Internationale Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre · FOS/BOS Bayern · Jahrgangsstufe 13

IBV 13 ALTLernbereich 4 · ca. 35 UE

Wirtschaftspolitische Instrumente und Maßnahmen beurteilen

Übergangskohorte: Gezielt für den bisherigen Lehrplan; keine konkurrierende Kopie der IBV-NEU-Seite.

Grundlage: LehrplanPLUS Bayern – IBV 13, gültig ab 2019/20. Modellunternehmen: UNTERNEHMER AG.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1. Aufbau
  2. 2. Angebots- und Nachfrageorientierung
  3. 3. Neoklassische Arbeitsmarkttheorie
  4. 4. Keynesianische Arbeitsmarkttheorie
  5. 5. Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen
  6. 6. Absolute und komparative Kostenvorteile
  7. 7. Transformationskurven
  8. 8. Spezialisierung und Terms of Trade
  9. 9. Zentralbank- und Giralgeldschöpfung
  10. 10. Geldschöpfungsmultiplikator
  11. 11. Preisindex, Inflationsrate und Kaufkraft
  12. 12. Funktionelle und personelle Verteilung
  13. 13. Lorenzkurve
  14. 14. Gini und Haushaltsbeispiel
  15. 15. Verteilungs- und Sozialpolitik
  16. 16. Integrierter Großfall
  17. 17. Typische Fehler
  18. 18. Trainingsaufträge

1. Aufbau

35 UE: Wirtschaftspolitik, Arbeitsmarkttheorien, komparative Kostenvorteile/Terms of Trade, Geldschöpfung/Preisniveau sowie Verteilung.

2. Angebots- und Nachfrageorientierung

Kriterium Angebotsorientiert Nachfrageorientiert
Ansatzpunkt Produktionsbedingungen gesamtwirtschaftliche Nachfrage
Instrumente Rahmen, Wettbewerb, Investitionsanreize antizyklische Fiskalpolitik
Grenzen Nachfrage-/Verteilungswirkung Time Lags, Verschuldung

Immer Wirkungskette darstellen: Maßnahme → Übertragungskanal → Zielgröße → Nebenwirkung.

3. Neoklassische Arbeitsmarkttheorie

Flexible Reallöhne koordinieren im Modell Arbeitsangebot und -nachfrage. Ein Reallohn oberhalb des Gleichgewichts kann Arbeitslosigkeit erzeugen.

Arbeitsmenge NReallohn w

4. Keynesianische Arbeitsmarkttheorie

Beschäftigung hängt wesentlich von der Güternachfrage ab. Sinkende Löhne allein erzeugen keine zusätzliche Beschäftigung, wenn zusätzliche Produktion nicht absetzbar ist.

5. Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen

Maßnahme Ansatz
Weiterbildung strukturell/Matching
Kurzarbeit temporäre Nachfrageschwäche
öffentliche Investitionen Nachfrage + Kapazität
Lohnnebenkosten Kosten-/Angebotsseite

Zielbeitrag, Zeitwirkung, Finanzierung und Fehlanreize beurteilen.

6. Absolute und komparative Kostenvorteile

Inland: max. 12 Getreide oder 4 Gemüse; Ausland: 16 Getreide oder 8 Gemüse. Ausland ist absolut in beiden besser.

Land Kosten Gemüse Kosten Getreide
Inland 1 Gemüse = 3 Getreide 1 Getreide = 1/3 Gemüse
Ausland 1 Gemüse = 2 Getreide 1 Getreide = 1/2 Gemüse

Komparativ: Inland Getreide, Ausland Gemüse.

7. Transformationskurven

Gemüse in MEGetreide in ME

8. Spezialisierung und Terms of Trade

Vorher Welt 10 Getreide/8 Gemüse; volle Spezialisierung 12/8.

