Internationale Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre · FOS/BOS Bayern · Jahrgangsstufe 13
IBV 13 ALTLehrplan ab 2019/20Lernbereich 2ca. 48 UE
Flexible Plankostenrechnung, Produktions- und Kostentheorie sowie Anpassungsformen
Verbindliche Grundlage: LehrplanPLUS Bayern – IBV 13, gültig ab 2019/20. Als fachliche Tiefenreferenz wurden die lern.de-Verlagsskripte Plankostenrechnung13.tex und ProduktionsKostentheorie13.tex vollständig ausgewertet. Corona-bedingte Hinweise zur zeitweisen Prüfungsrelevanz werden bewusst nicht als Stoffausschluss verwendet.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Lernbereich 2: Was in 48 Unterrichtsstunden wirklich beherrscht werden muss
- 2. Starre und flexible Plankostenrechnung – Einordnung
- 3. Kostenzerlegung – direkte, indirekte und zeichnerische Methode
- 4. Kostenzerlegung grafisch – Gesamtbetrachtung
- 5. Der vollständige Rechengang der flexiblen Plankostenrechnung
- 6. Beschäftigungs-, Verbrauchs- und Gesamtabweichung
- 7. Beschäftigungsabweichung – Ursache und Verantwortung
- 8. Verbrauchsabweichung – wirtschaftlicher oder unwirtschaftlicher Verbrauch
- 9. Alle sechs Abweichungsvarianten aus eurem Skript
- 10. Die sechs Varianten in der Gesamtbetrachtung
- 11. Die sechs Varianten in der Stückbetrachtung
- 12. Zweites vollständiges Plankostenbeispiel aus eurem Skript
- 13. Produktionsfunktion Typ A – fachliche Abgrenzung
- 14. Produktionsfunktion Typ B – limitationaler Faktoreinsatz
- 15. Von der Verbrauchsfunktion zur linearen Kostenfunktion
- 16. Kosteneinflussgrößen – alle fünf Lehrplanvarianten
- 17. Nutzkosten, Leerkosten und Remanenzkosten
- 18. Nutz- und Leerkosten grafisch – Gesamtbetrachtung
- 19. Quantitative Anpassung bei konstanter Betriebsgröße – identische Maschinen
- 20. Quantitative Anpassung – Gesamtbetrachtung
- 21. Selektive Anpassung – verschiedenartige Maschinen
- 22. Selektive Anpassung – Gesamtbetrachtung
- 23. Selektive Anpassung – Stückbetrachtung
- 24. Zeitliche Anpassung – Arbeitszeit verändern
- 25. Zeitliche Anpassung – Gesamtbetrachtung
- 26. Intensitätsmäßige Anpassung – Produktionsgeschwindigkeit verändern
- 27. Intensitätsmäßige Anpassung – Gesamtbetrachtung
- 28. Betriebsgrößenvariation – quantitative und qualitative Anpassung
- 29. Welche Anpassungsform passt wann?
- 30. Break-even-Point und Preisuntergrenzen als Entscheidungsbrücke
- 31. Break-even grafisch – Gesamtbetrachtung
- 32. Nicht betriebsergebnisrelevante Entscheidungsgrößen
- 33. Integrierter Großfall: Von Plankosten zur Anpassungsentscheidung
- 34. Typische Fehler – und warum sie Punkte kosten
- 35. 35 Trainingsaufträge für Generator und Unterricht
- 36. Lernbereich 2 auf einen Blick
1. Lernbereich 2: Was in 48 Unterrichtsstunden wirklich beherrscht werden muss
Der alte LehrplanPLUS bündelt in diesem Lernbereich drei große Themenfelder: flexible Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis, Produktions- und Kostentheorie mit limitationaler Produktionsfunktion Typ B sowie Anpassungsformen bei Beschäftigungsänderungen. Die Ergebnisse sind ausdrücklich grafisch in Gesamt- und Stückbetrachtung darzustellen.
Die Beispiele aus euren Skripten werden vollständig aufgegriffen. Wo dort andere Firmennamen stehen, wird für lern.de konsequent die UNTERNEHMER AG als Modellunternehmen verwendet.
