Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen · FOS/BOS Bayern · Jahrgangsstufe 13

BwR 13 ALTLehrplan ab 2019/20Lernbereich 2ca. 40 UE

Controlling: Balanced Scorecard, SWOT-Analyse und flexible Plankostenrechnung

LehrplanPLUS: Der Lernbereich verbindet strategisches Controlling mit Balanced Scorecard und operatives Controlling mit flexibler Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis. Die Ergebnisse der Plankostenrechnung sind in Gesamt- und Stückbetrachtung grafisch auszuwerten; Abweichungen und Verantwortlichkeiten sind zu analysieren.

Alle Inhalte dieser Seite folgen dem offiziellen LehrplanPLUS Bayern. Primäre Verlagsquelle für den strategischen Teil ist das bereitgestellte Skript BalancedScorecard13(1).tex. Dessen Skizzenlogik, SWOT-Strategien, Kennzahlenbeispiele und BSC-Struktur wurden erhalten und didaktisch erweitert. Für den operativen Teil wird die bereits ausgewertete lern.de-Skriptbasis zur flexiblen Plankostenrechnung verwendet.

Modellunternehmen: Sämtliche Fälle und Transferaufgaben werden einheitlich mit der UNTERNEHMER AG aufgebaut.

Inhaltsverzeichnis

  1. Lernbereich 2: Operatives und strategisches Controlling
  2. Controlling als Regelkreis
  3. Vom Unternehmensleitbild zur Strategie
  4. SWOT-Analyse – interne und externe Analyse verbinden
  5. SWOT-Fall der UNTERNEHMER AG
  6. Balanced Scorecard – das Zielsystem des Skripts
  7. Die vier Perspektiven – nach der Skizzenlogik des Skripts
  8. Aufbau einer vollständigen Scorecard
  9. Lehrplankonforme Messgrößen der vier Perspektiven
  10. Kennzahlen richtig berechnen und interpretieren
  11. Kennzahlen kritisch hinterfragen
  12. Ursache-Wirkungs-Ketten
  13. Integrierte Balanced Scorecard der UNTERNEHMER AG
  14. Übergang zum operativen Controlling
  15. Flexible Plankostenrechnung – Grundbegriffe
  16. Kostenzerlegung – direkte und indirekte Methode
  17. Kostenzerlegung grafisch – Gesamtbetrachtung
  18. Der vollständige Rechengang
  19. Beschäftigungs-, Verbrauchs- und Gesamtabweichung
  20. Abweichungen analysieren und Verantwortlichkeiten benennen
  21. Flexible Plankostenrechnung – Gesamtbetrachtung
  22. Stückbetrachtung – Fixkostendegression sichtbar machen
  23. Sechs typische Vorzeichenkonstellationen
  24. Großfall: Strategie und Kostenkontrolle zusammenführen
  25. Typische Fehler – und wie man sie vermeidet
  26. Trainingsaufträge für Unterricht und Aufgabengenerator
  27. Lernbereich 2 auf einen Blick

1. Lernbereich 2: Operatives und strategisches Controlling

Controlling unterstützt die Unternehmensführung bei Planung, Steuerung, Informationsversorgung und Kontrolle. Im alten BwR-13-Lehrplan werden dabei zwei Ebenen verbunden: Das strategische Controlling richtet die UNTERNEHMER AG langfristig aus; das operative Controlling untersucht mithilfe der flexiblen Plankostenrechnung, ob die laufende Leistungserstellung wirtschaftlich erfolgt.

Roter Faden: Unternehmensleitbild → strategische Situationsanalyse → Balanced Scorecard → strategische Ziele → Messgrößen und Zielwerte → operative Maßnahmen → Soll-Ist-Vergleich → Abweichungsanalyse → Gegensteuerung.

2. Controlling als Regelkreis

Kontrolle ist nur ein Teil des Controllings. Ein sinnvoller Controllingprozess beginnt mit Zielen und endet nicht bei der Feststellung einer Abweichung, sondern bei der Entscheidung über geeignete Maßnahmen.

