Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen · FOS/BOS Bayern · Jahrgangsstufe 13 · bisheriger Lehrplan

BwR 13 ALTProduktions- und KostentheorieAnpassungsformen

Produktions- und Kostentheorie: Kostenverläufe verstehen und Kapazität wirtschaftlich anpassen

Verlagsbasis: das bereits vollständig ausgewertete lern.de-Skript ProduktionsKostentheorie13.tex sowie die daraus erstellte IBV-Tiefenfassung. Der Produktions-/Kostentheorie-Teil wird hier als eigenständige BwR-13-Lernseite mit UNTERNEHMER AG und eigener Suchintention aufbereitet. Der Verlagsmaster führt Produktions- und Kostentheorie ausdrücklich als FOS-13-Thema für BwR/IBV.

Abgrenzung zu LB2: Die flexible Plankostenrechnung wurde bereits im vorherigen Controlling-Lernbereich vollständig behandelt. Sie wird hier nicht künstlich dupliziert. Diese Seite konzentriert sich auf Produktionsfunktion Typ B, Kostenverläufe, Kapazität und Anpassungsformen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Produktions- und Kostentheorie als Entscheidungsgrundlage
  2. Produktionsfunktion Typ A – Abgrenzung
  3. Produktionsfunktion Typ B – limitationaler Faktoreinsatz
  4. Von der Produktions- zur Verbrauchsfunktion
  5. Von der Verbrauchsfunktion zur linearen Kostenfunktion
  6. Fünf Kosteneinflussgrößen systematisch analysieren
  7. Kapazität und Beschäftigungsgrad
  8. Nutzkosten und Leerkosten
  9. Remanenzkosten und Kostenremanenz
  10. Anpassung bei konstanter Betriebsgröße – Überblick
  11. Quantitative Anpassung – gleichartige Maschinen
  12. Selektive Anpassung – unterschiedliche Maschinen
  13. Selektive Anpassung – Grenz- und Stückkosten
  14. Zeitliche Anpassung
  15. Intensitätsmäßige Anpassung
  16. Intensität und variable Stückkosten grafisch
  17. Betriebsgrößenvariation
  18. Welche Anpassungsform passt?
  19. Break-even und Preisuntergrenzen als Entscheidungsbrücke
  20. Nicht rein monetäre Entscheidungsgrößen
  21. Integrierter Großfall UNTERNEHMER AG
  22. Produktionsfunktion Typ B: limitationalen Faktoreinsatz rechnerisch beherrschen
  23. Vom Verbrauchskoeffizienten zur Kostenfunktion
  24. Kosteneinflussgrößen als Ursache-Wirkungs-Ketten
  25. Nutz-, Leer- und Remanenzkosten vollständig berechnen
  26. Quantitative Anpassung bei konstanter Betriebsgröße
  27. Selektive Anpassung: Einsatzreihenfolge nach variablen Stückkosten
  28. Zeitliche Anpassung: Überstunden als Kostenentscheidung
  29. Intensitätsmäßige Anpassung: kostenoptimale Produktionsgeschwindigkeit
  30. Betriebsgrößenvariation: vorhandene Kapazität reicht nicht mehr
  31. Anpassungsformen direkt vergleichen
  32. Anpassungsformen kombinieren
  33. Kostenminimum allein reicht nicht
  34. Großfall UNTERNEHMER AG: von der Produktionsfunktion zur Anpassungsentscheidung
  35. Typische Prüfungsfehler
  36. Trainingsaufträge
  37. Auf einen Blick

1. Produktions- und Kostentheorie als Entscheidungsgrundlage

Die Produktions- und Kostentheorie untersucht, wie Ausbringungsmenge, Faktoreinsatz, Kapazität und Kosten zusammenhängen. Für die UNTERNEHMER AG ist das keine abstrakte Theorie: Bei schwankender Nachfrage muss entschieden werden, welche Anlagen eingesetzt, wie lange sie betrieben und mit welcher Intensität sie gefahren werden.

Roter Faden: Produktionsfunktion → Verbrauchsfunktion → Kostenfunktion → Kapazitätsauslastung → Nutz-/Leer-/Remanenzkosten → Anpassungsform → Gesamt- und Stückkosten → Entscheidung.

2. Produktionsfunktion Typ A – Abgrenzung

Bei einer substitutionalen Produktionsfunktion können Produktionsfaktoren innerhalb bestimmter Grenzen gegeneinander ersetzt werden. Der alte BwR-Schwerpunkt liegt dagegen auf Typ B: dem limitationalen Zusammenhang. Typ A dient deshalb vor allem der fachlichen Abgrenzung.