2 Getreide < 1 Gemüse < 3 Getreide

Bei 1 Gemüse = 2,5 Getreide und Tausch 2 Gemüse gegen 5 Getreide gewinnen beide Länder gegenüber ihrer Ausgangskombination.

9. Zentralbank- und Giralgeldschöpfung

Zentralbankgeld entsteht im Zentralbanksystem; Geschäftsbanken schaffen Giralgeld insbesondere durch Kreditvergabe als Bilanzverlängerung. Das ist nicht identisch mit Bargeldproduktion.

10. Geldschöpfungsmultiplikator

ALT-Lehrplan: Reservesatz und vollständiger Bargeldrückfluss.

m = 1/r

max. Einlagensumme = Primäreinlage · 1/r

zusätzliche Giralgeldschöpfung = Primäreinlage · (1/r − 1)

100.000 €, r=10 % → m=10 → 1.000.000 € Einlagensumme → 900.000 € zusätzliche Giralgeldschöpfung.
100.000 € Einlage10 % Reserve90 % Kredit90.000 € neue Einlage

11. Preisindex, Inflationsrate und Kaufkraft

Preisindex = Warenkorb_t / Warenkorb_0 · 100

Inflationsrate = (Index_t − Index_t−1) / Index_t−1 · 100

120 → 126 entspricht 5 % Inflation. Die Kaufkraft eines nominal konstanten Geldbetrags sinkt.

12. Funktionelle und personelle Verteilung

Lohnquote = Arbeitnehmerentgelt / Volkseinkommen · 100

Gewinnquote = 100 % − Lohnquote

Personelle Verteilung betrachtet Personen/Haushalte; funktionelle Verteilung Produktionsfaktoren.

13. Lorenzkurve

kumulierte Bevölkerung in %kumuliertes Einkommen in %

14. Gini und Haushaltsbeispiel

0 = theoretische Gleichverteilung; höhere Werte = stärkere Ungleichverteilung. Definition/Datenjahr beachten.

Haushalt Einkommen kumuliert
1 30 6,4 %
2 50 17,0 %
3 70 31,9 %
4 70 46,8 %
5 250 100,0 %

15. Verteilungs- und Sozialpolitik

Steuern, Transfers, Sozialversicherung, Bildung, Mindeststandards und Vermögensbildung. Statistik und normatives Gerechtigkeitsurteil sind zu trennen.

16. Integrierter Großfall

Wirtschaftspolitische Konzeption → Arbeitsmarkt → komparative Kosten/ToT → Geldschöpfung/Inflation → Lorenz/Gini/Verteilungspolitik.

17. Typische Fehler

Fehler Korrektur
absolut = komparativ Opportunitätskosten verwenden
ToT außerhalb Bereich beide müssen gewinnen
Giralgeld = Bargeld Buchgeld unterscheiden
Inflationsrate = Index Änderungsrate
Lorenz-Achsen vertauscht x Bevölkerung, y Einkommen

18. Trainingsaufträge

A1. Angebots-/Nachfragepolitik vergleichen.
A2. Wirkungskette formulieren.
A3. Arbeitsmarkt zeichnen.
A4. Neoklassik erklären.
A5. Keynes erklären.
A6. Maßnahme beurteilen.
A7. Absolute Vorteile bestimmen.
A8. Opportunitätskosten berechnen.
A9. Komparative Vorteile bestimmen.
A10. Transformation zeichnen.
A11. ToT bestimmen.
A12. Handelsgewinn berechnen.
A13. Zentralbankgeld erklären.
A14. Giralgeld erklären.
A15. Multiplikator berechnen.
A16. Einlagensumme berechnen.
A17. Giralgeldschöpfung berechnen.
A18. Preisindex berechnen.
A19. Inflationsrate berechnen.
A20. Kaufkraft erklären.
A21. Lohnquote berechnen.
A22. Gewinnquote berechnen.
A23. Lorenzkurve erstellen.
A24. Gini interpretieren.
A25. Gesamtfall bearbeiten.
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