ZielefestlegenSollwerteplanenIstwerteerfassenAbweichunganalysierenMaßnahmensteuern

3. Vom Unternehmensleitbild zur Strategie

Das Unternehmensleitbild beschreibt grundlegende Werte, Selbstverständnis und langfristige Orientierung. Daraus allein entsteht jedoch noch keine umsetzbare Strategie. Zunächst muss die Situation des Unternehmens analysiert werden. Das von euch bereitgestellte Skript führt hierfür ausdrücklich die SWOT-Analyse als Instrument des strategischen Controllings ein.

UNTERNEHMER AG: Das Leitbild betont hochwertige, langlebige Produkte, verlässliche Lieferbeziehungen und verantwortlichen Ressourceneinsatz. Die Geschäftsleitung will daraus messbare strategische Ziele ableiten. Vorher werden interne Stärken und Schwächen sowie externe Chancen und Risiken untersucht.

4. SWOT-Analyse – interne und externe Analyse verbinden

SWOT steht für Strengths, Weaknesses, Opportunities, Threats. Stärken und Schwächen gehören zur internen Analyse; Chancen und Risiken zur externen Analyse. Entscheidend ist nicht das bloße Sammeln von Stichpunkten, sondern die Ableitung einer Strategie.

Stärken · StrengthsSchwächen · Weaknesses ChancenOpportunitiesRisikenThreats AUSBAUENStärken nutzen, Chancen realisieren AUFHOLENSchwächen abbauen, Chancen nutzen ABSICHERNStärken gegen Risiken einsetzen VERMEIDENSchwächen und Risiken begrenzen Interne AnalyseExterne Analyse
Skriptlogik beibehalten: Stärke + Chance → „Ausbauen“, Schwäche + Chance → „Aufholen“, Stärke + Risiko → „Absichern“, Schwäche + Risiko → „Vermeiden“.

5. SWOT-Fall der UNTERNEHMER AG

Stärken Schwächen Chancen Risiken
hohe Produktqualität
geringe Reklamationsquote
erfahrene Fachkräfte
lange Durchlaufzeiten
geringe Automatisierung
hohe Abhängigkeit von zwei Lieferanten
wachsende Nachfrage nach langlebigen Produkten
digitale Prozesssteuerung
neue Kundensegmente
steigende Materialpreise
neue Wettbewerber
Fachkräftemangel

Beispiel einer abgeleiteten Strategie: Die hohe Fachkompetenz wird genutzt, um mit digitaler Prozesssteuerung die Durchlaufzeit zu senken. Damit werden Stärke und Chance verbunden. Aus dieser strategischen Stoßrichtung können anschließend Ziele für die Balanced Scorecard formuliert werden.

6. Balanced Scorecard – das Zielsystem des Skripts

Das bereitgestellte Verlagsskript beschreibt die Balanced Scorecard als einheitliches Zielsystem. Vision und Strategie stehen im Mittelpunkt. Die vier Perspektiven werden ganzheitlich und gleichwertig betrachtet; zwischen ihnen bestehen direkte Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge.

Begriffliche Anpassung an den Lehrplan: Das Skript verwendet „Potenzialperspektive“. Der gültige LehrplanPLUS nennt die vierte Perspektive Mitarbeiter. Inhaltlich wird die Skriptidee daher bewahrt, für die Unterrichtsseite aber mit der lehrplankonformen Bezeichnung „Mitarbeiterperspektive“ geführt.

7. Die vier Perspektiven – nach der Skizzenlogik des Skripts

Visionund Strategie FinanzenWie treten wir gegenüberKapitalgebern auf?Interne ProzesseWorin müssen unsereProzesse besonders gut sein?KundenWie treten wir gegenüberunseren Kunden auf?MitarbeiterWelche Fähigkeiten sichernunsere Zukunft?