3. Produktionsfunktion Typ B – limitationaler Faktoreinsatz

Bei Typ B müssen Faktoren in technisch bestimmten Einsatzverhältnissen kombiniert werden. Fehlt ein notwendiger Faktor, kann die Ausbringung nicht beliebig durch mehr Einsatz eines anderen Faktors kompensiert werden.

UNTERNEHMER AG: Pro Bauteil werden 2,4 kg Material und 0,18 Maschinenstunden benötigt. Für 5.000 Stück ergeben sich 12.000 kg Material und 900 Maschinenstunden.
Faktor 1: Materialeinsatz r₁Faktor 2: Maschinenzeit r₂Isoquanten / limitational

4. Von der Produktions- zur Verbrauchsfunktion

Ist der Verbrauchskoeffizient konstant, steigt der Faktorverbrauch proportional zur Ausbringungsmenge.

\(r_j(x)=a_j\cdot x\)

Für Material mit a=2,4 kg/Stück gilt: r(x)=2,4x. Für Maschinenzeit mit a=0,18 h/Stück gilt: r(x)=0,18x.

5. Von der Verbrauchsfunktion zur linearen Kostenfunktion

Multipliziert man Faktorverbrauch und Faktorpreis und addiert die Fixkosten, entsteht die Kostenfunktion.

\(K(x)=K_f+\sum p_j\cdot r_j(x)=K_f+k_vx\)
Material 2,4 kg·6 €/kg = 14,40 €/Stück; Maschinenvariable Kosten 0,18 h·70 €/h = 12,60 €/Stück. Bei Kf=90.000 € gilt: K(x)=90.000+27x.
Ausbringungsmenge x in StückKosten K in €KfK(x)Kvar

6. Fünf Kosteneinflussgrößen systematisch analysieren

Einfluss Wirkung Beispiel
Faktorpreis kv verändert sich Materialpreis steigt
Faktorqualität Verbrauchskoeffizient kann sich verändern höherwertiges Material senkt Ausschuss
Fertigungsverfahren Verbrauchsstruktur/Kapazität ändert sich Automatisierung
Beschäftigung Nutz-/Leerkosten verändern sich Nachfragerückgang
Betriebsgröße Fixkosten und Kapazität ändern sich zusätzliche Anlage

7. Kapazität und Beschäftigungsgrad

\(Beschäftigungsgrad=\frac{Istbeschäftigung}{Kapazität}\cdot100\)
Kapazität 20.000 Stück, tatsächliche Beschäftigung 15.000 Stück → Beschäftigungsgrad = 75 %.

8. Nutzkosten und Leerkosten

Fixkosten werden bei Unterbeschäftigung gedanklich in genutzte und ungenutzte Kapazität aufgeteilt.

\(Nutzkosten=K_f\cdot Beschäftigungsgrad\)
\(Leerkosten=K_f-Nutzkosten\)
Kf=120.000 €, Beschäftigungsgrad 75 % → Nutzkosten 90.000 €, Leerkosten 30.000 €.
Nutzkosten 75 %Leerkosten 25 %Kapazität / Beschäftigung in %

9. Remanenzkosten und Kostenremanenz

Remanenzkosten bleiben trotz Beschäftigungsrückgang bestehen, weil Kosten nicht sofort proportional abgebaut werden können. Bei stillstehender Anlage können etwa Abschreibungen, Raumkosten oder Teile der Personalkosten weiterlaufen.

Leerkosten und Remanenzkosten nicht gleichsetzen: Leerkosten beschreiben ungenutzte Fixkostenanteile; Kostenremanenz beschreibt die verzögerte Anpassung von Kosten bei sinkender Beschäftigung.

10. Anpassung bei konstanter Betriebsgröße – Überblick

Form Was wird verändert?
quantitativ Anzahl eingesetzter gleichartiger vorhandener Maschinen
selektiv Auswahl verschiedenartiger vorhandener Maschinen
zeitlich Einsatz-/Arbeitszeit
intensitätsmäßig Produktionsgeschwindigkeit/Intensität

11. Quantitative Anpassung – gleichartige Maschinen

Bei mehreren identischen Anlagen werden je nach benötigter Menge Anlagen zu- oder abgeschaltet. Der Maschinenbestand selbst bleibt unverändert.