2. Starre und flexible Plankostenrechnung – Einordnung
Plankosten sind vorausberechnete Kosten. Sie dienen Planung, Kontrolle und Abweichungsanalyse. Das Skript unterscheidet:
| Verfahren | Gedanke |
|---|---|
| starre Plankostenrechnung | konstanter Beschäftigungsgrad; keine saubere Trennung von Beschäftigungs- und Verbrauchseinfluss bei abweichender Istbeschäftigung |
| flexible Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis | fixe und variable Kosten werden getrennt; Sollkosten werden an die Istbeschäftigung angepasst; Kern des alten LB2 |
| flexible Plankostenrechnung auf Teilkostenbasis | zusätzliche Entscheidungshilfe; variable Plankosten stehen im Vordergrund |
3. Kostenzerlegung – direkte, indirekte und zeichnerische Methode
Ausgangspunkt des Skriptbeispiels sind bei 1.500 Stück Gesamtkosten von 75.000 €. Die Kosten werden in fixe und variable Bestandteile zerlegt.
| Kostenart | Gesamt | fix | variabel |
|---|---|---|---|
| Fertigungsmaterial | 15.000 € | 0 € | 15.000 € |
| Fertigungslöhne | 30.000 € | 0 € | 30.000 € |
| Hilfslöhne | 12.000 € | 10.500 € | 1.500 € |
| Energiekosten | 18.000 € | 4.500 € | 13.500 € |
| Summe | 75.000 € | 15.000 € | 60.000 € |
Damit gilt \(k_v=60.000/1.500=40\,€\) je Stück und \(K_f=15.000\,€\).
Indirekte Methode
Das Skript gibt zusätzlich 87.000 € Gesamtkosten bei 1.800 Stück an. Damit:
\(k_v= rac{87.000-75.000}{1.800-1.500}=40\,€\)
\(K_f=75.000-1.500\cdot40=15.000\,€\)
Zeichnerische Methode
Die beiden Gesamtkostenpunkte werden verbunden und die Gerade bis zur y-Achse verlängert. Der Achsenabschnitt entspricht \(K_f\). Eine parallele Verschiebung der Gesamtkostengeraden in den Ursprung ergibt die Gerade der variablen Gesamtkosten.
4. Kostenzerlegung grafisch – Gesamtbetrachtung
5. Der vollständige Rechengang der flexiblen Plankostenrechnung
Für die UNTERNEHMER AG gelten im Grundbeispiel: \(x_P=1.500\), \(x_I=1.350\), \(K_f=15.000 €\), \(k_v=40 €\), Istkosten \(IK=71.250 €\).
| Schritt | Größe | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1 | Kosten zerlegen | \(K_f=15.000\), \(k_v=40\) |
| 2 | Planbeschäftigung | \(x_P=1.500\) |
| 3 | Plankosten | \(PK=15.000+1.500·40=75.000\) |
| 4 | Plankostenverrechnungssatz | \(pkvs=75.000/1.500=50 €\) |
| 5 | Istwerte | \(x_I=1.350;\ IK=71.250\) |
| 6 | verrechnete Plankosten | \(verr.PK=50·1.350=67.500\) |
| 7 | Sollkosten | \(SK=15.000+40·1.350=69.000\) |
| 8 | Abweichungen | BA, VA und GA |
6. Beschäftigungs-, Verbrauchs- und Gesamtabweichung
\(BA=verr.PK-SK=67.500-69.000=-1.500\,€\)
\(VA=SK-IK=69.000-71.250=-2.250\,€\)
\(GA=BA+VA=verr.PK-IK=-3.750\,€\)
Im Skript gilt die Vorzeichenlogik: negative Abweichung = ungünstig, positive Abweichung = günstig. Eine negative BA bei Minderbeschäftigung entspricht einer Fixkostenunterdeckung. Bei Mehrbeschäftigung entsteht eine positive BA bzw. Fixkostenüberdeckung.
7. Beschäftigungsabweichung – Ursache und Verantwortung
Die Beschäftigungsabweichung entsteht allein aus der unterschiedlichen Verteilung der Fixkosten:
\(BA=k_f\cdot(x_I-x_P)\)
| Situation | Bezeichnung | Vorzeichen | Interpretation |
|---|---|---|---|
\(x_I| Minderbeschäftigung |
BA negativ |
Fixkostenunterdeckung |
|
| \(x_I>x_P\) | Mehrbeschäftigung | BA positiv | Fixkostenüberdeckung |
| \(x_I=x_P\) | Planbeschäftigung | BA = 0 | Sollkosten = Plankosten |
Mögliche Ursachen aus dem Skript: veränderter Absatz, Maschinenausfall bzw. höhere Maschinenverfügbarkeit, Arbeitsausfall bzw. Mehrarbeit, Lieferprobleme bzw. bessere Materialverfügbarkeit. Die Verantwortlichkeit liegt daher nicht automatisch bei der Kostenstelle: Eine Absatzabweichung kann z. B. außerhalb der Fertigung verursacht worden sein.
