleiben: „Die Kundin holt heute ab.“ Genau an den Stellen, an denen du herausgeschnitten hast, stehen die Kommas.
Das Komma steht bei jedem Relativsatz, ganz gleich, ob er eine wichtige oder nur eine ergänzende Information enthält. „Die Tasche, die rot ist, gehört Mia“ braucht genauso Kommas wie „Die Tasche, die übrigens rot ist, gehört Mia“.
3. Relativsätze mit Präposition und mit „wo“
Manchmal steht vor dem Relativpronomen eine Präposition. Dann setzt du das Komma vor die Präposition, nicht dahinter.
Das ist die Druckerei, mit der wir zusammenarbeiten.
Der Kunde, für den wir die Tasche bedruckt haben, ist zufrieden.
Ein häufiger Fehler ist „Das ist die Druckerei mit, der wir …“. Präposition und Relativpronomen gehören zusammen. Das Komma steht vor beiden.
Auch „wo“, „wohin“ und „woher“ können einen Relativsatz einleiten, wenn sie sich auf einen Ort beziehen: „Das Foyer, wo unser Stand steht, ist gut besucht.“ Auch hier trennt ein Komma den Nebensatz ab.
Relativsätze können sich auch auf einen ganzen Satz beziehen. Dann beginnen sie mit „was“: „Wir haben alle Taschen verkauft, was uns sehr freut.“ Das Komma steht vor „was“.
Auch „dessen“ und „deren“ leiten Relativsätze ein. Sie zeigen einen Besitz an: „Die Kundin, deren Tasche fertig ist, wird benachrichtigt.“ „Der Lieferant, dessen Stoff wir verwenden, kommt aus Franken.“ Das Komma steht vor „dessen“ und „deren“.
4. Das Komma beim Adverbialsatz
Ein Adverbialsatz gibt die Umstände an, zum Beispiel einen Grund, eine Zeit oder eine Bedingung. Er beginnt mit einer Konjunktion wie „weil“, „als“, „nachdem“, „wenn“, „obwohl“ oder „damit“.
Nachdem die Farbe getrocknet war, packten wir die Taschen ein.
Wir bestellen nach, wenn der Vorrat zur Neige geht.
Der Stand, obwohl er klein ist, zieht viele Kunden an.
Auch hier gilt die Grundregel. Ein Komma trennt den Adverbialsatz vom Hauptsatz. Steht er in der Mitte, umschließen ihn zwei Kommas.
Achte auf Konjunktionen, die aus mehreren Wörtern bestehen. Dazu gehören „ohne dass“, „anstatt dass“ und „so dass“. Das Komma steht vor dem ganzen Ausdruck, nicht in der Mitte: „Wir verpackten die Taschen, ohne dass etwas knitterte.“
Bei „je … desto“ trennt das Komma die beiden Teile: „Je mehr Taschen wir verkaufen, desto größer ist der Gewinn.“
Achte bei „als“ auf die Bedeutung. Als Zeitangabe leitet es einen Adverbialsatz ein, und ein Komma steht: „Als der Stoff ankam, begannen wir zu drucken.“ Als Vergleichswort steht es oft ohne Komma, wie du im nächsten Abschnitt siehst.
5. Wann kein Komma steht
Nicht jedes Einleitewort leitet einen Nebensatz ein. Bei Vergleichen mit „als“ oder „wie“ steht nur dann ein Komma, wenn ein vollständiger Nebensatz mit gebeugtem Verb folgt.
| Satz | Komma? | Grund |
|---|---|---|
| Die Taschen sind teurer als geplant. | nein | kein gebeugtes Verb nach „als“ |
| Die Taschen sind teurer, als wir geplant hatten. | ja | vollständiger Nebensatz |
| Sie ist so groß wie die blaue Tasche. | nein | kein gebeugtes Verb nach „wie“ |
Auch zwischen zwei Nebensätzen, die mit „und“ oder „oder“ verbunden sind, steht kein Komma: „Wir freuen uns, dass die Taschen gefallen und dass viele nachbestellen.“ Das gilt auch für Adverbialsätze: „Wenn die Farbe da ist und wenn das Wetter hält, drucken wir draußen.“ Nach dem zweiten Nebensatz steht dann wieder ein Komma vor dem Hauptsatz.
