Mathematik · Mittelschule Bayern · Jahrgangsstufe 10 (M-Zug) · Mittlerer Schulabschluss · Lernbereiche 1–7 · LehrplanPLUS
M10 Mathematik Bayern – der gesamte Prüfungsstoff
Du bist im M-Zug der Mittelschule und willst den mittleren Schulabschluss machen? Diese Seite enthält den kompletten Prüfungsstoff Mathematik – in zehn Themen, jedes mit Regelkasten, Zeichnung, vollständig gerechnetem Beispiel, Varianten und den typischen Fehlern. Egal ob Du Stunden verpasst hast oder kurz vor der Prüfung alles noch einmal brauchst: Hier steht es.
Die Themen sind genauso benannt und sortiert wie in der themenbezogenen Übersicht der Original-Prüfungen. Du findest also zu jedem Thema sofort die passenden Aufgaben – und umgekehrt.
So läuft die Abschlussprüfung ab
| Zeit | Punkte | Hilfsmittel | |
|---|---|---|---|
| Teil A | 30 Minuten | 8 | keine Formelsammlung, kein Taschenrechner |
| Teil B | 150 Minuten | 40 | Formelsammlung und Taschenrechner erlaubt |
| gesamt | 180 Minuten | 48 | Wörterbuch in Papierform erlaubt |
Teil A müssen alle bearbeiten. In Teil B werden zwei Aufgabengruppen angeboten – der Prüfungsausschuss wählt eine davon für Deine Klasse verbindlich aus. Du rechnest also nur eine Gruppe, und einzelne Aufgaben dürfen nicht getauscht werden.
Notenschlüssel (von 48 Punkten): 48,0–41,0 = Note 1 · 40,5–33,0 = 2 · 32,5–25,0 = 3 · 24,5–16,0 = 4 · 15,5–8,0 = 5 · 7,5–0 = 6.
Fünf Dinge, die in jeder Prüfung Punkte bringen
- In Teil A wird viel begründet, angekreuzt und erklärt. Schreib dort immer einen ganzen Satz – „falsch“ allein gibt keinen Punkt.
- Runde erst am Ende und schreib zu jedem Ergebnis die Einheit.
- Gib bei Gleichungen immer die Definitionsmenge \( \mathrm{ID} \) an, auch wenn nicht ausdrücklich danach gefragt wird.
- Rechne mit \( \pi \approx 3{,}14 \), so wie es auch in den amtlichen Lösungen gemacht wird.
- Der Taschenrechner muss auf DEG (Gradmaß) stehen, sonst stimmen alle Winkel nicht.
Die zehn Themen – spring direkt zu Deinem
- Lösen von Termen (Potenzen und Wurzeln)
- Binomische Formeln
- Lösen von Gleichungen (Bruchgleichungen)
- Lineare Funktionen – Geradengleichungen
- Quadratische Funktionen – Parabel
- Exponentialfunktionen (Wachstum, Zerfall, Zins)
- Geometrie der Ebene (Pythagoras, Trigonometrie)
- Strahlensätze und zentrische Streckung
- Raumgeometrie – Körper
- Statistik und Wahrscheinlichkeit
Ganz unten: Formelübersicht auf einen Blick und die Fehler, die am meisten Punkte kosten.
1. Lösen von Termen – Potenzen und Wurzeln
Lernbereich 1. Hier geht es darum, einen langen Term mit Potenzen, Wurzeln und mehreren Variablen so weit wie möglich zu vereinfachen. In Teil A wird oft nur gefragt, ob eine Umformung richtig oder falsch ist – in Teil B musst Du selbst vereinfachen.
Das musst Du wissen
Potenzgesetze (für \( a, b > 0 \)):
\( a^m \cdot a^n = a^{m+n} \qquad a^m : a^n = \dfrac{a^m}{a^n} = a^{m-n} \qquad \left(a^m\right)^n = a^{m \cdot n} \)
\( (a \cdot b)^n = a^n \cdot b^n \qquad \left(\dfrac{a}{b}\right)^n = \dfrac{a^n}{b^n} \qquad a^0 = 1 \qquad a^{-n} = \dfrac{1}{a^n} \)
Wurzelgesetze:
\( \sqrt[n]{a} = a^{\frac{1}{n}} \qquad \sqrt{a} \cdot \sqrt{b} = \sqrt{a \cdot b} \qquad \dfrac{\sqrt{a}}{\sqrt{b}} = \sqrt{\dfrac{a}{b}} \qquad \sqrt{a^2} = a \ \ (a \ge 0) \)
Merke: Beim Multiplizieren werden die Exponenten addiert, beim Dividieren subtrahiert, beim Potenzieren einer Potenz multipliziert. Zusammenfassen darfst Du nur Potenzen mit derselben Basis.
Schritt für Schritt
- Klammern auflösen. Jeder Faktor in der Klammer wird potenziert – auch die Zahl davor.
- Sortieren: zuerst die Zahlen, dann die Variablen alphabetisch.
- Zahlen ausrechnen.
- Gleiche Basen zusammenfassen (Exponenten addieren bzw. subtrahieren).
- Negative Exponenten in einen Bruch umschreiben.
Beispiel: Term mit mehreren Variablen vereinfachen
Vereinfache so weit wie möglich (\( a, b > 0 \)): \( T = \dfrac{\left(2a^3b\right)^2 \cdot 3a^2b^4}{6a^5b^3} \)
| \( T = \dfrac{\left(2a^3b\right)^2 \cdot 3a^2b^4}{6a^5b^3} \) | Klammer potenzieren: \( 2^2 = 4 \), \( \left(a^3\right)^2 = a^6 \) |
| \( T = \dfrac{4a^6b^2 \cdot 3a^2b^4}{6a^5b^3} \) | Zähler sortieren |
| \( T = \dfrac{12\,a^{8}\,b^{6}}{6a^5b^3} \) | Zahlen kürzen, Exponenten subtrahieren |
| \( T = 2a^3b^3 \) |
Varianten, die genauso gefragt werden
a) Term mit Wurzel. Vereinfache \( \sqrt{x^6y^4} \) für \( x, y > 0 \). Eine Wurzel ist eine Potenz mit dem Exponenten \( \frac{1}{2} \):
\( \sqrt{x^6y^4} = \left(x^6y^4\right)^{\frac{1}{2}} = x^{3} \cdot y^{2} \)
b) Negative Exponenten. Vereinfache \( \dfrac{5x^{-2}}{20x^{-5}} \) für \( x \neq 0 \):
\( \dfrac{5x^{-2}}{20x^{-5}} = \dfrac{5}{20} \cdot x^{-2-(-5)} = \dfrac{1}{4} \cdot x^{3} = \dfrac{x^3}{4} \)
c) Die Unbekannte steht im Exponenten. Schreib beide Seiten als Potenz mit derselben Basis, dann müssen auch die Exponenten gleich sein.
\( 2^x = \dfrac{1}{8} = \dfrac{1}{2^3} = 2^{-3} \quad \Rightarrow \quad x = -3 \)
\( 7^x : 7^{-1} = 7^4 \quad \Rightarrow \quad 7^{\,x+1} = 7^4 \quad \Rightarrow \quad x = 3 \)
d) Fehler finden und berichtigen (typische Teil-A-Aufgabe). In \( \left(5x^3\right)^2 = 5x^6 \) steckt ein Fehler.
Antwort: Beim Potenzieren einer Klammer muss jeder Faktor potenziert werden, also auch die Zahl 5. Richtig ist \( \left(5x^3\right)^2 = 25x^6 \).
Typische Fehler
- Vorfaktor vergessen: \( \left(3x^4\right)^2 \) ist nicht \( 3x^8 \), sondern \( 9x^8 \).
- Exponenten multipliziert statt addiert: \( a^3 \cdot a^4 = a^{7} \), nicht \( a^{12} \).
- Verschiedene Basen zusammengefasst. Nur bei gleichem Exponenten geht das: \( s^2 \cdot t^2 = (s \cdot t)^2 \).
- Minuszeichen verschluckt: \( a^{-2-(-5)} = a^{-2+5} = a^{3} \). Klammer setzen hilft.
- Zu früh gekürzt. Erst alles auf eine Bruchform bringen, dann kürzen.
2. Binomische Formeln
Lernbereich 7. Die binomischen Formeln sind Abkürzungen fürs Ausmultiplizieren. In der Prüfung tauchen sie fast immer als Lückenaufgabe auf: Ein Teil des Terms ist durch Platzhalter ersetzt, und Du sollst die fehlenden Terme ergänzen.