8. Verbrauchsabweichung – wirtschaftlicher oder unwirtschaftlicher Verbrauch
Die Verbrauchsabweichung vergleicht die bei Istbeschäftigung zulässigen Sollkosten mit den tatsächlich entstandenen Istkosten:
\(VA=SK-IK\)
VA < 0 bedeutet im Skript einen ungünstigen Mehrverbrauch bzw. höhere Istkosten. VA > 0 bedeutet günstigen Minderverbrauch bzw. niedrigere Istkosten.
Mögliche Gründe: Materialpreisänderungen, Ausschuss, Energiepreise, effizienterer Materialeinsatz, Lohnsatzänderungen oder Produktivitätsänderungen. Für die Verantwortungsanalyse muss deshalb zwischen Preis- und Mengenursachen gedacht werden.
9. Alle sechs Abweichungsvarianten aus eurem Skript
| Variante | Vorzeichenkombination | Interpretation |
|---|---|---|
| Fall 1 | −BA + VA = −GA | Minderbeschäftigung; günstige VA reicht nicht zum Ausgleich der ungünstigen BA. |
| Fall 2 | −BA + VA = +GA | Minderbeschäftigung; günstige VA ist größer als die ungünstige BA. |
| Fall 3 | −BA − VA = −GA | Minderbeschäftigung und ungünstige VA verstärken sich. |
| Fall 4 | +BA − VA = −GA | Mehrbeschäftigung; ungünstige VA überwiegt die günstige BA. |
| Fall 5 | +BA − VA = +GA | Mehrbeschäftigung; günstige BA überwiegt die ungünstige VA. |
| Fall 6 | +BA + VA = +GA | Mehrbeschäftigung und günstige VA verstärken sich. |
10. Die sechs Varianten in der Gesamtbetrachtung
In der Gesamtbetrachtung sind verrechnete Plankosten eine Ursprungsgerade, während die Sollkostengerade bei den Fixkosten auf der y-Achse beginnt. Bei der Istbeschäftigung werden verrechnete PK, Sollkosten und Istkosten vertikal miteinander verglichen.
11. Die sechs Varianten in der Stückbetrachtung
Die Stückbetrachtung übersetzt die Gesamtgrößen in Kosten je Stück. Der Plankostenverrechnungssatz ist horizontal. Die Sollstückkosten fallen mit wachsender Beschäftigung, weil sich die Fixkosten auf mehr Einheiten verteilen:
\(sk(x)=k_v+ rac{K_f}{x}\)
Damit wird die Fixkostendegression sichtbar. Die Istkosten je Stück werden an der Istbeschäftigung mit den Sollstückkosten und dem pkvs verglichen.
12. Zweites vollständiges Plankostenbeispiel aus eurem Skript
Planbeschäftigung 200 Stück, Plankosten 180.000 €, Kosten an der Kapazitätsgrenze von 250 Stück: 217.500 €, Istbeschäftigung 220 Stück, Istkosten 197.000 €.
\(k_v=(217.500-180.000)/(250-200)=750\,€\)
\(K_f=180.000-200·750=30.000\,€\)
\(pkvs=180.000/200=900\,€\)
\(verr.PK=220·900=198.000\,€\)
\(SK=30.000+220·750=195.000\,€\)
\(BA=198.000-195.000=+3.000\,€\)
\(VA=195.000-197.000=-2.000\,€\)
\(GA=+1.000\,€\)
13. Produktionsfunktion Typ A – fachliche Abgrenzung
Euer Produktions-/Kostentheorie-Skript beginnt mit Typ A: Ein fixer Produktionsfaktor wird mit einem oder mehreren variablen Faktoren kombiniert. Der Ertrag verläuft typischerweise zunächst überproportional, später unterproportional und kann schließlich sinken. Für den verbindlichen alten LB2 steht jedoch der limitationale Typ B im Zentrum.
14. Produktionsfunktion Typ B – limitationaler Faktoreinsatz
Bei der Produktionsfunktion Typ B stehen Produktionsfaktoren in einem festen Einsatzverhältnis. Mehr von nur einem Faktor erhöht die Ausbringung nicht, wenn ein anderer limitierender Faktor fehlt. Typisches Beispiel: Für ein Produkt werden je Stück bestimmte Mengen Material und Maschinenzeit benötigt.
