BwR · Fachoberschule Bayern · Jahrgangsstufe 12 · alter Lehrplan / Übergang
ca. 27 UnterrichtsstundenVollkostenrechnungUNTERNEHMER AG
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Mit der Vollkostenrechnung Angebotspreise und das Betriebsergebnis ermitteln
Ein Industriebetrieb muss wissen, welche Kosten seine Produkte verursachen, wie Gemeinkosten sinnvoll verteilt werden, welcher Angebotspreis wirtschaftlich tragfähig ist und ob der Betrieb tatsächlich erfolgreich gearbeitet hat. Genau diese Fragen beantwortet die Vollkostenrechnung.
Die UNTERNEHMER AG fertigt die Anlagenserien UA-100 und UA-200. Material lässt sich einzelnen Anlagen meist direkt zurechnen. Strom für die Werkhalle, Gehälter der Verwaltung oder Raumkosten dagegen nicht. Die Kostenrechnung muss diese unterschiedlichen Kosten erfassen, verteilen und schließlich den Kostenträgern zurechnen.
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- Vom Kostenanfall zum Betriebsergebnis
- Einzelkosten und Gemeinkosten
- Kostenträgerstückrechnung: Was kostet eine Einheit?
- Vorwärtskalkulation
- Rückwärtskalkulation
- Differenzkalkulation
- Maschinenkosten und Maschinenstundensatz
- Betriebsabrechnungsbogen: Gemeinkosten verteilen
- Mehrstufiger BAB und innerbetriebliche Leistungsverrechnung
- Normalzuschläge und Über-/Unterdeckung
- Betriebsabrechnungsbogen: Gemeinkosten verursachungsgerecht verteilen
- Maschinenstundensatz aus dem Skript
- Kalkulationsschema sicher beherrschen
- Normal- und Istkosten: Über- und Unterdeckung
- Gesamtfall UNTERNEHMER AG
- Kostenträgerzeitrechnung und Bestandsveränderungen vertieft
- Kostenüber- und Kostenunterdeckung interpretieren
- Maschinenstundensatz vertieft
- Gesamtfall: vom BAB bis zum Betriebsergebnis
- Prüfungs- und Transfertraining
- Typische Fehler
- Das Wichtigste auf einen Blick
1. Vom Kostenanfall zum Betriebsergebnis
Die Vollkostenrechnung verrechnet sämtliche Kosten einer Abrechnungsperiode auf die betrieblichen Leistungen. Dabei werden drei miteinander verbundene Fragen beantwortet:
| Stufe | Frage | Instrument |
|---|---|---|
| Kostenartenrechnung | Welche Kosten sind angefallen? | Gliederung der Kosten |
| Kostenstellenrechnung | Wo sind Gemeinkosten angefallen? | Betriebsabrechnungsbogen (BAB) |
| Kostenträgerrechnung | Wofür sind Kosten angefallen? | Stück- und Zeitrechnung |
2. Einzelkosten und Gemeinkosten
Für die Kalkulation ist entscheidend, ob Kosten einem Kostenträger direkt zugerechnet werden können.
| Kostenart | Merkmal | Beispiel UNTERNEHMER AG |
|---|---|---|
| Einzelkosten | direkte Zurechnung zum Kostenträger möglich | Motor, Gehäusematerial, unmittelbar zurechenbare Fertigungslöhne |
| Gemeinkosten | keine wirtschaftlich sinnvolle direkte Zurechnung | Hallene Beleuchtung, Meistergehalt, Verwaltung, allgemeine Werbung |
3. Kostenträgerstückrechnung: Was kostet eine Einheit?
Die Kostenträgerstückrechnung ermittelt die Kosten eines einzelnen Produktes. Im Industriebetrieb führt der Weg typischerweise von Material- und Fertigungskosten über Herstell- und Selbstkosten zum Angebotspreis.