Das musst Du wissen
1. binomische Formel: \( (a+b)^2 = a^2 + 2ab + b^2 \)
2. binomische Formel: \( (a-b)^2 = a^2 – 2ab + b^2 \)
3. binomische Formel: \( (a+b) \cdot (a-b) = a^2 – b^2 \)
So erkennst Du die richtige Formel:
- drei Glieder, mittleres Glied mit \( + \) → 1. binomische Formel
- drei Glieder, mittleres Glied mit \( – \) → 2. binomische Formel
- zwei Glieder, dazwischen ein \( – \) → 3. binomische Formel
Warum das stimmt, siehst Du am Quadrat mit der Seitenlänge \( a+b \):
Beispiel: Term als Quadrat schreiben
Ergänze: \( 9x^2 – 30xy + 25y^2 = (\ \square \ – \ \square \ )^2 \)
- Drei Glieder, mittleres Glied negativ → 2. binomische Formel
- \( a = \sqrt{9x^2} = 3x \) (Wurzel aus dem ersten Glied)
- \( b = \sqrt{25y^2} = 5y \) (Wurzel aus dem letzten Glied)
- Probe: \( 2ab = 2 \cdot 3x \cdot 5y = 30xy \) – stimmt mit dem mittleren Glied überein
\( 9x^2 – 30xy + 25y^2 = (3x – 5y)^2 \)
Varianten
a) 3. binomische Formel. Zwei Glieder mit Minus dazwischen: \( \sqrt{16a^2} = 4a \), \( \sqrt{49b^2} = 7b \):
\( 16a^2 – 49b^2 = (4a + 7b) \cdot (4a – 7b) \)
b) Nur das mittlere Glied ist bekannt. Ergänze \( \square + 12x + \square = (\square + \square)^2 \). Hier gibt es mehrere richtige Lösungen; Bedingung ist nur \( 2 \cdot a \cdot b = 12x \):
\( x^2 + 12x + 36 = (x+6)^2 \qquad \text{oder} \qquad 4x^2 + 12x + 9 = (2x+3)^2 \)
Schreib in der Prüfung dazu, dass auch andere Lösungen möglich sind – das zeigt, dass Du das Prinzip verstanden hast.
c) Bruchterm kürzen. Vereinfache \( \dfrac{x^2-16}{x+4} \) und gib die Definitionsmenge an.
Der Nenner darf nicht null werden: \( x + 4 \neq 0 \Rightarrow x \neq -4 \), also \( \mathrm{ID} = \mathrm{IR} \setminus \{-4\} \).
\( \dfrac{x^2-16}{x+4} = \dfrac{(x+4) \cdot (x-4)}{x+4} = x – 4 \)
Merke: Kürzen darfst Du nur Faktoren, niemals einzelne Summanden.
Typische Fehler
- Das mittlere Glied fehlt: \( (a+b)^2 \) ist nicht \( a^2+b^2 \). Das ist der häufigste Fehler überhaupt.
- Faktor 2 vergessen. Im mittleren Glied steht \( 2ab \), nicht \( ab \).
- Zweite binomische Formel: Das letzte Glied ist \( +b^2 \), denn \( (-b) \cdot (-b) = +b^2 \).
- Minus vor der Klammer nur auf das erste Glied angewendet: \( -(a-b)^2 = -a^2+2ab-b^2 \).
- Summanden gekürzt und Definitionsmenge vergessen.
3. Lösen von Gleichungen – Bruchgleichungen
Lernbereich 7. In jeder Prüfung steht mindestens eine Bruchgleichung: eine Gleichung, bei der die Unbekannte \( x \) im Nenner vorkommt. Dabei musst Du immer beides angeben – die Definitionsmenge \( \mathrm{ID} \) und die Lösungsmenge \( \mathrm{IL} \).
Das musst Du wissen
Definitionsmenge: Ein Nenner darf niemals null werden. Setz also jeden Nenner gleich null und schließ diese Werte aus.
Beispiel: \( x – 3 \neq 0 \Rightarrow x \neq 3 \), also \( \mathrm{ID} = \mathrm{IR} \setminus \{3\} \)
Quadratische Gleichung in der Form \( ax^2+bx+c = 0 \) bzw. \( x^2+px+q = 0 \):
Lösungsformel: \( x_{1;2} = \dfrac{-b \pm \sqrt{b^2 – 4 \cdot a \cdot c}}{2a} \)
p-q-Formel: \( x_{1;2} = -\dfrac{p}{2} \pm \sqrt{\left(\dfrac{p}{2}\right)^2 – q} \)
Warum beide? Die p-q-Formel ist kürzer, funktioniert aber nur, wenn vor dem \( x^2 \) eine 1 steht. Die Lösungsformel funktioniert immer. Wenn Du nach der 10. Klasse an die FOS oder ans Gymnasium wechselst, stehen dort regelmäßig andere Zahlen als 1 oder \( -1 \) vor dem höchsten Exponenten – wer die Lösungsformel kennt, muss dann nichts Neues lernen. In der Prüfung darfst Du frei wählen.
Diskriminante \( D \) (der Ausdruck unter der Wurzel): \( D > 0 \Rightarrow \) zwei Lösungen, \( D = 0 \Rightarrow \) eine Lösung, \( D < 0 \Rightarrow \) keine Lösung.
Schritt für Schritt
- Definitionsmenge bestimmen: jeden Nenner \( \neq 0 \) setzen.
- Hauptnenner suchen – Nenner wie \( x^2-4 \) vorher faktorisieren: \( x^2-4 = (x-2)(x+2) \).
- Alle Brüche auf den Hauptnenner bringen.
- Mit dem Hauptnenner multiplizieren – die Brüche verschwinden.
- Ausmultiplizieren und ordnen zu \( ax^2+bx+c = 0 \).
- Lösen mit Lösungsformel oder p-q-Formel.
- Vergleich mit \( \mathrm{ID} \): Lösungen, die nicht in \( \mathrm{ID} \) liegen, streichen (Scheinlösungen).
- Lösungsmenge \( \mathrm{IL} \) hinschreiben.
Beispiel: Bruchgleichung mit Scheinlösung
Gib die Definitionsmenge an und ermittle die Lösungsmenge rechnerisch:
\( \dfrac{x}{x-2} + \dfrac{4}{x+2} = \dfrac{8}{x^2-4} \)
Der Nenner \( x^2-4 \) lässt sich mit der 3. binomischen Formel zerlegen: \( x^2-4 = (x-2)(x+2) \). Damit gilt \( x \neq 2 \) und \( x \neq -2 \):
\( \mathrm{ID} = \mathrm{IR} \setminus \{-2;\,2\} \)
Der Hauptnenner ist \( (x-2)(x+2) \):
| \( \dfrac{x(x+2)}{(x-2)(x+2)} + \dfrac{4(x-2)}{(x-2)(x+2)} = \dfrac{8}{(x-2)(x+2)} \) | \( |\cdot (x-2)(x+2) \) |
| \( x(x+2) + 4(x-2) = 8 \) | ausmultiplizieren |
| \( x^2 + 2x + 4x – 8 = 8 \) | \( |-8 \) |
| \( x^2 + 6x – 16 = 0 \) |
Mit der Lösungsformel (\( a = 1 \), \( b = 6 \), \( c = -16 \)):
\( x_{1;2} = \dfrac{-6 \pm \sqrt{6^2 – 4 \cdot 1 \cdot (-16)}}{2 \cdot 1} = \dfrac{-6 \pm \sqrt{100}}{2} = \dfrac{-6 \pm 10}{2} \)
Mit der p-q-Formel (\( p = 6 \), \( q = -16 \)):
\( x_{1;2} = -3 \pm \sqrt{3^2 – (-16)} = -3 \pm \sqrt{25} = -3 \pm 5 \)
Beide Wege ergeben \( x_1 = 2 \) und \( x_2 = -8 \). Da \( x_1 = 2 \) nicht in \( \mathrm{ID} \) liegt, ist es eine Scheinlösung:
\( \mathrm{IL} = \{-8\} \)
Varianten
a) Bruchgleichung, die auf eine lineare Gleichung führt: \( \dfrac{3}{x+1} = \dfrac{2}{x-4} \) mit \( \mathrm{ID} = \mathrm{IR} \setminus \{-1;\,4\} \).
\( 3 \cdot (x-4) = 2 \cdot (x+1) \ \Rightarrow \ 3x – 12 = 2x + 2 \ \Rightarrow \ x = 14 \)
\( 14 \in \mathrm{ID} \), also \( \mathrm{IL} = \{14\} \). Bei genau zwei Brüchen darfst Du auch „über Kreuz“ multiplizieren – das ist dasselbe.
b) Quadratische Gleichung ohne Bruch: \( 2x^2 – 8x – 24 = 0 \), also \( \mathrm{ID} = \mathrm{IR} \). Zuerst durch 2 teilen:
\( x^2 – 4x – 12 = 0 \ \Rightarrow \ x_{1;2} = 2 \pm \sqrt{4+12} = 2 \pm 4 \ \Rightarrow \ \mathrm{IL} = \{-2;\,6\} \)
c) Wie viele Lösungen gibt es? Bei \( x^2 – 6x + 11 = 0 \) ist \( D = (-3)^2 – 11 = -2 \).
Da \( D < 0 \), kann die Wurzel nicht gezogen werden: Die Gleichung hat keine Lösung, \( \mathrm{IL} = \{\ \} \).
d) Definitionsmenge begründen (typische Teil-A-Aufgabe). Warum ist bei \( \dfrac{x+1}{5} = \dfrac{2x}{7} \) die Definitionsmenge \( \mathrm{ID} = \mathrm{IR} \)?
Antwort: In den Nennern stehen nur die Zahlen 5 und 7. Sie enthalten kein \( x \) und können deshalb niemals null werden. Also ist jede reelle Zahl einsetzbar.
Typische Fehler
- Definitionsmenge vergessen. Dafür gibt es eigene Punkte – und ohne \( \mathrm{ID} \) erkennst Du die Scheinlösung nicht.