Drei identische Maschinen besitzen je 10.000 Stück Kapazität. Für 18.000 Stück werden zwei Maschinen benötigt; die dritte steht vollständig still. Deren weiterlaufende Fixkosten sind Remanenzkosten.
Ausbringungsmenge x in StückGesamtkosten in €M1M2M3

12. Selektive Anpassung – unterschiedliche Maschinen

Bei vorhandenen Maschinen mit unterschiedlichen variablen Stückkosten werden die wirtschaftlicheren Anlagen zuerst eingesetzt. Für die Einsatzreihenfolge sind die bereits anfallenden Fixkosten grundsätzlich nicht entscheidend.

Maschine Kapazität kv Einsatzrang
B 8.000 22 € 1
D 12.000 25 € 2
A 10.000 29 € 3
C 5.000 36 € 4

13. Selektive Anpassung – Grenz- und Stückkosten

Ausbringungsmenge x in StückKosten in €/StückGrenzkosten = kv der Grenzmaschinedurchschnittliche Stückkosten

14. Zeitliche Anpassung

Die Ausbringung wird durch Veränderung der Betriebs-/Arbeitszeit angepasst. Überstunden oder zusätzliche Schichten können die variablen Stückkosten verändern.

Normalkapazität 250 Stück: K(x)=25.000+15x. Für 50 zusätzliche Stück steigen die variablen Stückkosten um 30 % auf 19,50 €. K(300)=25.000+250·15+50·19,50=29.725 €.

15. Intensitätsmäßige Anpassung

Die Produktionsgeschwindigkeit einer Anlage wird verändert. Die variablen Stückkosten können zunächst sinken und oberhalb einer optimalen Intensität wieder steigen.

Intensität Stück/h kv
15 30,00 €
20 27,50 €
25 25,00 €
30 30,00 €
35 37,00 €

Die kostenoptimale Intensität liegt im Skriptbeispiel bei 25 Stück/h.

16. Intensität und variable Stückkosten grafisch

Produktionsintensität in Stück/Stundevariable Stückkosten in €/Stückoptimale Intensität

17. Betriebsgrößenvariation

Bei Betriebsgrößenvariation wird der Maschinenbestand selbst verändert. Damit können sich Kapazität und Fixkostenblock ändern.

Form Kern
quantitativ/multipel gleichartige Maschinen kaufen oder verkaufen
qualitativ-selektiv anderen Maschinentyp gezielt hinzufügen/entfernen
qualitativ-mutativ bisherige Technologie durch technisch andere/bessere Anlagen ersetzen

18. Welche Anpassungsform passt?

Situation Anpassung
vorhandene identische Maschinen zu-/abschalten quantitativ, konstante Betriebsgröße
vorhandene unterschiedliche Maschinen nach kv einsetzen selektiv
Schichtdauer verändern zeitlich
Maschine schneller/langsamer fahren intensitätsmäßig
weitere identische Anlage kaufen quantitative Betriebsgrößenvariation
alte Technologie ersetzen qualitativ-mutativ

19. Break-even und Preisuntergrenzen als Entscheidungsbrücke

\(E(x)=K(x)\) bzw. \(DB_{gesamt}=K_f\)

Der Break-even verbindet Kostenstruktur und Erlösseite. Langfristig müssen sämtliche Kosten gedeckt sein; kurzfristig ist bei freien Kapazitäten für Zusatzentscheidungen insbesondere die Deckung der relevanten variablen Kosten bedeutsam.

Ausbringungsmenge x in StückKosten / Erlöse in €Break-even-MengeK(x)E(x)

20. Nicht rein monetäre Entscheidungsgrößen

Eine kostenminimale Anpassungsform muss nicht automatisch die beste unternehmerische Entscheidung sein. Zusätzlich können Qualität, Lieferfähigkeit, Umweltwirkungen, Energieverbrauch, Arbeitsschutz, Beschäftigungsfolgen, Verschleiß und strategische Flexibilität relevant sein.

Eine intensitätsmäßige Anpassung ist rechnerisch günstiger als eine zusätzliche Anlage, erhöht aber Ausschuss, Energieverbrauch und Verschleiß deutlich. Die UNTERNEHMER AG muss den Kostenvorteil gegen diese Folgen abwägen.

21. Integrierter Großfall UNTERNEHMER AG

Die Nachfrage steigt von 18.000 auf 27.000 Stück. Vier vorhandene Maschinen unterscheiden sich in Kapazität und variablen Stückkosten. Gleichzeitig wird eine neue Anlage angeboten.