Für Faktor \(i\) mit Verbrauchskoeffizient \(a_i\) gilt im einfachen linearen Fall:
\(r_i(x)=a_i\cdot x\)
Die Produktionsmenge wird durch den jeweils knappsten Faktor begrenzt. Aus den Verbrauchsfunktionen und Faktorpreisen entsteht die Kostenfunktion.
15. Von der Verbrauchsfunktion zur linearen Kostenfunktion
Werden pro Stück beispielsweise 3 kg Material zu 4 € und 0,5 Maschinenstunden zu 20 € benötigt, entstehen variable Stückkosten von \(3·4+0,5·20=22 €\). Bei Fixkosten von 80.000 € lautet die lineare Kostenfunktion:
\(K(x)=80.000+22x\)
Damit ist die Verbindung zwischen Produktionstheorie und Kostenrechnung hergestellt: Verbrauchskoeffizienten × Faktorpreise bestimmen den variablen Kostenanstieg.
16. Kosteneinflussgrößen – alle fünf Lehrplanvarianten
| Kosteneinflussgröße | Wirkungsrichtung analysieren |
|---|---|
| Faktorqualität | höhere Qualität kann Ausschuss/Verbrauch senken oder Faktorpreis erhöhen |
| Faktorpreise | Material-, Energie- und Lohnpreise verändern die Kosten direkt |
| Fertigungsprogramm | Produktmix beeinflusst Verbrauch, Rüstzeiten und Kapazitätsbedarf |
| Betriebsgröße | mehr/weniger Anlagen verändern Fixkostenblock und Kapazität |
| Beschäftigung | Auslastung verändert Nutz-/Leerkosten und fixe Stückkosten |
Eine hochwertige Antwort nennt nicht nur „Kosten steigen/sinken“, sondern erklärt welche Kostenart, warum und in welchem Beschäftigungsbereich betroffen ist.
17. Nutzkosten, Leerkosten und Remanenzkosten
Nutz- und Leerkosten zerlegen die vorhandenen Fixkosten nach Kapazitätsnutzung:
\(Nutzkosten+Leerkosten=Fixkosten\)
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Nutzkosten (NK) | Fixkostenanteil der genutzten Kapazität |
| Leerkosten (LK) | Fixkostenanteil der nicht genutzten Kapazität |
| Remanenzkosten (RK) | nicht genutzte Fixkosten, die insbesondere durch das vollständige Leerstehen einer Anlage sichtbar werden |
18. Nutz- und Leerkosten grafisch – Gesamtbetrachtung
19. Quantitative Anpassung bei konstanter Betriebsgröße – identische Maschinen
Im Skript sind drei gleichartige Maschinen vorhanden. Jede verursacht 10.000 € Fixkosten, 10 € variable Stückkosten und besitzt 1.500 Stück Kapazität. Hinzu kommen 20.000 € Abteilungsfixkosten. Gesamtkapazität: 4.500 Stück.
Bei 2.500 Stück produziert Maschine A voll, Maschine B 1.000 Stück und Maschine C steht vollständig still.
\(NK= rac{20.000·2.500}{4.500}+10.000+ rac{10.000·1.000}{1.500}=27.777{,}78 €\)
\(LK= rac{20.000·2.000}{4.500}+ rac{10.000·500}{1.500}+10.000=22.222{,}22 €\)
\(RK=10.000 €\) (Maschine C steht vollständig still)
\(K=20.000+3·10.000+10·2.500=75.000 €\)
20. Quantitative Anpassung – Gesamtbetrachtung
21. Selektive Anpassung – verschiedenartige Maschinen
Bei selektiver Anpassung sind die Maschinen verschieden. Weil ihre Fixkosten bei konstanter Betriebsgröße ohnehin anfallen, wird die Einsatzreihenfolge nach den variablen Stückkosten bestimmt.
| Maschine | Fixkosten/Monat | kvar | Kapazität |
|---|---|---|---|
| A | 12.000 € | 6 € | 10.000 |
| B | 9.000 € | 8 € | 8.000 |
| C | 8.000 € | 10 € | 12.000 |
| D | 6.000 € | 13 € | 5.000 |
Einsatzreihenfolge: A → B → C → D. Bei 20.000 Stück laufen A und B voll; C produziert 2.000 Stück; D steht still. Die Grenzkosten entsprechen den variablen Stückkosten der zuletzt benötigten Maschine: 10 €/Stück.
