Mathematik FOS/BOS Bayern · 11. Klasse · Stochastik (Nichttechnik) · BY
Relative Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit
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1. Absolute und relative Häufigkeit
Führt man ein Zufallsexperiment \( n \)-mal durch, unterscheidet man zwei Arten von Häufigkeit:
💡 Absolute und relative Häufigkeit
- Die absolute Häufigkeit \( H(E) \) ist die Anzahl, wie oft das Ereignis \( E \) eintritt (immer \( H(E)\leq n \)).
- Die relative Häufigkeit \( h(E) \) setzt das ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Versuche:
Relative Häufigkeiten gibt man oft in Prozent an.
✎ Ein Würfel wird \( n=10 \)-mal geworfen. Dabei fallen zwei Sechsen.
Für das Ereignis \( E=\{6\} \) ist die absolute Häufigkeit \( H(E)=2 \). Die relative Häufigkeit:
In 20 % der Würfe fiel also eine 6.
2. Der Wahrscheinlichkeitsbegriff
Jedem Ereignis \( E \) ordnet man eine Wahrscheinlichkeit \( P(E) \) zu – ein Maß dafür, wie wahrscheinlich sein Eintreten ist.
💡 Eigenschaften von Wahrscheinlichkeiten
- Jede Wahrscheinlichkeit liegt zwischen 0 und 1: \( 0\leq P(E)\leq 1 \).
- Das sichere Ereignis hat \( P(\Omega)=1 \), das unmögliche Ereignis hat \( P(\{\})=0 \).
- Die Summe der Wahrscheinlichkeiten aller Elementarereignisse ist immer 1.
3. Das Gesetz der großen Zahlen
Bei wenigen Versuchen schwankt die relative Häufigkeit stark. Führt man das Experiment aber sehr oft durch, nähert sich die relative Häufigkeit immer mehr einem festen Wert an – der Wahrscheinlichkeit. Das ist das Gesetz der großen Zahlen.
Relative Häufigkeit einer 6 über die Anzahl der Würfe: Anfangs schwankt sie stark, mit wachsendem n stabilisiert sie sich bei 1/6 ≈ 0,167 (Gesetz der großen Zahlen).
💡 Empirische Wahrscheinlichkeit
4. Die Laplace-Regel: günstig durch möglich
Bei manchen Experimenten sind alle Ergebnisse gleich wahrscheinlich – z. B. beim Münzwurf oder beim Würfeln mit einem fairen Würfel. Solche Experimente heißen Laplace-Experimente. Hier kann man die Wahrscheinlichkeit direkt berechnen, ohne zu experimentieren.
💡 Die Laplace-Regel
Merkhilfe: „günstig durch möglich“. Voraussetzung: alle Ergebnisse sind gleich wahrscheinlich.
5. Wahrscheinlichkeiten berechnen
✎ Wie wahrscheinlich ist beim Würfelwurf eine gerade Zahl?
Der Ergebnisraum ist \( \Omega=\{1;2;3;4;5;6\} \), also \( |\Omega|=6 \). Das Ereignis \( E=\{2;4;6\} \) hat \( |E|=3 \) günstige Ergebnisse:
✎ Aus einer Urne mit Kugeln von 1 bis 10 wird eine gezogen. Wie wahrscheinlich ist eine Primzahl?
\( \Omega=\{1;2;\dots;10\} \), also \( |\Omega|=10 \). Die Primzahlen bis 10 sind \( E=\{2;3;5;7\} \), also \( |E|=4 \):
✎ Gegenereignis nutzen: Wie wahrscheinlich ist beim Würfel keine 6?
Statt \( \{1;2;3;4;5\} \) zu zählen, nutzt man das Gegenereignis \( \overline{E} \) zu „6“:
6. Typische Fehler
7. Üben
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Weiterlernen
- Zufallsexperiment und Ereignis – die Grundbegriffe.
- Pfadregeln im Baumdiagramm – mehrstufige Experimente berechnen.
- Bedingte Wahrscheinlichkeit
