Englisch Wirtschaftsschule Bayern · Jahrgangsstufe 8 (vier- und dreistufige Wirtschaftsschule) · Verfügen über sprachliche Mittel: Grammatik (LehrplanPLUS)
Erlaubnis, Möglichkeit und Vorbehalt: may und might
Im Berufsalltag musst du oft ausdrücken, dass etwas erlaubt ist oder dass du dir bei etwas nicht ganz sicher bist – ob eine Lieferung sich verzögern könnte oder ob ein Termin noch nicht feststeht. Genau dafür stehen may und might zur Verfügung: may für eine formelle Erlaubnis und eine Möglichkeit, might für eine noch unsicherere Möglichkeit. Auf dieser Seite lernst du beide Wörter kennen, ihre Verneinung und die passende Ersatzform für andere Zeiten.
1. may: Erlaubnis und Möglichkeit
may hat zwei Bedeutungen: Es drückt eine formelle Erlaubnis aus, und es drückt eine Möglichkeit aus, die recht wahrscheinlich ist. Nach may steht immer die Grundform ohne to.
| Gebrauch | Beispiel | Deutsch |
|---|---|---|
| Erlaubnis | Visitors may enter the warehouse only with a safety vest. | Besucher dürfen das Lager nur mit Sicherheitsweste betreten. |
| Möglichkeit | The shipment may be delayed because of the weather. | Die Lieferung verzögert sich möglicherweise wegen des Wetters. |
| höfliche Frage | May I ask you a question about the order? | Darf ich Sie etwas zur Bestellung fragen? |
Merke: may klingt formeller als can. In offiziellen Hausregeln, Formularen und förmlichen E-Mails passt may besser: Staff may not enter the storage area without permission.
2. might: die schwächere Möglichkeit
might drückt wie may eine Möglichkeit aus, klingt aber unsicherer – du bist dir noch weniger sicher, dass etwas eintritt. Für die Erlaubnis benutzt du might dagegen kaum; dafür bleibt may oder das alltäglichere can die übliche Wahl.
| Englisch | Deutsch |
|---|---|
| The client might change the order before Friday. | Die Kundin ändert die Bestellung vielleicht noch vor Freitag. |
| Petronella might join the meeting late. | Petronella kommt vielleicht erst später zur Besprechung. |
| The appointment might move to next week. | Der Termin verschiebt sich vielleicht auf nächste Woche. |
Bei der Erlaubnis ist der Unterschied zwischen may und can vor allem eine Frage des Tons: Can I leave early today? ist umgangssprachlich und passt unter Kollegen, May I leave early today? klingt förmlicher und passt gegenüber einer Vorgesetzten.
Merke: Bei der Möglichkeit gilt: might ist unsicherer als may. The delivery may be late. klingt eher wahrscheinlich, The delivery might be late. klingt eher nach einem vagen Gedanken.
3. Verneinung und die Ersatzform be allowed to
Für die Verneinung hängst du einfach not an: may not, might not. Weil may keine eigene Form für alle Zeiten hat, brauchst du für andere Zeiten die Ersatzform be allowed to.
| Zeitform | Beispiel | Deutsch |
|---|---|---|
| simple present | Staff are allowed to park behind the building. | Mitarbeiter dürfen hinter dem Gebäude parken. |
| simple past | Quill was allowed to leave the site early yesterday. | Quill durfte gestern das Gelände früher verlassen. |
| will-future | Visitors will be allowed to enter after the safety briefing. | Besucher werden nach der Sicherheitseinweisung eintreten dürfen. |
Merke: may und might stehen nur im Präsens. Brauchst du die Erlaubnis in der Vergangenheit oder Zukunft, greifst du zur Ersatzform be allowed to, die sich wie ein normales Verb verhält.