  1. Leite aus den Verbrauchskoeffizienten die Kostenfunktion ab.
  2. Bestimme Beschäftigungsgrad, Nutz- und Leerkosten.
  3. Ermittle Remanenzkosten stillstehender Kapazität.
  4. Bestimme bei unterschiedlichen Anlagen die wirtschaftliche Einsatzreihenfolge.
  5. Berechne Gesamt-, Stück- und Grenzkosten.
  6. Prüfe quantitative, selektive, zeitliche und intensitätsmäßige Anpassung.
  7. Prüfe anschließend eine Betriebsgrößenvariation.
  8. Beziehe nicht monetäre Folgen ein und formuliere eine begründete Entscheidung.

22. Produktionsfunktion Typ B: limitationalen Faktoreinsatz rechnerisch beherrschen

Bei der Produktionsfunktion Typ B werden Produktionsfaktoren in einem technisch bestimmten Verhältnis eingesetzt. Ein Mehrverbrauch eines Faktors kann den fehlenden anderen Faktor nicht beliebig ersetzen.

UNTERNEHMER AG: Für ein Erzeugnis werden 4 kg Material M und 0,5 Maschinenstunden benötigt. Für 6.000 Stück beträgt der Sollverbrauch damit 24.000 kg Material und 3.000 Maschinenstunden.
Ausbringungsmenge x in StückFaktorverbrauch rr(x)=a·x

23. Vom Verbrauchskoeffizienten zur Kostenfunktion

Aus dem technisch notwendigen Faktorverbrauch und den Faktorpreisen entstehen die variablen Stückkosten.

Material: 4 kg · 6 €/kg = 24 € je Stück. Maschine: 0,5 h · 30 €/h = 15 € je Stück. Weitere variable Kosten: 6 €. Damit \(k_v=45 €\). Bei Fixkosten von 180.000 € gilt:

\(K(x)=180.000+45x\)

Bei 6.000 Stück: \(K=180.000+45·6.000=\)450.000 €; Stückkosten \(k=450.000/6.000=\)75 €.

24. Kosteneinflussgrößen als Ursache-Wirkungs-Ketten

Einfluss erste Wirkung Kostenwirkung
Faktorpreis steigt gleicher Verbrauch wird teurer variable Stückkosten steigen
Faktorqualität verbessert sich weniger Ausschuss/Verbrauch möglich Kosten können sinken
Beschäftigung sinkt Fixkosten verteilen sich auf weniger Stück Stückkosten steigen
Betriebsgröße ändert sich Kapazität/Fixkostenblock ändern sich Kostenfunktion verschiebt sich
Produktionsprogramm ändert sich andere Faktorbeanspruchung Kostenstruktur verändert sich

25. Nutz-, Leer- und Remanenzkosten vollständig berechnen

Fixkosten einer Maschine 120.000 €, Kapazität 10.000 Stück, tatsächliche Beschäftigung 7.500 Stück → Beschäftigungsgrad 75 %.
Nutzkosten = 120.000 · 0,75 = 90.000 €.
Leerkosten = 120.000 · 0,25 = 30.000 €.

Remanenzkosten sind besonders zu beachten, wenn Kapazität vollständig stillgelegt wird, fixe Kosten aber zeitverzögert weiterbestehen.

Beschäftigungsgrad in %Fixkostenanteil in €Nutzkosten 90.000 €Leerkosten30.000 €075100

26. Quantitative Anpassung bei konstanter Betriebsgröße

Bei identischen vorhandenen Maschinen wird die Zahl der eingesetzten Maschinen verändert. Die Betriebsgröße bleibt konstant, weil keine Maschine gekauft oder verkauft wird.

Drei identische Maschinen besitzen je 4.000 Stück Kapazität und variable Stückkosten von 28 €. Nachfrage: 9.000 Stück. Benötigt werden drei Maschinen; zwei Maschinen reichen nur für 8.000 Stück. Bei 6.500 Stück genügen zwei Maschinen.
Ausbringungsmenge x in Stückeingesetzte Maschinen4.0008.00012.000123

27. Selektive Anpassung: Einsatzreihenfolge nach variablen Stückkosten

Maschine Kapazität variable Stückkosten Rang
A 10.000 18 € 1
B 8.000 22 € 2
C 12.000 27 € 3
D 5.000 35 € 4

Bei 20.000 Stück werden A vollständig, B vollständig und C mit 2.000 Stück eingesetzt. Die zuletzt eingesetzte Maschine bestimmt in diesem Bereich die Grenzkosten: 27 €/Stück.