- Nur einen Teil der Gleichung multipliziert. Der Hauptnenner muss mit jedem Summanden auf beiden Seiten multipliziert werden.
- Nenner nicht faktorisiert. \( x^2-4 \) ist \( (x-2)(x+2) \).
- Scheinlösung stehen gelassen. Immer zum Schluss mit \( \mathrm{ID} \) vergleichen.
- Vorzeichenfehler bei \( \frac{p}{2} \): Bei \( p = -4 \) ist \( -\frac{p}{2} = +2 \).
- Nur eine Lösung angegeben – das \( \pm \) liefert zwei Werte.
4. Lineare Funktionen – Geradengleichungen
Lernbereich 7. Geraden kommen in jeder Prüfung vor – meist als große Aufgabe mit sechs bis acht Teilaufgaben. Alles dreht sich um die eine Gleichung \( y = mx + t \).
Das musst Du wissen
\( y = m \cdot x + t \)
\( m \) ist die Steigung, \( t \) der \( y \)-Achsenabschnitt (dort schneidet die Gerade die \( y \)-Achse).
| Steigung aus zwei Punkten | \( m = \dfrac{\Delta y}{\Delta x} = \dfrac{y_2-y_1}{x_2-x_1} \) |
| Nullstelle | \( y = 0 \) setzen und nach \( x \) auflösen |
| Schnittpunkt mit der \( y \)-Achse | \( x = 0 \) einsetzen, ergibt \( (0\,|\,t) \) |
| Punktprobe | Koordinaten einsetzen; stimmt die Gleichung, liegt der Punkt auf der Geraden |
| Schnittpunkt zweier Geraden | beide Gleichungen gleichsetzen |
| parallel | \( m_1 = m_2 \) (und \( t_1 \neq t_2 \)) |
| senkrecht (orthogonal) | \( m_2 = -\dfrac{1}{m_1} \), also \( m_1 \cdot m_2 = -1 \) |
| Steigungswinkel zur \( x \)-Achse | \( \tan \alpha = m \) |
Sonderfälle: \( m = 0 \) ergibt eine waagrechte Gerade \( y = t \). Eine senkrechte Gerade \( x = c \) ist keine Funktion und hat keine Gleichung der Form \( y = mx+t \).
Schritt für Schritt: Geradengleichung aus zwei Punkten
- Steigung berechnen: \( m = \dfrac{y_2-y_1}{x_2-x_1} \)
- Einen der beiden Punkte zusammen mit \( m \) in \( y = mx+t \) einsetzen.
- Nach \( t \) auflösen.
- Gleichung hinschreiben: \( g \colon y = mx+t \)
- Probe: Setz den anderen Punkt ein. Er muss die Gleichung erfüllen.
Beispiel: die komplette Geradenaufgabe
Gegeben sind \( A(-2\,|\,1) \) und \( B(2\,|\,3) \).
a) Gleichung der Geraden \( g \) durch \( A \) und \( B \)
\( m = \dfrac{3-1}{2-(-2)} = \dfrac{2}{4} = 0{,}5 \)
\( A \) einsetzen: \( 1 = 0{,}5 \cdot (-2) + t = -1 + t \ \Rightarrow \ t = 2 \)
\( g \colon y = 0{,}5x + 2 \)
b) Nullstelle von \( g \)
\( 0 = 0{,}5x + 2 \ \Rightarrow \ -2 = 0{,}5x \ \Rightarrow \ x = -4 \), also \( N(-4\,|\,0) \)
c) Punktprobe: Liegt \( P(6\,|\,5) \) auf \( g \)?
\( 0{,}5 \cdot 6 + 2 = 5 \) und \( y_P = 5 \) → \( P \) liegt auf \( g \).
d) Steigungswinkel zur \( x \)-Achse
\( \tan \alpha = m = 0{,}5 \ \Rightarrow \ \alpha = \tan^{-1}(0{,}5) \approx 26{,}6^\circ \)
e) Gerade \( k \) durch \( B \), die senkrecht auf \( g \) steht
\( m_k = -\dfrac{1}{0{,}5} = -2 \), \( B \) einsetzen: \( 3 = -2 \cdot 2 + t \ \Rightarrow \ t = 7 \)
\( k \colon y = -2x + 7 \)
f) Schnittpunkt von \( g \) mit \( h \colon y = -x + 8 \)
\( 0{,}5x + 2 = -x + 8 \ \Rightarrow \ 1{,}5x = 6 \ \Rightarrow \ x = 4 \)
\( x = 4 \) in \( g \): \( y = 0{,}5 \cdot 4 + 2 = 4 \), also \( S(4\,|\,4) \)
Varianten
a) Parallele Gerade. Gib eine Gerade \( p \) an, die parallel zu \( g \colon y = 0{,}5x+2 \) verläuft und durch \( Q(0\,|\,-3) \) geht. Parallel bedeutet gleiche Steigung, und \( t = -3 \) ist ablesbar: \( p \colon y = 0{,}5x – 3 \).
b) Fehlende Koordinate. \( R(a\,|\,7) \) liegt auf \( g \): \( 7 = 0{,}5a + 2 \Rightarrow a = 10 \), also \( R(10\,|\,7) \).
c) Waagrechte Gerade durch \( A(-2\,|\,1) \): \( m = 0 \), also \( w \colon y = 1 \).
d) Begründen statt rechnen (typische Teil-A-Aufgabe). Begründe, dass sich \( g_1 \colon y = 3x-1 \) und \( g_2 \colon y = 3x+4 \) nicht schneiden.
Antwort: Beide Geraden haben dieselbe Steigung \( m = 3 \), aber verschiedene \( y \)-Achsenabschnitte. Sie sind also echt parallel und haben deshalb keinen gemeinsamen Punkt.
Typische Fehler
- \( \Delta x \) und \( \Delta y \) vertauscht. Die Steigung ist „Höhe durch Breite“.
- Vorzeichen im Nenner: \( x_2-x_1 = 2-(-2) = 4 \), nicht 0.
- Bei „senkrecht“ nur das Vorzeichen gedreht. Es braucht den negativen Kehrwert: aus \( 0{,}5 \) wird \( -2 \), nicht \( -0{,}5 \).
- Beim Schnittpunkt nur \( x \) angegeben. Ein Schnittpunkt hat zwei Koordinaten.
- Taschenrechner nicht auf DEG – dann kommt beim Steigungswinkel Unsinn heraus.
- Zeichnung ohne Beschriftung. Achsen, Geradennamen und Punkte gehören beschriftet.
5. Quadratische Funktionen – Parabel
Lernbereich 7. Auch dieses Thema kommt in jeder Prüfung vor. Der Schlüssel ist, dass es zwei Schreibweisen für dieselbe Parabel gibt und Du zwischen ihnen hin- und herwechseln kannst.
Das musst Du wissen
Normalform: \( y = ax^2 + bx + c \)
Scheitelpunktform: \( y = a \cdot (x – x_s)^2 + y_s \) mit \( S(x_s\,|\,y_s) \)
Scheitelpunkt aus der Normalform:
\( S\left(-\dfrac{b}{2a} \ \middle| \ c – \dfrac{b^2}{4a}\right) \) oder über die quadratische Ergänzung
Nullstellen: \( y = 0 \) setzen und die quadratische Gleichung lösen (Lösungsformel oder p-q-Formel).
Schnittpunkt mit der \( y \)-Achse: \( x = 0 \) einsetzen, ergibt \( (0\,|\,c) \).
Schnittpunkte zweier Graphen: beide Gleichungen gleichsetzen.
Der Faktor \( a \):
- \( a > 0 \): Parabel nach oben geöffnet, der Scheitel ist der tiefste Punkt.
- \( a < 0 \): Parabel nach unten geöffnet, der Scheitel ist der höchste Punkt.
- \( a = 1 \) bzw. \( a = -1 \): Normalparabel – in der M10-Prüfung ist das der Regelfall.
Spiegelungen (bei der Normalparabel): an der \( x \)-Achse wechseln \( y_s \) und \( a \) das Vorzeichen, an der \( y \)-Achse wechselt \( x_s \) das Vorzeichen.
Schritt für Schritt: von der Normalform zum Scheitelpunkt (quadratische Ergänzung)
- Falls \( a \neq 1 \): den Faktor \( a \) aus den ersten beiden Gliedern ausklammern.
- Die Hälfte von \( b \) nehmen und quadrieren.
- Diese Zahl addieren und sofort wieder subtrahieren – der Term ändert sich dadurch nicht.
- Die ersten drei Glieder mit der binomischen Formel zu einem Quadrat zusammenfassen.
- Den Rest zusammenrechnen – fertig ist die Scheitelpunktform.
Beispiel: die komplette Parabelaufgabe
Gegeben ist die Parabel \( p_1 \colon y = x^2 – 6x + 5 \).
a) Scheitelpunkt bestimmen. Beide Wege führen zum Ziel.