4. Die Sicherheitsstufe: will, may, might
Mit diesen drei Wörtern stufst du ab, wie sicher du dir bei einer Aussage über die Zukunft bist – von ziemlich sicher bis eher unsicher.
| Wort | Sicherheit | Beispiel |
|---|---|---|
| will | ziemlich sicher | The order will arrive on Tuesday. |
| may | möglich, eher wahrscheinlich | The order may arrive on Tuesday. |
| might | möglich, eher unsicher | The order might arrive on Tuesday. |
Merke: Je nach Modalverb klingt dieselbe Aussage unterschiedlich sicher. Wähle bewusst, wie verbindlich du eine Prognose im Beruf formulierst – ein fester Liefertermin gehört zu will, eine vorsichtige Einschätzung zu may oder might.
Im Geschäftsalltag: Vorbehalte und Unsicherheit ausdrücken
Ashgrove Trading informiert einen Kunden über zwei offene Punkte – eine mögliche Verzögerung bei der Lieferung und einen Termin, der noch nicht feststeht. Petronella aus dem Kundenservice schreibt dazu eine kurze Nachricht:
Dear Mr Farrow, we would like to update you on your order. The shipment may be delayed by a few days, as one of our suppliers might not deliver the parts on time. We are not yet sure about the exact date, so the delivery might arrive early or late next week. Regarding the site visit, the date is not fixed yet – our technician may be able to come on Wednesday, but this might change depending on another appointment. We will confirm both dates as soon as we know more. Kind regards, Petronella, Ashgrove Trading.
In dieser Nachricht drückt Petronella gleich zwei Arten von Unsicherheit aus: eine mögliche Verzögerung mit may und might sowie einen noch offenen Termin. So formulierst du im Berufsalltag vorsichtig, ohne etwas fest zu versprechen, das du nicht garantieren kannst.
Landeskunde: die Inuit
„Hi, I’m Quill and I worked with a small trading company that supplies communities across the Canadian North, including several Inuit communities. The Inuit are Indigenous peoples who have lived across the Arctic regions of Canada for a very long time, and many Inuit communities today combine traditional knowledge of the land with modern life.
Because many communities are only reachable by plane, by boat or, in winter, by ice road, deliveries there need careful planning – a shipment might be delayed for days because of weather, and companies always build extra time into their schedules. Local businesses often work closely with community organisations to make sure that goods reach people reliably.
Inuit art, especially carving and printmaking, is known and valued across Canada and beyond, and many communities are proud of their language, Inuktitut, which is still spoken and taught alongside English. Working with these communities taught me to plan carefully and to stay flexible when things might not go exactly as expected.“
Vokabelhilfe
| Englisch | Deutsch |
|---|---|
| Indigenous peoples | indigene Völker |
| community | Gemeinschaft, Gemeinde |
| ice road | Eisstraße |
| schedule | Zeitplan |
| carving | Schnitzkunst |
| printmaking | Druckgrafik |
| reliably | zuverlässig |
Gut zu wissen: Die Inuit sind indigene Völker, die traditionell in den arktischen Regionen Kanadas leben. Viele Gemeinschaften sind nur mit dem Flugzeug, dem Boot oder im Winter über Eisstraßen erreichbar, was die Logistik für Unternehmen anspruchsvoll macht. Die Sprache Inuktitut sowie Schnitz- und Druckkunst sind wichtige Teile der Kultur und werden bis heute gepflegt.
Typische Fehler – und wie du sie vermeidest
| Falsch | Richtig | Warum? |
|---|---|---|
| Visitors may to enter after the briefing. | Visitors may enter after the briefing. | Nach may steht die Grundform ohne to. |
| She mights be right about the delay. | She might be right about the delay. | Modalverben bekommen kein -s, auch nicht bei he/she/it. |
| Staff may to park behind the building next year. | Staff will be allowed to park behind the building next year. | may hat keine will-future-Form; dafür steht die Ersatzform be allowed to. |
| The shipment mays be delayed. | The shipment may be delayed. | may bekommt keine Endung, auch nicht in der 3. Person Singular. |
| Quill was allowed to left the site early. | Quill was allowed to leave the site early. | Nach be allowed to steht die Grundform, nicht die Vergangenheitsform. |
| The order not may arrive on time. | The order may not arrive on time. | Die Verneinung not steht direkt nach dem Modalverb, nicht davor. |
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