Ausbringungsmenge x in StückGrenzkosten in €/Stück10.00018.00030.00035.000

28. Zeitliche Anpassung: Überstunden als Kostenentscheidung

Normalkapazität 250 Stück, Fixkosten 25.000 €, variable Stückkosten 15 €. Für 50 zusätzliche Stück steigen die variablen Stückkosten wegen Überstunden um 30 % auf 19,50 €.
\(K(300)=25.000+250·15+50·19,50=\)29.725 €.

Die zusätzliche Nachfrage wird ohne Veränderung des Maschinenbestands durch längere Nutzungszeit bewältigt.

29. Intensitätsmäßige Anpassung: kostenoptimale Produktionsgeschwindigkeit

Intensität Stück/h variable Stückkosten
15 30,00 €
20 27,50 €
25 25,00 €
30 30,00 €
35 37,00 €

Die kostenoptimale Intensität liegt bei 25 Stück/h. Höhere Intensität kann z. B. Energieverbrauch, Ausschuss und Verschleiß überproportional erhöhen.

Intensität in Stück/Stundevariable Stückkosten in €/StückOptimum: 25 St./h

30. Betriebsgrößenvariation: vorhandene Kapazität reicht nicht mehr

Form Entscheidung
quantitativ / multipel gleichartige Maschinen kaufen oder verkaufen
qualitativ-selektiv gezielt anderen Maschinentyp kaufen/verkaufen
qualitativ-mutativ Maschinenpark technologisch ersetzen

Im Unterschied zur Anpassung bei konstanter Betriebsgröße verändert sich hier der Maschinenbestand selbst. Damit können sich Kapazität und Fixkostenblock ändern.

31. Anpassungsformen direkt vergleichen

Form verändert wird typische Kostenwirkung
quantitativ Anzahl eingesetzter vorhandener Maschinen Nutz-/Leerkosten ändern sich
selektiv Einsatzreihenfolge unterschiedlicher Maschinen stufenförmige Grenzkosten
zeitlich Nutzungsdauer z. B. Überstundenzuschläge
intensitätsmäßig Produktionsgeschwindigkeit variable Stückkosten ändern sich
Betriebsgrößenvariation Maschinenbestand Kapazität und Fixkosten ändern sich

32. Anpassungsformen kombinieren

In realen Entscheidungen ist häufig eine Kombination sinnvoll. Die UNTERNEHMER AG kann zunächst kostengünstige Maschinen selektiv auslasten, danach zeitlich erweitern und erst bei dauerhaft höherer Nachfrage die Betriebsgröße verändern.

selektivzeitlichintensitätsmäßigBetriebsgrößen-variation

33. Kostenminimum allein reicht nicht

Der alte Lernbereich berücksichtigt ausdrücklich auch nicht unmittelbar betriebsergebnisrelevante Entscheidungsgrößen. Dazu gehören Umweltwirkungen, Beschäftigungsfolgen, Qualität, Lieferfähigkeit, Arbeitsschutz und strategische Flexibilität.

Eine Intensitätserhöhung kann rechnerisch billiger als eine neue Maschine sein, zugleich aber Energieverbrauch, Ausschuss und Verschleiß erhöhen. Die Entscheidung muss beide Ebenen sichtbar trennen und anschließend zusammenführen.

34. Großfall UNTERNEHMER AG: von der Produktionsfunktion zur Anpassungsentscheidung

  1. Bestimmen Sie aus Verbrauchskoeffizienten die Faktorverbräuche.
  2. Leiten Sie variable Stückkosten und eine lineare Kostenfunktion ab.
  3. Berechnen Sie Nutz- und Leerkosten.
  4. Prüfen Sie quantitative Anpassung mit identischen Maschinen.
  5. Erstellen Sie bei unterschiedlichen Maschinen die wirtschaftliche Einsatzreihenfolge.
  6. Bestimmen Sie Grenz- und Stückkosten.
  7. Berechnen Sie eine zeitliche Anpassung mit Überstundenzuschlag.
  8. Bestimmen Sie die kostenoptimale Intensität.
  9. Prüfen Sie eine Betriebsgrößenvariation.
  10. Beziehen Sie qualitative und gesellschaftliche Folgen in die Entscheidung ein.