Quadratische Ergänzung:
\( y = x^2 – 6x + 5 = \underbrace{x^2 – 6x + 9}_{(x-3)^2} – 9 + 5 = (x-3)^2 – 4 \)
Scheitelpunktformel mit \( a = 1 \), \( b = -6 \), \( c = 5 \):
\( x_s = -\dfrac{-6}{2} = 3 \qquad y_s = 5 – \dfrac{36}{4} = -4 \)
\( S(3\,|\,-4) \)
b) Nullstellen berechnen: \( x^2 – 6x + 5 = 0 \)
Lösungsformel: \( x_{1;2} = \dfrac{6 \pm \sqrt{(-6)^2 – 4 \cdot 1 \cdot 5}}{2} = \dfrac{6 \pm \sqrt{16}}{2} = \dfrac{6 \pm 4}{2} \)
p-q-Formel (\( p = -6 \), \( q = 5 \)): \( x_{1;2} = 3 \pm \sqrt{9-5} = 3 \pm 2 \)
\( N_1(1\,|\,0) \) und \( N_2(5\,|\,0) \)
c) Schnittpunkt mit der \( y \)-Achse: \( x = 0 \) einsetzen ergibt \( y = 5 \), also \( S_y(0\,|\,5) \).
d) Spiegelung an der \( x \)-Achse. Der Scheitel \( S(3\,|\,-4) \) wird zu \( S'(3\,|\,4) \), die Parabel ist nach unten geöffnet:
\( p_2 \colon y = -(x-3)^2 + 4 = -\left(x^2-6x+9\right) + 4 = -x^2 + 6x – 5 \)
e) Schnittpunkte von \( p_1 \) mit der Geraden \( g \colon y = x-1 \)
\( x^2 – 6x + 5 = x – 1 \quad | -x \ +1 \quad \Rightarrow \quad x^2 – 7x + 6 = 0 \)
\( x_{1;2} = 3{,}5 \pm \sqrt{3{,}5^2 – 6} = 3{,}5 \pm \sqrt{6{,}25} = 3{,}5 \pm 2{,}5 \)
\( x_1 = 1 \) und \( x_2 = 6 \); eingesetzt in \( g \): \( y_1 = 0 \), \( y_2 = 5 \)
\( S_1(1\,|\,0) \) und \( S_2(6\,|\,5) \)
Varianten
a) Parabel aus zwei Punkten. Eine Normalparabel \( y = x^2 + px + q \) geht durch \( A(1\,|\,0) \) und \( B(5\,|\,0) \). Beide Punkte einsetzen ergibt zwei Gleichungen:
(I) \( 0 = 1 + p + q \) (II) \( 0 = 25 + 5p + q \)
(II) − (I): \( 0 = 24 + 4p \Rightarrow p = -6 \), eingesetzt in (I): \( q = 5 \)
\( y = x^2 – 6x + 5 \)
b) Parabel aus dem Scheitelpunkt. Eine nach unten geöffnete Normalparabel hat den Scheitel \( S(-2\,|\,3) \):
\( y = -(x+2)^2 + 3 = -\left(x^2+4x+4\right) + 3 = -x^2 – 4x – 1 \)
c) Punktprobe. Liegt \( P(4\,|\,-3) \) auf \( p_1 \)? \( 4^2 – 6 \cdot 4 + 5 = 16 – 24 + 5 = -3 \) – ja, \( P \) liegt auf der Parabel.
d) Kein Schnittpunkt – über die Diskriminante begründen. Zeige, dass \( p_1 \) und \( h \colon y = x – 10 \) keinen gemeinsamen Punkt haben.
\( x^2 – 6x + 5 = x – 10 \ \Rightarrow \ x^2 – 7x + 15 = 0 \)
\( D = (-3{,}5)^2 – 15 = 12{,}25 – 15 = -2{,}75 < 0 \)
Die Gleichung hat keine Lösung, also haben Parabel und Gerade keinen gemeinsamen Punkt.
e) Parabel im Graphen ablesen (typische Teil-A-Aufgabe). Du liest den Scheitel \( S(2\,|\,-1) \) ab und erkennst eine Normalparabel:
\( y = (x-2)^2 – 1 = x^2 – 4x + 4 – 1 = x^2 – 4x + 3 \)
Typische Fehler
- Vorzeichen in der Scheitelpunktform. \( y = (x-3)^2 – 4 \) gehört zu \( S(3\,|\,-4) \) – das Vorzeichen von \( x_s \) dreht sich, das von \( y_s \) nicht.
- Bei der quadratischen Ergänzung nur addiert. Die ergänzte Zahl muss sofort wieder abgezogen werden.
- Nullstellen mit dem \( y \)-Achsenabschnitt verwechselt. Nullstellen: \( y = 0 \) setzen. \( y \)-Achsenabschnitt: \( x = 0 \) einsetzen.
- Beim Schnittpunkt den \( y \)-Wert vergessen.
- Beim Zeichnen zu wenige Punkte benutzt. Scheitel, beide Nullstellen und der \( y \)-Achsenabschnitt reichen meist für eine saubere Parabel.
6. Exponentialfunktionen – Wachstum, Zerfall, Zinseszins
Lernbereich 2. Hinter Zinseszins, Bevölkerungswachstum, Wertverlust beim Auto und radioaktivem Zerfall steckt immer dieselbe Formel. Wenn Du sie beherrschst, hast Du in jeder Prüfung eine komplette Aufgabe sicher.
Das musst Du wissen
\( W_n = W_0 \cdot q^{\,n} \)
| \( W_0 \) | Anfangswert (Startkapital, Anfangsmasse, Einwohnerzahl zu Beginn) |
| \( W_n \) | Wert nach \( n \) Zeitschritten |
| \( q \) | Wachstumsfaktor pro Zeitschritt |
| \( n \) | Anzahl der Zeitschritte (Jahre, Tage, Halbwertszeiten …) |
Den Faktor \( q \) bestimmen:
Zunahme um \( p\ \% \): \( q = 1 + \dfrac{p}{100} \) (\( +3\ \% \Rightarrow q = 1{,}03 \))
Abnahme um \( p\ \% \): \( q = 1 – \dfrac{p}{100} \) (\( -15\ \% \Rightarrow q = 0{,}85 \))
Halbierung: \( q = 0{,}5 \) · Verdoppelung: \( q = 2 \)
Die vier Grundfragen:
\( W_n = W_0 \cdot q^{\,n} \qquad W_0 = \dfrac{W_n}{q^{\,n}} \qquad q = \sqrt[n]{\dfrac{W_n}{W_0}} \qquad n = \dfrac{\log\left(\frac{W_n}{W_0}\right)}{\log q} \)
Beim Zinssatz danach nicht vergessen: \( p = (q-1) \cdot 100\ \% \).
Schritt für Schritt
- Werte zuordnen: Was ist \( W_0 \), was \( W_n \), was \( n \)? Schreib die Angaben untereinander.
- \( q \) bestimmen. Achte darauf, ob zu- oder abgenommen wird.
- Formel nach der gesuchten Größe umstellen.
- Einsetzen und ausrechnen.
- Sinnvoll runden und einen Antwortsatz mit Einheit schreiben.
Achtung bei \( n \): Wird nach „nach wie vielen ganzen Jahren“ gefragt, musst Du aufrunden – auch bei 23,4 Jahren ist das Ziel erst nach 24 Jahren erreicht.
Beispiel: Zinseszins – alle vier Grundfragen an einem Sachverhalt
Frau Berger legt 2500 € zu einem Zinssatz von 3 % pro Jahr an.
a) Welches Kapital hat sie nach 8 Jahren?
\( q = 1 + \dfrac{3}{100} = 1{,}03 \)
\( W_8 = 2500\ \text{€} \cdot 1{,}03^{\,8} \approx 3166{,}93\ \text{€} \)
Nach acht Jahren beläuft sich das Kapital auf etwa 3166,93 €.
b) Nach wie vielen Jahren hat sich das Kapital verdoppelt?
\( 2500 \cdot 1{,}03^{\,n} = 5000 \quad |: 2500 \quad \Rightarrow \quad 1{,}03^{\,n} = 2 \)
\( n = \dfrac{\log 2}{\log 1{,}03} \approx 23{,}45 \)
Da nur ganze Jahre verzinst werden, ist das Kapital erst nach 24 Jahren verdoppelt.
c) Anderes Angebot: aus 2500 € werden in 5 Jahren 2900 €. Wie hoch ist der Zinssatz?
\( q = \sqrt[5]{\dfrac{2900}{2500}} = \sqrt[5]{1{,}16} \approx 1{,}0301 \)
\( p = (q-1) \cdot 100\ \% \approx 3{,}01\ \% \)
Der Zinssatz beträgt rund 3,0 % pro Jahr.
d) Welchen Betrag hätte sie vor 6 Jahren anlegen müssen, um bei 3 % heute genau 4000 € zu haben?
\( W_0 = \dfrac{4000\ \text{€}}{1{,}03^{\,6}} \approx 3349{,}94\ \text{€} \)
Sie hätte etwa 3349,94 € anlegen müssen.
Varianten
a) Wertverlust. Ein Auto kostet neu 24 000 € und verliert jährlich 15 % an Wert.
