Englisch Wirtschaftsschule Bayern · Jahrgangsstufe 9 (dreistufige Wirtschaftsschule) · Verfügen über sprachliche Mittel: Grammatik (LehrplanPLUS)

Früher anders, heute Alltag: used to und be used to im Betrieb

Im Betrieb kommen zwei Wendungen vor, die auf dem Papier fast gleich aussehen und doch Gegenteiliges aussagen: used to und be used to. Die eine blickt zurück auf einen früheren Zustand, die andere beschreibt, was heute selbstverständlich ist. Auf dieser Seite lernst du, wie du beide Formen bildest, wann du welche brauchst und wie du den Gewöhnungsprozess mit get used to beschreibst. Backshift und Pronomenwechsel spielen hier keine Rolle – die kennst du bereits von der Seite zur indirekten Rede.

1. Vom Betrieb von früher erzählen: used to + Grundform

Mit used to + Grundform hältst du fest, was in einem Betrieb einmal üblich war und heute nicht mehr gilt. Genau dieses Gegenüber von damals und jetzt brauchst du, wenn du die Entwicklung einer Firma schilderst.

Englisch Deutsch
The firm used to sell only spare parts. Die Firma hat früher nur Ersatzteile verkauft.
We used to pack every order by hand. Wir haben früher jede Bestellung von Hand verpackt.
The warehouse used to be much smaller. Das Lager war früher viel kleiner.
They didn’t use to export their products. Sie haben ihre Produkte früher nicht exportiert.

Merke: used to hat keine Gegenwartsform. Die Wendung trägt nur, wo etwas regelmäßig geschah oder über längere Zeit so war. Ein einzelner Vorgang an einem festen Datum – eine bestimmte Lieferung, ein bestimmter Auftrag – verlangt dagegen das simple past: We received the goods last Monday.

2. Verneinung und Frage: did statt used

Für Verneinung und Frage greifst du auf dasselbe Hilfsverb zurück wie im simple past, nämlich did. Nach did verliert used – stehen bleibt use to stehen.

Aussage Verneinung Frage
The company used to import raw materials. It didn’t use to import raw materials. Did it use to import raw materials?
The branch used to open on Saturdays. It didn’t use to open on Saturdays. Did the branch use to open on Saturdays?

Merke: Nach did gehört zwingend use to, nie used to: Did the firm use to make its own packaging? – nicht „Did the firm used to make…?“

3. Was du im neuen Job gewohnt bist: be used to + Nomen oder -ing

Bei be used to ist used ein Eigenschaftswort, to dagegen ein Verhältniswort. Und auf ein Verhältniswort folgt im Englischen immer ein Nomen oder eine -ing-Form, niemals die Grundform. be used to sagt also aus, dass jemandem eine Sache längst vertraut ist – etwa einer erfahrenen Kollegin, die gerade neue Mitarbeitende anleitet.

Englisch Deutsch
She’s used to dealing with difficult customers. Sie ist es gewohnt, mit schwierigen Kunden umzugehen.
We are used to tight deadlines. Wir sind knappe Fristen gewohnt.
He was used to working in shifts. Er war es gewohnt, in Schichten zu arbeiten.
Our team is used to handling complaints by phone. Unser Team ist es gewohnt, Reklamationen telefonisch zu bearbeiten.

Merke: Nach be used to verträgt sich nicht mit der Grundform. So nicht: She’s used to deal with difficult customers. Richtig: She’s used to dealing with difficult customers.

4. Sich einarbeiten: get used to und die drei Formen im Vergleich

get used to benennt die Umstellung selbst – also genau die Phase, die eine neue Kollegin in ihren ersten Wochen durchläuft. Es verlangt dieselbe Ergänzung wie die vorige Wendung: ein Nomen oder eine -ing-Form.

Englisch Deutsch
She needed a few weeks to get used to the new ordering software. Sie brauchte einige Wochen, bis ihr die neue Bestellsoftware vertraut war.
You’ll soon get used to answering the phone in English. Du wirst dich bald daran gewöhnen, auf Englisch ans Telefon zu gehen.