4. Vorwärtskalkulation
Bei der Vorwärtskalkulation sind die Kosten gegeben; gesucht ist der Angebotspreis. Die Rechnung läuft „von unten aus der Produktion nach vorne zum Kundenpreis“.
| Kalkulationsstufe | in € | in % | in % |
|---|---|---|---|
| Selbstkosten (SK) | 48,84 | 100 | |
| + Gewinn (G) | 3,80 | 7,78 | |
| = vorläufiger Verkaufspreis (vVP) | 52,64 | 94 | |
| + Vertreterprovision (VP) | 2,24 | 4 | |
| = Barverkaufspreis (BVP) | 54,88 | 98 | |
| + Kundenskonto | 1,12 | 2 | |
| = Zielverkaufspreis (ZVP) | 56,00 | 87,50 | 100 |
| + Kundenrabatt | 8,00 | 12,50 | |
| = Angebotspreis / Listenverkaufspreis | 64,00 | 100 |
Das Schema folgt der von lern.de verwendeten FOS/BOS-Darstellung: Betrag in Euro sowie zwei getrennte Prozentspalten für wechselnde Grundwerte. Bei einer Differenzkalkulation wird von beiden Enden bis zum gesuchten Gewinn gerechnet.
| Kalkulationsstufe | UA-100 |
|---|---|
| Materialeinzelkosten | 4.800,00 € |
| + Materialgemeinkosten 10 % | 480,00 € |
| = Materialkosten | 5.280,00 € |
| Fertigungseinzelkosten | 2.000,00 € |
| + Fertigungsgemeinkosten 80 % | 1.600,00 € |
| = Fertigungskosten | 3.600,00 € |
| = Herstellkosten | 8.880,00 € |
| + Verwaltungsgemeinkosten 8 % | 710,40 € |
| + Vertriebsgemeinkosten 4 % | 355,20 € |
| = Selbstkosten | 9.945,60 € |
| + Gewinn 15 % | 1.491,84 € |
| = Barverkaufspreis | 11.437,44 € |
Materialgemeinkosten beziehen sich auf die Materialeinzelkosten. Fertigungsgemeinkosten beziehen sich auf die jeweilige Zuschlagsgrundlage der Fertigung. Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten werden typischerweise auf die Herstellkosten bezogen. Der Gewinnzuschlag bezieht sich auf die Selbstkosten.
Vertriebskonditionen
Sollen Kundenskonto und Kundenrabatt berücksichtigt werden, darf man die Prozentsätze nicht einfach auf den Barverkaufspreis aufschlagen. Der Barverkaufspreis entspricht nach Abzug des Skontos nur einem bestimmten Prozentsatz des Zielverkaufspreises.
Listenverkaufspreis = Zielverkaufspreis ÷ (1 − Rabattsatz)
Zielverkaufspreis = 11.437,44 € ÷ 0,98 = 11.670,86 €
Listenverkaufspreis = 11.670,86 € ÷ 0,90 = 12.967,62 €.
5. Rückwärtskalkulation
Bei der Rückwärtskalkulation gibt der Markt den maximal erzielbaren Listenverkaufspreis vor. Gesucht wird beispielsweise, welche Selbstkosten oder welcher Einstandspreis höchstens zulässig sind. Jetzt wird das Kalkulationsschema rückwärts durchlaufen.
13.500 € × 0,90 = 12.150 € Zielverkaufspreis
12.150 € × 0,98 = 11.907 € Barverkaufspreis.
Soll der Gewinn 15 % der Selbstkosten betragen, entsprechen 11.907 € = 115 %. Damit: Selbstkosten = 11.907 € ÷ 1,15 = 10.353,91 €.
6. Differenzkalkulation
Bei der Differenzkalkulation stehen sowohl Kosten als auch ein marktbedingter Verkaufspreis fest. Gesucht ist der tatsächlich mögliche Gewinn bzw. die Gewinnspanne.
Gewinn = 11.475 € − 10.200 € = 1.275 €.
Gewinnzuschlag = 1.275 € ÷ 10.200 € × 100 = 12,5 %.
Die Differenzkalkulation ist damit besonders wichtig, wenn das Unternehmen den Preis nicht frei aus seinen Kosten ableiten kann, sondern der Markt einen Preisrahmen vorgibt.
7. Maschinenkosten und Maschinenstundensatz
Eine pauschale Verteilung aller Fertigungsgemeinkosten über Fertigungslöhne kann bei automatisierter Produktion zu Verzerrungen führen. Eine teure Maschine verursacht Kosten vor allem durch ihre Nutzung – unabhängig davon, wie hoch der Fertigungslohn ist. Deshalb werden maschinenabhängige Kosten gesondert ermittelt.
Kalkulatorische Abschreibung
Die kalkulatorische Abschreibung soll den tatsächlichen Werteverzehr für die betriebliche Kostenrechnung abbilden. Nach Lehrplan wird bei den Maschinenkosten vom Wiederbeschaffungswert ausgegangen.