\( q = 1 – \dfrac{15}{100} = 0{,}85 \qquad W_4 = 24\,000\ \text{€} \cdot 0{,}85^{\,4} \approx 12\,528{,}15\ \text{€} \)
Nach vier Jahren ist es noch etwa 12 528,15 € wert.
b) Unterschiedliche Raten in den einzelnen Jahren. Ein Grundstück ist 80 000 € wert. Im ersten Jahr steigt der Wert um 10 %, im zweiten um 5 %, im dritten fällt er um 8 %. Hier wird nicht potenziert, sondern Faktor für Faktor multipliziert:
\( W_3 = 80\,000\ \text{€} \cdot 1{,}10 \cdot 1{,}05 \cdot 0{,}92 = 85\,008\ \text{€} \)
c) Halbwertszeit. Von einem radioaktiven Stoff sind 200 g vorhanden, die Halbwertszeit beträgt 8 Tage.
nach 24 Tagen: \( n = \dfrac{24}{8} = 3 \), also \( W_3 = 200\ \text{g} \cdot 0{,}5^{\,3} = 25\ \text{g} \)
noch 12,5 g übrig: \( 0{,}5^{\,n} = 0{,}0625 \Rightarrow n = 4 \), also \( 4 \cdot 8\ \text{d} = 32\ \text{d} \)
nach 5 Halbwertszeiten noch 6 g: \( W_0 = \dfrac{6\ \text{g}}{0{,}5^{\,5}} = 6\ \text{g} \cdot 32 = 192\ \text{g} \)
d) Graph zuordnen und begründen (typische Teil-A-Aufgabe). Welcher der beiden Graphen oben passt zum radioaktiven Zerfall?
Antwort: Der gestrichelte, fallende Graph. Beim Zerfall nimmt die Masse in jedem gleich langen Zeitabschnitt um denselben Anteil ab; der Wachstumsfaktor liegt also zwischen 0 und 1. Der Graph nähert sich der \( n \)-Achse immer weiter an, erreicht sie aber nie.
Typische Fehler
- \( q = 3 \) statt \( q = 1{,}03 \). Der Prozentsatz muss erst zum Faktor umgerechnet werden.
- Bei Abnahme \( q = 0{,}15 \) statt \( q = 0{,}85 \). „15 % Verlust“ heißt: 85 % bleiben übrig.
- \( p \) und \( q \) verwechselt. Am Ende \( p = (q-1) \cdot 100\ \% \) nicht vergessen.
- Bei \( n \) abgerundet. „Nach wie vielen ganzen Jahren“ bedeutet aufrunden.
- \( n \) falsch gezählt. Bei Halbwertszeiten ist \( n \) die Anzahl der Halbwertszeiten, nicht der Tage.
- Bei wechselnden Raten potenziert statt die einzelnen Faktoren zu multiplizieren.
7. Geometrie der Ebene – Pythagoras und Trigonometrie
Lernbereiche 3 und 4. Hier geht es um Längen, Winkel und Flächen in Dreiecken, Vierecken und Kreisen. Fast jede Prüfungsaufgabe besteht darin, in einer zusammengesetzten Figur ein rechtwinkliges Dreieck zu finden und dort Pythagoras, Höhensatz, Kathetensatz oder die Winkelfunktionen anzuwenden.
Das musst Du wissen
Im rechtwinkligen Dreieck (rechter Winkel bei \( C \), Hypotenuse \( c \), Höhe \( h \) auf \( c \), Hypotenusenabschnitte \( p \) und \( q \)):
Satz des Pythagoras: \( a^2 + b^2 = c^2 \)
Höhensatz: \( h^2 = p \cdot q \)
Kathetensatz: \( a^2 = c \cdot p \) und \( b^2 = c \cdot q \)
Dabei liegt \( p \) an der Kathete \( a \) und \( q \) an \( b \); außerdem gilt \( p + q = c \).
Winkelfunktionen (nur im rechtwinkligen Dreieck!):
\( \sin \alpha = \dfrac{\text{Gegenkathete}}{\text{Hypotenuse}} \qquad \cos \alpha = \dfrac{\text{Ankathete}}{\text{Hypotenuse}} \qquad \tan \alpha = \dfrac{\text{Gegenkathete}}{\text{Ankathete}} \)
Satz des Thales: Liegt \( C \) auf einem Halbkreis über der Strecke \( \overline{AB} \), dann ist das Dreieck \( ABC \) bei \( C \) rechtwinklig.
Innenwinkelsumme im Dreieck: \( 180^\circ \) · im Viereck: \( 360^\circ \).
Flächen und Umfänge:
\( A_\triangle = \dfrac{1}{2} \cdot g \cdot h \qquad A_{\text{Rechteck}} = a \cdot b \qquad A_{\text{Parallelogramm}} = g \cdot h \)
\( A_{\text{Trapez}} = \dfrac{1}{2} \cdot (a+c) \cdot h \qquad A_{\text{Kreis}} = r^2\pi \qquad u_{\text{Kreis}} = 2r\pi = d\pi \)
Kreissektor: \( A = r^2\pi \cdot \dfrac{\alpha}{360^\circ} \qquad b = 2r\pi \cdot \dfrac{\alpha}{360^\circ} \)
Schritt für Schritt
- Skizze anschauen und beschriften. Trag alle gegebenen Werte ein.
- Rechten Winkel suchen. Nur dort gelten Pythagoras und die Winkelfunktionen.
- Hypotenuse festlegen: Sie liegt gegenüber dem rechten Winkel und ist immer die längste Seite.
- Passende Formel wählen: zwei Seiten gegeben, dritte gesucht → Pythagoras. Ein Winkel im Spiel → sin, cos oder tan. Kommen \( h \), \( p \) oder \( q \) vor → Höhen- oder Kathetensatz.
- Rechnen, Taschenrechner auf DEG.
- Antwortsatz mit Einheit schreiben.
Beispiel: rechtwinkliges Dreieck vollständig berechnen
Im Dreieck \( ABC \) (siehe Skizze) ist der Winkel bei \( C \) ein rechter Winkel. Gegeben sind \( c = 25\ \text{cm} \) und \( p = 9\ \text{cm} \).
a) Berechne \( q \), \( a \), \( b \) und \( h \).
\( q = c – p = 25\ \text{cm} – 9\ \text{cm} = 16\ \text{cm} \)
Kathetensatz: \( a^2 = c \cdot p = 225\ \text{cm}^2 \Rightarrow a = 15\ \text{cm} \)
\( b^2 = c \cdot q = 400\ \text{cm}^2 \Rightarrow b = 20\ \text{cm} \)
Höhensatz: \( h^2 = p \cdot q = 144\ \text{cm}^2 \Rightarrow h = 12\ \text{cm} \)
Probe mit dem Satz des Pythagoras: \( 225 + 400 = 625 = 25^2 \) – stimmt.
b) Berechne die Winkel \( \alpha \) und \( \beta \). \( a \) ist die Gegenkathete von \( \alpha \), \( c \) die Hypotenuse:
\( \sin \alpha = \dfrac{15}{25} = 0{,}6 \ \Rightarrow \ \alpha = \sin^{-1}(0{,}6) \approx 36{,}9^\circ \)
\( \beta = 180^\circ – 90^\circ – 36{,}87^\circ \approx 53{,}1^\circ \)
c) Berechne den Flächeninhalt. Im rechtwinkligen Dreieck sind die beiden Katheten Grundlinie und Höhe zueinander:
\( A = \dfrac{1}{2} \cdot 15\ \text{cm} \cdot 20\ \text{cm} = 150\ \text{cm}^2 \)
Kontrolle über \( c \) und \( h \): \( \frac{1}{2} \cdot 25\ \text{cm} \cdot 12\ \text{cm} = 150\ \text{cm}^2 \) – gleiches Ergebnis.
Varianten
a) Trapez – Höhe über den Sinus, dann Fläche. Im Trapez \( ABCD \) ist \( a = 12\ \text{cm} \), \( c = 7\ \text{cm} \), der Schenkel \( d = 6\ \text{cm} \) und \( \alpha = 30^\circ \). Im rechtwinkligen Hilfsdreieck ist \( h \) die Gegenkathete von \( \alpha \):
\( h = d \cdot \sin \alpha = 6\ \text{cm} \cdot \sin 30^\circ = 3\ \text{cm} \)
\( A = \dfrac{1}{2} \cdot (12 + 7)\ \text{cm} \cdot 3\ \text{cm} = 28{,}5\ \text{cm}^2 \)
b) Satz des Thales. Über \( \overline{AB} \) mit \( 10\ \text{cm} \) wird ein Halbkreis gezeichnet, \( C \) liegt darauf, \( \alpha = 35^\circ \). Nach Thales ist das Dreieck bei \( C \) rechtwinklig, \( c \) ist die Hypotenuse:
\( \overline{AC} = 10\ \text{cm} \cdot \cos 35^\circ \approx 8{,}19\ \text{cm} \)
\( \overline{BC} = 10\ \text{cm} \cdot \sin 35^\circ \approx 5{,}74\ \text{cm} \)
\( A \approx \dfrac{1}{2} \cdot 5{,}74\ \text{cm} \cdot 8{,}19\ \text{cm} \approx 23{,}5\ \text{cm}^2 \)
c) Kreissektor mit \( r = 6\ \text{cm} \) und \( \alpha = 120^\circ \) (mit \( \pi \approx 3{,}14 \)):
\( A = 36\ \text{cm}^2 \cdot 3{,}14 \cdot \dfrac{120^\circ}{360^\circ} = 37{,}68\ \text{cm}^2 \)
\( b = 2 \cdot 6\ \text{cm} \cdot 3{,}14 \cdot \dfrac{1}{3} = 12{,}56\ \text{cm} \)
d) Voraussetzung nennen (typische Teil-A-Aufgabe). Im Dreieck \( ABC \) soll \( \sin \alpha = \frac{a}{c} \) gelten. Welche Voraussetzung muss erfüllt sein?