35. Typische Prüfungsfehler

Fehler Korrektur
Typ B als substitutional behandeln limitationales Einsatzverhältnis beachten
Leerkosten = Remanenzkosten Begriffe sauber trennen
selektive Reihenfolge nach Vollkosten bei vorhandenen Anlagen kv/Grenzkosten betrachten
Grenzkosten = Durchschnittskosten zusätzliche Einheit bzw. Grenzmaschine betrachten
Zuschalten vorhandener Anlage = Betriebsgrößenvariation Variation erfordert Änderung des Maschinenbestands
Intensität mit Zeit verwechseln Intensität = Produktionsgeschwindigkeit
Diagramm ohne Einheit x: Stück bzw. Intensität; y: € oder €/Stück

^. Prüfungs- und Transfertraining

A1. Leite aus limitationalen Verbrauchskoeffizienten Faktorbedarfe ab.
A2. Entwickle aus Verbrauchsfunktionen eine lineare Kostenfunktion.
A3. Analysiere fünf unterschiedliche Kosteneinflussgrößen.
A4. Berechne Beschäftigungsgrad, Nutz- und Leerkosten.
A5. Erkläre Kostenremanenz anhand eines Kapazitätsabbaus.
A6. Bearbeite quantitative Anpassung mit drei identischen Maschinen.
A7. Bestimme bei vier unterschiedlichen Maschinen Einsatzreihenfolge, Grenz- und Stückkosten.
A8. Berechne eine zeitliche Anpassung mit Überstundenzuschlag.
A9. Bestimme aus einer Intensitätstabelle die kostenoptimale Intensität.
A10. Unterscheide drei Formen der Betriebsgrößenvariation.
A11. Ermittle einen Break-even-Point und Preisuntergrenzen.
A12. Beurteile eine Anpassungsentscheidung unter Kosten-, Qualitäts-, Umwelt- und Beschäftigungsaspekten.
Zusatz 1. Faktorverbräuche einer limitationalen Produktionsfunktion berechnen.
Zusatz 2. aus Verbrauchskoeffizienten und Faktorpreisen variable Stückkosten ableiten.
Zusatz 3. eine lineare Gesamtkostenfunktion aufstellen.
Zusatz 4. Gesamt- und Stückkosten für eine Ausbringungsmenge berechnen.
Zusatz 5. fünf Kosteneinflussgrößen anhand von Wirkungsketten erläutern.
Zusatz 6. Nutz- und Leerkosten aus einem Beschäftigungsgrad berechnen.
Zusatz 7. Remanenzkosten von gewöhnlichen Leerkosten abgrenzen.
Zusatz 8. quantitative Anpassung bei identischen vorhandenen Maschinen durchführen.
Zusatz 9. erklären, warum Zuschalten vorhandener Maschinen keine Betriebsgrößenvariation ist.
Zusatz 10. bei selektiver Anpassung eine Einsatzreihenfolge bilden.
Zusatz 11. Grenzkosten bei selektiver Anpassung bestimmen.
Zusatz 12. Stück- und Grenzkosten fachlich unterscheiden.
Zusatz 13. zeitliche Anpassung mit Überstundenzuschlag berechnen.
Zusatz 14. die kostenoptimale Intensität aus einer Kostentabelle bestimmen.
Zusatz 15. Kosten einer intensitätsmäßigen Anpassung berechnen.
Zusatz 16. quantitative, selektive, zeitliche und intensitätsmäßige Anpassung unterscheiden.
Zusatz 17. konstante Betriebsgröße und Betriebsgrößenvariation unterscheiden.
Zusatz 18. quantitative/multiple und qualitative Betriebsgrößenvariation erläutern.
Zusatz 19. nicht betriebsergebnisrelevante Entscheidungsgrößen einbeziehen.
Zusatz 20. einen integrierten Produktions- und Anpassungsfall der UNTERNEHMER AG lösen.

37. Auf einen Blick

Block Sicher beherrschen
Typ B limitationaler Faktoreinsatz, Verbrauchsfunktion, Kostenfunktion
Kosteneinfluss Faktorpreis, Qualität, Verfahren, Beschäftigung, Betriebsgröße
Kapazität Beschäftigungsgrad, Nutz-, Leer-, Remanenzkosten
konstante Betriebsgröße quantitativ, selektiv, zeitlich, intensitätsmäßig
variable Betriebsgröße quantitativ/multipel, qualitativ-selektiv, qualitativ-mutativ
Entscheidung Gesamt-, Stück-, Grenzkosten plus nicht monetäre Faktoren

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