Aus eurem Skript: Gesamtkapazität 35.000 Stück, gesamte nicht genutzte Kapazität bei 20.000 Stück = 15.000 Stück; D steht vollständig still, C besitzt 10.000 Stück ungenutzte Kapazität.
\(K_{gesamt}=194.000 €;\quad k=194.000/20.000=9{,}70 €\)
22. Selektive Anpassung – Gesamtbetrachtung
23. Selektive Anpassung – Stückbetrachtung
Die Grenzkosten sind innerhalb der Kapazität einer eingesetzten Maschine konstant und springen beim Zuschalten der nächstteureren Maschine. Die durchschnittlichen Stückkosten \(k=K/x\) enthalten dagegen auch die Fixkosten und verlaufen deshalb anders.
24. Zeitliche Anpassung – Arbeitszeit verändern
Bei zeitlicher Anpassung werden Maschinen und Beschäftigte länger oder kürzer eingesetzt. Im Skript: Kapazität 250 Stück, \(K(x)=25.000+15x\). Wegen höherer Nachfrage sollen 300 Stück produziert werden; für die 50 Stück oberhalb der normalen Kapazität steigen die variablen Stückkosten wegen Überstunden um 30 %.
\(k_{v,neu}=15·1{,}30=19{,}50 €\)
\(K(300)=25.000+250·15+50·19{,}50=29.725 €\)
25. Zeitliche Anpassung – Gesamtbetrachtung
26. Intensitätsmäßige Anpassung – Produktionsgeschwindigkeit verändern
Bei intensitätsmäßiger Anpassung wird die Produktionsgeschwindigkeit einer Maschine verändert. Euer Skript zeigt:
| Intensität Stück/Stunde | variable Stückkosten |
|---|---|
| 15 | 30,00 € |
| 20 | 27,50 € |
| 25 | 25,00 € |
| 30 | 30,00 € |
| 35 | 37,00 € |
Die optimale Intensität liegt bei 25 Stück/Stunde, weil dort die variablen Stückkosten mit 25 € minimal sind. Bei 200 Stunden ergibt das 5.000 Stück Normalleistung.
Für 7.000 Stück bei unverändert 200 Stunden ist eine Intensität von \(7.000/200=35\) Stück/Stunde erforderlich. Bei 50.000 € Fixkosten:
\(K=50.000+7.000·37=309.000 €\)
27. Intensitätsmäßige Anpassung – Gesamtbetrachtung
28. Betriebsgrößenvariation – quantitative und qualitative Anpassung
Bei variabler Betriebsgröße wird der Maschinenbestand selbst verändert.
| Form | Kern |
|---|---|
| quantitative (multiple) Anpassung | zusätzlich benötigte gleichartige Maschinen werden gekauft; nicht benötigte verkauft |
| qualitative – selektive Anpassung | Maschinen unterschiedlicher Kosten-/Leistungsstruktur werden gezielt gekauft oder verkauft |
| qualitative – mutative Anpassung | der bisherige Maschinenpark wird durch technisch bessere/neue Anlagen ersetzt |
29. Welche Anpassungsform passt wann?
| Situation | Betriebsgröße | Anpassungsform |
|---|---|---|
| gleiche vorhandene Maschinen an-/abschalten | konstante Betriebsgröße | quantitativ |
| verschiedene vorhandene Maschinen nach kvar einsetzen | konstante Betriebsgröße | selektiv |
| Arbeitszeit/Schichten verändern | konstante Betriebsgröße | zeitlich |
| Produktionsgeschwindigkeit verändern | konstante Betriebsgröße | intensitätsmäßig |
| gleichartige Maschinen kaufen/verkaufen | Betriebsgrößenvariation | quantitativ/multipel |
| anderen Maschinentyp gezielt kaufen/verkaufen | Betriebsgrößenvariation | qualitativ-selektiv |
| alten Maschinenpark technologisch ersetzen | Betriebsgrößenvariation | qualitativ-mutativ |
30. Break-even-Point und Preisuntergrenzen als Entscheidungsbrücke
Euer Skript schließt mit Break-even und Preisuntergrenzen. Am Break-even-Point gilt:
\(E(x)=K(x)\quad\Leftrightarrow\quad DB_{gesamt}=K_f\)
Langfristig müssen alle Kosten gedeckt sein. Kurzfristig ist die variable Kostenuntergrenze entscheidend: Ein zusätzlicher Auftrag kann kurzfristig einen positiven Deckungsbeitrag liefern, wenn sein Preis die relevanten variablen Kosten übersteigt.