Die drei Formen stehen nebeneinander in derselben Situation – eine neue Auszubildende in einem Betrieb:

Form Beispiel Bedeutung
used to She used to find the paperwork confusing. frühere Gewohnheit, heute vorbei
get used to She’s getting used to the paperwork. Prozess des Gewöhnens, gerade jetzt
be used to Now she’s used to the paperwork. Ergebnis: daran gewöhnt sein

Merke – die Eselsbrücke: Denke an eine Zeitachse: used to zeigt zurück in die Vergangenheit, get used to beschreibt die Bewegung dazwischen, und be used to beschreibt den heutigen Zustand.

Im Geschäftsalltag: eine Firmengeschichte erzählen und neue Kollegen einarbeiten

Auf der Über-uns-Seite oder im Vorstellungsgespräch wird oft gefragt, wie sich ein Betrieb entwickelt hat. Gleichzeitig gehört das Einarbeiten neuer Mitarbeitender zum Alltag fast jedes Unternehmens.

Kestrel Hardware used to be a small family shop selling tools to local builders. Twenty years later, it has three branches and its own online store. The staff used to write every order by hand; now the whole team is used to working with an electronic ordering system.

New employees usually need a few weeks to get used to the pace of the warehouse. Their supervisor, Ms Harker, often reminds them: „Don’t worry – everyone gets used to it eventually.“

In diesem kurzen Porträt stecken alle drei Formen: used to be und used to write blicken auf die Vergangenheit zurück, is used to working beschreibt den heutigen Zustand, und get used to beschreibt den Einarbeitungsprozess neuer Kolleginnen und Kollegen.

Landeskunde: Apprenticeship – die britische Berufsausbildung

In the United Kingdom, many young people start their working life with an apprenticeship rather than going straight to university. An apprentice combines paid on-the-job training at a company with part-time study, often at a local college, and works towards a recognised qualification.

Apprenticeships exist in a wide range of fields, from engineering and IT to retail and hospitality. A mentor at the company usually supervises the apprentice’s progress, sets tasks and gives regular feedback, so that the apprentice gradually takes on more responsibility.

For many employers, apprenticeships are a way of training staff exactly to their own needs, while apprentices gain real workplace experience alongside their qualification – a route that is increasingly seen as equal in value to a more academic path.

Vokabelhilfe

Englisch Deutsch
apprentice Auszubildende, Auszubildender
on-the-job training Ausbildung im Betrieb
qualification Qualifikation, Abschluss
mentor Mentorin, Mentor
to supervise beaufsichtigen, betreuen
responsibility Verantwortung
field (of work) Bereich, Fachgebiet
workplace experience Berufserfahrung im Betrieb

Gut zu wissen: Eine apprenticeship verbindet praktisches Arbeiten im Betrieb mit Unterricht an einem College und führt zu einem anerkannten Abschluss – ähnlich wie die duale Ausbildung in Deutschland, allerdings mit anderer Organisation. Im Vereinigten Königreich gilt dieser Weg in immer mehr Branchen als gleichwertige Alternative zu einem Studium.

Typische Fehler – und wie du sie vermeidest

Falsch Richtig Warum?
She’s used to answer the phone in English. She’s used to answering the phone in English. Nach be used to verlangt ein Nomen oder die -ing-Form, nicht die Grundform.
The firm didn’t used to export its products. The firm didn’t use to export its products. Nach did/didn’t fällt das d von used weg.
The branch use to open on Saturdays. The branch used to open on Saturdays. In der bejahten Aussage ohne did trägt used das d.
We used to receive the delivery this morning. We received the delivery this morning. used to trägt nur bei Wiederholung; ein einzelner Liefervorgang verlangt das simple past.
Did the firm used to import raw materials? Did the firm use to import raw materials? Nach did folgt use to, nicht used to.
New staff get used to worked in shifts quickly. New staff get used to working in shifts quickly. Nach get used to steht ebenfalls ein Nomen oder die -ing-Form, keine andere Verbform.

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