Kalkulatorische Zinsen
Kapital, das in einer Maschine gebunden ist, steht nicht für andere Zwecke zur Verfügung. Dieser entgangene Nutzungsvorteil wird über kalkulatorische Zinsen berücksichtigt.
Weitere Maschinenkosten
Hinzu kommen insbesondere Raumkosten, Energiekosten und Instandhaltungskosten.
Wiederbeschaffungswert: 600.000 €; Nutzungsdauer: 10 Jahre → kalk. Abschreibung 60.000 € p. a.
kalk. Zinsen: 15.000 €; Raumkosten: 12.000 €; Energie: 48.000 €; Instandhaltung: 25.000 €.
Maschinenkosten pro Jahr = 160.000 €.
Bei 2.000 Maschinenstunden: Maschinenstundensatz = 160.000 € ÷ 2.000 h = 80 €/h.
8. Betriebsabrechnungsbogen: Gemeinkosten verteilen
Der Betriebsabrechnungsbogen (BAB) verteilt Gemeinkosten auf Kostenstellen. Anschließend werden Zuschlagssätze gebildet, damit die Gemeinkosten den Kostenträgern zugerechnet werden können.
Gemeinkosten gehören zunächst zum Betrieb, nicht direkt zu einem einzelnen Produkt. Der BAB macht deshalb einen Zwischenschritt sichtbar: Gemeinkosten → Kostenstellen → Kostenträger. Erst nachdem wir wissen, wo die Gemeinkosten entstanden sind, können Zuschlagssätze gebildet und die Kosten den Produkten zugerechnet werden.
Einstufiger BAB – eine Verteilungsstufe
Beim einstufigen BAB werden die Gemeinkosten einer vorgelagerten Stelle unmittelbar auf die Hauptkostenstellen verteilt. Es gibt danach keine weitere Hilfskostenstelle, die nochmals umgelegt werden müsste. Deshalb genügt eine Verteilungsstufe.
So liest du die Zeichnung: Der Fuhrpark erbringt Leistungen für mehrere Hauptkostenstellen. Seine Kosten bleiben deshalb nicht im Fuhrpark „liegen“, sondern werden nach einem geeigneten Schlüssel weitergegeben. Danach ist die vorgelagerte Stelle vollständig entlastet.
| Gemeinkosten | Material | Fertigung | Verwaltung | Vertrieb |
|---|---|---|---|---|
| Hilfs-/Betriebsstoffe | 8.000 | 22.000 | – | – |
| Gehälter | 18.000 | 35.000 | 52.000 | 38.000 |
| Raumkosten | 12.000 | 40.000 | 18.000 | 10.000 |
| sonstige GK | 7.000 | 23.000 | 10.000 | 12.000 |
| Summe | 45.000 | 120.000 | 80.000 | 60.000 |
Fertigungs-GK-Zuschlag = Fertigungsgemeinkosten ÷ Fertigungseinzelkosten × 100
Verwaltungs-/Vertriebs-GK-Zuschlag = jeweilige Gemeinkosten ÷ Herstellkosten des Umsatzes × 100
9. Mehrstufiger BAB und innerbetriebliche Leistungsverrechnung
Ein mehrstufiger BAB enthält neben Hauptkostenstellen auch Hilfskostenstellen. Deren Leistungen werden innerbetrieblich genutzt und müssen deshalb auf die Hauptkostenstellen umgelegt werden. Im Lehrplan ist eine einfache Kostenumlage ohne gegenseitige Verrechnung vorgesehen; insgesamt sind maximal fünf Hauptkostenstellen vorgesehen.
Mehrstufiger BAB – warum eine zweite Stufe nötig wird
Beim mehrstufigen BAB reicht die erste Verteilung nicht aus. Nach ihr enthält eine Hilfskostenstelle noch Kosten. Diese Stelle produziert aber keinen Kostenträger für den Absatz, sondern unterstützt andere Kostenstellen. Ihre Kosten müssen deshalb in einer zweiten Stufe weitergegeben werden.
10. Normalzuschläge und Über-/Unterdeckung
Für Angebote kann die UNTERNEHMER AG nicht warten, bis am Periodenende sämtliche Istkosten bekannt sind. Sie kalkuliert deshalb mit Vorkalkulations- bzw. Normalzuschlagssätzen. Später werden die verrechneten Gemeinkosten mit den tatsächlich angefallenen Gemeinkosten verglichen.
Tatsächlich angefallene MGK: 54.000 €.
