IBV FOS/BOS Bayern · Jahrgangsstufe 11 · Volkswirtschaftslehre (LehrplanPLUS, alter Lehrplan)
Makroökonomie: Wirtschaftskreislauf und Wirtschaftspolitik
Während die Mikroökonomie einzelne Märkte betrachtet, untersucht die Makroökonomie die Wirtschaft als Ganzes: Wie hängen die Sektoren zusammen (Wirtschaftskreislauf)? Welche Ziele verfolgt der Staat (magisches Sechseck)? Wie steuert die Europäische Zentralbank die Geldmenge?
1. Der Wirtschaftskreislauf
Im einfachen Wirtschaftskreislauf tauschen zwei Sektoren – Haushalte und Unternehmen – Leistungen aus. Die Haushalte stellen Produktionsfaktoren (Arbeit, Kapital) bereit und erhalten dafür Einkommen; damit kaufen sie Güter (Konsumausgaben). Jedem Geldstrom steht ein Güterstrom gegenüber.
2. Das magische Sechseck
Der Staat verfolgt sechs wirtschaftspolitische Ziele. Es heißt „magisch“, weil sich nicht alle Ziele gleichzeitig vollständig erreichen lassen – manche stehen im Zielkonflikt (z. B. hoher Beschäftigungsstand vs. Preisstabilität).
3. Arbeitslosigkeit
Ein hoher Beschäftigungsstand ist ein zentrales Ziel. Arbeitslosigkeit hat verschiedene Ursachen – je nach Art sind unterschiedliche Maßnahmen nötig:
| Art | Ursache | Maßnahme |
|---|---|---|
| Konjunkturell | Nachfragerückgang im Abschwung | Nachfrage stärken (Konjunkturpolitik) |
| Strukturell | Wandel von Branchen/Regionen | Umschulung, Förderung, Mobilität |
| Friktionell | Übergang zwischen zwei Stellen (Sucharbeitslosigkeit) | bessere Vermittlung/Information |
| Saisonal | jahreszeitlich (z. B. Bau im Winter) | Saison-Kurzarbeitergeld |
4. Die Europäische Zentralbank (EZB)
Oberstes Ziel der EZB ist die Preisniveaustabilität (angestrebt: rund 2 % Inflation mittelfristig). Dazu steuert sie die Geldmenge und den Preis des Geldes (Zinsen).
| M1 | Bargeld + täglich fällige Einlagen (Sichteinlagen) |
| M2 | M1 + Einlagen bis 2 Jahre / mit Kündigungsfrist bis 3 Monate |
| M3 | M2 + kurzfristige Geldmarktpapiere u. a. |
Jede größere Geldmenge enthält die kleinere: M1 ⊂ M2 ⊂ M3.
5. So fragt die Abschlussprüfung
- Erstellen und erläutern Sie den einfachen/vollständigen Wirtschaftskreislauf.
- Nennen und beurteilen Sie die Ziele des magischen Sechsecks (inkl. Zielkonflikte).
- Ordnen Sie Arbeitslosigkeit den Arten zu und leiten Sie Maßnahmen ab.
- Erklären Sie die Geldpolitik der EZB bei Inflation bzw. Konjunkturschwäche.
6. Typische Fehler – und wie Sie Punkte retten
| Fehler | Richtig |
|---|---|
| Geld- und Güterströme im Kreislauf gleichrichten | Sie laufen gegenläufig (jedem Geldstrom ein Güterstrom). |
| Magisches Viereck/Sechseck verwechseln | Sechseck = Viereck + Umweltschutz + gerechte Verteilung. |
| Bei Inflation den Leitzins senken | Bei Inflation Leitzins erhöhen (Geld verknappen). |
| Konjunkturelle und strukturelle Arbeitslosigkeit vermischen | Konjunkturell = Abschwung; strukturell = Branchenwandel. |
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