31. Break-even grafisch – Gesamtbetrachtung
32. Nicht betriebsergebnisrelevante Entscheidungsgrößen
Der alte Lehrplan verlangt ausdrücklich, dass Anpassungsentscheidungen nicht allein nach dem kurzfristigen Betriebsergebnis getroffen werden. Zu berücksichtigen sind beispielsweise gesellschaftliche Kosten, Umweltwirkungen, Beschäftigungsfolgen, Lieferfähigkeit, Qualitätsrisiken, Arbeitsschutz oder strategische Flexibilität.
33. Integrierter Großfall: Von Plankosten zur Anpassungsentscheidung
- Zerlege die Kosten in fixe und variable Bestandteile.
- Berechne Plankosten, pkvs, verrechnete Plankosten und Sollkosten.
- Bestimme BA, VA und GA einschließlich Vorzeichen.
- Ordne den Fall einer der sechs Abweichungsvarianten zu.
- Stelle ihn in Gesamt- und Stückbetrachtung dar.
- Bestimme die wirtschaftliche Einsatzreihenfolge A–D.
- Ermittle bei 20.000 Stück Leer-, Remanenz-, Gesamt- und Stückkosten sowie Grenzkosten.
- Prüfe zeitliche, intensitätsmäßige, quantitative und selektive Anpassung.
- Beziehe nicht betriebsergebnisrelevante Größen ein.
- Formuliere eine begründete Entscheidung, nicht nur ein Rechenergebnis.
34. Typische Fehler – und warum sie Punkte kosten
| Fehler | Korrektur |
|---|---|
| Sollkosten = verrechnete Plankosten | falsch: Sollkosten enthalten volle Fixkosten + variable Kosten der Istmenge |
| BA mit Istkosten berechnen | BA vergleicht verrechnete PK mit Sollkosten |
| VA = IK − SK | im Skript gilt VA = SK − IK; Vorzeichenlogik beachten |
| Fixkosten bei selektiver Anpassung zur Einsatzreihenfolge verwenden | bei vorhandenen Maschinen sind sie für die Reihenfolge irrelevant; kvar entscheidet |
| Leerkosten und Remanenzkosten gleichsetzen | Remanenzkosten sind spezieller: Fixkosten vollständig leerstehender Kapazität/Anlage |
| Gesamt- und Stückbetrachtung vermischen | Gesamtgrößen in €; Stückgrößen in €/Stück |
| Grenzkosten = Stückkosten | bei selektiver Anpassung: Grenzkosten = kvar der zuletzt eingesetzten Maschine |
| Achsen ohne Einheit | y-Achse € bzw. €/Stück; x-Achse Stück |
| Betriebsgrößenvariation mit Zuschalten vorhandener Maschine verwechseln | Variation bedeutet Kauf/Verkauf bzw. technologische Veränderung des Bestands |
35. 35 Trainingsaufträge für Generator und Unterricht
36. Lernbereich 2 auf einen Blick
| Block | Sicher beherrschen |
|---|---|
| Flexible Plankostenrechnung | Kostenzerlegung; PK; pkvs; verr. PK; SK; BA; VA; GA; sechs Vorzeichenfälle; Gesamt- und Stückbetrachtung |
| Produktions-/Kostentheorie | Typ B; limitationaler Faktoreinsatz; Verbrauchsfunktion; lineare Kostenfunktion; fünf Kosteneinflussgrößen |
| Kapazität/Fixkosten | Nutzkosten; Leerkosten; Remanenzkosten; Kostenremanenz |
| Konstante Betriebsgröße | quantitativ; selektiv; zeitlich; intensitätsmäßig |
| Betriebsgrößenvariation | quantitativ/multipel; qualitativ-selektiv; qualitativ-mutativ |
| Entscheidung | Kosten/Erlöse + nicht betriebsergebnisrelevante Größen; Gesamt- und Stückdarstellungen |
37. Quellen- und Produktionshinweise
Offizieller Rahmen: LehrplanPLUS Bayern, FOS 13 IBV, alter Lehrplan, LB2 (ca. 48 Std.). Skriptbasis: Plankostenrechnung13.tex und ProduktionsKostentheorie13.tex.
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