Es wurden nur 50.000 € auf Produkte verrechnet, obwohl 54.000 € entstanden sind → Unterdeckung 4.000 €.
11. Betriebsabrechnungsbogen: Gemeinkosten verursachungsgerecht verteilen
Der BAB verbindet Kostenarten- und Kostenträgerrechnung. Gemeinkosten werden zunächst auf Kostenstellen verteilt. Anschließend werden Zuschlagssätze gebildet, damit die Gemeinkosten den Kostenträgern zugerechnet werden können.
| Kostenstelle | Bezugsgröße | Gemeinkosten | Zuschlagssatz |
|---|---|---|---|
| Material | Materialeinzelkosten 240.000 € | 36.000 € | 15,0 % |
| Fertigung | Fertigungslöhne 180.000 € | 270.000 € | 150,0 % |
| Verwaltung | Herstellkosten 600.000 € | 48.000 € | 8,0 % |
| Vertrieb | Herstellkosten 600.000 € | 30.000 € | 5,0 % |
12. Maschinenstundensatz aus dem Skript
Bei maschinenintensiver Fertigung werden maschinenabhängige Gemeinkosten über Maschinenstunden verrechnet. Das vorhandene Skript behandelt dazu insbesondere kalkulatorische Abschreibung, kalkulatorische Zinsen, Raumkosten, Instandhaltung und Energie.
\(\text{Maschinenstundensatz}=\frac{\text{maschinenabhängige Kosten pro Jahr}}{\text{produktive Maschinenstunden pro Jahr}}\)
13. Kalkulationsschema sicher beherrschen
Für Vorwärts-, Rückwärts- und Differenzkalkulation gilt dasselbe Grundschema. Entscheidend ist, welche Größe als 100-%-Basis dient.
| Rechenschritt | € | % | % |
|---|---|---|---|
| Materialeinzelkosten | 400,00 | 100 | |
| + Materialgemeinkosten | 60,00 | 15 | |
| + Fertigungseinzelkosten | 300,00 | 100 | |
| + Fertigungsgemeinkosten | 450,00 | 150 | |
| = Herstellkosten | 1.210,00 | 100 | |
| + Verwaltungs-GK | 96,80 | 8 | |
| + Vertriebs-GK | 60,50 | 5 | |
| = Selbstkosten | 1.367,30 |
14. Normal- und Istkosten: Über- und Unterdeckung
Weichen tatsächlich entstandene Gemeinkosten von den verrechneten Normalkosten ab, entsteht eine Kostenüber- oder Kostenunterdeckung.
| Situation | Folge |
|---|---|
| verrechnete Normalkosten > Istkosten | Kostenüberdeckung |
| verrechnete Normalkosten < Istkosten | Kostenunterdeckung |
15. Gesamtfall UNTERNEHMER AG
Schritt 1: Materialkosten
MEK 7.200 € + MGK 720 € = 7.920 €.
Schritt 2: Fertigungskosten
FEK 2.800 € + weitere FGK 1.400 € + Maschinenkosten (5 × 80 €) 400 € = 4.600 €.
Schritt 3: Herstellkosten
7.920 € + 4.600 € = 12.520 €.
Schritt 4: Selbstkosten
VwGK: 12.520 × 8 % = 1.001,60 €.
VtGK: 12.520 × 4 % = 500,80 €.
Selbstkosten = 12.520 + 1.001,60 + 500,80 = 14.022,40 €.
Schritt 5: Gewinn und Barverkaufspreis
Gewinn = 14.022,40 × 12 % = 1.682,69 €.
Barverkaufspreis = 15.705,09 €.
16. Kostenträgerzeitrechnung und Bestandsveränderungen vertieft
Die Kostenträgerzeitrechnung ermittelt den Erfolg einer Abrechnungsperiode. Produktions- und Absatzmenge dürfen nicht verwechselt werden. Produziert die UNTERNEHMER AG mehr als sie verkauft, entsteht eine Bestandsmehrung; bei höherem Absatz als Produktion eine Bestandsminderung.
| Rechengröße | Beispiel | Bedeutung |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1.260.000 € | Erlöse der abgesetzten Erzeugnisse |
| − Herstellkosten des Umsatzes | 820.000 € | Herstellkosten der abgesetzten Erzeugnisse |
| = Bruttoergebnis | 440.000 € | Beitrag zu weiteren Periodenkosten |
| − Verwaltungs-/Vertriebskosten | 310.000 € | Periodenkosten |
| = Betriebsergebnis | 130.000 € | betrieblicher Erfolg |
17. Kostenüber- und Kostenunterdeckung interpretieren
Normalzuschlagssätze beruhen auf normalisierten Größen. Die Differenz aus verrechneten und tatsächlichen Gemeinkosten zeigt Über- bzw. Unterdeckung.
