Mathematik FOS/BOS Bayern · 11. Klasse · Stochastik (Nichttechnik) · BY
Pfadregeln im Baumdiagramm
Inhalt dieser Seite
1. Aufbau eines Baumdiagramms
Ein Baumdiagramm stellt ein mehrstufiges Zufallsexperiment dar. Vom Startpunkt gehen Pfade zu den möglichen Teilergebnissen (den Knoten). Bei jeder weiteren Stufe verzweigt sich jeder Knoten erneut. An jeden Pfad schreibt man die Wahrscheinlichkeit des jeweiligen Teilergebnisses. Jeder vollständige Pfad von links nach rechts ist ein Elementarereignis.
2. Die 1. Pfadregel: Produktregel
💡 1. Pfadregel (Produktregel)
Man multipliziert also einfach die Zahlen, an denen man auf dem Weg zum gesuchten Pfadende vorbeikommt.
3. Die 2. Pfadregel: Additionsregel
💡 2. Pfadregel (Additionsregel)
💡 Kontrolle
4. Vollständiges Beispiel
✎ In einer Kantine wählt man ein vegetarisches Gericht (V) mit \( P(V)=0{,}4 \) oder ein nicht-vegetarisches (N) mit \( P(N)=0{,}6 \). Zwei Personen bestellen nacheinander. Wie wahrscheinlich ist es, dass genau ein vegetarisches Gericht bestellt wird?
Schritt 1 – Baumdiagramm erstellen und mit den Wahrscheinlichkeiten beschriften:
Baumdiagramm zum zweistufigen Experiment. An jedem Pfad steht die Wahrscheinlichkeit des Teilergebnisses.
Schritt 2 – Produktregel: Wir berechnen die Wahrscheinlichkeit jedes Pfades durch Multiplikation entlang des Pfades:
Kontrolle: \( 0{,}16+0{,}24+0{,}24+0{,}36=1 \) – passt. \( \checkmark \)
Schritt 3 – Additionsregel: „Genau ein vegetarisches Gericht“ tritt bei den Pfaden \( VN \) und \( NV \) ein (erst V dann N, oder erst N dann V). Wir addieren ihre Wahrscheinlichkeiten:
Antwort: Mit einer Wahrscheinlichkeit von \( 0{,}48=48\,\% \) wird genau ein vegetarisches Gericht bestellt.
💡 Tipp: „mindestens ein“ über das Gegenereignis
5. Typische Fehler
6. Üben
💡 ✐ Jetzt selbst üben
Weiterlernen
- Relative Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit
- Bedingte Wahrscheinlichkeit – wenn ein Ereignis vom anderen abhängt.
- Vierfeldertafel