Steht ein Hauptsatz zwischen zwei Teilen, prüfst du jeden Nebensatz einzeln. Oft hilft es, den Satz laut zu lesen. An den Stellen, an denen du eine kurze Pause machst, steht häufig ein Komma. Die Pause ist aber nur ein Hinweis. Entscheidend ist immer die Grammatik.
6. Die Zeichen der wörtlichen Rede
Wörtliche Rede gibt die genauen Worte einer Person wieder. Sie steht in Anführungszeichen. Wie die übrigen Zeichen gesetzt werden, hängt davon ab, wo der Begleitsatz steht.
| Stellung des Begleitsatzes | Zeichen | Beispiel |
|---|---|---|
| vorangestellt | Doppelpunkt vor der Rede | Die Kundin sagt: „Die Tasche gefällt mir.“ |
| nachgestellt | Komma nach dem schließenden Anführungszeichen | „Die Tasche gefällt mir“, sagt die Kundin. |
| eingeschoben | Kommas vor und nach dem Begleitsatz | „Die Tasche“, sagt die Kundin, „gefällt mir.“ |
Beim nachgestellten Begleitsatz entfällt der Punkt am Ende der wörtlichen Rede. Fragezeichen und Ausrufezeichen bleiben dagegen erhalten. Trotzdem folgt nach dem Anführungszeichen ein Komma: „Ist die Tasche fertig?“, fragt der Kunde.
In Berichten und Protokollen gibst du Aussagen meist in der indirekten Rede wieder. In Erzählungen, Interviews und Zeitungsartikeln macht die wörtliche Rede einen Text dagegen lebendig und genau.
So brauchst du es im Beruf
In Geschäftsbriefen helfen Kommas, lange Sätze verständlich zu machen. Ein fehlendes Komma kann sogar den Sinn verändern. Die Schülerfirma schreibt einem Kunden eine Antwort.
Die Tasche, die Sie bestellt haben, ist fertig. Weil der Druck länger trocknen musste, kommt sie einen Tag später. Wir legen ein kleines Geschenk bei, mit dem wir uns für die Wartezeit entschuldigen. Sie können die Tasche abholen, wann es Ihnen passt.
| Stelle | Art | Kommas |
|---|---|---|
| „die Sie bestellt haben“ | Relativsatz, eingeschoben | zwei |
| „Weil der Druck länger trocknen musste“ | Adverbialsatz, vorangestellt | eines danach |
| „mit dem wir uns … entschuldigen“ | Relativsatz mit Präposition | eines vor „mit“ |
| „wann es Ihnen passt“ | Nebensatz am Ende | eines davor |
Jedes Komma steht an einer begründeten Stelle. Der Kunde kann den Brief flüssig lesen und versteht ihn auf Anhieb.
Fehlt dagegen ein Komma, muss der Leser den Satz zweimal lesen. Das kostet Zeit und kann zu Missverständnissen führen. In Angeboten und Verträgen achten Firmen deshalb besonders genau auf die Zeichensetzung.
Typische Fehler – und wie du sie vermeidest
| Falsch | Richtig | Warum |
|---|---|---|
| Die Kundin, die angerufen hat holt heute ab. | Die Kundin, die angerufen hat, holt heute ab. | Ein eingeschobener Relativsatz braucht zwei Kommas. |
| die Druckerei mit, der wir arbeiten | die Druckerei, mit der wir arbeiten | Das Komma steht vor der Präposition. |
| Nachdem die Farbe trocken war packten wir ein. | Nachdem die Farbe trocken war, packten wir ein. | Der Adverbialsatz wird abgetrennt. |
| teurer, als geplant | teurer als geplant | Ohne gebeugtes Verb kein Komma. |
| ohne, dass etwas knitterte | ohne dass etwas knitterte | Das Komma steht vor dem ganzen Ausdruck. |
| „Ist die Tasche fertig?“ fragt der Kunde. | „Ist die Tasche fertig?“, fragt der Kunde. | Nach der wörtlichen Rede folgt ein Komma. |
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