\(Abweichung=verrechnete\ Gemeinkosten-Istgemeinkosten\)
18. Maschinenstundensatz vertieft
Bei automatisierter Fertigung werden maschinenabhängige Kosten auf produktive Maschinenstunden bezogen. Dazu zählen insbesondere kalkulatorische Abschreibung und Zinsen sowie Raum-, Versicherungs-, Instandhaltungs- und variable Energiekosten.
\(Maschinenstundensatz=\frac{maschinenbezogene\ fixe\ Kosten}{produktive\ Maschinenstunden}+variable\ Kosten\ je\ Stunde\)
19. Gesamtfall: vom BAB bis zum Betriebsergebnis
- Kosten gliedern.
- Gemeinkosten im BAB verteilen.
- Leistungsverrechnung berücksichtigen.
- Zuschlagssätze ermitteln.
- Maschinenstundensatz berechnen.
- Selbstkosten kalkulieren.
- Kalkulationsrichtung passend wählen.
- Bestandsveränderungen berücksichtigen.
- Kostenträgerzeitrechnung durchführen.
- Über-/Unterdeckung und Betriebsergebnis interpretieren.
20. Prüfungs- und Transfertraining
Lösungskontrolle
Aufgabe 2: MK = 5.600 €; FK = 4.200 €; HK = 9.800 €; VwGK = 686 €; VtGK = 294 €; SK = 10.780 €; Gewinn = 1.078 €; BVP = 11.858 €.
Aufgabe 3: Abschreibung 60.000 €; gesamte Maschinenkosten 180.000 €; Maschinenstundensatz = 75 €/h.
Aufgabe 4: verrechnete MGK = 66.000 €; Ist-MGK = 70.000 € → Unterdeckung 4.000 €.
21. Typische Fehler
| Fehler | Richtig denken |
|---|---|
| Einzelkosten mit „kleinen Kosten“ verwechseln | Es geht um direkte Zurechenbarkeit. |
| Prozentsätze auf die falsche Basis anwenden | Vor jeder Prozentrechnung die Bezugsgröße bestimmen. |
| Rabatt und Skonto vorwärts einfach addieren | Die Verkaufskalkulation stufenweise durchführen. |
| kalkulatorische Abschreibung vom historischen Anschaffungswert berechnen | Bei den Maschinenkosten nach Lehrplan den Wiederbeschaffungswert beachten. |
| BAB als reine Tabelle auswendig lernen | Verstehen: Gemeinkosten werden zuerst Kostenstellen, dann Kostenträgern zugerechnet. |
| Über-/Unterdeckung vertauschen | Verrechnete Gemeinkosten mit tatsächlich angefallenen Gemeinkosten vergleichen. |
| Bestandsveränderungen ignorieren | Produktion ist nicht automatisch gleich Absatz. |
22. Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Vollkostenrechnung verrechnet sämtliche Kosten auf betriebliche Leistungen.
- Einzelkosten sind direkt zurechenbar; Gemeinkosten werden über Kostenstellen und Zuschlagssätze verteilt.
- Vorwärtskalkulation ermittelt aus Kosten den Angebotspreis; Rückwärtskalkulation rechnet vom Marktpreis zurück; Differenzkalkulation bestimmt den verbleibenden Gewinn.
- Maschinenstundensätze ermöglichen eine verursachungsgerechtere Verrechnung maschinenabhängiger Kosten.
- Der BAB verteilt Gemeinkosten auf Kostenstellen und liefert Zuschlagssätze.
- Normal- und Istkosten können zu Über- oder Unterdeckungen führen.
- Bestandsveränderungen trennen Herstellkosten der Erzeugung von Herstellkosten des Umsatzes.
- Die Kostenträgerzeitrechnung ermittelt den Erfolg der Abrechnungsperiode.
- Gute Lösungen zeigen nicht nur Rechenwege, sondern erklären die betriebswirtschaftliche Bedeutung der Ergebnisse.
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Lehrplanbezug: FOS Bayern, BwR 12, alter Lehrplan / Übergangsbestand. Inhaltliche Basis: lern.de-Skript Vollkostenrechnung12.tex.