Antwort: Das Dreieck muss rechtwinklig sein, und zwar mit dem rechten Winkel bei \( C \). Nur dann ist \( c \) die Hypotenuse und \( a \) die Gegenkathete von \( \alpha \). In einem beliebigen Dreieck gilt diese Beziehung nicht.
Typische Fehler
- Pythagoras im nicht rechtwinkligen Dreieck angewendet. Immer zuerst den rechten Winkel suchen.
- Falsche Seite als Hypotenuse. Sie liegt gegenüber dem rechten Winkel – nicht automatisch die waagrechte Seite.
- \( p \) und \( q \) vertauscht. \( p \) liegt an \( a \), \( q \) an \( b \). Kontrolle: \( p + q = c \).
- sin und cos verwechselt. Merke: sin geht mit der Gegenkathete, cos mit der Ankathete.
- Taschenrechner im Bogenmaß (RAD statt DEG).
- Winkel nicht zurückgerechnet. Aus \( \sin \alpha = 0{,}6 \) wird \( \alpha \) erst mit \( \sin^{-1} \).
- Beim Quadrieren die Einheit vergessen: \( 225\ \text{cm}^2 \) ergibt \( 15\ \text{cm} \), nicht \( 15\ \text{cm}^2 \).
8. Strahlensätze und zentrische Streckung
Lernbereich 3. Strahlensatz und zentrische Streckung sind dasselbe Prinzip aus zwei Blickwinkeln: Zwei Figuren haben dieselbe Form, aber eine andere Größe. Damit berechnest Du Längen, an die Du sonst nicht herankommst – zum Beispiel die Höhe eines Baumes.
Das musst Du wissen
Strahlensatz (früher auch Vierstreckensatz): Werden zwei Strahlen mit gemeinsamem Anfangspunkt \( Z \) von zwei parallelen Geraden geschnitten, dann gilt:
\( \dfrac{\overline{ZA}}{\overline{ZB}} = \dfrac{\overline{ZA‘}}{\overline{ZB‘}} \qquad \text{und} \qquad \dfrac{\overline{ZA}}{\overline{ZB}} = \dfrac{\overline{AA‘}}{\overline{BB‘}} \)
Merksatz: Verhältnisse auf dem einen Strahl = Verhältnisse auf dem anderen Strahl. Wichtig ist, dass Du immer beide Male vom selben Punkt aus misst.
Zentrische Streckung mit dem Streckungsfaktor \( k \):
| Längen (Strecken, Umfang) | werden mit \( k \) multipliziert |
| Flächeninhalte | werden mit \( k^2 \) multipliziert |
| Volumina | werden mit \( k^3 \) multipliziert |
| Winkel | bleiben unverändert |
\( k > 1 \): Die Figur wird größer. \( 0 < k < 1 \): Die Figur wird kleiner.
Umgekehrt: \( k = \sqrt{\dfrac{A‘}{A}} \) und \( k = \sqrt[3]{\dfrac{V‘}{V}} \)
Schritt für Schritt
- Zentrum \( Z \) suchen – der Punkt, in dem sich die beiden Strahlen treffen.
- Parallele Geraden markieren. Ohne Parallelität gilt der Strahlensatz nicht.
- Verhältnisgleichung aufstellen: links die beiden Strecken auf dem einen Strahl, rechts die entsprechenden auf dem anderen – immer von \( Z \) aus gemessen.
- Nach der gesuchten Strecke auflösen.
- Antwortsatz mit Einheit schreiben.
Vorsicht: In der Angabe stehen häufig Teilstrecken wie \( \overline{AB} \). Für den Strahlensatz brauchst Du aber die ganze Strecke \( \overline{ZB} = \overline{ZA} + \overline{AB} \).
Beispiel: Strecken am Strahlensatz berechnen
In der Skizze gilt \( \overline{ZA} = 4\ \text{cm} \), \( \overline{AB} = 6\ \text{cm} \) und \( \overline{ZA‘} = 6\ \text{cm} \). Berechne \( \overline{ZB‘} \) und \( \overline{A’B‘} \).
Zuerst die ganze Strecke auf dem ersten Strahl:
\( \overline{ZB} = 4\ \text{cm} + 6\ \text{cm} = 10\ \text{cm} \)
\( \dfrac{4}{10} = \dfrac{6}{\overline{ZB‘}} \quad \Rightarrow \quad \overline{ZB‘} = \dfrac{10 \cdot 6}{4}\ \text{cm} = 15\ \text{cm} \)
\( \overline{A’B‘} = 15\ \text{cm} – 6\ \text{cm} = 9\ \text{cm} \)
Varianten
a) Wie hoch ist der Baum? Eine 1,70 m große Person wirft einen 2,50 m langen Schatten. Der Schatten eines Baumes ist zur selben Zeit 12,50 m lang. Sonnenstrahlen treffen praktisch parallel auf, Person und Baum stehen senkrecht:
\( \dfrac{h}{1{,}70\ \text{m}} = \dfrac{12{,}50\ \text{m}}{2{,}50\ \text{m}} \quad \Rightarrow \quad h = \dfrac{1{,}70 \cdot 12{,}50}{2{,}50}\ \text{m} = 8{,}50\ \text{m} \)
b) Zentrische Streckung – Längen und Fläche. Ein Dreieck hat \( a = 6\ \text{cm} \), \( b = 8\ \text{cm} \), \( c = 10\ \text{cm} \) und \( A = 24\ \text{cm}^2 \). Es wird mit \( k = 1{,}5 \) zentrisch gestreckt:
\( a‘ = 9\ \text{cm} \qquad b‘ = 12\ \text{cm} \qquad c‘ = 15\ \text{cm} \)
\( A‘ = A \cdot k^2 = 24\ \text{cm}^2 \cdot 2{,}25 = 54\ \text{cm}^2 \)
Die Winkel ändern sich nicht.
c) Streckungsfaktor aus einem Flächen- oder Volumenverhältnis.
Fläche auf das 6,25-fache: \( k^2 = 6{,}25 \Rightarrow k = 2{,}5 \)
Volumen 27-mal so groß: \( k^3 = 27 \Rightarrow k = 3 \)
Radius einer Kugel vervierfacht: \( k = 4 \Rightarrow k^3 = 64 \)
d) Verhältnis ankreuzen (typische Teil-A-Aufgabe). Welche Gleichung ist richtig: \( \dfrac{\overline{ZA}}{\overline{AB}} = \dfrac{\overline{ZB‘}}{\overline{A’B‘}} \) oder \( \dfrac{\overline{ZA}}{\overline{ZB}} = \dfrac{\overline{ZA‘}}{\overline{ZB‘}} \)?
Antwort: Richtig ist die zweite. In der ersten stehen einmal eine Teilstrecke und einmal eine ganze Strecke – das passt nicht zusammen. Beim Strahlensatz müssen auf beiden Seiten einander entsprechende Strecken stehen.
Typische Fehler
- Teilstrecke statt ganzer Strecke. \( \overline{ZB} = \overline{ZA} + \overline{AB} \) – das ist der häufigste Fehler bei diesem Thema.
- Verhältnisse nicht einander zugeordnet.
- Parallelität nicht geprüft.
- Bei Flächen mit \( k \) statt \( k^2 \) gerechnet (und bei Volumina mit \( k \) statt \( k^3 \)).
- \( k \) aus einem Flächenverhältnis ohne Wurzel bestimmt.
- Winkel mitgestreckt. Winkel bleiben gleich.
- Einheiten gemischt (m und cm).
9. Raumgeometrie – Körper
Lernbereich 5. Kugeln, Zylinder, Kegel und daraus zusammengesetzte Körper kommen in jeder Prüfung vor, meist eingebettet in eine Sachaufgabe: eine Praline, ein Werkstück, ein Gasbehälter oder eine Kugel, die ins Wasser getaucht wird.
Das musst Du wissen
| Körper | Volumen | Oberfläche |
|---|---|---|
| Würfel | \( V = a^3 \) | \( O = 6a^2 \) |
| Quader | \( V = a \cdot b \cdot c \) | \( O = 2 \cdot (ab+ac+bc) \) |
| Zylinder | \( V = r^2\pi \cdot h \) | \( O = 2r^2\pi + 2r\pi h \) |
| Kegel | \( V = \dfrac{1}{3} \cdot r^2\pi \cdot h \) | \( O = r^2\pi + r\pi s \) |
| Pyramide | \( V = \dfrac{1}{3} \cdot G \cdot h \) | \( O = G + M \) |
| Kugel | \( V = \dfrac{4}{3} \cdot r^3\pi \) | \( O = 4r^2\pi = d^2\pi \) |
| Halbkugel | \( V = \dfrac{2}{3} \cdot r^3\pi \) | \( O = 2r^2\pi + r^2\pi = 3r^2\pi \) |
Beim Kegel ist \( s \) die Mantellinie: \( s = \sqrt{r^2 + h^2} \) (Pythagoras).
Dichte: \( \varrho = \dfrac{m}{V} \), also \( m = \varrho \cdot V \) und \( V = \dfrac{m}{\varrho} \).