8. Aufbau einer vollständigen Scorecard

Für jede Perspektive gilt dieselbe Logik. Genau diese Struktur ist bereits im Skript angelegt:

strategisches Ziel → Messgröße/Kennzahl → Zielwert → operative Maßnahme
Element Frage Beispiel
strategisches Ziel Was soll langfristig erreicht werden? Kundenzufriedenheit erhöhen
Messgröße Woran wird Zielerreichung gemessen? Weiterempfehlungsquote
Zielwert Welcher messbare Zustand wird angestrebt? mindestens 92 %
operative Maßnahme Was wird konkret getan? Reaktionszeit im Service verkürzen

9. Lehrplankonforme Messgrößen der vier Perspektiven

Perspektive geeignete Messgrößen Beurteilung
Finanzen Eigenkapitalquote, Liquiditätsgrade, Eigen-/Gesamtkapitalrentabilität, ROI, Cashflow, EBIT zeigt finanzielle Stabilität und Erfolg, bildet aber häufig vergangene Entwicklungen ab
Kunden Wiederbestellungsquote, Reklamationsquote, Weiterempfehlungsquote macht Kundenbindung und wahrgenommene Qualität sichtbar
interne Prozesse Durchlaufzeit, Fehlerquote, Produktivität, Budgeterfüllung zeigt Effizienz und Qualität betrieblicher Abläufe
Mitarbeiter Dauer der Betriebszugehörigkeit, Krankheitstage, Weiter- und Fortbildungstage liefert Hinweise auf Bindung, Gesundheit und Kompetenzentwicklung

10. Kennzahlen richtig berechnen und interpretieren

Das Skript nennt exemplarisch Fehlerquote und Kundenzufriedenheit. Für die lern.de-Fassung werden diese Rechenideen lehrplankonform in die BSC eingebettet.

Fehlerquote = fehlerhafte Produkte / hergestellte Produkte · 100
Weiterempfehlungsquote = weiterempfehlende Kunden / befragte Kunden · 100
UNTERNEHMER AG: 420 von 12.000 gefertigten Produkten sind fehlerhaft. Fehlerquote = 420 / 12.000 · 100 = 3,5 %. Der Zielwert beträgt höchstens 2,0 %. Das Ziel ist nicht erreicht. Allein daraus folgt aber noch nicht, warum die Fehler entstanden sind. Genau deshalb muss eine Kennzahl kritisch hinterfragt werden.

11. Kennzahlen kritisch hinterfragen

Eine Kennzahl ist nur dann geeignet, wenn sie das strategische Ziel tatsächlich abbildet. Eine leicht messbare Größe ist nicht automatisch eine gute Messgröße.

Problem Beispiel Folge
falscher Indikator Anzahl Serviceanrufe als Maß für Kundenzufriedenheit viele Anrufe können auch viele Probleme bedeuten
isolierte Betrachtung Fehlerquote sinkt, Durchlaufzeit steigt massiv Zielkonflikt bleibt unsichtbar
Manipulationsanreiz nur Stückzahl wird belohnt Qualität kann leiden
Vergangenheitsorientierung nur Finanzkennzahlen zukünftige Potenziale werden vernachlässigt
Prüfungsniveau: Nicht nur Kennzahl berechnen, sondern Eignung, Aussagekraft, Zielbezug und mögliche Fehlsteuerung beurteilen.

12. Ursache-Wirkungs-Ketten

Die Perspektiven stehen nicht nebeneinander. Eine Maßnahme in einer Perspektive kann zeitversetzt andere Perspektiven beeinflussen.

Mitarbeitermehr QualifikationInterne Prozesseweniger Fehler · kürzere DurchlaufzeitKundenhöhere Zufriedenheit · mehr WiederkäufeFinanzenhöhere Erlöse · bessere Rentabilität
Nicht als Naturgesetz lesen: Eine Ursache-Wirkungs-Kette formuliert eine begründete strategische Annahme. Ob sie tatsächlich eintritt, muss mit Daten überprüft werden.

