IBV FOS/BOS Bayern · Jahrgangsstufe 13 · Spieltheorie (LehrplanPLUS, alter Lehrplan)

Das Nash-Gleichgewicht

Das Nash-Gleichgewicht ist ein zentrales Konzept der Spieltheorie. Es beschreibt in nicht-kooperativen Spielen eine Strategiekombination, bei der kein Spieler einen Vorteil hat, allein von seiner Strategie abzuweichen. Jeder wählt die beste Antwort auf die Strategie des anderen – und bleibt dabei. Benannt ist es nach dem Mathematiker John Forbes Nash Jr. (1950).

Ausgangssituation. Die G AG und die B AG sind die einzigen zwei Hersteller eines Konsumguts. Ihr Produktionsverfahren ist wegen hoher Schadstoffe in der Kritik. Eine Investition in Filtertechnik verursacht Kosten, verbessert aber das Image. Der Nutzen wird in Einheiten gemessen (Imagegewinn positiv, Kosten negativ).

1. Die Auszahlungsmatrix (Nutzenänderungsmatrix)

Je nach Strategie beider Unternehmen ergeben sich unterschiedliche Nutzenänderungen. In jedem Feld steht: (Nutzen G AG | Nutzen B AG).

B AG G AG investiert investiert nicht investiert inv. nicht +1.400 | +1.400 (beide gewinnen) −200 | +2.000 +2.000 | −200 0 | 0 NASH-GG (kein Abweichungsanreiz)

2. Beste-Antwort-Analyse

Jeder Spieler fragt: „Was ist meine beste Antwort auf die Strategie des anderen?“

Sicht der G AG:

  • Wenn B investiert: G vergleicht +1.400 (investieren) vs. +2.000 (nicht) → G wählt nicht investieren.
  • Wenn B nicht investiert: G vergleicht −200 (investieren) vs. 0 (nicht) → G wählt nicht investieren.

→ Nicht investieren ist für G immer besser – eine dominante Strategie.

Sicht der B AG: symmetrisch – auch für B ist nicht investieren die dominante Strategie.

Nash-Gleichgewicht: Beide wählen „nicht investieren“ mit dem Ergebnis (0 | 0). Von hier hat kein Unternehmen einen Anreiz, allein abzuweichen (einseitiges Investieren brächte −200 statt 0).

3. Das Dilemma

Das Ergebnis ist paradox: Würden beide investieren, erhielten beide +1.400 – deutlich besser als (0 | 0). Trotzdem ist (investieren | investieren) kein stabiles Gleichgewicht: Jeder hätte den Anreiz, heimlich abzuweichen (nicht investieren brächte +2.000 statt +1.400). Das gegenseitige Misstrauen führt zum schlechteren Ergebnis für beide.

Merke: Dies ist die Struktur des Gefangenendilemmas: Individuell rationales Verhalten (dominante Strategie) führt zu einem Ergebnis, das für alle schlechter ist als das kooperative. Nur eine bindende Absprache (kooperatives Spiel, z. B. gesetzliche Filterpflicht) könnte das bessere Ergebnis (+1.400 | +1.400) sichern.

4. So fragt die Abschlussprüfung

  • Erstellen Sie die Auszahlungsmatrix aus der Aufgabenbeschreibung.
  • Ermitteln Sie die dominanten Strategien und das Nash-Gleichgewicht.
  • Erklären Sie, warum das Nash-Ergebnis für beide schlechter ist als die Kooperation.
  • Beurteilen Sie Möglichkeiten, das bessere Ergebnis zu erreichen (Absprache, Staat).

5. Typische Fehler – und wie Sie Punkte retten

Fehler Richtig
Das Feld mit dem höchsten Gesamtnutzen als Nash-GG angeben Nash-GG = kein einseitiger Abweichungsanreiz, nicht das „beste“ Feld.
Nur die Zeilen (einen Spieler) betrachten Beste Antwort für BEIDE Spieler prüfen.
Dominante Strategie mit Nash-GG gleichsetzen Dominante Strategien führen zum Nash-GG, sind aber nicht dasselbe.

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Grundlage: LehrplanPLUS Bayern, IBV FOS 13 (Spieltheorie). Alle Werte maschinell gegengerechnet.

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