Einheiten: \( 1\ \text{cm}^3 = 1000\ \text{mm}^3 \) · \( 1\ \text{dm}^3 = 1000\ \text{cm}^3 \) · \( 1\ \text{m}^3 = 1000\ \text{dm}^3 \) · \( 1\ \text{l} = 1\ \text{dm}^3 \) · \( 1\ \text{ml} = 1\ \text{cm}^3 \). In der Prüfung wird mit \( \pi \approx 3{,}14 \) gerechnet.
Schritt für Schritt
- Skizze machen und den Körper in bekannte Grundkörper zerlegen.
- Radius prüfen: Ist der Durchmesser gegeben? Dann zuerst \( r = \frac{d}{2} \).
- Einheiten angleichen – alles in dieselbe Einheit, bevor Du rechnest.
- Formel(n) hinschreiben, dann Zahlen einsetzen.
- Bei Oberflächen überlegen: Welche Flächen sind nach dem Zusammensetzen noch sichtbar? Verdeckte Kreisflächen zählen nicht mit.
- Sinnvoll runden, Einheit dazuschreiben, Antwortsatz formulieren.
Beispiel: Kugel – Volumen, Oberfläche und Masse
Eine Stahlkugel hat den Durchmesser \( d = 12\ \text{cm} \). Stahl hat die Dichte \( \varrho = 7{,}8\ \frac{\text{g}}{\text{cm}^3} \).
Zuerst der Radius: \( r = \dfrac{12\ \text{cm}}{2} = 6\ \text{cm} \).
\( V = \dfrac{4}{3} \cdot 216\ \text{cm}^3 \cdot 3{,}14 = 904{,}32\ \text{cm}^3 \)
\( O = 4 \cdot 36\ \text{cm}^2 \cdot 3{,}14 = 452{,}16\ \text{cm}^2 \)
\( m = \varrho \cdot V = 7{,}8\ \tfrac{\text{g}}{\text{cm}^3} \cdot 904{,}32\ \text{cm}^3 \approx 7053{,}7\ \text{g} \approx 7{,}05\ \text{kg} \)
Die Kugel hat \( V = \) 904,32 cm³, \( O = \) 452,16 cm² und wiegt rund 7,05 kg.
Varianten
a) Hohlkugel – Volumendifferenz. Außenradius \( r_a = 6\ \text{cm} \), Innenradius \( r_i = 5\ \text{cm} \):
\( V = \dfrac{4}{3} \cdot \pi \cdot \left(r_a^3 – r_i^3\right) = \dfrac{4}{3} \cdot 3{,}14 \cdot (216 – 125)\ \text{cm}^3 \approx 380{,}99\ \text{cm}^3 \)
Merke: \( r_a^3 – r_i^3 \) ist nicht dasselbe wie \( (r_a – r_i)^3 \).
b) Zusammengesetzter Körper: Zylinder mit zwei Halbkugeln. Ein Gasbehälter besteht aus einem Zylinder (\( r = 5\ \text{m} \), \( h = 20\ \text{m} \)) mit je einer aufgesetzten Halbkugel. Die beiden Halbkugeln ergeben zusammen eine ganze Kugel:
\( V_{\text{Zyl}} = 25\ \text{m}^2 \cdot 3{,}14 \cdot 20\ \text{m} = 1570\ \text{m}^3 \)
\( V_{\text{Kugel}} = \dfrac{4}{3} \cdot 125\ \text{m}^3 \cdot 3{,}14 \approx 523{,}33\ \text{m}^3 \)
\( V_{\text{ges}} \approx 2093{,}33\ \text{m}^3 \)
Bei der Oberfläche zählen die beiden Kreisflächen des Zylinders nicht mit – sie sind von den Halbkugeln verdeckt:
\( O = 2r\pi h + 4r^2\pi = 628\ \text{m}^2 + 314\ \text{m}^2 = 942\ \text{m}^2 \)
c) Kegel mit \( r = 3\ \text{cm} \) und \( h = 4\ \text{cm} \). Zuerst die Mantellinie:
\( s = \sqrt{3^2+4^2}\ \text{cm} = 5\ \text{cm} \)
\( V = \dfrac{1}{3} \cdot 9\ \text{cm}^2 \cdot 3{,}14 \cdot 4\ \text{cm} = 37{,}68\ \text{cm}^3 \)
\( O = 28{,}26\ \text{cm}^2 + 47{,}10\ \text{cm}^2 = 75{,}36\ \text{cm}^2 \)
d) Wasserverdrängung. Ein unregelmäßiger Körper wird in ein zylindrisches Gefäß (\( r = 10\ \text{cm} \)) getaucht, der Wasserspiegel steigt um 3 cm. Das verdrängte Wasser bildet einen Zylinder:
\( V = 100\ \text{cm}^2 \cdot 3{,}14 \cdot 3\ \text{cm} = 942\ \text{cm}^3 \)
e) Kugel im Würfel (typische Teil-A-Aufgabe). Ein Würfel hat \( O = 600\ \text{cm}^2 \). Welchen Radius hat die größtmögliche Kugel darin?
\( 6a^2 = 600\ \text{cm}^2 \ \Rightarrow \ a^2 = 100\ \text{cm}^2 \ \Rightarrow \ a = 10\ \text{cm} \)
Die größtmögliche Kugel berührt alle sechs Seitenflächen, ihr Durchmesser ist also genau die Würfelkante: \( r = 5\ \text{cm} \).
Typische Fehler
- Durchmesser statt Radius eingesetzt.
- Der Faktor \( \frac{1}{3} \) beim Kegel oder bei der Pyramide fehlt.
- Einheiten nicht angeglichen: \( 1\ \text{dm}^3 \) sind 1000 cm³, nicht 10 cm³.
- Bei zusammengesetzten Körpern alle Flächen addiert. Verdeckte Flächen zählen nicht mit.
- \( r_a^3 – r_i^3 \) mit \( (r_a – r_i)^3 \) verwechselt.
- Mantellinie \( s \) mit der Höhe \( h \) verwechselt. \( s \) ist immer länger als \( h \).
- Volumen und Oberfläche vertauscht. Die Einheit ist Deine Kontrolle: cm³ gegen cm².
10. Statistik und Wahrscheinlichkeit
Lernbereich 6. Fast immer geht es um mehrstufige Zufallsversuche: zweimal ziehen, dreimal drehen, zweimal würfeln. Das Werkzeug dafür ist das Baumdiagramm mit den beiden Pfadregeln.
Das musst Du wissen
\( P(E) = \dfrac{\text{Anzahl der günstigen Ergebnisse}}{\text{Anzahl aller möglichen Ergebnisse}} \) (Laplace)
Pfadregel (Produktregel): Die Wahrscheinlichkeit eines Pfades ist das Produkt der Wahrscheinlichkeiten längs dieses Pfades.
Summenregel: Gehören mehrere Pfade zum selben Ereignis, werden ihre Wahrscheinlichkeiten addiert.
Gegenereignis: \( P(\overline{E}) = 1 – P(E) \)
Mit oder ohne Zurücklegen?
- mit Zurücklegen: Die Wahrscheinlichkeiten bleiben auf jeder Stufe gleich.
- ohne Zurücklegen: Auf jeder Stufe wird der Nenner um 1 kleiner; beim gezogenen Objekt auch der Zähler.
Kontrolle: Die Wahrscheinlichkeiten, die von einem Knoten weggehen, ergeben zusammen immer 1. Ebenso ergeben alle Pfadwahrscheinlichkeiten zusammen 1.
Kombinatorik – wie viele Möglichkeiten gibt es?
\( n \) Dinge in eine Reihenfolge bringen: \( n! = n \cdot (n-1) \cdot \ldots \cdot 2 \cdot 1 \)
\( k \) aus \( n \) mit Reihenfolge, ohne Wiederholung: \( n \cdot (n-1) \cdot \ldots \) (\( k \) Faktoren)
\( k \) aus \( n \) mit Reihenfolge, mit Wiederholung: \( n^k \)
Beispiel: Ziehen ohne Zurücklegen
In einer Urne liegen 3 rote und 2 blaue Kugeln. Es werden nacheinander zwei Kugeln gezogen, ohne sie zurückzulegen (siehe Baumdiagramm).
Kontrolle: \( \frac{6}{20} + \frac{6}{20} + \frac{6}{20} + \frac{2}{20} = \frac{20}{20} = 1 \) – das Baumdiagramm ist vollständig.
a) Zwei rote Kugeln? Nur der Pfad \( rr \) ist günstig:
\( P = \dfrac{3}{5} \cdot \dfrac{2}{4} = \dfrac{6}{20} = \dfrac{3}{10} = 0{,}3 = 30\ \% \)
b) Genau eine rote Kugel? Günstig sind die Pfade \( rb \) und \( br \) (Summenregel):
\( P = \dfrac{6}{20} + \dfrac{6}{20} = \dfrac{12}{20} = \dfrac{3}{5} = 0{,}6 = 60\ \% \)
c) Mindestens eine rote Kugel? Das ist das Gegenteil von „keine rote“, also von \( bb \):
\( P = 1 – \dfrac{2}{20} = \dfrac{18}{20} = \dfrac{9}{10} = 0{,}9 = 90\ \% \)
Über das Gegenereignis bist Du mit einer Rechnung fertig statt mit drei.