13. Integrierte Balanced Scorecard der UNTERNEHMER AG

Perspektive strategisches Ziel Kennzahl Zielwert operative Maßnahme
Mitarbeiter digitale Fertigungskompetenz erhöhen Fortbildungstage/Mitarbeiter ≥ 4 Tage/Jahr Qualifizierungsprogramm
Prozesse Fertigungsqualität erhöhen Fehlerquote ≤ 2,0 % Prozessschulung + Sensorik
Kunden Kundenbindung erhöhen Wiederbestellungsquote ≥ 78 % Service- und Lieferprozess verbessern
Finanzen Kapitalrentabilität verbessern ROI ≥ 12 % Produktivität erhöhen und Kapitalbindung senken

14. Übergang zum operativen Controlling

Die Balanced Scorecard fragt, ob die Strategie in messbare Ziele übersetzt wird. Die flexible Plankostenrechnung fragt, warum die tatsächlich angefallenen Kosten von den geplanten Kosten abweichen. Beide Systeme gehören damit zum Controlling, arbeiten aber auf unterschiedlichen Ebenen.

strategisches Controlling operatives Controlling
Horizont langfristig kurz-/mittelfristig
Beispiel SWOT, Balanced Scorecard flexible Plankostenrechnung
Leitfrage Tun wir die richtigen Dinge? Tun wir die Dinge wirtschaftlich?

15. Flexible Plankostenrechnung – Grundbegriffe

Größe Bedeutung
Planbeschäftigung xP geplante Ausbringungsmenge
Istbeschäftigung xI tatsächliche Ausbringungsmenge
Plankosten PK geplante Gesamtkosten bei Planbeschäftigung
Plankostenverrechnungssatz PK / xP
verrechnete Plankosten Plankostenverrechnungssatz · xI
Sollkosten SK Kf + kv · xI
Istkosten IK tatsächlich angefallene Kosten

16. Kostenzerlegung – direkte und indirekte Methode

Das Plankosten-Skript arbeitet mit einem Grundbeispiel, das für die UNTERNEHMER AG übernommen wird: Bei 1.500 Stück entstehen 75.000 € Gesamtkosten, davon 15.000 € fixe und 60.000 € variable Kosten.

\(k_v=60.000/1.500=40\,€\) je Stück
\(K(x)=15.000+40x\)

Bei der indirekten Methode werden zwei Beschäftigungs-/Kostenpunkte verwendet. Bei 1.800 Stück betragen die Gesamtkosten 87.000 €:

\(k_v=\frac{87.000-75.000}{1.800-1.500}=40\,€\)
\(K_f=75.000-1.500\cdot40=15.000\,€\)

17. Kostenzerlegung grafisch – Gesamtbetrachtung

Beschäftigung x in StückKosten in € Kfix Kges Kvar

18. Der vollständige Rechengang

Gegeben: xP = 1.500 Stück, xI = 1.350 Stück, Kf = 15.000 €, kv = 40 €/Stück, Istkosten = 71.250 €.

Schritt Rechnung Ergebnis
1 Plankosten 15.000 + 1.500·40 75.000 €
2 Plankostenverrechnungssatz 75.000 / 1.500 50 €/Stück
3 verrechnete Plankosten 1.350·50 67.500 €
4 Sollkosten 15.000 + 1.350·40 69.000 €
5 Istkosten gegeben 71.250 €
Der Kernunterschied: Die Sollkosten enthalten bei Istbeschäftigung weiterhin den gesamten Fixkostenblock. Die verrechneten Plankosten verteilen dagegen den geplanten Vollkostensatz auf die Istmenge.

19. Beschäftigungs-, Verbrauchs- und Gesamtabweichung

\(BA=verr.PK-SK=67.500-69.000=-1.500\,€\)
\(VA=SK-IK=69.000-71.250=-2.250\,€\)
\(GA=BA+VA=verr.PK-IK=-3.750\,€\)

In der Skriptkonvention gilt: negativ = ungünstig, positiv = günstig. Bei Minderbeschäftigung entsteht eine negative Beschäftigungsabweichung bzw. Fixkostenunterdeckung.

20. Abweichungen analysieren und Verantwortlichkeiten benennen

Abweichung mögliche Ursache möglicher Verantwortungsbereich
Beschäftigungsabweichung Absatz unter Plan Absatz/Markt – nicht automatisch Fertigung
Beschäftigungsabweichung Maschinenausfall Produktion/Instandhaltung
Verbrauchsabweichung zu hoher Materialverbrauch/Ausschuss Produktion/Qualität
Verbrauchsabweichung unerwarteter Materialpreisanstieg Beschaffung/Markt; Verantwortlichkeit differenziert prüfen
Wichtig: Eine Abweichung zeigt zunächst nur ein Symptom. Verantwortlichkeit darf nicht allein aus dem Vorzeichen abgeleitet werden. Ursache, Beeinflussbarkeit und Zuständigkeit müssen getrennt geprüft werden.

21. Flexible Plankostenrechnung – Gesamtbetrachtung

Beschäftigung x in StückKosten in € verrechnete PK Sollkosten Kfix xIst xPlan Istkosten

22. Stückbetrachtung – Fixkostendegression sichtbar machen

Der Lehrplan verlangt ausdrücklich auch die Stückbetrachtung. Die variablen Plankosten je Stück bleiben konstant; die fixen Stückkosten sinken mit wachsender Beschäftigung.

\(sk(x)=k_v+\frac{K_f}{x}\)
Beschäftigung x in StückKosten in €/Stück pkvs Sollstückkosten kv

23. Sechs typische Vorzeichenkonstellationen

Fall Kombination Interpretation
1 − BA + VA = − GA Minderbeschäftigung; günstiger Verbrauch gleicht BA nicht aus
2 − BA + VA = + GA günstige VA überkompensiert Minderbeschäftigung
3 − BA − VA = − GA Minderbeschäftigung und ungünstiger Verbrauch verstärken sich
4 + BA − VA = − GA Mehrbeschäftigung; ungünstige VA überwiegt
5 + BA − VA = + GA günstige BA überwiegt ungünstige VA
6 + BA + VA = + GA Mehrbeschäftigung und günstiger Verbrauch verstärken sich

24. Großfall: Strategie und Kostenkontrolle zusammenführen

Situation: Die UNTERNEHMER AG will ihre Lieferzuverlässigkeit erhöhen. Die SWOT-Analyse zeigt erfahrene Fachkräfte als Stärke, lange Durchlaufzeiten als Schwäche, digitale Fertigungssteuerung als Chance und Fachkräftemangel als Risiko. Gleichzeitig liegt die Istbeschäftigung einer Kostenstelle unter Plan und die Istkosten liegen über den Sollkosten.
  1. Ordne die vier Informationen korrekt in eine SWOT-Matrix ein und leite eine Strategie ab.
  2. Formuliere für jede BSC-Perspektive ein strategisches Ziel.
  3. Bestimme je Ziel eine geeignete Messgröße, einen Zielwert und eine operative Maßnahme.
  4. Entwickle eine plausible Ursache-Wirkungs-Kette.
  5. Beurteile kritisch, ob die gewählten Kennzahlen die Ziele tatsächlich abbilden.
  6. Berechne aus gegebenen Plan- und Istwerten verrechnete Plankosten und Sollkosten.
  7. Ermittle BA, VA und GA.
  8. Stelle den Fall in Gesamt- und Stückbetrachtung dar.
  9. Trenne Ursachenanalyse und Verantwortungszuordnung.
  10. Leite geeignete Gegensteuerungsmaßnahmen ab.