Varianten
a) Dasselbe Experiment, aber mit Zurücklegen. Die gezogene Kugel kommt zurück, es liegen also immer wieder 5 Kugeln in der Urne:
\( P(rr) = \dfrac{3}{5} \cdot \dfrac{3}{5} = \dfrac{9}{25} = 0{,}36 = 36\ \% \)
Vergleich: Ohne Zurücklegen waren es nur 30 % – nach dem ersten Zug ist eine rote Kugel weniger da.
b) Fehler im Baumdiagramm finden (typische Teil-A-Aufgabe). Bei „Ziehen ohne Zurücklegen“ aus einer Urne mit 5 Kugeln steht auf der zweiten Stufe erneut der Nenner 5.
Antwort: Beim Ziehen ohne Zurücklegen bleibt die gezogene Kugel draußen. Vor dem zweiten Zug sind deshalb nur noch 4 Kugeln in der Urne. Der Nenner muss also 4 statt 5 lauten.
c) Kombinatorik.
4 verschiedene Bücher ins Regal: \( 4! = 24 \) Möglichkeiten
3 aus 10 Losen nacheinander ziehen: \( 10 \cdot 9 \cdot 8 = 720 \) Reihenfolgen
dreistellige Zahlen aus 1, 2, 3 mit Wiederholung: \( 3^3 = 27 \)
dreistellige Zahlen aus 1, 2, 3 ohne Wiederholung: \( 3! = 6 \)
d) Anzahl aus einer Wahrscheinlichkeit zurückrechnen. In einer Urne liegen 20 Kugeln, \( P(\text{rot}) = 0{,}35 \):
\( \dfrac{x}{20} = 0{,}35 \quad \Rightarrow \quad x = 7 \)
In der Urne liegen 7 rote Kugeln (und 13 weiße).
Typische Fehler
- Beim Ziehen ohne Zurücklegen den Nenner nicht verkleinert.
- Pfade addiert statt multipliziert (oder umgekehrt). Merke: entlang eines Pfades mal, zwischen Pfaden plus.
- Bei „mindestens“ alle Pfade einzeln gerechnet. Das Gegenereignis ist fast immer kürzer.
- Einen Pfad vergessen. Bei „genau eine rote“ gehören \( rb \) und \( br \) dazu.
- Wahrscheinlichkeit größer als 1. \( P \) liegt immer zwischen 0 und 1.
- Baumdiagramm nicht beschriftet. Ohne Beschriftung der Äste gibt es keine vollen Punkte.
Formelübersicht auf einen Blick
Diese Zusammenstellung ersetzt nicht Deine zugelassene Formelsammlung – sie zeigt, was Du davon wirklich brauchst. Denk daran: In Teil A hast Du sie nicht.
| Potenzen und Wurzeln | \( a^m \cdot a^n = a^{m+n} \) · \( a^m : a^n = a^{m-n} \) · \( \left(a^m\right)^n = a^{mn} \) · \( a^0 = 1 \) · \( a^{-n} = \frac{1}{a^n} \) · \( \sqrt[n]{a} = a^{\frac{1}{n}} \) |
| Binomische Formeln | \( (a+b)^2 = a^2+2ab+b^2 \) · \( (a-b)^2 = a^2-2ab+b^2 \) · \( (a+b)(a-b) = a^2-b^2 \) |
| Quadratische Gleichungen | \( x_{1;2} = \frac{-b \pm \sqrt{b^2-4ac}}{2a} \) · \( x_{1;2} = -\frac{p}{2} \pm \sqrt{\left(\frac{p}{2}\right)^2-q} \) · \( D > 0 \): zwei, \( D = 0 \): eine, \( D < 0 \): keine Lösung |
| Lineare Funktionen | \( y = mx+t \) · \( m = \frac{y_2-y_1}{x_2-x_1} \) · parallel: \( m_1 = m_2 \) · senkrecht: \( m_2 = -\frac{1}{m_1} \) · \( \tan \alpha = m \) |
| Quadratische Funktionen | \( y = ax^2+bx+c \) · \( y = a(x-x_s)^2+y_s \) · \( S\left(-\frac{b}{2a} \,\middle|\, c-\frac{b^2}{4a}\right) \) |
| Exponentielles Wachstum | \( W_n = W_0 \cdot q^{\,n} \) · Zunahme \( q = 1+\frac{p}{100} \) · Abnahme \( q = 1-\frac{p}{100} \) · \( q = \sqrt[n]{\frac{W_n}{W_0}} \) · \( n = \frac{\log\left(\frac{W_n}{W_0}\right)}{\log q} \) |
| Geometrie der Ebene | \( a^2+b^2 = c^2 \) · \( h^2 = p \cdot q \) · \( a^2 = c \cdot p \), \( b^2 = c \cdot q \) · \( \sin\alpha = \frac{\text{Gk}}{\text{Hyp}} \), \( \cos\alpha = \frac{\text{Ak}}{\text{Hyp}} \), \( \tan\alpha = \frac{\text{Gk}}{\text{Ak}} \) |
| Flächen | \( A_\triangle = \frac{1}{2}gh \) · \( A_{\text{Trapez}} = \frac{1}{2}(a+c)h \) · \( A_{\text{Kreis}} = r^2\pi \), \( u = 2r\pi \) · Sektor \( A = r^2\pi \cdot \frac{\alpha}{360^\circ} \) |
| Strahlensatz / Streckung | \( \frac{\overline{ZA}}{\overline{ZB}} = \frac{\overline{ZA‘}}{\overline{ZB‘}} \) · Längen \( \cdot\, k \), Flächen \( \cdot\, k^2 \), Volumen \( \cdot\, k^3 \) · Winkel bleiben gleich |
| Körper | \( V_{\text{Zyl}} = r^2\pi h \) · \( V_{\text{Kegel}} = \frac{1}{3}r^2\pi h \) · \( V_{\text{Pyr}} = \frac{1}{3}Gh \) · \( V_{\text{Kugel}} = \frac{4}{3}r^3\pi \), \( O = 4r^2\pi \) · \( \varrho = \frac{m}{V} \) |
| Wahrscheinlichkeit | \( P(E) = \frac{\text{günstig}}{\text{möglich}} \) · \( P(\overline{E}) = 1-P(E) \) · Pfad: multiplizieren, Pfade: addieren |
So fragt die Abschlussprüfung
Die Tabelle zeigt, in welchem Prüfungsteil ein Thema üblicherweise auftaucht. Sie beruht auf der Auswertung der Original-Prüfungen der letzten Jahrgänge – eine Orientierung, kein Versprechen.
| Thema | Teil A | Teil B |
|---|---|---|
| Lösen von Termen | Umformung beurteilen, Fehler berichtigen | selbst vereinfachen, Bruchterme kürzen |
| Binomische Formeln | selten | Lückenaufgabe, Faktorisieren |
| Gleichungen | Definitionsmenge begründen | Bruchgleichung mit \( \mathrm{ID} \) und \( \mathrm{IL} \) |
| Lineare Funktionen | Gerade ablesen, parallel/senkrecht begründen | große Aufgabe mit 6–8 Teilaufgaben |
| Quadratische Funktionen | Gleichung aus dem Graphen ablesen | Scheitel, Nullstellen, Schnittpunkte, Zeichnung |
| Exponentialfunktionen | Graph zuordnen und begründen | Zinseszins, Zerfall, Wachstumsdauer |
| Geometrie der Ebene | Voraussetzung nennen, Formel zuordnen | zusammengesetzte Figur mit Winkeln und Flächen |
| Strahlensatz / Streckung | richtiges Verhältnis ankreuzen | Strecken, Flächen, Volumina berechnen |
| Raumgeometrie | kurze Umkehraufgabe | zusammengesetzter Körper, Masse, Oberfläche |
| Statistik und Wahrscheinlichkeit | Fehler im Baumdiagramm finden | mehrstufiger Zufallsversuch, Gegenereignis |
Die Fehler, die am meisten Punkte kosten
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So nicht
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So bekommst Du die Punkte
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Dein Lernplan für die letzten Wochen
- Geh die zehn Themen durch und markiere, was sitzt und was nicht.
- Nimm Dir die Lücken einzeln vor: Merke-Kasten lesen, Beispiel selbst nachrechnen, dann eigene Aufgaben.
- Übe Teil-A-Aufgaben grundsätzlich ohne Taschenrechner und ohne Formelsammlung – sonst kommt in der Prüfung die böse Überraschung.
- Rechne zum Schluss eine ganze Original-Prüfung am Stück: 30 Minuten Teil A, dann 150 Minuten Teil B.
✏️ Jetzt selbst üben – im Aufgabengenerator
Erzeuge Dir zu jedem Thema dieser Seite beliebig viele Übungsaufgaben mit vollständigem Lösungsweg – passend zur Mittelschule Bayern und zum mittleren Schulabschluss.
Grundlage: LehrplanPLUS Bayern, Mittelschule, Jahrgangsstufe 10 (Mittlere-Reife-Klasse), Lernbereiche 1–7 (Fachlehrplan Mathematik). Angaben zu Prüfungsablauf, Punkteverteilung und Notenschlüssel nach den amtlichen Hinweisen zur Korrektur und Bewertung für den mittleren Schulabschluss an der Mittelschule. Alle Rechenbeispiele sind eigene Aufgaben und maschinell gegengerechnet. Die aktuellen Prüfungstermine gibt das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus jedes Jahr neu bekannt.