25. Typische Fehler – und wie man sie vermeidet

Fehler Korrektur
SWOT: Chancen als interne Stärke einordnen Stärken/Schwächen intern; Chancen/Risiken extern
BSC nur als Kennzahlenliste immer Ziel → Kennzahl → Zielwert → Maßnahme
„Potenzial“ statt Lehrplanbegriff im aktuellen alten BwR13-Lehrplan: Mitarbeiterperspektive
Perspektiven isoliert behandeln Ursache-Wirkungs-Ketten erklären
Kennzahl unkritisch übernehmen Zielbezug und Fehlsteuerungsrisiko prüfen
Sollkosten = verrechnete Plankosten beide Größen haben unterschiedliche Funktion
BA mit Istkosten berechnen BA = verrechnete PK − SK
VA mit falscher Vorzeichenlogik hier: VA = SK − IK
Verantwortlichen aus Abweichung „erraten“ erst Ursache und Beeinflussbarkeit untersuchen
Grafik ohne Einheiten x-Achse Beschäftigung/Stück; y-Achse € bzw. €/Stück

26. Trainingsaufträge für Unterricht und Aufgabengenerator

A1. Erstelle aus sechs Unternehmensinformationen eine vollständige SWOT-Matrix.
A2. Leite aus jeder SWOT-Kombination eine plausible strategische Stoßrichtung ab.
A3. Formuliere für alle vier BSC-Perspektiven strategische Ziele.
A4. Ergänze zu jedem Ziel Messgröße, Zielwert und operative Maßnahme.
A5. Berechne Fehler-, Wiederbestellungs-, Reklamations- und Weiterempfehlungsquoten.
A6. Prüfe vier Kennzahlen kritisch auf ihren Zielbezug.
A7. Entwickle eine Ursache-Wirkungs-Kette von Mitarbeitermaßnahmen bis zum Finanzziel.
A8. Zerlege Mischkosten direkt in fixe und variable Bestandteile.
A9. Ermittle kv und Kf indirekt aus zwei Kostenpunkten.
A10. Berechne PK, pkvs, verrechnete PK und SK.
A11. Berechne BA, VA und GA und interpretiere die Vorzeichen.
A12. Ordne Abweichungsursachen möglichen Verantwortungsbereichen zu.
A13. Zeichne Sollkosten und verrechnete Plankosten in der Gesamtbetrachtung.
A14. Erkläre die Fixkostendegression in der Stückbetrachtung.
A15. Bearbeite einen integrierten Fall von SWOT bis Abweichungsanalyse.

27. Lernbereich 2 auf einen Blick

Block Sicher beherrschen
strategische Situationsanalyse interne/externe Analyse; SWOT; Strategieableitung
Balanced Scorecard Finanzen, Kunden, interne Prozesse, Mitarbeiter; Ziel, Kennzahl, Zielwert, Maßnahme
Strategieverknüpfung Ursache-Wirkungs-Ketten; Kennzahlen kritisch beurteilen
Plankostenrechnung Kostenzerlegung; PK; pkvs; verrechnete PK; SK; IK
Abweichungsanalyse BA; VA; GA; Vorzeichen; Ursachen; Verantwortlichkeiten
Darstellung Gesamt- und Stückbetrachtung mit korrekt beschrifteten Achsen

Quellen- und Produktionshinweise

Primärquelle lern.de: BalancedScorecard13(1).tex. Curriculum: LehrplanPLUS Bayern, FOS/BOS BwR 13, Lernbereich 2. Die BSC-Bezeichnung „Potenzialperspektive“ aus dem Skript wurde im Fließtext transparent auf den Lehrplanbegriff „Mitarbeiterperspektive“ abgebildet. Die SWOT-Strategiebezeichnungen „Ausbauen“, „Aufholen“, „Absichern“ und „Vermeiden“ bleiben skriptgetreu erhalten.

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